Der größte Rosenkranz der Welt entsteht im Libanon

Vom Himmel aus sichtbar


Im maronitischen Deir Al-Ahmar (Rotes Kloster) über der Bekaa-Ebene entsteht der größte Rosenkranz der Welt.
Im maronitischen Deir Al-Ahmar (Rotes Kloster) über der Bekaa-Ebene entsteht der größte Rosenkranz der Welt.

(Bei­rut) Mel­dun­gen von Rosen­kranz-Super­la­ti­ven gab es schon eini­ge. Der Liba­ne­si­sche Rosen­kranz schlägt aber alle Rekor­de. In Deir El-Ahm­ar in der Bekaa-Ebe­ne, zwei Auto­stun­den von Bei­rut ent­fernt, ent­steht ein ein­zig­ar­ti­ger Rosen­kranz, dem so schnell nichts die Bezeich­nung als „größ­ter Rosen­kranz der Welt“ strei­tig machen dürfte.

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Deir El-Ahm­ar, der Orts­na­me stammt aus dem Ara­mäi­schen und heißt soviel wie „Rotes Klo­ster“, zählt 23.000 Ein­woh­ner und liegt gut 1000 Meter über dem Mee­res­spie­gel. Der Ort befin­det sich in der Bekaa-Ebe­ne zwi­schen zwei Gebirgs­ket­ten, dem Liba­non im Westen und dem Anti-Liba­non im Osten. Deir El-Ahm­ar liegt am öst­li­chen Abhang des Liba­non­ge­bir­ges. Rich­tung Osten geht der Blick von dort über die Bekaa-Ebe­ne. Das Glau­bens­be­kennt­nis der Bevöl­ke­rung ist maro­ni­tisch. Die im Hoch­mit­tel­al­ter ent­stan­de­ne syrisch-maro­ni­ti­sche Kir­che von Antio­chi­en ist mit Rom uniert. Die heu­ti­ge maro­ni­ti­sche Epar­chie (Diö­ze­se) von Baal­bek und Deir Al-Ahm­ar geht auf das Jahr 1671 zurück. Amtie­ren­der Eparch ist seit 2015 der Bala­di­ten­mönch Han­na Rahmé.

Der Rosen­kranz mit dem Bala­di­ten­klo­ster und dem Liba­non­ge­bir­ge im Hintergrund

Bis ins 16. Jahr­hun­dert war Deir El-Ahm­ar noch ein Zen­trum der mia­phy­si­ti­schen syrisch-ortho­do­xen Kir­che von Antio­chi­en gewesen.

Auf einem Grund­stück des maro­ni­tisch-katho­li­schen Bala­di­ten­or­dens in Deir Al-Ahm­ar, des­sen Mön­che nach der Regel des hei­li­gen Anto­ni­us des Gro­ßen leben, wird gera­de der zwei­fel­los größ­te Rosen­kranz der Welt fer­tig­ge­stellt. Der Rosen­kranz ist gan­ze 600 Meter lang und besteht aus 59 Per­len, die gleich­för­mig aus Beton errich­tet wur­den und als klei­ne begeh­ba­re Kapel­len gedacht sind. Jede Per­le ist fast fünf Meter lang und drei­ein­halb Meter breit. Dar­in kön­nen die Gläu­bi­gen zum Gebet ver­wei­len, wie ins­ge­samt die gan­ze Anla­ge beim Rosen­kranz­ge­bet began­gen wer­den kann. Der gigan­ti­sche Rosen­kranz von Deir Al-Ahm­ar wird im wört­li­chen Sin­ne phy­sisch gebetet.

Die Beton­per­len, die nun aus­ge­stal­tet werden

Die Gläu­bi­gen betre­ten die Anla­ge, indem sie betend von einer Per­len­ka­pel­le zur näch­sten zie­hen. Aus­gangs­punkt und Ziel ist ein gro­ßes Kreuz, das Sie­ges­zei­chen des Auf­er­stan­de­nen. Das Kreuz, das sich in einem Amphi­thea­ter befin­den wird, muß noch errich­tet wer­den. An der Sei­te Jesu Chri­sti nimmt die Dar­stel­lung Regi­na Ange­lorum von Wil­liam-Adol­phe Bou­gue­reau einen wich­ti­gen Platz ein.

Die 59 Kapel­len sind schon beleuch­tet und wer­den nun in einem näch­sten Schritt aus­ge­stal­tet. Der welt­größ­te ein­zig­ar­ti­ge Rosen­kranz wird künf­tig nachts beleuch­tet sein und dann auf­grund sei­ner gigan­ti­schen Aus­ma­ße von Flug­zeu­gen aus sicht­bar sein. Er soll zum Frie­den mah­nen und den Blick auf das Wesent­li­che len­ken, daß Gott der Herr der Geschich­te ist und in Ihm allein das Heil.

Der maro­ni­ti­sche Orden der Bala­di­ten ent­stand Ende des 17. Jahr­hun­derts. Er zählt einen männ­li­chen und einen weib­li­chen Zweig in über 60 Klö­stern im Liba­non und in der Dia­spo­ra. Die Zahl der Mön­che beträgt an die 400, von denen mehr als 300 Prie­ster sind. 

2006 ent­stand unter dem Gene­ral­obe­ren Eli­as Kha­li­fe ein Klo­ster des Ordens in Deir El-Ahm­ar und wur­de kurz dar­auf zum Aus­gangs­punkt für den größ­ten Rosen­kranz der Welt.

Das voll­stän­di­ge Pro­jekt mit Kir­che und Ein­kehr­haus; rechts das Kreuz als Aus­gangs- und End­punkt des Rosenkranzes

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Rosa­ry of Lebanon/​Facebook (Screen­shots)

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