Ist Australiens Fall Pell eine Intrige im Vatikan?

Eine logische Analyse der Fakten












Der australische Fall Pell aus dem Vatikan.
Der australische Fall Pell aus dem Vatikan.

(Canberra/Rom) In Australien in erster Instanz wurde über Kardinal George Pell eine sechsjährige Haftstrafe verhängt. Der Kardinal, der seine Unschuld beteuert, hat Berufung eingelegt. Vorerst aber sitzt er im Gefängnis. In Rom verstärken sich Stimmen, daß der australische Mißbrauchsfall seinen Ausgang im Vatikan genommen habe. Vorgebracht werden die Anmerkungen von der fiktiven Figur „Pezzo Grosso“ (Großes Tier) in einem Schreiben an den Vatikanisten Marco Tosatti.

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Als Kardinal Pell nach Rom kam, da er zum ersten „Staatssekretär für die Finanzangelegenheiten“ ernannt worden war, tat er sich schwer damit, zu verstehen, wie delikat seine Aufgabe war. Vor allem deshalb, weil diese Aufgabe bis dahin von Kardinalstaatssekretär (Kardinal Parolin) ausgeübt wurde, der sich durch die Neuorganisation einen Schlüsselbereich entzogen sah und darüber alles andere als glücklich war… Entsprechend streng fielen seine Beurteilungen des australischen Kollegen aus.

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Einige purpurne Kollegen von Kardinal Pell erklärten ihm, daß die ihm übertragene Aufgabe entweder exzellente Kenntnisse in der Finanzverwaltung oder das vollkommene und absolute Vertrauen in seine Regierungsorgane voraussetzt. Obwohl er sich mehr in der Theologie, als in der Finanzverwaltung auskannte, glaubte dennoch, seine Aufgabe mit Fleiß erfüllen zu können, und das, obwohl er die Mechanismen, mit denen er sein Ministerium führen sollte, noch gar nicht kannte.

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Als jene Probleme auftraten, die als „Fall Libero Milone“ bekannt wurden (der Generalrevisor des Vatikans, der für die Verwaltungs- und Finanzkontrolle zuständig war, aber aus dem Vatikan hinausgeworfen und sogar angezeigt wurde, weil er unerlaubt Ermittlungen über kuriose und verdächtige Finanzbewegungen und zu einigen ebenso kuriosen Konten aufgenommen hatte), wollte Kardinal Pell – anstatt sich um Rugby zu kümmern –, der Sache auf den Grund gehen und Licht in die von Milone aufgezeigten Unklarheiten bringen.

Und so flatterte das „Brieflein“ aus Australien auf seinen Schreibtisch, dessen Ergebnis heute von allen Medien berichtet wurde.

Das hier dargestellte ist nur eine logische Analyse der Fakten.

Lieber Tosatti, Sie werden aber sehen, daß der „Barmherzige“ eingreifen wird, um ihm die Begnadigung zu verschaffen – für sein Schweigen.

Einleitung/Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: MiL

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2 Kommentare

  1. Nach all den Auffälligkeiten seit „bona Sera“, Familiensynode I und so weiter ist man schon geneigt, alles zu glauben.
    Daß Machtgelüste auch noch hinein spielen, ist mir neu, wenn auch unverständlich.

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