Piusbruderschaft wirbt bei Bischöfen für angekündigte Bischofsweihen


Die Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) übermittelte allen italienischen Diözesanbischöfen ein eigens veröffentlichtes Buch, um auf die Lage der Kirche hinzuweisen und die bevorstehenen Bischofsweihen zu begründen
Die Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) übermittelte allen italienischen Diözesanbischöfen ein eigens veröffentlichtes Buch, um auf die Lage der Kirche hinzuweisen und die bevorstehenen Bischofsweihen zu begründen

Die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. (FSSPX) star­te­te im Vor­feld der von ihr ange­kün­dig­ten Bischofs­wei­hen am 1. Juli 2026 eine geziel­te Infor­ma­ti­ons­kam­pa­gne. Nach Berich­ten ließ die tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne Gemein­schaft jedem ita­lie­ni­schen Diö­ze­san­bi­schof ein eigens ver­öf­fent­lich­tes Buch zukom­men, in dem sie ihre Beweg­grün­de darlegt.

Der Band mit dem Titel Al ser­vi­zio del­la Chie­sa („Im Dienst der Kir­che“) und dem Unter­ti­tel: „Die Bischofs­wei­hen der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X.“, her­aus­ge­ge­ben vom bru­der­schafts­ei­ge­nen Ver­lag Edi­zio­ni Pia­ne, soll die theo­lo­gi­schen und kir­chen­recht­li­chen Argu­men­te erläu­tern, mit denen die Pius­bru­der­schaft die geplan­ten Bischofs­wei­hen recht­fer­tigt. Inhalt­lich knüpft die Dar­stel­lung an jene Linie an, die ihr Grün­der, Erz­bi­schof Mar­cel Lefeb­v­re, bereits 1988 als „Ope­ra­ti­on Über­le­ben“ der Tra­di­ti­on bezeich­net hatte.

„Im Dienst der Kir­che. Die Bischofsweihen“

Das Werk zeich­net das Bild einer tie­fen Kri­se der Kir­che, in der – so die Posi­ti­on der Bru­der­schaft – selbst kirch­li­che Auto­ri­tä­ten zur Ver­brei­tung eines ver­fälsch­ten Glau­bens bei­tra­gen. Dar­aus lei­tet die FSSPX ein „Recht auf Wider­stand“ gegen­über der Hier­ar­chie ab. Als pro­gram­ma­ti­scher Auf­takt dient ein Zitat aus dem Gala­ter­brief des Apo­stels Pau­lus, das vor der Ver­kün­di­gung eines „ande­ren Evan­ge­li­ums“ warnt.

Beglei­tet wur­de die Zusen­dung des Buches von einem Schrei­ben des ita­lie­ni­schen Distrikt­obe­ren Pater Gabrie­le D’Avino. Dar­in wird die Akti­on als Ein­la­dung an die Diö­ze­san­bi­schö­fe bezeich­net, sich mit der gegen­wär­ti­gen Lage der Kir­che aus­ein­an­der­zu­set­zen und in einen Pro­zeß der gemein­sa­men Refle­xi­on einzutreten.

Par­al­lel dazu ver­öf­fent­lich­te die Bru­der­schaft auch im deut­schen Sprach­raum eine eige­ne Bro­schü­re, in der die wesent­li­chen Infor­ma­tio­nen zu den bevor­ste­hen­den Bischofs­wei­hen zusam­men­ge­stellt sind. Die­se Publi­ka­ti­on ver­steht sich aus­drück­lich als Bei­trag zur Auf­klä­rung und Trans­pa­renz und soll zugleich Argu­men­ta­ti­ons­hil­fen für Prie­ster, Gläu­bi­ge und Inter­es­sier­te bieten.

Ob die Initia­ti­ve bei den Adres­sa­ten auf Reso­nanz stößt, bleibt offen. Beob­ach­ter ver­wei­sen dar­auf, daß selbst grund­le­gen­de Tex­te zur jün­ge­ren Kir­chen­ge­schich­te viel­fach wenig bekannt sind. Gleich­wohl zeigt das Vor­ge­hen der Pius­bru­der­schaft, daß sie bemüht ist, ihre umstrit­te­nen Schrit­te nicht nur intern zu begrün­den, son­dern auch gegen­über der kirch­li­chen Öffent­lich­keit offen­siv zu ver­tre­ten und dabei den Kon­takt zu ande­ren Tei­len der Kir­che sucht.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Edi­zio­ni pia­ne (Screen­shot)

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