Caritas in Nicaragua löst sich „freiwillig“ auf

90 Anfeindungen gegen die Kirche allein 2023


Die Caritas in Nicaragua wird vom sandinistischen Regime stückweise zwangsaufgelöst
Die Caritas in Nicaragua wird vom sandinistischen Regime stückweise zwangsaufgelöst

(Mana­gua) Die unfrei­wil­li­ge „frei­wil­li­ge“ Selbst­auf­lö­sung der Kir­che in Nica­ra­gua geht wei­ter. Die Cari­tas der Diö­ze­se León erklär­te laut nica­ra­gua­ni­schem Innen­mi­ni­ste­ri­um die „frei­wil­li­ge Auflösung“.

Das san­di­ni­sti­sche Regime von Dani­el Orte­ga und Rosa­rio Mur­il­lo geneh­mig­te am Mon­tag die Auf­he­bung des Rechts­sta­tus der Cári­tas Dio­ce­s­a­na de León, des kari­ta­ti­ven Arms der katho­li­schen Kir­che in die­ser Diö­ze­se Nicaraguas.

Die Geneh­mi­gung sei erfolgt, nach­dem sich die diö­ze­sa­ne Cari­tas selbst „frei­wil­lig auf­ge­löst“ hät­te, so Innen­mi­ni­ste­rin María Ame­lia Coro­nel Kin­loch. An die Gene­ral­di­rek­ti­on für die Ein­tra­gung und Kon­trol­le von gemein­nüt­zi­gen Orga­ni­sa­tio­nen erging die Anwei­sung, den Diö­ze­san-Cari­tas­ver­band von León aus dem Ver­zeich­nis des Innen­mi­ni­ste­ri­ums zu löschen.

Am 21. Febru­ar hat­te Staats- und Regie­rungs­chef Dani­el Orte­ga die katho­li­sche Kir­che als „Mafia“ bezeich­net und sie beschul­digt, anti­de­mo­kra­tisch zu sein, weil sie den Katho­li­ken nicht erlau­be, den Papst, die Kar­di­nä­le, Bischö­fe und Prie­ster direkt zu wählen.

Orte­ga hat­te schon zuvor Nica­ra­gu­as Bischö­fe, die in einem „natio­na­len Dia­log für eine fried­li­che Lösung der Kri­se“, die das Land seit 2018 erlebt, zu ver­mit­teln ver­such­ten, als „Ter­ro­ri­sten“ beschimpft.

Die Juri­stin Mar­tha Patri­cia Moli­na regi­strier­te allein im ersten Quar­tal 2023 90 Anfein­dun­gen gegen die katho­li­sche Kir­che in Nica­ra­gua durch das san­di­ni­sti­sche Regime. Seit 2018 regi­strier­te sie inge­samt 529 Anfeindungen.

Die kir­chen­feind­li­che Aggres­si­on nimmt laut Moli­na zu. Das Jahr 2022 sei bis­her das schlimm­ste gewe­sen. Daher warn­te sie:

„Wenn die Regie­rung von Dani­el Orte­ga mit die­ser Art von Angrif­fen auf die katho­li­sche Kir­che wei­ter­macht, könn­te das Jahr 2023 noch schlim­mer als 2022 werden“.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Face­book (Screen­shot)