„Auch in der Bedrängnis hörte er nicht auf, anderen Hoffnung zu schenken“

Mittwochskatechese von Papst Franziskus

papst Franziskus Generalaudienz 09012020

Lie­be Brü­der und Schwestern, 

in unse­ren Kate­che­sen über die Apo­stel­ge­schich­te spre­chen wir heu­te über die Schiffs­rei­se des Pau­lus als Gefan­ge­ner auf dem Weg nach Rom. Von Anfang an traf die­se Rei­se auf wid­ri­ge Umstände. 

In Kre­ta wur­de die War­nung des Pau­lus vor einer Wei­ter­fahrt in den Wind geschla­gen. So geriet dann das Schiff in einen See­sturm und trieb tage­lang auf dem Meer. Als der Tod nahe schien und Ver­zweif­lung um sich griff, sprach Pau­lus als Mann des Glau­bens allen Mut zu. Auch in der Bedräng­nis hör­te er nicht auf, sich um das Leben der ande­ren zu küm­mern und Hoff­nung zu schen­ken. Beim Schiff­bruch vor der Insel Mal­ta wur­den alle geret­tet, und die­ses Unglück wur­de zu einem Moment der Vor­se­hung. Der schiff­brü­chi­ge Pau­lus bekam Gele­gen­heit, den Men­schen dort die Bot­schaft Jesu zu ver­kün­den und Kran­ke zu hei­len. Es ist dies gleich­sam ein Gesetz des Evan­ge­li­ums: Wenn ein Gläu­bi­ger Got­tes Heil erfährt, behält er es nicht für sich, son­dern schenkt es wei­ter. Ein Christ, der Prü­fun­gen durch­ge­macht hat, kann ande­ren Leid­tra­gen­den beson­ders nahe­kom­men und im Her­zen sen­si­bel sein für die Soli­da­ri­tät mit den anderen. 

Mit Freu­de hei­ße ich die Pil­ger aus den Län­dern deut­scher Spra­che will­kom­men. Der hei­li­ge Pau­lus ermu­tigt uns, jeden Augen­blick, auch die Prü­fun­gen, im Ver­trau­en auf die Nähe Chri­sti zu leben. Getra­gen von sei­ner Lie­be wol­len auch wir unse­ren bedürf­ti­gen Brü­dern und Schwe­stern nahe sein. Der Herr beglei­te euch in die­sem neu­en Jahr mit sei­ner Gnade.

Bild: Vatican.va (Screen­shot)