[Update] Fronleichnam – Katholisch sein in Zeiten der Irrungen

Corpus Christi

[Update: 19.40 Uhr] Auf­grund eines der­zeit tech­nisch noch nicht erklär­ba­ren Feh­lers sind Tei­le des nach­fol­gen­den Tex­tes bei der Erst­ver­öf­fent­li­chung ver­lo­ren­ge­gan­gen. Er wur­de inzwi­schen wie­der ver­voll­stän­digt. Wir bit­ten Leser und Autorin den Feh­ler zu ent­schul­di­gen und emp­feh­len, den Text wegen sei­ner Bedeu­tung in der nun voll­stän­di­gen Fas­sung erneut zu lesen.

Von einer Katho­li­kin

Fron­leich­nam ist das wahr­haft katho­li­sche Hoch­fest, das Hoch­fest des eucha­ri­sti­schen Herrn, der sich für uns geop­fert hat,  sich uns in der hei­li­gen Eucha­ri­stie schenkt und in ihr schon hin­ein­nimmt in die Erlö­sung und Sei­ne Auf­er­ste­hung: Cor­pus Domi­ni nostri Jesu Chri­sti cus­to­di­at ani­mam tuam in vitam aeter­nam, spricht in der über­lie­fer­ten Mes­se der die hei­li­ge Hostie spen­den­de Prie­ster. Der Leib unse­res Herrn Jesus Chri­stus bewah­re dei­ne See­le zum ewi­gen Leben.

Am Fron­leich­nams­fest leuch­tet sie noch auf, die Ver­eh­rung für das aller­hei­lig­ste Sakra­ment des Altars, da wird das Herz des katho­li­schen Glau­bens noch vor den Augen der Welt sicht­bar in den Pro­zes­sio­nen, da gibt es kei­ne inter­kon­fes­sio­nel­le Ver­ein­nah­mungs­mög­lich­keit. Unter dem Schutz des Bal­dachins  trägt der Prie­ster vol­ler Ehr­furcht die Mon­stranz mit der gewan­del­ten Hostie, den real gegen­wär­ti­gen leben­di­gen Leib des Herrn.

Wir bedür­fen Sei­ner mehr denn je in einer aus den Fugen gera­te­nen Welt, in der die katho­li­sche Kir­che kein siche­rer Hafen mehr ist, son­dern aus ihrem Inner­sten her­aus unter­gra­ben wird. Zu vie­le tra­gen das Schild „Katho­lisch“ vor sich her, auf des­sen Rück­sei­te jedoch die Paro­len einer Destruk­ti­ons­agen­da ste­hen, die immer scham­lo­ser und unver­hoh­len sicht­bar als Waf­fe gebraucht wer­den im Kampf gegen Chri­sti Kir­che und Wahr­heit.

Gera­de erst Maria 2.0, nun im sel­ben Fahr­was­ser der For­de­rungs­ka­ta­log des Bun­des­ver­ban­des der katho­li­schen Reli­gi­ons­leh­rer und ‑leh­re­rin­nen an Gym­na­si­en in Form eines offe­nen Brie­fes an die deut­schen Bischö­fe. Das sind kei­ne Lem­min­ge, die ihren Hir­ten blind in die Ver­damm­nis fol­gen, son­dern deren will­fäh­ri­ge Agi­ta­to­ren eines gott­lo­sen Zeit­gei­stes, des­sen Implan­tie­rung im Katho­li­schen eine poli­ti­sche Dimen­si­on ange­nom­men hat, die der Linie von Papst Fran­zis­kus folgt, von vie­len deut­schen Bischö­fen flan­kiert wird und in Inter­views, aber auch in miß­bräuch­li­cher Wei­se von der Kan­zel her­un­ter unter die Gläu­bi­gen gebracht wird.

Man beschwört wie Kar­di­nal Kas­per die Öku­me­ne und die Not­wen­dig­keit, mit einer Stim­me spre­chen zu müs­sen, um glaub­wür­dig zu sein in der Welt und gleich­zei­tig iso­liert man treue Katho­li­ken als sog. Tra­di­tio­na­li­sten und Kon­ser­va­ti­ve, deren Rück­wärts­ge­wandt­heit unse­rer  moder­nen anthro­po­zen­tri­schen Welt im Wege ste­he und den ver­än­der­ten moder­nen indi­vi­du­el­len Lebens­wirk­lich­kei­ten nicht gerecht wer­de.

Sol­che Katho­li­ken gera­ten als Sek­tie­rer und Spal­ter unter Ver­dacht, wer­den „dis­qua­li­fi­ziert“ und als Kar­di­nä­le mit dem Aus­schluß vom ber­go­glia­ni­schen Hof bestraft, tra­di­tio­nel­le Orden wer­den „inspi­ziert“ und immer öfter ihres Cha­ris­mas beraubt oder auf­ge­löst.

Die Hal­tung lehr­amtstreu­er tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ner Katho­li­ken wird als zu fromm bearg­wöhnt, die alte Mes­se behin­dert, und wenn du in der neu­en Mes­se unbe­irr­bar die Kom­mu­ni­on in Ehr­furcht kniend in den Mund emp­fängst, kann dich prie­ster­li­cher Spott tref­fen, den du für dei­nen Herrn Jesus Chri­stus mit Freu­den­trä­nen in den Augen gedul­dig ertra­gen willst. Aus der über ein Indult erwirk­ten Aus­nah­me der Hand­kom­mu­ni­on wur­de die Regel, gegen die du ver­stößt und damit ande­ren ein schlech­tes Vor­bild bist, wäh­rend es nicht geahn­det wird, wenn katho­li­sche Prie­ster ihren evan­ge­li­schen „Kol­le­gen“ vor aller Augen die Eucha­ri­stie spen­den.

Das ber­go­glia­ni­sche Barm­her­zig­keits­nar­ra­tiv folgt dem refor­ma­to­ri­schen Gieß­kan­nen­prin­zip des gnä­di­gen Got­tes. Aus der einen Wahr­heit Chri­sti wer­den Wahr­hei­ten, in Inter­kom­mu­ni­on und interr­re­li­giö­sem Aus­tausch nimmt der Rela­ti­vis­mus Gestalt an.

Eine jugend­li­che Kli­ma­ak­ti­vi­stin hat inzwi­schen das Zeug zur Hei­li­gen, wenn nicht gleich zur Jesus­i­ko­ne,  und eine poli­tisch instru­men­ta­li­sier­te Jugend folgt mit päpst­li­chem Segen der Kli­ma­wan­de­l­er­satz­re­li­gi­on.

Die Umwer­tung der Begrif­fe und Auf­lö­sung der Wer­te erfolgt in aller Öffent­lich­keit, vor den Augen der Welt. Man opfert auf dem Altar des Zeit­gei­stes die Sexu­al­mo­ral, die Fami­lie, die Eben­bild­lich­keit Got­tes in Sei­nen als Mann und Frau erschaf­fe­nen Geschöp­fen und das auf Jesus Chri­stus ver­wei­sen­de Prie­ster­tum ein­schließ­lich des Zöli­bats.

Maria 2.0 holt unse­re Mut­ter und Him­mels­kö­ni­gin vom Sockel, eine unehr­li­che Öku­me­ne holt den eucha­ri­sti­schen Herrn aus dem Taber­na­kel.

Wem die­ser ganz und gar unpfingst­lich zeit­gei­sti­ge fri­sche Wind aus der Kir­che nicht schon Sand in die Augen geweht hat, der sieht, daß all das nichts mit dra­ma­ti­scher Schwarz­ma­le­rei oder Unglücks­pro­phe­tie zu tun hat, son­dern eine noch wei­ter fort­setz­ba­re scho­nungs­lo­se Bestands­auf­nah­me ist. Es ist so schlimm wie es sich anhört. Aber wir bedür­fen die­ses Mement­os, um wach­sam zu blei­ben und uns kei­nen Illu­sio­nen hin­zu­ge­ben.  Gera­de ist die Agen­da der Ama­zo­nas­syn­ode  ver­öf­fent­licht, man hat zum Angriff auf das Prie­ster­tum gebla­sen und wird die Hun­de von der Lei­ne las­sen.

Man pak­tiert mit dem Teu­fel, um sich eine eige­ne Kir­che zu bau­en, und wirft Tra­di­ti­on, Moral und den Wel­ten­rich­ter als unnö­ti­gen Bal­last über Bord. Doch Er wird kom­men zu rich­ten und Er wird die „erleich­ter­te Kir­che“ wägen und zu leicht befin­den, aber Sei­ne wah­re Braut, die eine wah­re hei­li­ge Katho­li­sche und apo­sto­li­sche Kir­che wird Er in Lie­be umar­men.

Was wir erle­ben, ist die Rea­li­tät einer in Apost­asie ent­fes­sel­ten Welt am Abgrund. Uns ret­tet nur der Blick auf den Him­mel und unse­ren wah­ren und ein­zi­gen Gott und König, der sich uns in der hei­li­gen Eucha­ri­stie schenkt:

Cor­pus Domi­ni Jesu Chri­sti cus­to­di­at ani­mam tuam in vitam aeter­nam.

Wir dür­fen das Fron­leich­nams­fest als Chan­ce  begrei­fen, durch die sicht­ba­re fei­er­li­che Ver­eh­rung des Altarsa­kra­ments  etwas von der Ehr­furcht und demuts­vol­len Hin­ga­be spür­bar wer­den zu las­sen, die durch die ste­hen­de Hand­kom­mu­ni­on auf „Augen­hö­he“ mit dem Herrn zumin­dest nicht mehr ganz­heit­lich mit Kör­per und See­le aus­drück­bar ist. Damit kein Katho­lik sich der Strahl­kraft des anwe­sen­den Herrn in der hei­li­gen Hostie ent­zie­hen mag:

Tan­tum ergo Sacra­men­tum venere­mur cer­nui. Laßt uns tief­ge­beugt ver­eh­ren ein so gro­ßes Sakra­ment.




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11 Kommentare

  1. In der über­lie­fer­ten, oder Triden­ti­ni­sche, hei­li­ge Mes­se spricht den Prie­ster nicht, wie von Ihnen im die­sem übri­gens sehr inter­es­san­tes Arti­kel „Cor­pus Chri­sti cus­to­di­at ani­mam tuam in vitam aeter­nam“, son­dern noch immer: „Cor­pus Domi­ni nostri Jesu Chri­sti cus­to­di­at ani­mam tuam in vitam aeter­nam“. Der Kom­mu­ni­kant ant­wor­tet: Amen.
    Neben­bei noch eine Bemer­kung: es gibt kei­ne Chri­stin­nen, ent­we­der Katho­li­kin­nen. Es gibt Chri­sten und Katho­li­ken. Män­ner und Frau­en, denn so hat den lie­ber Herr Gott uns geschaf­fen! Hof­fent­lich vor­beu­gen Sie in der Zukunft sol­che auch manch­mal von Ihnen ver­ab­scheu­ten „gen­der­ideo­lo­gi­schen“ Wor­te. Gelo­bet Sei Jesus Chri­stus unser Herr.

    • Ich ent­schul­di­ge mich, ich habe in Anfang die­ses Arti­kels lei­der das Wort Domi­ni nicht rich­tig mit­ge­kriegt. Übri­gens blei­ben mei­ne Bemer­kun­gen die gen­der­idio­te­rie betref­fen­de ohne mei­ne Wider­spruch gel­tend.

    • Bei der über­lie­fer­ten Hl.Messe spricht der Kom­mu­ni­kant kein Amen. Bin sehr lan­ge in der katho­li­schen Tra­di­ti­on und glau­be, mich ein wenig aus­zu­ken­nen.
      Nur im NOM spricht der Kom­mu­ni­kant das Amen.

    • Beim Aus­tei­len der Hl. Kom­mu­ni­on spricht der Prie­ster: „Cor­pus Domi­ni nostri Jesu Chri­sti cus­to­di­at ani­mam tuam in vitam aeter­nam. Amen.

  2. Heu­te gefun­den auf religion.orf.at, ein Arti­kel über das Fron­leich­nams-Fest:

    https://religion.orf.at/stories/2986703/

    Im Arti­kel ist nir­gends die Rede davon, dass zu Fron­leich­nam gefei­ert wird, dass sich der Herr Jesus Chri­stus in der Eucha­ri­stie in Wein und Brot sel­ber hin­gibt. Und dass genau das in einer fei­er­li­chen Pro­zes­si­on öffent­lich zele­briert wird.
    Es wird im Arti­kel behaup­tet, die Fron­leich­nams-Pro­zes­si­on sei aus poli­ti­schen Grün­den in Zei­ten der Gegen­re­for­ma­ti­on ein­ge­führt wor­den, dann wird geschrie­ben, dass Luther(logischerweise, weil exkom­mu­ni­ziert) gegen das Fron­leich­nams­fest und gegen die Eucha­ri­stie war.

    Es ist mir ein Rät­sel, wie Men­schen die anschei­nend nicht rich­tig gläu­big oder über­zeugt von einer reli­giö­sen Rich­tung sind, trotz­dem in der Reli­gi­ons-Rubrik von orf.at Arti­kel ver­fas­sen dür­fen. Mehr Rela­ti­vis­mus geht nicht.

    Das Beson­de­re an den Fron­leich­nams­pro­zes­sio­nen ist ein­fach auf den Punkt zu brin­gen. Die Hostie in der Mon­stranz die fei­er­lich durch Ort­schaf­ten getra­gen wird, ist Jesus Chri­stus der sich im hei­li­gen Mess­op­fer jeden Tag aufs Neue dar­bringt.

    Und genau die­ses Opfer, das täg­lich in katho­li­schen hei­li­gen Mes­sen dar­ge­bracht wird, lei­stet Süh­ne für alle Sün­den die eben­falls jeden Tag aufs Neue auf der gan­zen Welt began­gen wer­den. Pater Pio hat ein­mal gesagt, eher könn­te die Erde ohne Son­ne bestehen, als ohne das hei­li­ge Mess­op­fer.

    Man könn­te auch sagen, schaut hin auf das Opfer, das für eure Sün­den Süh­ne lei­stet. Der Grund dafür, dass es den Men­schen noch so gut geht in die­sen Zei­ten ist die Süh­ne, die zahl­rei­che Stra­fen und Unglücke zurück­hält. Das ein­zi­ge, das Gott davon abhält, der Welt die Stra­fe für ihre Sün­den zu sen­den ist das hei­li­ge Mess­op­fer, die Eucha­ri­stie.

    Wenn ein­mal die Eucha­ri­stie außer Kraft gesetzt oder durch Ver­än­de­rung unwirk­sam gemacht sein wird, wird Gott end­lich die Stra­fe sen­den für Mil­lio­nen von Abtrei­bun­gen, Göt­zen­dien­ste und son­sti­ger Fre­vel.

    • Wich­ti­ges Zitat: „schaut hin auf das Opfer, das für eure Sün­den Süh­ne lei­stet“.

      Wir aber ver­ste­hen es immer pro­te­stan­tisch. Katho­lisch heißt es: „Schaut auf die­sen euch in Jesu Chri­sti Pas­si­on und Kreu­zes­tod auf­ge­zeig­ten Opfer­weg, tre­tet ein, folgt nach, hal­tet euch an die Gebo­te unbe­dingt, wie der Got­tes­sohn, der neu­es geläu­ter­tes Isra­el ist und einen neu­en Leib stif­tet. Nur so, wird für eure Sün­de Süh­ne gelei­stet.“

      Der Weg ist die Gna­de. Und die Gna­de bleibt und nimmt zu in sei­nem Geist.

      Und dann reden heu­te soge­nann­te Chri­sten von einem Recht auf Abtrei­bung und Eutha­na­sie.

      Die Gna­de nimmt zu im Opfer. Und sie kommt nur über das Opfer.

      Dies­be­züg­lich sehr emp­feh­lens­wert das Buch „Die hei­li­gen Sty­li­ten“, erhält­lich auf http://www.prodromos-verlag.de

      Der Sty­lit ver­deut­licht das unbe­ding­te her­roi­sche — und von jedem Chri­sten ver­lang­te — Ste­hen unter den Gebo­ten. Ste­hen meint hier aus­hal­ten, in Geduld und Demut.

      Alt­va­ter Joseph der Hesy­chast sagt: Wir müs­sen in jeder Situa­ti­on sieg­reich sein. Hier ein Bei­spiel für sei­ne Weisungen/ein Brief:

      Alles, was du mir schreibst, mein Kind, geschieht dir, weil du kei­ne Geduld hast. Du, mein Kind, suchst Chri­stus, suchst danach, in die himm­li­sche Stadt ein­zu­ge­hen. Dafür fleht der Alt­va­ter, fle­hen die Väter, dafür fle­he auch ich Arm­se­li­ger, hier auf den Fel­sen. Nun erhör­te der Herr uns alle, und zur Zer­schla­gung dei­ner hoch­mü­ti­gen See­le, damit der Zorn, die Wut, die Erre­gung, der Ego­is­mus gede­mü­tigt und bekämpft wer­den, sand­te er dir einen Floh – die­se klei­ne Ver­su­chung, dass er dich bei­ße und du es erträgst, dich belä­stigt und du Lang­mut zeigst. Und dass du nach und nach die Wut und den Zorn und die Auf­re­gung besänf­tigst, du sie in dir erdros­selst und es nicht zulässt, dass ein har­tes Wort ent­weicht. Und dann wird jene Kraft Satans, wel­che ein­mal und zwei­mal und oft­mals in dir erstickt wur­de, flie­hen, und den Men­schen wie ein Lamm zurück­las­sen, sanft­mü­tig und fried­lich.
      Und höre ein Ereig­nis, wel­ches mir zustieß: Als ich noch in der Welt war, nahm ich es mit Tau­sen­den auf. Ich besaß das Herz eines Löwen. Und die Lie­be Chri­sti mach­te mich zum Leich­nahm. Wenn ich erzäh­len woll­te, was ich täg­lich von die­ser Lei­den­schaft aus­zu­hal­ten hat­te, müss­te ich ein Buch schrei­ben. Denn Gott, der mich befrei­en woll­te, brach­te über mich alles, was sich dazu eig­ne­te: dass man mich zu Unrecht belä­stig­te, dass man mich schmäh­te, dass man mich ärger­te. Nicht nur blo­ße Ärger­nis­se, son­dern fähig, einen Mord zu bege­hen. Und es ertra­gend und Satan in mir mit der äußer­sten Geduld erdros­selnd, erhielt ich die Befrei­ung vom Üblen.
      Wäh­rend eines schwe­ren Win­ters also lau­er­te der Ver­su­cher und erhob alles Geeig­ne­te, so wie er zu ver­su­chen weiß und Gott ihm zu prü­fen erlaubt. Und nach­dem er also drei, vier Ver­su­che durch­ge­führt hat­te und fand, dass sei­ne Angrif­fe nichts aus­rich­te­ten, kam von der Tür her ein so kräf­ti­ger Wind­stoß, dass er den Dach­stuhl mit allen Bal­ken, das Dach mit tau­send Kilo Stei­nen dar­auf, hoch­warf – es schweb­te im Him­mel wie ein Flug­zeug – und es gegen­über auf die Fel­sen warf, auf den Schnee. Und wir blie­ben im Frei­en, im Schnee.
      Doch wenn du auch die Arten der Ver­su­chun­gen ver­neh­men wür­dest, könn­test du es nicht ertra­gen, ohne Scha­den zu neh­men, weil du die Ver­ant­wort­li­chen rich­test. Doch dei­ne Prü­fun­gen erdul­dend, wirst du den Ver­su­chun­gen ent­spre­chend, als Gegen­lei­stung so viel Gna­de emp­fan­gen, wel­che ohne Maß ist. Glau­be also nicht, dass, wenn du der Ver­su­chung aus dem Weg gehst, dir nicht eine ande­re ent­ste­hen wür­de. Sie wird auf jeden Fall kom­men. Und wenn du dich dabei als untap­fer erweist, wirst du auch bei allen ande­ren so sein.
      Denn die Ver­su­chung ist in uns. Siehst du sie nicht, mein Kind? So gib acht auf sie! Sie steigt vom Bauch­na­bel auf ins Herz, erhitzt es, erwärmt da Blut und steigt in den Hals und stößt zum Kopf vor. Sie ver­fin­stert den Geist und steht wie ein Kno­ten in der Keh­le und behin­dert sogar den Atem und schnei­det dem Men­schen die Luft ab.
      Es kann der ande­re, der die Ver­su­chung erregt, der schlimm­ste Mensch sein – oder viel­mehr wird auch er von der Ver­su­chung dazu ange­stif­tet, dich auf­zu­wüh­len und zu ver­wir­ren. Doch der Herr erlaubt es, damit du täg­lich bewähr­ter wirst und zur Lei­den­schafts­lo­sig­keit gelangst. Denn so oft du dich vor­be­rei­test und sie erwar­test, erfasst dich kei­ne Ver­wir­rung, über­kommt dich kein Auf­ruhr, gerätst du nicht außer dich.
      Du schreibst, dass du, wenn du wüss­test, dass du die Gna­de emp­fin­gest, bereit wärest, tau­sen­de Ver­su­chun­gen so wie die­se zu ertra­gen. Und woher weißt du, dass, wenn du sie eträgst, du kei­ne Gna­de erhal­ten wirst? Ich sage dir und allen Brü­dern: kein ande­rer Weg ist kür­zer, als dass jemand die kom­men­den Ver­su­chun­gen, so wie sie ihm zusto­ßen, erträgt. Der gei­sti­ge Zustand des Men­schen und die Gna­de, die er besitzt, neh­men aus der Geduld ihr Zeug­nis. Wie kann der Alt­va­ter euch alle ertra­gen? Indem er Geduld zeigt! Dar­aus wird bezeugt, dass er die Gabe besitzt. Er hat die Tugend.
      Die Tugend hat kei­ne Glocke, dass du sie an ihrem Läu­ten erkennst. Die Glocke der Tugend ist die Duld­sam­keit, die Lang­mü­tig­keit, die Geduld. Sie ist der Schmuck des Mön­ches und jedes Chri­sten.
      Indem der sich Bemü­hen­de den von oben kom­men­den Lohn und die Gna­de, die er vom Herrn emp­fan­gen wird, vor­aus­sieht, erträgt er alles. Sie­he, dass der Alt­va­ter dem Bru­der auf­grund sei­ner Stär­ke ver­trau­te, den Ver­such­ten aus­zu­hal­ten und zu ertra­gen. Dir hin­ge­gen, auf­grund dei­ner Schwä­che, gab er die­sen klei­nen Sta­chel. Zei­ge also Geduld, damit du stark wirst, dass auch du einen Beses­se­nen aus­hältst. Dass du ihn erdul­dest, ihm dienst, ihn erträgst. Eine gro­ße Tugend! Weißt du denn, was es heißt, einen Ver­rück­ten zu ertra­gen?
      Zu uns kam ein Ver­rück­ter und ich hat­te zu sehr Mit­leid mit ihm, um ihn zu ver­trei­ben. Über­all ver­trie­ben sie ihn. Ich behielt ihn also, damit er sich ein wenig anleh­ne, damit als Mensch sein Herz sich ein wenig auf­wär­me. Und was geschah danach? Ich leg­te ihm ein über­mä­ßi­ges gro­ßes Fasten auf, sagt doch der Herr: „Die­se Art aber wird nur durch Gebet und Fasten aus­ge­trie­ben“ (Mt 17, 21).
      Nun, eines Tages befan­den wir uns alle drau­ßen, und er ver­rie­gel­te die Türen und Fen­ster der Zel­le und ließ uns außen vor. Und selbst auf vie­le Bit­ten hin mach­te er nicht auf. Was soll­ten wir jetzt also tun? Wir fan­den einen Schrau­ben­zie­her, ent­fern­ten die Schar­nie­re und öff­ne­ten. Und dann kam er her­aus.
      „Mensch“, sag­te ich ihm, „war­um hast du zuge­schlos­sen und uns alle außen vor gelas­sen?“
      „Weil“, sag­te er, „es drin­nen Zwie­beln und Kar­tof­feln gab. Ich woll­te allein Aske­se trei­ben und Zwie­beln und Kar­tof­feln essen!“
      Er wur­de in kur­zer Zeit gesund, doch ging er weg und wur­de erneut beses­sen. Drei­mal kam er und sobald er gesund war, ging er fort und wur­de wie­der ver­rückt und es beherrsch­ten ihn die Dämo­nen. Jetzt haben sie ihn in der Heil­an­stalt.
      Du aber ach­te dar­auf, nicht einen von den Klein­sten, den Ver­schmäh­ten und Schwa­chen die­ser Welt zu ver­ach­ten. Denn die­se Ver­ach­tung und Belei­di­gung endet nicht bei die­sen Unglück­li­chen, son­dern steigt über sie hin­auf zur Per­son des Schöp­fers und Gestalt­ge­bers, des­sen Bild sie mit sich brin­gen. Und du wirst dich sehr wun­dern, wenn du an jenem Tag siehst, dass der Hei­li­ge Geist Got­tes viel­mehr an ihren als an dei­nem Her­zen Gefal­len fand.
      Ich bin nun schon krank. Ich bin wie ein Gelähm­ter. Zehn Schrit­te kann ich nicht mehr gehen. Dadurch bin ich für alles zu einem Leich­nam gewor­den. Ich bit­te sehr dar­um, dass ihr für mich betet. Denn ich habe vie­le See­len, die um Hil­fe bit­ten.
      Und glaubt mir, mei­ne Väter und Brü­der, dass ich für jede See­le, der gehol-fen wird, die Anfech­tung erfah­re, die sie hat.
      Des­halb ist euer Alt­va­ter auch stän­dig krank. Weil er von der gei­sti­gen Über-lastung und den Ver­su­chun­gen, die er für euch alle zu erlei­den hat, aus dem Gleich­ge­wicht gerät. Des­halb mein Kind, sage mir nicht, was dir der Dämon sagt; näm­lich dass der Alt­va­ter dir gegen­über gleich­gül­tig ist, dass er dei­ne Mühe und dei­ne Bedürf­nis­se über­sieht. Wie ist es mög­lich, dass der gleich­gül­tig ist, der für euch alle lei­det.

    • Wer einen sol­chen Arti­kel schreibt, wie religion.orf.at, der lügt und er weiß, daß er lügt. Und eine sol­che Lüge über die Gött­li­chen Din­ge ist Häre­sie oder Apost­asie, im Fal­le der Real­prä­senz gilt immer die Min­dest­auf­fas­sung von Apost­asie. Es ist schon klar, wes­halb man die­se Lügen unter das „Volk“ bringt: Um es vom Glau­ben abzu­brin­gen! Wun­dern wir uns über schon erfol­gen­de zeit­li­che Stra­fen? Merkt denn kei­ner die­ser voll­kom­me­nen Unter­ta­nen, daß hier der Dik­ta­tor der Welt Pro­pa­gan­da­lü­gen aus­streut? Wir bege­hen bald den 75 Jah­res­tag des letz­ten ver­zwei­fel­ten Ver­suchs von Offi­zie­ren um Stauf­fen­berg und Zivi­li­sten um Hein­rich Graf von Molt­ke den 20. Juli 1944. Wer die­se als Wider­stands­kämp­fer gegen ein Unrechts­re­gime ehrt, soll­te wis­sen, was ein Unrechts­re­gime ist, wenn Frau­en zur Ermor­dung ihrer Babys gezwun­gen wer­den, weil ein Rich­ter es anord­net (Freis­ler läßt grü­ßen! — So gesche­hen im Mut­ter­land des Libe­ra­lis­mus Groß­bri­tan­ni­en), wenn Blas­phe­mi­en an der Tages­ord­nung sind, gedul­det von regime­treu­en Bischö­fen (The­ma „Maria 2.0“, Abwe­sen­heit des Bischofs von Rom an Fron­leich­nam). Wer in Euro­pa Geschichts­be­wußt­sein hat, soll­te sich des­sen erin­nern. „Mit der Eucha­ri­stie spielt man nicht!“ (Ratz­in­ger). Sieht kei­ner den Zusam­men­hang zwi­schen der kata­stro­pha­len Situa­ti­on in der Welt und der Neu­en Lit­ur­gie, dem NOM. Wie blind muß man sein, um etwa den Zusam­men­hang zwi­schen der zer­stör­ten Fröm­mig­keit gegen­über dem Aller­hei­lig­sten Altarsa­kra­ment und der Trocken­heit in Deutsch­land, ja dem Kli­ma­wan­del ins­ge­samt nicht zu sehen. Wann änder­te sich denn die Tem­pe­ra­tur schlag­ar­tig? In der Zeit zwi­schen 1969 und 1972, wann retar­dier­te der Kli­ma­wan­del? 2007! Sieht es kei­ner? Will es kei­ner akzep­tie­ren, daß so lang­sam aber sicher der Herr und Hei­land die Höl­le heiß macht, hier und jetzt, hier auf Erden, in der aktu­el­len Welt? Ein ein­zi­ger Blick in Psalm 84 genügt, um auch dem letz­ten Men­schen (nicht nur Chri­sten, son­dern auch Juden, gera­de den Mos­lems, aber auch den Hei­den und vor allen Din­gen den Schis­ma­ti­kern, Häre­ti­kern und Aposta­ten!) den Zusam­men­hang zwi­schen Fröm­mig­keit und Got­tes Segen auch im hier und jetzt klar­zu­ma­chen. Da sieht man wie wirk­mäch­tig die Über­lie­fer­te Lit­ur­gie ist, sonst wäre mit abso­lu­ter Sicher­heit schon das Gericht gekom­men, Erz­bi­schof Lefebrve und Prä­lat May, sowie Bischof Anto­nio de Castro-Mey­er sei Dank!
      (Klei­nes Schman­kerl: Das Rechts­schreib­pro­gramm des Brow­sers erkennt das Wort „Eucha­ri­stie“ nicht — soweit der Abfall!)

    • Es ist schlicht­weg feh­len­de Sach­kennt­nis, die dem ORF vor­zu­wer­fen ist. Fron­leich­nams­pro­zes­sio­nen exi­stie­ren schon seit dem 13. Jahr­hun­dert, als die­ses Fest über­haupt ein­ge­führt wor­den ist. Die Lit­ur­gie sieht einen beson­de­ren Ritus vor. Es ist die ein­zi­ge Hei­li­ge Mes­se, die ohne den Johan­ne­s­pro­log oder das zu kom­me­mo­rie­ren­de Evan­ge­li­um endet, son­dern mit dem Te Deum nach der Pro­zes­si­on. Die­ses fin­det sich schon im Main­zer Mis­sa­le von 1348. Viel­mehr sind die ver­stärk­ten Pro­zes­sio­nen zu Fron­leich­nam eine Fol­ge der Pest. Die katho­li­schen Chri­sten waren der Über­zeu­gung, daß die Pest vor dem Aller­hei­lig­sten Altarsa­kra­ment, dem wahr­haft gegen­wär­ti­gen Gott und Mensch Jesus Chri­stus zurück­wei­chen möge. Und in der Tat wur­den etli­che Orte zu Fron­leich­nam ver­schont (Mainz 1448). Fron­leich­nam ist ein Fest der Über­na­tur, der Eccle­sia Orans und nicht der Eccle­sia Mili­tans. Daher ist auch die Gra­tiar­um Actio am Schluß so bedeu­tungs­voll. Der Dank für das Süh­ne­op­fer, das immer schon als prä­sent gese­hen wor­den ist, ist das Ziel des Fron­leich­nam­fe­stes. Dane­ben ist es auch ein Teil der Bekeh­rung der Juden, da zumeist die Pro­zes­sio­nen bis an die Gren­zen der jüdi­schen Sied­lun­gen gin­gen. Und die Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen Kir­che und Syn­ago­ge hat­te im begin­nen­den 14. Jahr­hun­dert ihren Höhe­punkt. Das ORF ist hier wie­der ein­mal einer Geschichts­fäl­schung unter­le­gen, so wie es immer die Moder­ni­sten machen, die histo­ri­schen Fak­ten ver­dre­hen und dann eine Häre­sie nach der ande­ren vom Sta­pel zu las­sen! Aber auch dafür lei­sten wir Süh­ne, durch unser Opfer, unse­re Auf­op­fe­rung und nicht durch das „Her­ren­mahl der Gemein­schaft“

  3. Bes­ser kann man die Situa­ti­on nicht zusam­men­fas­sen. Aber gera­de, weil wir heu­te wie­der wie in jedem Jahr einen wun­der­ba­ren wür­di­gen Fron­leich­nams-Got­tes­dienst mit anschlie­ßen­der Pro­zes­si­on in Oschers­le­ben erle­ben durf­ten, kann man hof­fen, dass es immer noch Prie­ster gibt, die sich nicht ent­mu­ti­gen las­sen. So soll­ten auch wir wei­ter hof­fen, dass der Hei­li­ge Geist doch alles zum Guten wen­den kann. Anschlie­ßend saßen wir noch Stun­den fröh­lich bei­sam­men. Sol­che Tage geben Kraft, den müh­sa­men All­tag zu bewäl­ti­gen.

  4. Es ist schon rich­ti­ge Schis­ma in der katho­li­schen Kir­che, Moder­ni­sten gegen die Tra­di­ti­on.

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