Das Gottesgericht in der Geschichte

Rome Life Forum 2020

Von Rober­to de Mattei*

Ter­ra infec­ta est ab habi­ta­to­ri­bus suis,
prop­ter hoc male­dic­tio vor­a­bit ter­ram.
Jesa­ja 24, 5–6**

Im Zeit­al­ter des Coro­na­vi­rus kön­nen wir über alles spre­chen, aber es gibt bestimm­te The­men, die wei­ter­hin ver­bo­ten sind, ins­be­son­de­re in der katho­li­schen Welt. Das wich­tig­ste die­ser The­men ist viel­leicht das Gericht und die Ver­gel­tung Got­tes in der Geschich­te. Das Vor­han­den­sein die­ser Zen­sur ist ein guter Grund, um gera­de die­ses The­ma anzu­spre­chen.

Das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit

Ich gehe nicht vom Alten Testa­ment aus, wo die Hin­wei­se auf die Stra­fen Got­tes unzäh­lig sind, son­dern von den Wor­ten unse­res Herrn:

„Euch aber muß es zuerst um sein Reich und um sei­ne Gerech­tig­keit gehen; dann wird euch alles ande­re dazu­ge­ge­ben“ ( Mt 6, 31–33).

Die­se Wor­te des Evan­ge­li­ums sind ein Lebens­pro­gramm für alle und erin­nern uns an eine der Selig­prei­sun­gen:

„Selig, die hun­gern und dür­sten nach der Gerech­tig­keit; denn sie wer­den satt wer­den“ (Mt 5, 6).

Der Begriff der Gerech­tig­keit ist einer der ersten mora­li­schen Begrif­fe unse­rer Ver­nunft: Die Phi­lo­so­phen defi­nie­ren ihn als die Nei­gung des Wil­lens, jedem zu geben, was ihm gebührt. Die Sehn­sucht nach Gerech­tig­keit ist im Her­zen eines jeden Men­schen grund­ge­legt. Wir suchen nicht nur das, was wahr, gut und schön ist, son­dern auch das, was rich­tig ist. Alle lie­ben die Gerech­tig­keit und ver­ab­scheu­en die Unge­rech­tig­keit. Und da die Welt vol­ler Unge­rech­tig­kei­ten und die mensch­li­che Gerech­tig­keit, die von den Gerich­ten ver­wal­tet wird, unvoll­kom­men ist, stre­ben wir nach einer voll­kom­me­nen Gerech­tig­keit, die es auf Erden nicht gibt und die wir nur in Gott fin­den kön­nen.

Der berühm­te­ste Pro­zeß in der Geschich­te, jener, der unse­rem Herrn Jesus Chri­stus gemacht wur­de, führ­te zur sen­sa­tio­nell­sten Unge­rech­tig­keit aller Zei­ten. Aber Gott ist unend­lich gerecht, weil er unfehl­bar jedem das Sei­ne gibt. Die Schön­heit des Uni­ver­sums liegt in sei­ner Ord­nung, und die Ord­nung ist das Reich der Gerech­tig­keit, denn die Ord­nung besteht dar­in, jedem sei­nen Platz zu geben, und die Gerech­tig­keit besteht dar­in, jedem das Sei­ne zu geben: uni­cui­que suum, wie das Römi­sche Recht bestimm­te.

Die unendliche Gerechtigkeit Gottes

Die unend­li­che Gerech­tig­keit Got­tes mani­fe­stiert sich in zwei ver­schie­de­nen Urtei­len, die den Men­schen am Ende sei­nes Lebens erwar­ten: dem beson­de­ren Gericht, dem jede See­le im Moment des Todes unter­wor­fen ist, und dem Welt­ge­richt, dem alle Men­schen unter­wor­fen sein wer­den, mit Leib und See­le, nach dem Ende der Welt.

Es ist Glau­be der Kir­che: Am Ende sei­nes Lebens tritt jeder Mensch vor Gott, den Herrn und Ober­sten Rich­ter, um sei­nen Lohn oder sei­ne Stra­fe zu erhal­ten. Aus die­sem Grund sagt der Prie­ster beim Begräb­nis: Memor esto judi­cii mei, sic enim erit et tuum (Sir 38). Sei ein­ge­denk mei­nes Urteils, wenn auch du ler­nen willst, gut zu urtei­len.              

Im beson­de­ren Urteil, so Pater Gar­ri­gou-Lagran­ge, ver­steht die See­le geist­lich, daß sie von Gott gerich­tet wird, und im gött­li­chen Licht spricht sich das Gewis­sen selbst das gött­li­che Urteil. „Das geschieht im ersten Moment, in dem die See­le vom Kör­per getrennt wird, sodaß gilt: So wahr es ist, von einem Men­schen zu sagen, daß er gestor­ben ist, so wahr ist es auch, zu sagen, daß er gerich­tet ist“[1]. Das Urteil ist end­gül­tig und sei­ne Voll­streckung erfolgt sofort.

Got­tes Urteil unter­schei­det sich von dem der Men­schen. Berühmt ist der Fall von Rai­mund Dio­c­re, Pro­fes­sor an der Sor­bon­ne, der im Jahr 1082 starb. Bei sei­ner Beer­di­gung in Not­re-Dame in Paris war eine Viel­zahl von Men­schen anwe­send, dar­un­ter sein Schü­ler, der hei­li­ge Bru­no von Köln. Wäh­rend der Zere­mo­nie ereig­ne­te sich ein schockie­ren­des Ereig­nis, das von den bol­lan­di­sti­schen Gelehr­ten bis ins klein­ste Detail unter­sucht wur­de.

Der Kör­per war in der Mit­te des Mit­tel­schiffs auf­ge­bahrt und der dama­li­gen Zeit ent­spre­chend von einem ein­fa­chen Tuch bedeckt. Als die Begräb­nis­fei­er begann, sprach der Prie­ster die Wor­te:

„Ant­wor­te mir: Wie vie­le Mis­se­ta­ten und Sün­den hast Du began­gen …?“,

Plötz­lich hör­te man unter dem Lei­chen­tuch eine Stim­me wie aus dem Jen­seits:

„Durch das gerech­te Urteil Got­tes bin ich ange­klagt!“

Das Lei­chen­tuch wur­de sofort ent­fernt, aber der Ver­stor­be­ne war unbe­weg­lich und kalt. Die plötz­lich unter­bro­che­ne Zele­bra­ti­on wur­de nach die­ser all­ge­mei­nen Unru­he sofort wie­der­auf­ge­nom­men. Die Fra­ge wur­de wie­der­holt und der Ver­stor­be­ne schrie mit noch lau­te­rer Stim­me:

„Nach dem gerech­ten Urteil Got­tes bin ich gerich­tet!“

Der Schrecken unter den Anwe­sen­den erreich­te einen Höhe­punkt. Eini­ge Ärz­te näher­ten sich der Lei­che und stell­ten fest, daß Rai­mund wirk­lich tot war. Wegen des Ent­set­zens und der all­ge­mei­nen Unru­he beschlos­sen die kirch­li­chen Auto­ri­tä­ten, die Beer­di­gung auf den näch­sten Tag zu ver­schie­ben.

Am näch­sten Tag wur­de die Toten­mes­se wie­der­holt. Als der Zele­brant zum sel­ben Satz des Toten­ri­tus kam und ihn aus­sprach, erhob sich die Lei­che unter dem Lei­chen­tuch und rief:

„Nach dem gerech­ten Urteil Got­tes bin ich für immer in die Höl­le ver­dammt!“[2]

Nach die­sem schreck­li­chen Zeug­nis wur­de das Begräb­nis abge­bro­chen und beschlos­sen, die Lei­che nicht auf dem Fried­hof zu begra­ben. Auf den Sarg des Ver­damm­ten wur­den die Wor­te geschrie­ben, die er im Moment der Auf­er­ste­hung spre­chen wird:

„Justo Dei judi­cio accu­sa­tus sum, justo Dei judi­cio judi­ca­tus sum, justo Dei judi­cio con­dem­na­tus sum.“

Die Ankla­ge, das Urteil, die Ver­dam­mung: Das wird die Ver­wor­fe­nen am Tag des Jüng­sten Gerichts erwar­ten.

Aus die­sem Grund sagt der hei­li­ge Augu­sti­nus in sei­ner Civi­tas Dei:

„Die­je­ni­gen, die zwangs­läu­fig ster­ben, haben sich nicht so sehr dar­um zu sor­gen, was sie ster­ben las­sen wird, son­dern über den Ort, an den sie nach dem Tod zu gehen gezwun­gen sein wer­den.“[3]

Und die­ser Ort, wie wir hin­zu­fü­gen, ist die Höl­le oder der Him­mel.

Die Bot­schaft von Fati­ma beginnt mit der schreck­li­chen Höl­len­vi­si­on und erin­nert uns dar­an, daß unser Leben auf Erden sehr ernst ist, weil es uns vor eine dra­ma­ti­sche Ent­schei­dung stellt: Him­mel oder Höl­le, ewi­ges Glück oder ewi­ge Ver­damm­nis. Je nach unse­rer Ent­schei­dung wer­den wir gerich­tet und das Urteil wird sofort umge­setzt.

Das Jüngste Gericht

Aber nach dem Tod erwar­tet uns ein zwei­tes Gericht: das Welt­ge­richt.

Die Exi­stenz eines Welt­ge­richts, das dem beson­de­ren Urteil folgt, ist ein Glau­bens­satz. Der hei­li­ge Augu­sti­nus faßt die Leh­re der Kir­che fol­gen­der­ma­ßen zusam­men:

„Nie­mand bezweif­le oder leug­ne, daß Jesus Chri­stus, wie es die Hei­li­ge Schrift ver­kün­det, das letz­te Urteil spre­chen wird“[4].

Es wird das letz­te Urteil sein, dem sich nie­mand ent­zie­hen kann.

In der Stun­de des Jüng­sten Gerichts wird Jesus Chri­stus, dem das Kreuz vor­aus­geht, von den Höhen des Him­mels erschei­nen, umge­ben von Heer­scha­ren von Engeln und Hei­li­gen (Mt 24, 30–31) und auf einem Thron sit­zend (Mt 25, 30). Die Rol­le des Rich­ters wur­de ihm vom Vater zuge­spro­chen, wie Jesus selbst im Evan­ge­li­um sagt:

„Von mir selbst aus kann ich nichts tun; ich rich­te, wie ich es (vom Vater) höre, und mein Gericht ist gerecht, weil es mir nicht um mei­nen Wil­len geht, son­dern um den Wil­len des­sen, der mich gesandt hat“ (Joh 5,30).

Aber war­um ist ein Welt­ge­richt not­wen­dig, da Gott jede See­le unmit­tel­bar nach dem Tod rich­tet und im Jüng­sten Gericht das bereits im beson­de­ren Urteil ergan­ge­ne Urteil bestä­tigt wird? Wäre ein Urteil nicht genug?

Der hei­li­ge Tho­mas von Aquin ant­wor­tet:

„Jeder Mensch ist eine Per­son für sich und gleich­zei­tig Teil der gesam­ten Mensch­heit; des­halb kommt ihm ein dop­pel­tes Urteil zu: das beson­de­re nach sei­nem Tod, wenn er in Ent­spre­chung des­sen bekom­men wird, was er im Leben getan hat, wenn auch nicht ganz, weil er (es) nicht für den Kör­per, son­dern nur für die See­le erhal­ten wird, daher muß es ein ande­res Urteil geben, nach dem wir Teil der Mensch­heit sind: das Welt­ge­richt der gesam­ten Mensch­heit durch die uni­ver­sel­le Tren­nung der Guten von den Bösen.“[5]

Der glei­che Kir­chen­leh­rer erklärt an ande­rer Stel­le, daß das irdi­sche Leben des Men­schen zwar mit dem Tod endet, sich aber irgend­wie in die Zukunft erstreckt, weil er wei­ter­hin in der Erin­ne­rung der Men­schen lebt, beson­ders in den Kin­dern. Dar­über hin­aus setzt sich das Leben des Men­schen in den Aus­wir­kun­gen sei­ner Wer­ke fort. Zum Bei­spiel, sagt der hei­li­ge Tho­mas, „vom Trug des Ari­us und ande­rer fließt der Irr­tum bis zum Ende der Welt unter die Men­schen, und aus den Wor­ten der Apo­stel der Glau­be, (…) Alles dies unter­liegt der Wert­schät­zung des gött­li­chen Gerichts.“[6]

Das Gericht Got­tes endet daher nicht mit dem Tod, son­dern erstreckt sich bis zum Ende der Zeit, denn bis zum Ende der Zeit kann sich der gute Ein­fluß der Hei­li­gen oder der schlech­te Ein­fluß der Ver­wor­fe­nen erstrecken. Der hei­li­ge Bene­dikt, der hei­li­ge Fran­zis­kus und der hei­li­ge Domi­ni­kus ver­die­nen es, für all das Gute belohnt zu wer­den, das ihr Wir­ken bis zum Ende der Welt gelei­stet hat, wäh­rend Luther, Vol­taire und Marx am Ende der Welt für all das Böse bestraft wer­den müs­sen, das ihre Wer­ke ange­rich­tet haben. Des­halb muß es ein letz­tes Urteil geben, in dem alles, was jeden Men­schen betrifft, in irgend­ei­ner Wei­se per­fekt und klar beur­teilt wird. Wäh­rend im beson­de­ren Gericht über den Ein­zel­nen geur­teilt wird, ins­be­son­de­re in Bezug auf die Rich­tig­keit der Absicht sei­nes Han­delns, wer­den im Welt­ge­richt sei­ne objek­ti­ven Wer­ke beur­teilt, ins­be­son­de­re hin­sicht­lich der Aus­wir­kun­gen, die sie auf die Gesell­schaft hat­ten.

Nach dem unmit­tel­ba­ren Gericht vor Gott, im Moment des Todes, ist es not­wen­dig, daß ein öffent­li­ches Gericht folgt, nicht nur vor Gott, son­dern auch vor allen Men­schen, Engeln, Hei­li­gen und der aller­se­lig­sten Jung­frau Maria, denn das Evan­ge­li­um sagt:

„Nichts ist ver­hüllt, was nicht ent­hüllt wird, und nichts ist ver­bor­gen, was nicht bekannt wird“ (Lk 12, 2).

Es ist rich­tig, daß jene, die sich durch Lei­den und Ver­fol­gung den Him­mel erwor­ben haben, ver­herr­licht wer­den, und daß böse und per­ver­se Men­schen, die ein glück­li­ches Leben vor den Men­schen geführt haben, öffent­lich ent­ehrt wer­den. Pater Schmaus sagt, daß im end­gül­ti­gen Urteil Wahr­heit oder Lüge der kul­tu­rel­len, wis­sen­schaft­li­chen und künst­le­ri­schen Wer­ke der Men­schen offen­bart wer­den; die Wahr­heit oder die Lüge der phi­lo­so­phi­schen Rich­tun­gen, der poli­ti­schen Insti­tu­tio­nen, der reli­giö­sen und mora­li­schen Kräf­te, die die Geschich­te bewegt haben; die Bedeu­tung von Sek­ten und Häre­si­en, Krie­gen und Revo­lu­tio­nen.[7] Die Leich­na­me von Ari­us, Luther, Robes­pierre und Marx lie­gen bereits im Staub, aber am Tag des Gerichts müs­sen ihre Bücher, ihre Sta­tu­en, ihre Namen öffent­lich ent­weiht wer­den.

Wir fügen hin­zu, daß der Mensch in eine Nati­on hin­ein­ge­bo­ren wird und in ihr lebt und sein Han­deln dazu bei­trägt, die Natio­nen und Völ­ker, in denen er lebt, im Guten oder Schlech­ten zu ver­än­dern, und auch die­se Völ­ker und die­se Natio­nen wer­den in ihrer Kul­tur, ihren Insti­tu­tio­nen und in ihren Geset­zen gerich­tet wer­den. Aus die­sem Grund sagt das Evan­ge­li­um, wenn der Men­schen­sohn in sei­ner Herr­lich­keit kommt, „wer­den alle Natio­nen vor ihm zusam­men­ge­ru­fen wer­den, und er wird sie von­ein­an­der schei­den, wie der Hirt die Scha­fe von den Böcken trennt, und die Scha­fe zu sei­ner Rech­ten, die Böcke aber zur Lin­ken ver­sam­meln“ (Mt 25, 31–46).

Das Urteil wird daher nicht nur über ein­zel­ne gespro­chen, Men­schen und Engel, son­dern auch die Natio­nen sind auf­ge­ru­fen, die Plä­ne der Gött­li­chen Vor­se­hung zu erfül­len, und müs­sen sich daher dem gött­li­chen Wil­len anglei­chen, der das Uni­ver­sum regelt und regiert. Beim Jüng­sten Gericht wird offen­ge­legt, wann und wie sehr jedes Volk die ihm von Gott über­tra­ge­ne Auf­ga­be erfüllt hat.[8]

„Grün­de der Weis­heit bewah­ren im Lauf der Zeit Geheim­nis­se“, schreibt Msgr. Anto­nio Pio­l­an­ti, „aber die Zeit wird am Ende ihren Schatz vor den Augen der Welt­ver­samm­lung aus­schüt­ten müs­sen. Alle Mas­ken wer­den fal­len und das glück­li­che Pha­ri­sä­er­tum wird das Mal einer unaus­lösch­li­chen Schan­de tra­gen.“[9]

Das Gericht wird sich auf die gesam­te Mensch­heits­ge­schich­te erstrecken, die in aller Öffent­lich­keit zur grö­ße­ren Herr­lich­keit Got­tes offen­bar wird. Es wird der Tri­umph der Gött­li­chen Vor­se­hung sein, die im Lau­fe der Geschich­te auf unsicht­ba­re und undurch­dring­li­che Wei­se das Schick­sal von Men­schen und Völ­kern lenkt.

Alle im Tal Josa­phat wer­den vor dem letz­ten Urteil das gro­ße Wort ver­kün­den:

„Ius­tus es Domi­ne, et rec­tum iudi­ci­um tuum“ (Ps 117, 137).

„Herr, du bist gerecht, und dein Urteil ist rich­tig.“

Das beson­de­re Gericht und das Jüng­ste Gericht sind die bei­den höch­sten Momen­te, in denen sich das Urteil Got­tes über Men­schen und Natio­nen mani­fe­stiert. Auf die­ses gött­li­che Urteil folgt eine Beloh­nung oder eine Bestra­fung. Der Lohn oder die Stra­fe wird auf den Men­schen sowohl für das Leben als auch für die Ewig­keit nach dem Tod ange­wandt, wäh­rend für Natio­nen, die kein ewi­ges Leben haben, der Lohn oder die Stra­fe nur in der Geschich­te zur Anwen­dung kommt. Und da das Welt­ge­richt die Geschich­te abschließt, ver­ur­teilt Jesus Chri­stus in die­sem Moment die Natio­nen nicht zur ewi­gen Stra­fe, son­dern offen­bart den Augen aller ver­sam­mel­ten Men­schen, wie die Natio­nen nach ihren Tugen­den oder ihren Sün­den im Lau­fe der Geschich­te belohnt oder bestraft wur­den.

Es ist wich­tig zu ver­ste­hen, daß sowohl für die ein­zel­nen Men­schen als auch für die Natio­nen das Jüng­ste Gericht der Höhe­punkt des gött­li­chen Gerichts ist, aber Gott sich nicht dar­auf beschränkt, nur in die­ser Stun­de zu urtei­len: Er urteilt, so kann man sagen, vom Moment der Erschaf­fung des Uni­ver­sums an. Am Ursprung der Welt­ge­schich­te steht ein Urteil: das Got­tes­ur­teil gegen Luzi­fer und die abtrün­ni­gen Engel, eben­so am Ursprung der Erschaf­fung des Men­schen das Urteil gegen Adam und Eva. Seit­dem hört Got­tes Urteil über sei­ne Geschöp­fe bis zum Ende der Zeit nicht auf, weil die Gött­li­che Vor­se­hung das Wer­den des erschaf­fe­nen Uni­ver­sums auf­recht­erhält und bis zu sei­nem Ende lenkt. Alle Bewe­gun­gen der phy­si­schen Welt, der mora­li­schen Welt und der über­na­tür­li­chen Welt sind von Gott gewollt, mit Aus­nah­me der Sün­de, deren ein­zi­ge Ursa­che das freie Geschöpf ist.

Jesus sagt, daß alle Haa­re unse­res Kop­fes gezählt sind (Lk 12, 8). Umso mehr wird jede Hand­lung, und sei sie noch so klein, von Gott beur­teilt. Aber Gott ist nicht nur unend­lich gerecht, er ist auch unend­lich barm­her­zig[10], und es gibt kein gött­li­ches Urteil, das unbarm­her­zig wäre, so wie es kei­nen Aus­druck der gött­li­chen Barm­her­zig­keit gibt, die nicht ohne tief­ste Gerech­tig­keit ist. Das viel­leicht schön­ste Bei­spiel für die­se Ver­schrän­kung von Gerech­tig­keit und Barm­her­zig­keit ist uns durch das immense Geschenk des Buß­sa­kra­ments gege­ben. In die­sem Sakra­ment, in dem der Sün­der gerich­tet und los­ge­spro­chen wird, übt der Prie­ster, der in per­so­na Chri­sti han­delt, die rich­ter­li­che Gewalt der Kir­che aus. Er übt aber auch die müt­ter­li­che Barm­her­zig­keit Got­tes aus, indem er uns von unse­ren Sün­den los­spricht. Die Gerech­tig­keit Got­tes greift ein, um durch die Stra­fen die Ord­nung wie­der­her­zu­stel­len, die die Schuld ver­dient. Die gött­li­che Barm­her­zig­keit mani­fe­stiert sich durch die Ver­ge­bung unse­rer Sün­den, dank derer Gott uns von ewi­gen Schmer­zen befreit.

Die Bestrafung der Nationen

Das gilt für die Men­schen, aber auch für die Natio­nen. Gott ist in der Geschich­te nicht abwe­send, er ist viel­mehr mit sei­ner Uner­meß­lich­keit immer gegen­wär­tig, und es gibt kei­nen Punkt oder Moment der Zeit, in dem sich Gerech­tig­keit und Barm­her­zig­keit Got­tes in den Völ­kern nicht mani­fe­stie­ren. Auch alle Unglücke und Kata­stro­phen, wel­che die Natio­nen in ihrer Geschich­te betref­fen, haben eine Bedeu­tung. Die Ursa­chen ent­zie­hen sich uns manch­mal, aber sicher ist, daß der Ursprung eines jeden von Gott zuge­las­se­nen Übels in der Sün­de des Men­schen liegt. Der hei­li­ge Pro­sper von Aqui­ta­ni­en, ein Schü­ler des hei­li­gen Augu­sti­nus, sagt, daß „die Ursa­chen des gött­li­chen Wir­kens oft ver­bor­gen blei­ben und nur die Aus­wir­kun­gen sicht­bar sind“[11]. Eine Sache ist sicher: Was auch immer die Sekun­där­ur­sa­chen sein mögen, Gott ist immer die Cau­sa pri­ma, alles hängt von Ihm ab.

An die­sem Punkt stellt sich die Fra­ge, wie Gott das Ver­hal­ten der Men­schen in der Geschich­te beur­teilt und bestraft. Die Ant­wort der Hei­li­gen Schrift, der Theo­lo­gen und Hei­li­gen ist ein­deu­tig. Tria sunt fla­gel­la qui­bus domi­nus casti­gat: Krieg, Pest und Hun­ger. Mit die­sen drei Gei­ßeln, wie der hei­li­ge Bern­hard von Sie­na erklärt[12], bestraft Gott die drei Haupt­la­ster der Men­schen: Stolz, Lust und Geiz: Stolz, wenn die See­le gegen Gott rebel­liert (Offb 12, 7–9), Lust, wenn der Kör­per gegen die See­le rebel­liert (Gen 6, 5–7), und Geiz, wenn Din­ge gegen den Men­schen rebel­lie­ren (Ps 96, 3). Krieg ist die Stra­fe gegen den Stolz der Völ­ker, Epi­de­mien sind die Stra­fe gegen ihre Lust und Hun­ger ist die Stra­fe gegen ihren Geiz.

Die Zeichen, durch die wir erkennen können, daß Gottes Gericht nahe ist

Der hei­li­ge Ber­nard ana­ly­siert in sei­nen Pre­dig­ten den Psalm, der besagt:

„Tem­pus faci­en­di Domi­ne dis­si­pa­ver­unt legem tuam“ (Ps 118, 126)

„Es ist Zeit, Herr, zu han­deln, sie haben dein Gesetz zer­trüm­mert“. In die­ser Aus­sa­ge unter­schei­det der Psal­mist drei Momen­te:

Tem­pus, die Zeit, in der Got­tes Barm­her­zig­keit es den Men­schen ermög­licht, sich zu ändern. In die­sem Zeit­raum bie­tet Gott den Sün­dern die Mög­lich­keit, das Urteil aus­zu­set­zen, die Stra­fe auf­zu­he­ben, die Straf­ta­ten wie­der­gut­zu­ma­chen und die Gna­de anzu­bie­ten. Gott war­tet, weil er die Bekeh­rung der Sün­der will. Die War­te­zeit kann lang sein, hat aber eine Gren­ze. Wenn wäh­rend die­ser Zeit die Reue fehlt, ist die Bestra­fung logisch und not­wen­dig.

Der zwei­te Moment ist, wenn Gott die Bestra­fung der reue­lo­sen Sün­der vor­be­rei­tet: Das ist eine Zeit, die durch die Wor­te faci­en­di Domi­ne aus­ge­drückt wird, die laut dem hei­li­gen Bern­hard „die bit­te­re Rache und die har­te Stra­fe Got­tes“ zusam­men­fas­sen, wenn das Volk sich nicht läu­tern will.[13] Die Bestra­fung ist jedoch ein Akt der Barm­her­zig­keit des Vaters, der nicht den ewi­gen Tod der Sün­der will, son­dern ihr Leben, und durch die Gei­ßeln, die er ihnen auf­er­legt, ver­sucht er immer noch, ihre Bekeh­rung zu erwir­ken. Es ist die Zeit, in der die Axt an die Wur­zel des Bau­mes gelegt wird: „secu­ris ad radi­cem arbo­ris posi­ta est“ (Mt 3, 10).

Der drit­te Moment ist jener der voll­zo­ge­nen Straf­tat: dis­si­pa­ver­unt legem tuam. Es ist die Zeit, die Sichel auf­zu­neh­men und die Ern­te ein­zu­brin­gen, wie der Engel der Apo­ka­lyp­se sagt:

„Lege die Hand auf dei­ne Sichel und ern­te; denn die Zeit ist gekom­men, um zu ern­ten, weil die Ern­te der Erde reif ist“ (Offb 14,15).

Was sind die Anzei­chen dafür, daß die Ern­te reif ist? Der hei­li­ge Bern­hard zählt sie­ben auf:

  • die Exi­stenz vie­ler und schreck­li­cher Sün­den wie in Sodom und Gomor­ra;
  • die Tat­sa­che, daß die Sün­de trotz vol­ler War­nung und mit absicht­li­cher Zustim­mung began­gen wird;
  • daß die­se Sün­den von einem gan­zen Volk in sei­ner Gesamt­heit began­gen wer­den;
  • daß dies auf öffent­li­che und scham­lo­se Wei­se geschieht;
  • daß es mit aller Hin­ga­be des Her­zens der Sün­der geschieht;
  • daß die Sün­den mit Auf­merk­sam­keit und Sorg­falt began­gen wer­den;
  • daß das alles kon­ti­nu­ier­lich und beharr­lich geschieht.[14]

Das ist die Stun­de, in der Gott die Sün­den des Stol­zes, der Lust und des Gei­zes mit den Gei­ßeln von Pest, Krieg und Hun­ger bestraft.

Tempus faciendi Domine, dissipaverunt legem tuam

„Es ist Zeit zu han­deln, o Herr, sie haben Dein Gesetz ver­letzt.“ Ein ande­rer gro­ßer Hei­li­ger mit einer pro­phe­ti­schen Stim­me, der hei­li­ge Lud­wig Maria Gri­g­ni­on von Mont­fort, greift in sei­nem bren­nen­den Gebet auf, was der hei­li­ge Bern­hard sag­te, und ruft aus:

„Es ist Zeit, daß Du han­delst, Herr, gemäß Dei­nem Ver­spre­chen. Das gött­li­che Gesetz wird über­tre­ten, das Evan­ge­li­um auf­ge­ge­ben, die Strö­me der Unge­rech­tig­keit über­flu­ten die Erde und über­wäl­ti­gen sogar Dei­ne Die­ner. Die gan­ze Erde ist in einem bedau­erns­wer­ten Zustand, die Unfrucht­bar­keit herrscht über­all. Dein Hei­lig­tum ist ent­weiht und der Greu­el ist sogar am hei­li­gen Ort. Gerech­ter Herr, Gott der Rache, wirst Du in dei­nem Eifer zulas­sen, daß alles zugrun­de­geht? Wird jeder Ort irgend­wann wie Sodom und Gomor­ra? Wirst du für immer schwei­gen und gedul­dig sein?“

Der hei­li­ge Lud­wig Maria schrieb die­se Wor­te im frü­hen 18. Jahr­hun­dert. Zwei Jahr­hun­der­te spä­ter kün­dig­te die Mut­ter­got­tes in Fati­ma an, daß die Welt, wenn sie Gott wei­ter­hin belei­digt, durch Krieg, Hun­ger und Ver­fol­gung der Kir­che und des Hei­li­gen Vaters bestraft wird und „ver­schie­de­ne Natio­nen ver­nich­tet wer­den“.

Aber hat die Welt heu­te, hun­dert Jah­re nach den Erschei­nun­gen von Fati­ma und drei­hun­dert Jah­re nach dem Tod des hei­li­gen Lud­wig Maria, auf­ge­hört, Gott zu belei­di­gen? Wird das gött­li­che Gesetz weni­ger über­tre­ten, ist das Evan­ge­li­um weni­ger ver­las­sen, das Hei­lig­tum weni­ger ent­weiht? Sehen wir nicht Sün­den, die vor Gott nach Rache schrei­en, wie Abtrei­bung und Sodo­mie, gerecht­fer­tigt, erhöht und geschützt durch die Geset­ze der Staa­ten? Haben wir nicht gese­hen, daß der Göt­ze von Pach­a­ma­ma sogar in den hei­li­gen Bezirk des Vati­kans getra­gen und dort ver­ehrt wur­de? Ver­langt das alles nicht von Gott gerich­tet zu wer­den, jetzt? Und hat, wer Gott liebt, nicht auch die Stun­de sei­ner Gerech­tig­keit zu lie­ben und zu begeh­ren, um wie am Tag des Jüng­sten Gerichts: Ius­tus es Domi­ne, et rec­tum iudi­ci­um tuum (Ps 117, 137): „Du bist gerecht, o Herr, und dein Urteil ist vol­ler Gerech­tig­keit“, zu wie­der­ho­len?

Weil die Völker sich der Strafen, die über ihnen hängen, nicht bewußt sind

Sobald die Axt auf ein Volk nie­der­geht, gibt es Katho­li­ken, die erklä­ren, nicht zu wis­sen, ob es sich um eine Stra­fe oder eine Prü­fung han­delt. Im Gegen­satz zu den Men­schen sind die Übel der Natio­nen jedoch immer Stra­fen. Es kann vor­kom­men, daß ein tugend­haf­ter Mann viel lei­den muß, um in sei­ner Geduld auf die Pro­be gestellt zu wer­den, wie es Hiob pas­siert ist. Die Lei­den, denen ein­zel­ne Män­ner in ihrem Leben begeg­nen, sind nicht immer eine Stra­fe, son­dern häu­fi­ger eine Prü­fung, die sie auf eine glück­li­che Ewig­keit vor­be­rei­tet. Im Fall von Natio­nen ist das Lei­den auf­grund von Krie­gen, Epi­de­mien oder Erd­be­ben immer eine Stra­fe, gera­de weil sie kei­ne Ewig­keit haben. Zu sagen, daß eine Kata­stro­phe „eine Prü­fung“ für eine Nati­on sein kann, macht kei­nen Sinn. Es kann eine Prü­fung für die ein­zel­nen Ange­hö­ri­gen einer Nati­on sein, aber nicht für die gan­ze Nati­on, weil sie in der Zeit und nicht in der Ewig­keit ist.

Die Stra­fen einer Nati­on neh­men pro­por­tio­nal zu ihren Sün­den zu. Und im Ver­hält­nis zu den Sün­den nimmt unter den Gott­lo­sen auch die Ableh­nung der Idee einer Stra­fe zu, wie Vol­taire es in sei­nem blas­phe­mi­schen Gedicht über die Kata­stro­phe von Lis­sa­bon getan hat, das nach dem schreck­li­chen Erd­be­ben geschrie­ben wur­de, das 1755 die Haupt­stadt Por­tu­gals zer­stör­te. Auf die Got­tes­lä­ste­run­gen der Athe­isten reagier­te die Kir­che immer durch die Wie­der­be­le­bung des Bewußt­seins, daß alles, was geschieht, von Gott abhängt und eine Bedeu­tung hat. Wenn aber die Kir­chen­män­ner selbst die Idee der Stra­fe leug­nen, bedeu­tet das, daß die Bestra­fung bereits im Gan­ge und unab­än­der­lich ist. In den ersten Tagen des Coro­na­vi­rus ging der Erz­bi­schof von Mai­land, Msgr. Mario Del­pi­ni, so weit zu sagen, daß „es heid­nisch ist, an einen Gott zu den­ken, der Gei­ßeln sen­det“. In Wirk­lich­keit ist es nicht heid­nisch, aber athe­istisch, an einen Gott zu den­ken, der kei­ne Gei­ßeln sen­det. Die Tat­sa­che, daß dies das Den­ken vie­ler Bischö­fe welt­weit ist, bedeu­tet, daß Tei­le des Welt­epi­sko­pats dem Athe­is­mus ver­fal­len sind. Und das ist ein Zei­chen für eine anhal­ten­de gött­li­che Stra­fe.

Der hei­li­ge Bern­hard erklärt, je näher die Stra­fe Got­tes rückt, desto weni­ger wer­den sich die Völ­ker, die sie ver­die­nen, des­sen bewußt.[15] Der Grund für die­se Blind­heit des Gei­stes ist Stolz, ini­ti­um omnis pec­ca­ti (Sir 10, 15), der Anfang jeder Sün­de. Der Stolz ver­dun­kelt den Intel­lekt und hin­dert dar­an, zu sehen, wie nahe der Unter­gang ist. Gott will mit die­ser Blind­heit die Stol­zen demü­ti­gen.

Mit der Hil­fe des hei­li­gen Bern­hard kön­nen wir auch eine Stel­le der Psal­men inter­pre­tie­ren, die von Leo XIII. in sei­nem Exor­zis­mus gegen Satan und die gefal­le­nen Engel auf­ge­grif­fen wur­de:

„Veni­at illi laqueus quem igno­rat, et cap­tio quam abscon­dit, appre­hen­dat eum et laque­um cadat in ipsum“ (Ps 34, 8).

Die freie Über­set­zung die­ser Pas­sa­ge könn­te lau­ten: Möge die Schlin­ge kom­men, an die er nicht denkt, und die Manö­ver, die er ver­steckt, mögen ihn ergrei­fen, sodaß er in sei­ne eige­ne Todes­schlin­ge fällt.

Der hei­li­ge Bern­hard sagt, daß die­se Stel­le aus den Psal­men in drei­er­lei Hin­sicht inter­pre­tiert wer­den kann.

Auf der Sei­te Got­tes: Veni­at illi laqueus quem igno­rat. Die erste Ursa­che für die­se Unwis­sen­heit kommt von Gott, der sich der Epi­de­mien und Hun­gers­nö­te bedient, um sei­ne Plä­ne zu ver­ber­gen: laqueus est pestis vel fames et con­si­mi­lia[16], die Schlin­ge ist die Pest oder Hun­gers­not und Ähn­li­ches, sagt der hei­li­ge Bern­hard. Zual­ler­erst ent­zieht Gott den Völ­kern ihre Füh­rer: nicht nur poli­ti­sche und spi­ri­tu­el­le Füh­rer, son­dern auch die Engel, die über die Natio­nen wachen. Gott nimmt ihnen dann das Lumen veri­ta­tis, das Licht der Wahr­heit, weg, das eine Gna­de ist, wie jedes Gut, das von Gott kommt. Schließ­lich läßt Gott sün­di­ge Völ­ker in die Hän­de ihrer eige­nen Laster fal­len, der Dämo­nen, die die Engel erset­zen, und von Bösen, die sie in den Abgrund füh­ren.

Et cap­tio quam abscon­dit, appre­hen­dat eum. Sobald ihnen alle Füh­rung und das Licht der Wahr­heit genom­men wur­den, ändern sich die reue­lo­sen Völ­ker, wenn Gott die Stra­fe ankün­digt, nicht, son­dern ver­meh­ren ihre Sün­den noch. Und die Ver­viel­fa­chung der Sün­den erhöht die Blind­heit der Völ­ker noch mehr.

Et laque­um cadat in ipsum. Sün­di­ge Völ­ker igno­rie­ren die Stun­de der Bestra­fung, die plötz­lich und uner­war­tet kommt. Die Manö­ver, die sie ver­su­chen, um das Gute zu zer­stö­ren, wen­den sich gegen sie. Sie wer­den nicht nur bestraft, son­dern auch gede­mü­tigt. Auf die­se Wei­se erfüllt sich Jesa­jas Pro­phe­zei­ung:

„Doch es wird ein Unheil über dich kom­men, das du nicht weg­zau­bern kannst. Ein Ver­der­ben wird dich über­fal­len, das du nicht zu ban­nen ver­magst. Und plötz­lich wird dein Unter­gang kom­men, an den du nie­mals gedacht hast“ (Jesa­ja 47, 11).

Furcht und Angst

Wenn die Bestra­fung beginnt, ver­brei­tet der Teu­fel, der sei­ne Plä­ne durch­kreuzt sieht, in den Völ­kern das Gefühl der Angst, ein Vor­zim­mer zu dem der Ver­zweif­lung. Die Bösen leug­nen die Exi­stenz der Kata­stro­phe, die Guten ver­ste­hen ihre Ankunft, aber anstatt dar­in die Gele­gen­heit zur Erneue­rung zu erken­nen, sind sie ver­sucht, dar­in ihren eige­nen Unter­gang zu sehen. Das geschieht, wenn sie dar­auf ver­zich­ten, die wei­se Hand Got­tes hin­ter den Ereig­nis­sen zu sehen, um statt­des­sen den Manö­vern der Men­schen nach­zu­ja­gen. Der Erz­dia­kon Hen­ri-Marie Boudon, ein Autor, der dem hei­li­gen Lud­wig Maria Gri­g­ni­on von Mont­fort sehr am Her­zen lag, schreibt: „Dieu ne frap­pe que pour être regar­dé; et l’on n’ar­rête les yeux que sur les créa­tures[17]. Gott schlägt nur, um beach­tet zu wer­den, und anstatt den Blick auf ihn zu rich­ten, blei­ben wir bei den Geschöp­fen hän­gen.

Dies bedeu­tet nicht, daß die Manö­ver der revo­lu­tio­nä­ren Kräf­te nicht beob­ach­tet, ana­ly­siert und bekämpft wer­den soll­ten, aber ohne je zu ver­ges­sen, daß die Revo­lu­ti­on in der Geschich­te auf­grund der selbst­zer­stö­re­ri­schen Natur des Bösen, das sie an sich hat, immer besiegt wird und die Gegen­re­vo­lu­ti­on immer gewinnt wegen der Frucht­bar­keit des Guten, das sie in sich trägt.

Der Athe­is­mus ist die Ver­drän­gung Got­tes aus allen Berei­chen des mensch­li­chen Han­delns. Der gro­ße Sieg der Fein­de Got­tes besteht nicht dar­in, unser Leben zu unter­drücken oder unse­re phy­si­sche Frei­heit ein­zu­schrän­ken, son­dern dar­in, die Idee von Gott aus unse­rem Ver­stand und unse­rem Her­zen zu ent­fer­nen. Alle Über­le­gun­gen, die phi­lo­so­phi­schen, histo­ri­schen oder poli­ti­schen Spe­ku­la­tio­nen, bei denen Gott nicht an erster Stel­le steht, sind falsch und illu­so­risch.

Bossu­et sagt: „Tou­tes nos pen­sées qui n’ont pas Dieu pour objet sont du domai­ne de la mort[18] (Alle unse­re Gedan­ken, die nicht von Gott han­deln, befin­den sich im Bereich des Todes). Es ist wahr, und wir kön­nen sagen, daß alle Gedan­ken, die Gott zum Gegen­stand haben, zum Bereich des Lebens gehö­ren, weil Jesus Chri­stus, Rich­ter und Ret­ter der Mensch­heit, „Weg, Wahr­heit und Leben“ ist (Joh 14, 6). Von Got­tes Urteil in der Geschich­te und über die Geschich­te zu spre­chen, bedeu­tet daher nicht, vom Tod zu spre­chen, son­dern vom Leben, und wer davon spricht, ist kein „Pro­phet des Unter­gangs“, son­dern ein Herold der Hoff­nung.

Die, die heu­te mit größ­ter Kraft die Idee der Stra­fe ableh­nen, sind die Män­ner der Kir­che. Sie leh­nen die Bestra­fung ab, weil sie das Urteil Got­tes ableh­nen, das sie durch das Urteil der Welt erset­zen. Doch die Furcht vor Gott ent­steht aus Demut, die Angst vor der Welt hin­ge­gen ent­steht aus Stolz.

Gott zu fürch­ten ist der Beginn der Weis­heit: Timor Domi­ni ini­ti­um sapi­en­tiae; und die Got­tes­furcht ist die Fül­le der Weis­heit, sagt das Buch Jesus Sirach (1, 14, 16) und das Buch Kohe­let endet mit den Wor­ten:

Deum time, et man­da­ta eius ser­va: hoc est enim omnis homo (Koh 12, 13).

„Fürch­te Gott, und ach­te auf sei­ne Gebo­te! Das allein hat jeder Mensch nötig“. Wer Gott nicht fürch­tet, ersetzt die gött­li­chen Gebo­te durch Gebo­te der Welt, aus Angst, von der Welt iso­liert, zen­siert und ver­folgt zu wer­den. Die Angst vor der Welt, die eine Fol­ge der Sün­de ist, drängt zur Flucht, die Got­tes­furcht aber regt zum Kampf an.

Ein gro­ßer fran­zö­si­scher Autor, Ernest Hel­lo, sagt:

„Den Namen Got­tes zu fürch­ten bedeu­tet, vor nichts Angst zu haben“[19].

Hel­lo erin­nert uns auch an ein Wort der Hei­li­gen Schrift, des­sen gan­ze Tie­fe wir nie­mals ken­nen wer­den: lae­te­tur cor meum ut time­at nomen tuum (Ps 85, 11): „Mein Herz froh­locke, auf daß es dei­nen Namen fürch­te“.

Freu­de ist nur dort, wo die Gegen­wart Got­tes ist, und Gott kann nicht gegen­wär­tig sein, wenn es kei­ne Furcht vor ihm gibt. Der Hei­li­ge Geist sagt, daß es nichts Bes­se­res gibt als Got­tes­furcht: Nihil meli­us est quam timor Domi­ni (Sir 23, 27); er nennt sie die Quel­le des Lebens: Timor Domi­ni fons vitae (Spr 14, 27) und Jubel und Freu­de: Timor Domi­ni glo­ria, glo­ria­tio und lae­ti­tia und coro­na exul­ta­tio­nis (Sir 1, 11).

Es ist die­se Furcht vor Gott, die uns dazu drängt, die gött­li­che Hand in den tra­gi­schen Ereig­nis­sen unse­rer Zeit zu erken­nen und uns mit ruhi­gem Mut für den Kampf zu berei­ten.

Der Ritter, der Tod und der Teufel

Der Rit­ter, der Tod und der Teu­fel ist ein Kup­fer­stich von Albrecht Dürer aus dem Jahr 1513. Das Werk zeigt einen Rit­ter mit einem Helm auf dem Kopf und einem Schwert und einem Speer, der auf einem maje­stä­ti­schen Streitroß rei­tet und dem Tode trotzt, der ihm eine Sand­uhr mit der Zeit des flüch­ti­gen Lebens zeigt, und den Teu­fel, dar­ge­stellt als gehörn­tes Tier mit einer Hel­le­bar­de.

Rit­ter, Tod und Teu­fel von Albrecht Dürer, 1513

Pli­nio Cor­rêa de Oli­vei­ra erin­nert in einem Arti­kel, der vor fast sieb­zig Jah­ren im Febru­ar 1951 in der Zeit­schrift Cato­li­cis­mo ver­öf­fent­licht wur­de, an die­ses Bild, um den Kon­flikt zu ver­an­schau­li­chen zwi­schen der Revo­lu­ti­on, die nicht zurück­wei­chen kann, und der Kir­che, der es trotz allem nicht gelun­gen ist, zu sie­gen.

Er schrieb:

„Krieg, Tod und Sün­de berei­ten sich dar­auf vor, die Welt erneut zu ver­wü­sten, dies­mal in grö­ße­rem Aus­maß als je zuvor. 1513 stell­te Dürers unver­gleich­li­ches Talent sie in Form eines Rit­ters dar, der in vol­ler Rüstung und beglei­tet von Tod und Sün­de in den Krieg zog, wobei letz­te­re von einem Ein­horn dar­ge­stellt wur­de. Euro­pa, das bereits damals in die Umwäl­zun­gen ver­strickt war, die der Pseu­do-Refor­ma­ti­on vor­aus­gin­gen, näher­te sich dem tra­gi­schen Zeit­al­ter der reli­giö­sen, poli­ti­schen und sozia­len Krie­ge, die der Pro­te­stan­tis­mus aus­lö­ste.

Der näch­ste Krieg, ohne expli­zit und direkt ein Reli­gi­ons­krieg zu sein, wird die hei­lig­sten Inter­es­sen der Kir­che so berüh­ren, daß ein wah­rer Katho­lik nicht anders kann, als dar­in haupt­säch­lich den reli­giö­sen Aspekt zu sehen. Und das Mas­sa­ker, das aus­bre­chen wird, wird sicher­lich unver­gleich­lich ver­hee­ren­der sein als das der ver­gan­ge­nen Jahr­hun­der­te.

Wer wird gewin­nen? Die Kir­che?

Die Wol­ken vor uns sind nicht rosig. Es bewegt uns jedoch eine unbe­sieg­ba­re Gewiß­heit und das heißt, daß nicht nur die Kir­che ­– was offen­sicht­lich ist ange­sichts der gött­li­chen Ver­hei­ßung – nicht ver­schwin­den wird, son­dern daß sie in unse­rer Zeit einen grö­ße­ren Tri­umph als jenen von Lepan­to erzie­len wird.

Wie? Wann? Die Zukunft gehört Gott. Vie­le Ursa­chen für Trau­rig­keit und Besorg­nis tür­men sich vor uns auf, selbst wenn wir eini­ge Brü­der im Glau­ben betrach­ten. In der Hit­ze des Kamp­fes ist es mög­lich und sogar wahr­schein­lich, daß es schreck­li­che For­men der Fah­nen­flucht geben wird. Aber es ist abso­lut sicher, daß der Hei­li­ge Geist in der Kir­che wei­ter­hin bewun­derns­wer­te und unbe­zwing­ba­re gei­sti­ge Ener­gien des Glau­bens, der Rein­heit, des Gehor­sams und der Hin­ga­be her­vor­ruft, die im rich­ti­gen Moment den christ­li­chen Namen wie­der mit Ruhm bedecken wer­den.“

Pli­nio Cor­rêa de Oli­vei­ra been­det sei­nen Arti­kel mit der Hoff­nung, daß das 20. Jahr­hun­dert „nicht nur das Jahr­hun­dert des gro­ßen Kamp­fes, son­dern vor allem das Jahr­hun­dert des immensen Tri­umphs“ sein wer­de. Wir wie­der­ho­len die­se Hoff­nung, die wir auf das 21. Jahr­hun­dert aus­deh­nen, unser Jahr­hun­dert, die Ära des Coro­na­vi­rus und neu­er Tra­gö­di­en, aber auch die Zeit für ein erneu­er­tes Ver­trau­en in das Ver­spre­chen von Fati­ma. Ein Ver­trau­en, das wir mit den Wor­ten aus­drücken möch­ten, die Papst Pius XII. 1948 an die Katho­li­sche Akti­on rich­te­te:

„Ihr kennt, gelieb­te Kin­der, die geheim­nis­vol­len Rei­ter, von denen die Apo­ka­lyp­se spricht. Der zwei­te, drit­te und vier­te sind Krieg, Hun­ger und Tod. Wer aber ist der erste Rei­ter auf dem wei­ßen Pferd? ‚Der, der auf ihm saß, hat­te einen Bogen. Ein Kranz wur­de ihm gege­ben und als Sie­ger zog er aus, um zu sie­gen‘ (Offb 6, 2). Es ist Jesus Chri­stus. Der die Zukunft schau­en­de Evan­ge­list sah nicht nur auf die durch Sün­de, Krieg, Hun­ger und Tod ver­ur­sach­ten Rui­nen. Er sah zuerst auch den Sieg Chri­sti. In der Tat ist der Weg der Kir­che durch die Jahr­hun­der­te nur ein Kreuz­weg, aber er ist zu jeder Zeit auch immer ein Tri­umph­zug. Die Kir­che Chri­sti, die Men­schen des Glau­bens und der christ­li­chen Lie­be, sind immer jene, die der Mensch­heit ohne Hoff­nung Licht, Erlö­sung und Frie­den brin­gen. Iesus Chri­stus heri et hodie, ipse et in sae­cu­la (Heb 13, 8). Chri­stus ist euer Füh­rer, von Sieg zu Sieg. Folgt ihm.“[20]

Das ist die Emp­feh­lung von Pius XII.

*Rober­to de Mattei, Histo­ri­ker, Vater von fünf Kin­dern, Pro­fes­sor für Neue­re Geschich­te und Geschich­te des Chri­sten­tums an der Euro­päi­schen Uni­ver­si­tät Rom, Vor­sit­zen­der der Stif­tung Lepan­to, Autor zahl­rei­cher Bücher, zuletzt in deut­scher Über­set­zung: Ver­tei­di­gung der Tra­di­ti­on: Die unüber­wind­ba­re Wahr­heit Chri­sti, mit einem Vor­wort von Mar­tin Mose­bach, Alt­öt­ting 2017 und Das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil. Eine bis­lang unge­schrie­be­ne Geschich­te, 2. erw. Aus­ga­be, Bobin­gen 2011.

Der Vor­trag wur­de beim Rome Life Forum 2020 (20.–22. Mai) gehal­ten, das wegen der staat­li­chen Coro­na-Maß­nah­men nur vir­tu­ell statt­fin­den konn­te. Sie­he auch „Die Eucha­ri­stie, der größ­te Schatz der Kir­che, in Zei­ten der Drang­sal“ von Weih­bi­schof Atha­na­si­us Schnei­der.

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cor­ris­pon­den­za Roma­na


** Die Erde wur­de von ihren Bewoh­nern ver­gif­tet;
des­halb wird ein Fluch die Erde ver­schlin­gen.

[1] Regi­nald Gar­ri­gou-Lagran­ge, La vita eter­na e la pro­fon­di­tà dell’anima (Ewi­ges Leben und die Tie­fe der See­le), ital. Aus­ga­be, Glau­be und Kul­tur, Vero­na 2018, S. 94.

[2] Vita del gran patri­ar­ca s. Bru­no Car­tu­sia­no. Dal Surio, & alt­ri scritto­ri lati­ni (Das Leben des gro­ßen Patri­ar­chen, St. Bru­no von Köln), Ales­san­dro Zan­net­ti, Rom 1622, Bd. 2, S. 125

[3] Augu­sti­nus, De Civi­ta­te Dei, I, 10, 11.

[4] Augu­sti­nus, De Civi­ta­te Dei, 20, 30.

[5] Tho­mas von Aquin, In IV Sent. 47, 1, 1, ad 1.

[6] Tho­mas von Aquin, Sum­ma Theo­lo­gi­ca , III, q. 59, art. 5.

[7] Micha­el Schmaus, Von den letz­ten Din­gen, Regens­burg 1948, zitiert nach der ital. Aus­ga­be, Edi­zio­ni Pao­li­ne, Rom, 1960 S. 247.

[8] ebd. S. 248.

[9] Anto­nio Pio­l­an­ti, Giudi­zio divi­no, in Enci­clo­pe­dia Cat­to­li­ca, Bd. VI (951), Sp. 731 (731–732).

[10] Régi­nald Gar­ri­gou-Lagran­ge, Dieu, son exi­stence et son natu­re, (Gott, sei­ne Exi­stenz und sei­ne Natur), Beau­ches­ne, Paris 1950, Bd. I, S. 440–443.

[11] Pro­sper von Aqui­ta­ni­en, De voca­tio­ne omni­um gen­ti­um (Die Beru­fung der Völ­ker), Città Nuo­va, Rom 1998, S. 74.

[12] Bern­hard von Sie­na, Ope­ra omnia, Ser­mo 46, Feria quin­ta post domi­ni­cam de Pas­sio­ne, in Ope­ra omnia, Ad Cla­ras Aquas, Flo­renz 1950, Bd. II, S. 84f.

[13] Ebd, Ser­mo XIX, Feria secun­da post II domi­ni­cam in qua­dra­ge­si­ma, Bd. III, S. 333.

[14] Ebd, S. 337–338.

[15] Ebd. S. 340–350.

[16] Ebd. S. 341.

[17] Hen­ri-Marie Boudon, La dévo­ti­on aux saints Anges (Die Hin­ga­be an die hei­li­gen Engel), Clo­vis, Cob­dé-sur-Noireau 1985, S. 265.

[18] Jac­ques-Bénig­ne Bossu­et, Orai­son fun­èb­re de Hen­ri­et­te-Anne d’Angleterre (Trau­er­re­de für Hen­ri­et­te Anne von Eng­land)  (1670), in Œuvres com­plè­tes, Outhe­nin-Cha­land­re fils, Paris 1836, Bd. II, S. 576.

[19] Ernst Hel­lo, L’homme (Der Mensch), Libr­ai­rie Aca­dé­mi­que Per­rin, Paris 1911, S. 102.

[20] Pio XII, Anspra­che vom 12. Sep­tem­ber 1948 an die Jugend der Katho­li­schen Akti­on, Anspra­chen und Rund­funk­bot­schaf­ten, X (1948–1949), S. 212.

6 Kommentare

  1. Soweit die katho­li­sche Leh­re, die es ver­dient hat, zumal in der aktu­el­len Situa­ti­on, ein­mal in die­ser Aus­führ­lich­keit und Unter­schei­dung dar­ge­legt zu wer­den.
    Wobei die „Neue Kir­che“, die die­se „Droh­bot­schaft“ nun durch eine ganz ande­re „Froh­bot­schaft“ ersetzt wis­sen will, gar nicht anders kann, als der Sün­de zu frö­nen. Denn nur so läßt sich ein Beweis, ein Got­tes­ur­teil, über deren Rich­tig­keit füh­ren. So wie einst Boni­fa­ti­us die Eiche der Ger­ma­nen fäll­te (und nichts geschah), so fällt die „Neue Kir­che“ alte Sit­ten und Gebräu­che, sün­digt die „alten Sün­den“ ganz bewußt und will uns zei­gen: nichts pas­siert.

  2. Coro­na­vi­rus ist nicht die Stra­fe. Sei­ne Mor­ta­li­tät und Leta­li­tät ist mit der einer mäßi­gen Grip­pe­wel­le (nicht so stark, wie 2017–18) zu ver­glei­chen.
    Viel­mehr sind
    das Medi­ents­u­na­mi, Irre­füh­rung, Falsch­in­for­ma­tio­nen,
    die Behör­den­will­kür,
    die täg­li­chen Schi­ka­nen,
    die Mas­ken­pflicht,
    die all­um­fas­sen­de Kon­trol­le der Bür­ger,
    der abso­lut über­flüs­si­ge Lock­down, die Vor­her­sa­ge einer zwei­ten Infek­ti­ons­wel­le,
    die boden­lo­se Staats­ver­schul­dung,
    die künst­lich gesteu­er­te Völ­ker­ver­mi­schung bis zur Aus­lö­schung der wei­ssen euro­päi­schen Völ­ker,
    die obli­ga­to­ri­sche Lob­hu­de­lei an Hom­no­se­xua­li­tät, Gen­der­ideo­lo­gie,
    bedin­gungs­lo­se Tole­ranz, auch dem BÖSEN gegen­über
    die Stra­fe Got­tes. Wofür? Für die Abkehr Euro­pas vom allein selig­ma­chen­den hei­li­gen katho­li­schen Glau­ben.

  3. „aber am Tage des Gerichts müs­sen ihre Bücher,ihre Sta­tu­en, ihre Namen öffent­lich exe­kriert wer­den“.
    Kann die Sta­tue von Luther im Vati­kan nicht schon jetzt bei­sei­tigt wer­den? Liegt hier viel­leicht eine neue Auf­ga­be für Alex­an­der Tschug­guel?

  4. Ohne mich zu den inter­es­san­ten Aus­füh­run­gen des geschätz­ten Pro­fes­sors Rober­to de Mattei näher zu äußern, möch­te ich sei­nen zahl­rei­chen Zita­ten ledig­lich ein wei­te­res hin­zu­fü­gen, das in der gesam­ten kirch­li­chen Ver­kün­di­gung kon­se­quent aus­ge­blen­det und tot­ge­schwie­gen wird. Es han­delt sich um die Ver­se 26–31 von Hebrä­er 10, die in der Ein­heits­über­set­zung mit „War­nung vor dem Abfall“ über­schrie­ben sind. Beson­ders der abschlie­ßen­de Vers 31 hat es sozu­sa­gen in sich: „Es ist furcht­bar, in die Hän­de des leben­di­gen Got­tes zu fal­len.“

  5. Dan­ke,
    lie­ber Herr de Mattei und lie­ber Herr Nar­di, dan­ke für die­sen Arti­kel, der theo­lo­gisch bril­lant ist, und die Lügen und immer grö­ßer wer­den­den Bos­hei­ten die­ser Zeit im Licht der gött­li­chen Geset­ze und der Geschich­te des Herrn mit sei­nem Volk, dar­stellt.
    Hal­le­lu­ja, Der Herr seg­ne sie und gebe Ihnen vie­le Gna­den, durch die Für­spra­che der seli­gen Jung­frau und Got­tes­mut­ter Maria
    Amen

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