Keine gemeinsamen Fastenexerzitien mehr für die Römische Kurie

Unverbindlicher Modus im vierten Jahr in Folge

Ein Bild von den Fastenexerzitien 2014 in Ariccia.
Ein Bild von den Fastenexerzitien 2014 in Ariccia.

(Rom) Mit dem Aus­bruch der Pseu­do­pan­de­mie im Jahr 2020 wur­den die Exer­zi­ti­en in der Fasten­zeit für die Römi­sche Kurie aus­ge­setzt und durch „per­sön­li­che Exer­zi­ti­en“ ersetzt. So blieb es auch in den fol­gen­den Jah­ren 2021 und 2022. Obwohl Covid-19 inzwi­schen defi­ni­tiv der Ver­gan­gen­heit ange­hört, gab das vati­ka­ni­sche Pres­se­amt bekannt, daß auch die Fasten­ex­er­zi­ti­en 2023 das vier­te Jahr in Fol­ge nicht statt­fin­den bzw. in der Form von „per­sön­li­chen Exer­zi­ti­en“ statt­fin­den werden.

In der Pres­se­mit­tei­lung des vati­ka­ni­schen Pres­se­am­tes vom ver­gan­ge­nen Frei­tag heißt es:

„Der Hei­li­ge Vater lädt die in Rom resi­die­ren­den Kar­di­nä­le, die Lei­ter der Dik­aste­ri­en und die Obe­ren der Römi­schen Kurie ein, vom Sonn­tag­nach­mit­tag, 26. Febru­ar, bis zum Frei­tag­nach­mit­tag, 3. März, der ersten Fasten­wo­che, eine Zeit der per­sön­li­chen Exer­zi­ti­en zu ver­brin­gen, indem sie ihre Arbeit ruhen las­sen und sich im Gebet sammeln.“

Per­sön­li­che Exer­zi­ti­en bedeu­ten, daß jeder Kuri­en­ver­tre­ter und auch der Papst für sich allein sich jemand orga­ni­sie­ren muß, der die Exer­zi­ti­en für ihn hält. Die Exer­zi­ti­en­ta­ge gehör­ten zum ein­zi­gen gemein­sa­men Moment der geist­li­chen For­mung an der Kir­chen­spit­ze. Die unver­bind­li­che Art scheint in San­ta Mar­ta jedoch mehr Gefal­len gefun­den zu haben. 

Wäh­rend die­ser Woche wer­den alle Ter­mi­ne des Hei­li­gen Vaters aus­ge­setzt, ein­schließ­lich der Gene­ral­au­di­enz am Mitt­woch, dem 1. März.

Unter Fran­zis­kus fan­den die Fasten­ex­er­zi­ti­en für die Mit­glie­der der Römi­schen Kurie in der Regel in der Stadt Aric­cia statt, zuletzt 2019. Damals sorg­te die Anwe­sen­heit des argen­ti­ni­schen Bischofs Oscar Gustavo Zan­chet­ta für Aufsehen.

2018 war der por­tu­gie­si­sche Theo­lo­ge José Tolen­ti­no de Men­don­ça Exer­zi­ti­en­mei­ster in Aric­cia. Er mach­te seit­her eine bemer­kens­wer­te Kar­rie­re. Weni­ge Mona­te nach den Fasten­ex­er­zi­ti­en ernann­te ihn Papst Fran­zis­kus zum Titu­lar­erz­bi­schof und zugleich zum Archi­var und Biblio­the­kar der Hei­li­gen Kir­che. Im Okto­ber 2019 kre­ierte er ihn zum Kar­di­nal und ernann­te ihn zum Mit­glied des Päpst­li­chen Kul­tur­ra­tes, der Kon­gre­ga­ti­on für die Evan­ge­li­sie­rung der Völ­ker, der Kon­gre­ga­ti­on für die Selig- und Hei­lig­spre­chungs­pro­zes­se und der Kon­gre­ga­ti­on für die Bischö­fe. Im Sep­tem­ber 2022 wur­de Kar­di­nal Tolen­ti­no schließ­lich von Fran­zis­kus zum Prä­fek­ten des Dik­aste­ri­ums für Kul­tur und Bil­dung ernannt (des Zusam­men­schlus­ses aus dem ehe­ma­li­gen Kul­tur­rat und der ehe­ma­li­gen Kon­gre­ga­ti­on für das katho­li­sche Bil­dungs­we­sen).

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vati­can­Me­dia (Screen­shot)

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