Flammenzeichen – Ostern 2019

Der Brand von Notre-Dame de Paris

Vor einem Jahr brannte Notre-Dame de Paris.
Vor einem Jahr brannte Notre-Dame de Paris.

In der Kar­wo­che vor einem Jahr brann­te, vom 15. auf den 16. April 2019, die Kathe­dra­le Not­re-Dame de Paris. Der Brand brach am Abend kurz vor 19 Uhr aus. Seit­her ist die berühm­te Bischofs­kir­che des Erz­bis­tums Paris unzu­gäng­lich.

Aus der Luft zeig­te sich das Got­tes­haus wie ein bren­nen­des Kreuz. Der Brand wur­de von vie­len als sym­bol­träch­tig emp­fun­den, von man­chen sogar als Fanal gese­hen.

Ein Jahr spä­ter erleb­te die Chri­sten­heit das Oster­fest aus­ge­sperrt von der hei­li­gen Lit­ur­gie. Auch unter die­sem Gesichts­punkt ist der Groß­brand vor einem Jahr, der von den gläu­bi­gen Katho­li­ken als schmerz­lich emp­fun­de­ne Kata­stro­phe erlebt wur­de, viel­leicht noch ein­mal zu betrach­ten.

Flam­men­zei­chen: Not­re-Dame als bren­nen­des Kreuz in der Nacht vom 15. auf den 16. April 2019.

Die Fra­ge der Brand­ur­sa­che ist bis heu­te nicht rest­los geklärt. Was die fran­zö­si­sche Regie­rung aller­dings sofort wuß­te und über das Innen- und Justiz­mi­ni­ste­ri­um ver­brei­ten ließ, war, daß es sich „nicht um einen ter­ro­ri­sti­schen Anschlag“ gehan­delt habe. Natür­lich wuß­te sie nichts von dem, was sie behaup­te­te. Sie wuß­te am Abend des 15. April nur, daß ihr eine sol­che Annah­me poli­tisch nicht genehm war.
You­tube kenn­zeich­ne­te Vide­os vom Brand, die Augen­zeu­gen ver­öf­fent­lich­ten, zunächst sogar als Fake News.
In der zwei­ten Juni­hälf­te 2019 wur­den Aus­zü­ge aus einem Zwi­schen­be­richt der ermit­teln­den Behör­de ver­öf­fent­licht. Die zen­tra­le Bot­schaft lau­te­te erneut: Eine Brand­stif­tung oder ein Atten­tat „wur­den defi­ni­tiv“ aus­ge­schlos­sen.
Über die Brand­ur­sa­che selbst wur­de aller­dings wenig Kon­kre­tes aus­ge­sagt. Fran­zö­si­sche Medi­en berich­te­ten: Eine genaue Klä­rung sei noch nicht mög­lich gewe­sen, was aber „nor­mal“ sei, weil die Ursa­chen­su­che bei Brän­den „viel Zeit“ in Anspruch neh­me. Vor­erst wur­de aber geäu­ßert, es müs­se sich wohl um „eine Ket­te von Nach­läs­sig­kei­ten“ gehan­delt haben. Dazu bei­getra­gen haben dürf­te, so der Bericht, daß drei ver­schie­de­ne Akteu­re für die Sicher­heit in der Kathe­dra­le zustän­dig waren: das fran­zö­si­sche Kul­tus­mi­ni­ste­ri­um, das Erz­bis­tum Paris und ein Pri­vat­un­ter­neh­men. Der Brand­mel­der wur­de um 18.18 Uhr aus­ge­löst, der Feu­er­alarm aber erst 18.48 Uhr gege­ben. Grund dafür dürf­ten „Uner­fah­ren­heit“ und „Über­for­de­rung“ des zustän­di­gen Sicher­heits­man­nes gewe­sen sein.

Seit­her wur­de zur Brand­ur­sa­che nichts mehr ver­laut­bart. Ein Abschluß­be­richt der ermit­teln­den Behör­de liegt bis­her nicht vor.

Die Arti­kel zum Brand von Not­re-Dame zum Nach­le­sen:

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cor­ris­pon­den­za Roma­na