USA gegen Iran: eine Verletzung des Rechts?

Krisentage


Von Rober­to de Mattei*

Der Mili­tär­ein­satz der USA und Isra­els gegen den Iran hat welt­weit eine Wel­le der Empö­rung aus­ge­löst. Nord­ko­rea, Ruß­land und Chi­na spra­chen von einer „ille­ga­len Aggres­si­on“ und bezeich­ne­ten sie als Ver­let­zung des Völ­ker­rechts. Wla­di­mir Putin ver­wen­de­te dabei For­mu­lie­run­gen wie „zyni­sche Ver­let­zung des Rechts“, wäh­rend Peking die Tötung des ira­ni­schen Füh­rers Ali Kha­men­ei als inak­zep­ta­bel kritisierte.

Auch in der west­li­chen Pres­se wie­der­hol­ten die mei­sten links­li­be­ra­len Zei­tun­gen die­se Vor­wür­fe – von der „New York Times“ über den „Guar­di­an“ bis zu „El País“ und „Le Mon­de“. In Ita­li­en brach­te die Tages­zei­tung „Il Mani­festo“ die Kri­tik wie folgt zum Ausdruck:

„Die US-ame­ri­ka­ni­sche und israe­li­sche Aggres­si­on gegen den Iran ist der näch­ste Schlag gegen das Völ­ker­recht. Sie stellt die ekla­tan­te Ver­let­zung der grund­le­gen­den Norm der Char­ta der Ver­ein­ten Natio­nen dar, die in Arti­kel 2 den Ein­satz von Gewalt gegen einen sou­ve­rä­nen Staat ver­bie­tet. Es ist die offi­zi­el­le Ver­kün­dung, sei­tens der größ­ten Mili­tär­macht der Welt, des Rechts des Stär­ke­ren als neue Grund­norm inter­na­tio­na­ler Bezie­hun­gen.“ („Il Mani­festo“, 2. März 2026)

Tat­säch­lich ist das Recht des Stär­ke­ren seit über zwei Jahr­hun­der­ten die Norm zwi­schen Staa­ten. Das Völ­ker­recht wur­de syste­ma­tisch ver­letzt, seit Napo­le­on Bona­par­te die Ideen der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on mit der Spit­ze sei­ner Bajo­net­te nach ganz Euro­pa expor­tier­te. Auch der ita­lie­ni­sche Staat selbst wur­de am 17. März 1861 unter Ver­let­zung des Völ­ker­rechts gegrün­det, durch Aggres­si­on und Zer­stö­rung legi­ti­mer sou­ve­rä­ner Staa­ten wie des Kir­chen­staa­tes, des König­reichs Bei­der Sizi­li­en, des Groß­her­zog­tums Tos­ka­na, des Her­zog­tums Par­ma und Pia­cen­za sowie des Her­zog­tums Mode­na und Reg­gio durch das König­reich Sardinien.

Kle­mens Fürst Met­ter­nich, der auf dem Wie­ner Kon­greß (1814/​1815) die durch die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on erschüt­ter­te poli­ti­sche Ord­nung Euro­pas wie­der­her­stell­te, faß­te sein „System“ mit den Wor­ten zusam­men: „die Kraft im Recht“ (Aus Metternich’s nach­ge­las­se­nen Papie­ren. Hrsg. von Richard Met­ter­nich-Win­ne­burg, Wien 1880ff). Das „Met­ter­nich-System“ ging nicht nur von der Exi­stenz von Rechts­nor­men aus, die von allen Natio­nen geteilt wur­den, son­dern auch von der Fähig­keit, Gewalt anzu­wen­den, um die­se Nor­men durch­zu­set­zen. Die­ses System wur­de durch die Pari­ser Frie­dens­kon­fe­ren­zen 1919–1920, die Euro­pa nach dem Ersten Welt­krieg neu struk­tu­rier­ten, auf den Kopf gestellt.

Ein Bewun­de­rer Met­ter­nichs, Hen­ry Kis­sin­ger, erin­nert in sei­nem Werk Diplo­ma­cy (1994), daß in den Jah­ren zwi­schen den Welt­krie­gen an die Stel­le des öster­rei­chi­schen Kanz­lers Met­ter­nich als Archi­tekt des neu­en inter­na­tio­na­len Gleich­ge­wichts der US-ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent Wood­row Wil­son trat – der Begrün­der des Völ­ker­bunds, der 1919 geschaf­fen wur­de, um eine neue inter­na­tio­na­le Ord­nung zu sichern.

Der Zwei­te Welt­krieg, ver­ur­sacht durch den natio­nal­so­zia­li­sti­schen Expan­sio­nis­mus, führ­te zum Schei­tern des Völ­ker­bun­des. 1945 wur­de die Orga­ni­sa­ti­on der Ver­ein­ten Natio­nen (UNO) gegrün­det, um den inter­na­tio­na­len Frie­den im Namen der „Kraft des Rechts“ wie­der­her­zu­stel­len. Doch die Nach­kriegs­ge­schich­te ist geprägt von zahl­rei­chen Krie­gen und mili­tä­ri­schen Inter­ven­tio­nen, die die­se Hoff­nung zunich­te­mach­ten: Korea, Viet­nam, Afgha­ni­stan, Irak, Bal­kan, Naher Osten.

Die rus­si­sche Inva­si­on der Ukrai­ne im Febru­ar 2022 war die jüng­ste ekla­tan­te Ver­let­zung des Völ­ker­rechts, die die Ohn­macht der UNO erneut zeig­te. Die Ursa­che liegt genau in dem Feh­len jener „Kraft im Recht“, auf die sich Met­ter­nich als Grund­la­ge staat­li­cher Ord­nung bezog. Wel­che Regeln gel­ten heu­te, und wel­che Auto­ri­tät kann sie durchsetzen?

In sei­ner Enzy­kli­ka Sum­mi Pon­ti­fi­ca­tus vom 20. Okto­ber 1939 iden­ti­fi­zier­te Papst Pius XII. die „tie­fe und letz­te Wur­zel des Übels“ in der „Vernei­nung einer uni­ver­sel­len mora­li­schen Norm“, gül­tig für das indi­vi­du­el­le Leben, das gesell­schaft­li­che Leben und die Bezie­hun­gen zwi­schen Staa­ten. Ursa­che des gera­de aus­ge­bro­che­nen Krie­ges sei das „Nicht­an­er­ken­nen“ und das „Ver­ges­sen des Natur­rechts“, das in Gott als ober­stem Gesetz­ge­ber gegrün­det sei. In dem­sel­ben Doku­ment erklär­te der Papst:

„Die neue Welt­ord­nung, das natio­na­le und inter­na­tio­na­le Leben dür­fen, nach­dem die gegen­wär­ti­gen Bit­ter­kei­ten und grau­sa­men Kämp­fe been­det sind, nicht mehr auf dem unsi­che­ren Sand ver­än­der­li­cher und ver­gäng­li­cher Nor­men ruhen, die dem Will­kür­den­ken von Kol­lek­tiv- und Indi­vi­dua­lego­is­mus über­las­sen sind. Sie müs­sen viel­mehr auf dem uner­schüt­ter­li­chen Fun­da­ment, auf dem festen Fel­sen des Natur­rechts und der gött­li­chen Offen­ba­rung, auf­ge­baut sein.“

Die Idee des Natur­rechts wur­de bereits von Ari­sto­te­les und Cice­ro ent­wickelt (De Re Publi­ca III, 22; De Legi­bus I, 6, 12, 15), ihre voll­stän­dig­ste For­mu­lie­rung fin­det sich jedoch in den Zehn Gebo­ten. Das Natur­recht, in der mensch­li­chen Natur ver­an­kert, ist abso­lut und uni­ver­sell und bil­det die Grund­la­ge, auf der inter­na­tio­na­le Bezie­hun­gen beru­hen müs­sen, um Sta­bi­li­tät und Ord­nung zu gewähr­lei­sten. Ohne Bezug auf das Natur­recht sind posi­ti­ve Rechts­nor­men den wech­seln­den Mehr­hei­ten oder dem Druck domi­nan­ter Mäch­te aus­ge­lie­fert. Im 20. Jahr­hun­dert schei­ter­te jeder Ver­such, eine Ord­nung außer­halb des Natur­rechts auf­zu­bau­en; Macht wur­de zum ent­schei­den­den Fak­tor in ent­schei­den­den Momen­ten der Geschichte.

Dar­über hin­aus reicht der Ver­weis auf eine inter­na­tio­na­le Norm allein nicht aus, wenn die Fähig­keit fehlt, die­se Norm gegen­über Staa­ten durch­zu­set­zen. Seit der napo­leo­ni­schen Zeit wur­de Recht oft beschwo­ren, aber sel­ten war es sou­ve­rän. Heu­te ist die Struk­tur inter­na­tio­na­ler Bezie­hun­gen von Natur aus anar­chisch, da es kei­ne über­ge­ord­ne­te Auto­ri­tät gibt, die die Ein­hal­tung der Regeln garan­tie­ren kann. Wie der Poli­tik­wis­sen­schaft­ler Hed­ley Bull in The Anar­chi­cal Socie­ty (1977) schrieb, ist die inter­na­tio­na­le Ord­nung eine „Staa­ten­ge­sell­schaft“ ohne Welt­re­gie­rung. In den letz­ten sieb­zig Jah­ren wur­de ein dich­tes Netz von Ver­trä­gen, Gerich­ten, mul­ti­la­te­ra­len Orga­ni­sa­tio­nen und Rüstungs­kon­troll­re­gi­men auf­ge­baut – ohne daß dies Krie­ge, Gebiets­an­ne­xio­nen oder unge­recht­fer­tig­te mili­tä­ri­sche Inter­ven­tio­nen ver­hin­dern konn­te. Ohne die „Kraft des Rechts“ ist jeder Bezug auf uni­ver­sel­le Nor­men illu­so­risch, und die Macht domi­niert die öffent­li­che Bühne.

Papst Leo XIV. hat von Beginn sei­nes Pon­ti­fi­kats an wie­der­holt das The­ma Frie­den behan­delt und zutref­fend dar­auf hin­ge­wie­sen, daß „Krieg die Pro­ble­me nicht löst, son­dern sie eher ver­schärft und tie­fe Wun­den in der Geschich­te der Völ­ker hin­ter­läßt, deren Hei­lung Gene­ra­tio­nen erfor­dert“ (Ange­lus, 23. Juni 2025). Die heu­ti­ge Rea­li­tät ist jedoch nicht die einer har­mo­ni­schen mul­ti­po­la­ren Welt, die von neu­tra­len Insti­tu­tio­nen und einem gemein­sa­men Geist des Dia­logs regu­liert wird. Sie ist viel­mehr geprägt von einem har­ten Wett­be­werb gro­ßer Blöcke um glo­ba­le Hege­mo­nie in wirt­schaft­li­cher, poli­ti­scher und mili­tä­ri­scher Hinsicht.

Auf der einen Sei­te steht ein System unter Füh­rung der USA und der west­li­chen Demo­kra­tien, auf der ande­ren ein Block rund um die Volks­re­pu­blik Chi­na, die Rus­si­sche Föde­ra­ti­on und deren Ver­bün­de­te in Eura­si­en und im Nahen Osten. So wie der Krieg zwi­schen Ruß­land und der Ukrai­ne nicht 2022 begann, son­dern jahr­zehn­te­lan­ge Ursa­chen hat, ist auch der aktu­el­le Kon­flikt zwi­schen den USA und dem Iran kei­ne Erfin­dung der Trump-Admi­ni­stra­ti­on, son­dern reicht zurück bis zur Isla­mi­schen Revo­lu­ti­on im Iran 1979.

Wenn die mili­tä­ri­sche Ope­ra­ti­on der USA voll­stän­dig erfolg­reich ist, wür­de sie die sino-kom­mu­ni­sti­sche Front schwä­chen, zu der der Iran einen stra­te­gi­schen Kno­ten­punkt im Nahen Osten dar­stellt. Ein Schei­tern der USA wäre hin­ge­gen eine Nie­der­la­ge nicht nur für den gesam­ten Westen, son­dern auch für die katho­li­sche Kir­che, die ohne den heu­ti­gen poli­ti­schen und mili­tä­ri­schen Schutz, der ihre Frei­heit garan­tiert, zuneh­mend ein­ge­schränkt wäre in der Mög­lich­keit, das Evan­ge­li­um zu ver­kün­den, und mög­li­cher­wei­se eine bis­her nie gekann­te Pha­se der Ver­fol­gung erle­ben müß­te. Des­halb kann sich jeder Katho­lik, dem das Leben der Kir­che am Her­zen liegt, nur den Erfolg des Westens in die­sen dra­ma­ti­schen Kri­sen­ta­gen wünschen.

*Rober­to de Mat­tei, Histo­ri­ker, Vater von fünf Kin­dern, Pro­fes­sor für Neue­re Geschich­te und Geschich­te des Chri­sten­tums an der Euro­päi­schen Uni­ver­si­tät Rom, Vor­sit­zen­der der Stif­tung Lepan­to, Autor zahl­rei­cher Bücher, zuletzt in deut­scher Über­set­zung: Ver­tei­di­gung der Tra­di­ti­on: Die unüber­wind­ba­re Wahr­heit Chri­sti, mit einem Vor­wort von Mar­tin Mose­bach, Alt­öt­ting 2017, und Das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil. Eine bis­lang unge­schrie­be­ne Geschich­te, 2. erw. Aus­ga­be, Bobin­gen 2011.

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Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cor­ri­spon­den­za Romana

6 Kommentare

  1. Auch die­ser poli­ti­sche Kom­men­tar von Rober­to de Mat­tei kann nicht über­zeu­gen. Ein sehr sim­pel gestrick­tes Bild, das die Katho­li­ken für ziem­lich dumm zu hal­ten scheint.

    Die Bot­schaft ist immer gleich. Egal was die USA machen: Es ist gut und muss bedin­gungs­los unter­stützt werden. 

    Um die Katho­li­ken zu ködern, schreibt de Mat­tei: Sonst geht es der katho­li­schen Kir­che an den Kragen.

    Zur Erin­ne­rung: Das Mul­lah-Regime wird kaum jemand freu­en, den­noch: Der Iran hat seit bald 300 Jah­ren kei­nen Offen­siv­krieg gegen ein ande­res Land geführt, schon gar nicht die USA ange­grif­fen. Der letz­te Krieg, der vom Iran gegen ein ande­res Land aus­ge­gan­gen ist, begann zu einer Zeit, als es die USA noch nicht ein­mal gab.

    Die katho­li­sche Kir­che wird im Westen bis zur Auf­lö­sung auf­ge­rie­ben. Dar­an sind aber wohl kaum die Mul­lahs im Iran Schuld.

    Die Eli­ten des soge­nann­ten Westens sche­ren sich schon lan­ge nicht mehr um das Naturrecht. 

    Eine isla­mi­sche Bedro­hung Euro­pas hat zwei Ursa­chen: die Mas­sen­mi­gra­ti­on und die ewi­ge Unru­he im Nahen Osten, die auf angel­säch­si­sche (zuerst bri­ti­sche, dann US-ame­ri­ka­ni­sche) und israe­li­sche Inter­es­sen­po­li­tik zurückgeht. 

    Die Pro­ble­me sind also haupt­säch­lich vom Westen selbst­ge­macht. Trump ist so erschreckend ehr­lich, der Welt zu offen­ba­ren, wie die US-Poli­tik in Wirk­lich­keit schon seit 200 Jah­ren ist, zunächst kon­ti­nen­tal auf Ame­ri­ka bezo­gen, dann seit hun­dert Jah­ren global. 

    Der Iran hat es in den ver­gan­ge­nen hun­dert Jah­ren drei Mal gewagt, aus der angel­säch­si­schen „Umar­mung“ aus­zu­bre­chen und sou­ve­rän zu han­deln. Zwei Mal wur­de ihm von außen die Pah­le­vi-Dyna­stie auf­ge­zwun­gen: zuerst von den Bri­ten, dann von den USA. Die Geschich­te des Kon­flikts begann nicht, wie de Mat­tei behaup­tet, erst im Jahr 1979. Die „Isla­mi­sche Revo­lu­ti­on“ von 1979 war viel­mehr die Kon­se­quenz die­ser angel­säch­si­schen Inter­es­sen­po­li­tik seit den 1920er Jah­ren. Nun wol­len die Angel­sach­sen zum drit­ten Mal die Pah­le­vis dem Iran auf­zwin­gen. Inzwi­schen mit tat­kräf­ti­gem Applaus und vie­len töd­li­chen Hilfs­mit­teln aus Isra­el, das selbst eine angel­säch­si­sche Grün­dung ist.

    Es geht um Zio­nis­mus, um den Petro­dol­lar, um die Absi­che­rung des Dol­lars als Welt­leit­wäh­rung und damit um die Absi­che­rung der USA als letzt­lich „ein­zi­ge“ Weltmacht.

    Trump ist eine gro­ße Enttäuschung.Er hat sei­ne Wäh­ler belogen.

    Mit Kon­ti­nen­tal­eu­ro­pa, des­sen Völ­kern und der katho­li­schen Kir­che hat das alles nichts zu tun.

  2. Das Zitat von Pius XII bringt etwas auf den Punkt, was die­sem Punkt der Geschich­te aus­läuft. „Kol­lek­tiv- und Indi­vi­dua­lego­is­mus“ gehen zu Ende. Es folgt die Wie­der­ein­set­zung von gött­li­chem Recht, gege­ben am Sinai. Uno, Völ­ker­bund oder Gen­fer Kon­ven­tio­nen sind Aus­druck der alten Epo­che ohne Gott. Es sind jetzt die am mei­sten von Gott ent­fern­ten Staa­ten, die ihr Wort gegen den Irankrieg erheben. 

    Es gibt auch ande­re Sicht­wei­sen. Rab­bi Men­del Kes­sin setzt sich mit den gegen­wär­ti­gen Ent­wick­lun­gen aus­ein­an­der und ver­gleicht das Gesche­hen mit den Vor­aus­sa­gen aus der Bibel und der münd­li­chen Tho­ra. Nun war Rab­bi Kes­sin höchst über­rascht dar­über, daß Trump sei­ner histo­ri­schen Auf­ga­be nicht nach­ge­kom­men war. Trump, in der Bibel auch als Cyrus erwähnt, hät­te dem Regime im Iran mit den ame­ri­ka­ni­schen Streit­mäch­ten schon im letz­ten Jahr ein Ende set­zen müs­sen. Und dann kam noch die Ableh­nung der Annek­tie­rung des West­jor­dan­lan­des dazu. Ein sol­ches Zuwie­der­han­deln gegen den gött­li­chen Wil­len rufe unwei­ger­lich eine gött­li­che Stra­fe her­bei. Kes­sin war dem­nach zufrie­den, als er die gött­li­che Stra­fe fand. New York war gefal­len, als Mamda­ni die Wahl zum Bür­ger­mei­ster gewon­nen hatte. 

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  3. Im Mit­tel­al­ter waren es die römisch-deut­schen Kai­ser, die letzt­lich die Schutz­macht des Rechts in wei­ten Tei­len Euro­pas waren. Die­se Kai­ser ver­stan­den sich als Söh­ne der Kir­che, so daß auch der Papst letzt­lich Schutz­herr des Rechts war. Auf die­sen bei­den Säu­len Papst und Kai­ser beruh­te der Frie­den, der zwar kei­nes­wegs abso­lut war, aber es gab einen soz. aner­kann­ten Rechts­rah­men. Das änder­te sich mit der Unter­stüt­zung von poli­ti­schen Macht­ha­bern für die sog. Refor­ma­ti­on. Kai­ser Karl V. tat sein Bestes für die Auf­recht­erhal­tung des Frie­dens, aber die Par­ti­ku­lar­in­ter­es­sen konn­ten sich teil­wei­se durch­set­zen. Seit die­ser Zeit, seit dem 16. Jahr­hun­dert, herrsch­te weit­hin Rechts­un­si­cher­heit in Europa.
    Die frz. Revo­lu­ti­on hat ihrer­seits mit ihren Paro­len ver­sucht, eine neue Rechts­si­cher­heit zu schaf­fen z.Bsp. mit der Abschaf­fung der Leib­ei­gen­schaft und der Errich­tung eines frei­en Mark­tes ent­ge­gen der jahr­hun­der­te­lan­gen Macht der Zünf­te. Auch die welt­li­che Macht der Kir­che kam schritt­wei­se zum Erlie­gen. Was im euro­pä­isch gepräg­ten Ame­ri­ka 1776 geschah, wur­de in gewis­ser Wei­se auf dem alten Kon­ti­nent wiederholt.
    Euro­pa und Nord­ame­ri­ka sind durch­aus aner­kann­te Garan­ten eines wah­ren Rechts der Völ­ker, immer noch obwohl das im Innern zuneh­mend ero­diert ist durch Abtrei­bung, Ehe für alle, Gen­der usw. 

    Der jet­zi­ge Kon­flikt ist ein Kon­flikt zwi­schen kon­kur­rie­ren­den Syste­men und auch der Reli­gi­on. Dazu kommt als star­ker Akteur noch ins­be­son­de­re Isra­el. Ohne die USA hät­te Isra­el nicht angrei­fen kön­nen, und Isra­el hat­te und hat zwar vie­le gute Grün­de für den Kampf­ein­satz gegen die Isla­mi­sten in Tehe­ran und anders­wo. Aber es wäre bes­ser unter­blie­ben. Auch der Zeit­punkt des Angriffs war nicht gut gewählt: es war ein Sab­bat!!! Man soll­te es beden­ken. Es war schlecht, an die­sem Tag los­zu­schla­gen und wich­ti­ge Leu­te der Füh­rungs­schicht zu ermor­den. Damit wur­de nichts gewon­nen. Der isla­mi­stisch beherrsch­te Iran wur­de attackiert und befin­det sich so gese­hen in einer bes­se­ren Posi­ti­on als die Angrei­fer. (Zwar kein Ver­gleich, aber zur Erin­ne­rung: der 1.9.1939 war ein Herz-Jesu-Frei­tag!: der Angriff auf Polen gera­de an die­sem Tag brach­te die Nie­der­la­ge der NS-Gewal­ti­gen. Und die hat­ten auch „gute Grün­de“, denn die Zeit lief ihnen davon; genützt hat­te es nichts.) 

    Papst Leo hat gut auf die Gescheh­nis­se reagiert wie auch schon Papst Johan­nes Paul II. nach dem 11. Sep­tem­ber 2001 und zu Ruhe und Diplo­ma­tie auf­ge­ru­fen. Damit hat er den Mos­lems den Schneid abge­kauft und uns, den Westen, letz­lich geret­tet vor der gei­sti­gen Nie­der­la­ge gegen­über dem Islam.

  4. Mit Ver­laub, aber das ist ein sehr ein­sei­ti­ger Kom­men­tar. Lei­der beleuch­tet Prof. de Mat­tei die Rol­le der „Isra­el-Lob­by“ (Mearsheimer/​Walt) gar nicht.

    Jeder Katho­lik muß frei­lich gegen das Mul­lah-Regime sein, gleich­zei­tig fra­gen wir uns aber auch, ob der Krieg tat­säch­lich ein gerech­ter ist und ob die Lage nach dem Krieg bes­ser wird (wäre ein Kri­te­ri­um für einen bel­lum iustum).

    Unver­ständ­lich ist auch die neu­tra­le Behand­lung von Hen­ry Kis­sin­ger. War der wirk­lich nur ein Met­ter­nich-Exper­te? Oder auch eine dunk­le Figur der Geo­po­li­tik, Kriegs­trei­ber und Diktatorenunterstützer?

  5. »Die rus­si­sche Inva­si­on der Ukrai­ne im Febru­ar 2022 war die jüng­ste ekla­tan­te Ver­let­zung des Völ­ker­rechts, die die Ohn­macht der UNO erneut zeig­te.« … Aber zumin­dest hat Ruß­land – for­mal – sich an die Spiel­re­geln gehal­ten und die Don­bass-Repu­bli­ken vor­her aner­kannt und ist dann Bei­stands­ver­pflich­tun­gen mit die­sen eingegangen! …

    »… ist auch der aktu­el­le Kon­flikt zwi­schen den USA und dem Iran kei­ne Erfin­dung der Trump-Admi­­ni­­stra­ti­on, son­dern reicht zurück bis zur Isla­mi­schen Revo­lu­ti­on im Iran 1979.« … Ja! Ein Haupt­grund der Feind­schaft ist der, von der CIA und dem bri­ti­schen MI6 orche­strier­te, Putsch gegen den demo­kra­tisch gewähl­ten Pre­mier­mi­ni­ster Mos­sa­degh im Jah­re 1953, was den ver­haß­ten Schah an die Macht brach­te, der dann sei­ner­seits durch die isla­mi­sche Revo­lu­ti­on aus sei­nem Amt ent­fernt wur­de. (Klei­ner Hin­weis: Es ging eigent­lich ums Erdölgeschäft) …

    »Ein Schei­tern der USA wäre hin­ge­gen eine Nie­der­la­ge nicht nur für den gesam­ten Westen, son­dern auch für die katho­li­sche Kir­che, die ohne den heu­ti­gen poli­ti­schen und mili­tä­ri­schen Schutz, der ihre Frei­heit garan­tiert, zuneh­mend ein­ge­schränkt wäre in der Mög­lich­keit, das Evan­ge­li­um zu ver­kün­den, und mög­li­cher­wei­se eine bis­her nie gekann­te Pha­se der Ver­fol­gung erle­ben müß­te. Des­halb kann sich jeder Katho­lik, dem das Leben der Kir­che am Her­zen liegt, nur den Erfolg des Westens in die­sen dra­ma­ti­schen Kri­sen­ta­gen wün­schen.« … Wir Chri­sten soll­ten für die Rei­che die­ser Welt nicht Par­tei ergrei­fen! Am Ende stellt sich näm­lich womög­lich her­aus, daß wir nur so lan­ge „geschützt“ sind, wie wir für die ent­spre­chen­den Herr­schaf­ten nütz­lich sind! …
    Es gibt nur einen wirk­li­chen Schutz und Garan­ten für uns (vgl.: Jere­mia 17,5). Unse­re Hei­mat ist das Reich Got­tes. Dort­hin und dar­auf soll­te unser Haupt­au­gen­merk gerich­tet sein! Die Rei­che die­ser Welt kom­men und gehen, nur das Reich Got­tes bleibt in Ewigkeit. …

  6. Die USA fueh­ren einen voel­ker­rechts­wid­ri­gen und unpro­vo­zier­ten Angriffs­krieg. Jeder Katho­lik kann sich nur das Schei­tern die­ses Angriffs­kriegs wuenschen.

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