VaticanNews macht Papst Franziskus zum „Nachfolger Christi“

Ein Freudscher Versprecher?

VaticanNews leicht verwirrt: Ist Papst Franziskus der Nachfolger des Petrus und der Stellvertreter Christi oder gar der „Nachfolger Christi“? Christi
VaticanNews leicht verwirrt: Ist Papst Franziskus der Nachfolger des Petrus und der Stellvertreter Christi auf Erden oder gar der „Nachfolger Christi“? Christi

(Rom) Das seit Dezem­ber 2017 akti­ve, mul­ti­me­dia­le und mehr­spra­chi­ge Nach­rich­ten­por­tal des Vati­kans, Vati­can­News, bezeich­ne­te Papst Fran­zis­kus bereits mehr­fach als „Nach­fol­ger Chri­sti“.

VaticanNewsVer­spre­cher kön­nen „Freud­scher“ Natur sein. Ob ein sol­cher Lap­sus jenem zugrun­de liegt, der Vati­can­News bereits wie­der­holt unter­lau­fen ist?

Tat­sa­che ist, daß Vati­can­News, die Nach­rich­ten­agen­tur des Hei­li­gen Stuhls, Papst Fran­zis­kus fälsch­lich nicht als Nach­fol­ger des Petrus oder Stell­ver­tre­ter Chri­sti auf Erden bezeich­ne­te, son­dern als „Nach­fol­ger Chri­sti“, eine Bezeich­nung, die der Kir­che bis­her fremd war und theo­lo­gisch eine Hyper­pa­pis­mus bedeu­ten wür­de.

Der am Diens­tag ver­öf­fent­lich­te Arti­kel über die päpst­li­chen Zele­bra­tio­nen in den kom­men­den drei Mona­ten November–Januar ende­te in sei­ner Erst­fas­sung mit dem Hin­weis:

„[…] am Sonn­tag, 13. Janu­ar, am Fest der Geburt des Herrn, wird der Nach­fol­ger Chri­sti die Hei­li­ge Mes­se und die Tau­fe eini­ger Kin­der in der Six­ti­ni­schen Kapel­le um 9.30 Uhr zele­brie­ren“.

Nach­dem eini­ge katho­li­sche Medi­en über die Titu­lie­rung staun­ten, wur­de die Stel­le in „Nach­fol­ger des Petrus (vgl. Lumen Gen­ti­um, 23)“ kor­ri­giert.

Es han­del­te sich aller­dings nicht um den ersten Vor­fall die­ser Art. Bereits am ver­gan­ge­nen 29. August ver­öf­fent­lich­te Vati­can­News einen Arti­kel über die Irland-Rei­se von Papst Fran­zis­kus. Die Über­schrift lau­te­te: „Kate­che­se des Pap­stes: Die Fami­li­en, Freu­de für die Welt, strah­len die Lie­be Chri­sti aus“. Dar­in war zu lesen:

„In der Pro­ka­the­dra­le von Dub­lin erklär­te der Nach­fol­ger Chri­sti…“

Und jüngst am 14. Okto­ber schrieb Vati­can News im Arti­kel „Papst: ‚Gott kön­nen wir nicht einen Pro­zent­satz der Lie­be schen­ken, ent­we­der alles oder nichts“:

„Die­se Per­son sprach in den Begrif­fen von Ange­bot und Nach­fra­ge, prä­zi­sier­te der Nach­fol­ger Chri­sti…“.

Der Arti­kel befaß­te sich mit den Hei­lig­spre­chun­gen jenes Tages, dar­un­ter Papst Paul VI.

Wer es wohl­wol­lend sieht, könn­te anneh­men, daß eini­ge Mit­ar­bei­ter von Vati­can­News im Kate­chis­mus­un­ter­richt nicht ganz genau auf­ge­paßt haben oder schlecht unter­wie­sen wur­den. Wer es weni­ger wohl­wol­lend betrach­tet, könn­te dar­in eine Form von Papo­la­trie sehen. Immer­hin lau­tet der selbst­ge­wähl­te Auf­trag von Vati­can­News, wie er in Rom groß­flä­chig pla­ka­tiert wur­de: „Wir brin­gen Fran­zis­kus in die Welt“.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Twit­ter (Screen­shot)

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