Sinead O’Connor verlangt Beweis für ihre Exkommunikation

Sinead O'Connor
Sinead O'Connor und Papst Franziskus

(Dub­lin) Die iri­sche Sän­ge­rin Sinead O’Con­nor wur­de nicht nur durch ihre Musik und Haar­tracht bekannt, son­dern auch durch ihre Kir­chen­feind­lich­keit auf. Nun sucht sie erneut die Pro­vo­ka­ti­on und wünscht von Papst Fran­zis­kus per­sön­lich bestä­tigt zu bekom­men, daß sie aus der Kir­che aus­ge­schlos­sen wur­de.

Papst Fran­zis­kus ist für Über­ra­schun­gen bekannt. Jüngst erschien er ohne Ein­la­dung und ohne Ankün­di­gung bei einer Hoch­zeit, um das über­rasch­te Braut­paar per­sön­lich zu trau­en. Eini­ge Medi­en spe­ku­lie­ren daher, daß er im Rah­men sei­nes Irland-Besu­ches viel­leicht auch den Wunsch der Sän­ge­rin Sinead O’Connor erfül­len könn­te und ihr „hand­schrift­lich“, so ihre For­de­rung, ihren Kir­chen­aus­schluß bestä­tigt. Die Musi­ke­rin möch­te einen „Beweis“ für ihre Exkom­mu­ni­ka­ti­on haben.

Sinead O’Connor, die sich neu­er­dings Mag­da Davitt nennt, um sich „vom Fluch ihrer Eltern zu befrei­en“, wur­de 2013 von der katho­li­schen Kir­che exkom­mu­ni­ziert. 1992 hat­te sie in einer Fern­seh­sen­dung vor lau­fen­den Kame­ras ein Pho­to von Papst Johan­nes Paul II. zer­ris­sen und damit nicht nur in Irland, son­dern welt­weit gläu­bi­ge Katho­li­ken ent­setzt.

Sie habe mehr­fach vom Vati­kan eine Bestä­ti­gung für ihre Exkom­mu­ni­ka­ti­on ver­langt, um sie ihrem Enkel zei­gen kön­nen. 2015 wur­de die Mut­ter von vier Kin­dern von vier ver­schie­de­nen Män­nern erst­mals Groß­mutter. Sie habe zwar aus den Medi­en erfah­ren, so O’Con­nor, exkom­mu­ni­ziert zu sein, aber bis heu­te kei­ne Bestä­ti­gung dafür erhal­ten.

O’Connor sprach sich wie­der­holt für die Tötung unge­bo­re­ner Kin­der aus und kri­ti­sier­te die Kir­che, weil sie kein Frau­en­prie­ster­tum zulas­se. Als in den 90er Jah­ren zum Skan­dal um die Mag­da­le­nen­heim kam, mel­de­te sich auch die Sän­ge­rin zu Wort. Im 16. Lebens­jahr habe sie für eini­ge Mona­te in ein sol­ches Inter­nat müs­sen. In die­ser Zeit sei sie „von Prie­stern“ sexu­ell miß­braucht wor­den. Wäre dem so, wür­de es viel­leicht eini­ges von ihrem Haß auf die Kir­che erklä­ren. Bis heu­te ist aller­dings nicht geklärt, was und wie­viel an O’Con­nors Geschich­te der Wahr­heit ent­spricht.

Die schrift­li­che Bestä­ti­gung ihrer Exkom­mu­ni­ka­ti­on, so die Sän­ge­rin, sol­le ihr dabei hel­fen, eine Zusam­men­ar­beit mit dem Rap­per Kanye West zustan­de zu brin­gen.

Michael Cox
Micha­el Cox, von dem sich O’Con­nor 1999 zur „Prie­ste­rin wei­hen“ ließ.

1999 ließ sich Sinead O’Connor ali­as Mag­da Davitt von einem „Bischof“ Micha­el Cox zur „katho­li­schen Prie­ste­rin“ wei­hen. Cox, ein ehe­ma­li­ger Poli­zei­be­am­ter grün­de­te, nach­dem er 1978 von der katho­li­schen Kir­che exkom­mu­ni­ziert wor­den war, die Irish Ortho­dox Catho­lic and Apo­sto­lic Church (Iri­sche Ortho­do­xe, Katho­li­sche und Apo­sto­li­sche Kir­che), deren Erz­bi­schof-Patri­arch er ist. O’Con­nor erhielt bei ihrer „Wei­he“ den Namen „Mother Ber­na­det­te Mary“.

2012 tauch­ten in den Medi­en Gerüch­te über psy­chi­sche Pro­ble­me und einen Sui­zid­ver­such der Sän­ge­rin auf. In Musik­krei­sen war schon frü­her davon die Rede. 2015 bestä­tig­te O’Con­nor, die vor zehn Jah­ren für eini­ge Zeit Theo­lo­gie stu­diert haben soll, ver­ar­bei­tet in ihren Lie­dern einer­seits star­ke reli­giö­se Bezü­ge, greift aber ande­rer­seits die Kir­che an.

In weni­gen Tagen wird Papst Fran­zis­kus zum Abschluß des Welt­fa­mi­li­en­tref­fens Irland besu­chen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wikicommons/ordermaterdei (Screen­shot)

 

1 Kommentar

  1. Wenn sich Pro­te­stan­ten bzw/innen oder gar Katho­li­kin­nen zu Prie­stern wei­hen las­sen, ist das nicht mehr als ein Pla­ce­bo, um einen Min­der­wer­tig­keits­kom­plex zu ver­drän­gen.

    Die Richt­li­ni­en der katho­li­schen Kir­che sind klar. Irr­tü­mer erge­ben sich, wenn Prie­ster nicht die unver­fälsch­te Wahr­heit pre­di­gen und statt­des­sen den Ohren von „Gläu­bi­gen“ schmei­cheln wol­len.
    Sie­he deut­sche, katho­li­sche Kir­che, wo der Pro­te­stan­tis­mus eine Art Revi­val erlebt. Wenn sich schon die evan­ge­li­sche „Kir­che“ zuse­hends auf­löst, will sie wohl in der deut­schen katho­li­schen Kir­che wei­ter exi­stie­ren.

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