Erstmals Kardinalstaatssekretär beim Bilderberger-Treffen

Bilderberger
2018 nimmt erstmals der Kardinalstaatssekretär am Treffen der Bilderberger teil, das vom 7.-10. Juni in Turin stattfindet.

(Rom/New York) Das gab es noch nicht: Der exklu­siv­ste Club der Mäch­ti­gen, der Olig­ar­chen, Rei­chen, Mei­nungs­ma­cher und poli­ti­schen Füh­rer, die Bil­der­ber­ger, die abge­schirmt von der Außen­welt sich tref­fen und unter Aus­schluß der Öffent­lich­keit sich abspre­chen und ihre Ent­schei­dun­gen für die Mensch­heit tref­fen, wer­den beim dies­jäh­ri­gen Jah­res­tref­fen erst­mals auch den vati­ka­ni­schen Regie­rungs­chef, Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Pie­tro Paro­lin, in ihren Rei­hen begrü­ßen kön­nen.

Heu­te beginnt das Bil­der­ber­ger-Tref­fen 2018 im ita­lie­ni­schen Turin. Es dau­ert bis zum 10. Juni. Was im Westen im Bereich Finan­zen, Poli­tik, Medi­en und Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on zu den Eli­ten gehört, ver­sam­melt sich heu­te in der ita­lie­ni­schen Auto­mo­bil-Metro­po­le.

Fol­gen­de The­men ste­hen laut Info­Va­ti­ca­na auf der Tages­ord­nung:

  • Popu­lis­mus in Euro­pa
  • Die Her­aus­for­de­rung der Ungleich­heit
  • Die Zukunft der Arbeit
  • Künst­li­che Intel­li­genz
  • Die USA vor den Halb­zeit­wah­len
  • Der Frei­han­del
  • Die Welt­spit­ze der Ver­ei­nig­ten Staa­ten
  • Ruß­land
  • Quan­ten­com­pu­ter
  • Sau­di-Ara­bi­en und Iran
  • Die Welt in der Ära des „Post­fak­ti­schen“
  • Aktu­el­le Ereig­nis­se

Von den seit 1954 statt­fin­den­den Tref­fen der „ein­fluß­reich­sten Grup­pe der Welt“, so der Euro­pa­ab­ge­ord­ne­te und FPÖ-Gene­ral­se­kre­tär Harald Vilims­ky 2015, hielt sich die katho­li­sche Kir­che stets fern. Die Anlie­gen der Mäch­ti­gen waren ihr eben­so suspekt bis fremd wie ihre Ver­net­zung nicht zuletzt mit der Frei­mau­re­rei.

Mit dem Jahr 2018 ist alles anders.

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin
Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Pie­tro Paro­lin

Seit der Wahl von Papst Fran­zis­kus 2013 fin­det eine Annä­he­rung zwi­schen dem Vati­kan und den mäch­ti­gen, for­mel­len und infor­mel­len inter­na­tio­na­len Insti­tu­tio­nen statt. Die Anwe­sen­heit des Kar­di­nal­staats­se­kre­tärs beim dies­jäh­ri­gen Bil­der­ber­ger-Tref­fen schließt die­sen Annä­he­rungs­pro­zeß pla­ka­tiv ab. Paro­lin bestä­tig­te bereits sei­ne Teil­nah­me.

Dabei geht es nicht nur dar­um, daß der Vati­kan durch sei­nen höch­sten Regie­rungs­ver­tre­ter dar­an teil­nimmt, son­dern dar­um, daß die Bil­der­ber­ger die­se Teil­nah­me akzep­tie­ren. Wo frü­her Unver­ein­bar­keit galt, scheint inzwi­schen ein so hohes Maß an Über­ein­stim­mung erreicht, daß selbst eine Ver­schmel­zung in gemein­sa­men, okkul­ten Gre­mi­en mög­lich gewor­den ist.

Anders aus­ge­drückt: Die katho­li­sche Kir­che unter Papst Fran­zis­kus fügt sich in die welt­li­chen Macht­zen­tren ein und ord­net sich die­sen unter.

„Riecht es bei den Bil­der­ber­gern auch nach Scha­fen?“, fragt Car­los Este­ban pro­vo­kant.

Ange­kün­digt ist die Teil­nah­me von A wie Paul Ach­leit­ner, Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der der Deut­schen Bank; über B wie José Bar­ro­so, heu­te Vor­sit­zen­der von Gold­man Sachs, zuvor Prä­si­dent der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on; über C wie Ber­nard Caze­neuve, bis 2017 fran­zö­si­scher Pre­mier­mi­ni­ster; über D wie Mathi­as Döpf­ner, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Axel Sprin­ger SE (und Time War­ner, Voda­fone usw.); E wie John Elkann, Vor­stands­vor­sit­zen­der von FIAT Chrys­ler Auto­mo­bi­les; Andrea Ecker, Gene­ral­se­kre­tä­rin des öster­rei­chi­schen Bun­des­prä­si­den­ten; I wie Wolf­gang Ischin­ger, Lei­ter der Münch­ner Sicher­heits­kon­fe­renz. Die wei­te­ren Teil­neh­mer aus dem deut­schen Sprach­raum sind, soweit bekannt: Ursu­la von der Ley­en, Gün­ther Oettin­ger, Tho­mas End­ers, Chri­sti­ne Beer­li, Lil­li Gru­ber, Rena­te Köcher, André Kudel­ski, Pame­la Ren­di-Wag­ner, Johann Schnei­der-Ammann, Peter Thiel, Ger­hard Zei­ler.

Dazu schreibt Info­Va­ti­ca­na:

„Die Ein­la­dung des vati­ka­ni­schen Staats­se­kre­tärs Pie­tro Paro­lin zur Teil­nah­me am dies­jäh­ri­gen Tref­fen des Bil­der­berg-Clubs, die der Prä­lat ange­nom­men hat, ver­trägt sich schlecht mit der ‚armen Kir­che für die Armen‘, von der der Papst spricht“.

Es scheint viel­mehr die Kir­che der Rei­chen und der Mäch­ti­gen, die am Bil­der­ber­ger-Tref­fen teil­nimmt.

„Ich bezweif­le, daß die chaldäi­schen Katho­li­ken im Nahen Osten, die von isla­mi­schen Fun­da­men­ta­li­sten bedrängt wer­den, wirk­lich die Mög­lich­keit zur Inter­kom­mu­ni­on wich­tig ist, oder den nige­ria­ni­schen Gläu­bi­gen, die regel­mä­ßig von Boko Haram mas­sa­kriert wer­den, wirk­lich die Umsor­gung der Wün­sche von Homo­se­xu­el­len bewegt. Viel­mehr scheint das Gewicht der rei­chen deut­schen Kir­che an der römi­schen Kurie und in den päpst­li­chen Sym­pa­thien unver­hält­nis­mä­ßig groß zu sein“, so Car­los Este­ban.

Die­ser „unver­hält­nis­mä­ßi­ge“, deut­sche Ein­fluß unter Papst Fran­zis­kus fin­de sei­ne Aus­druck auch in der unglaub­li­chen Teil­nah­me des Kar­di­nal­staats­se­kre­tärs beim Bil­der­ber­ger-Tref­fen.

Mit Sicher­heit nimmt der Kar­di­nal­staats­se­kre­tär nicht ohne Bil­li­gung durch Papst Fran­zis­kus am Bil­der­ber­ger-Tref­fen teil.

Papst Fran­zis­kus scheint sich „bei poli­ti­schen The­men wie Kli­ma­wan­del, Mas­sen­ein­wan­de­rung, Fake News, Sozia­le Netz­wer­ke…“ woh­ler zu füh­len. „Der Ein­druck, den er ver­mit­telt, ist der eines Men­schen, des­sen wirk­li­che Beru­fung mehr die zum Welt­füh­rer als zum Steu­er­mann von Petri Schiff zu sein scheint“, so Info­Va­ti­ca­na.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: InfoVaticana/Vatican.va (Screen­shot)

2 Kommentare

  1. Anna Katha­ri­na Emme­rich hat in ihren Visio­nen zwei Päp­ste vor­aus­ge­se­hen und die­se haben wir jetzt. Es ist eine Rie­sen­täu­schung im Gan­ge, da es nur einen Papst geben kann. Die­ser angeb­li­che Papst wider­spricht regel­mä­ßig den 10 Gebo­ten. Jetzt geht es nur noch dar­um, sei­tens der Prie­ster recht­zei­tig den Absprung von der gei­sti­gen Gefolg­schaft der Irr­leh­ren von Papst Fran­zis­kus zu schaf­fen und bis dahin wach­sam zu sein.
    Die Gläu­bi­gen, die in Papst Fran­zis­kus den Mes­si­as sehen, sol­len um Erleuch­tung durch den hei­li­gen Geist beten und die Leh­re Jesu Chri­sti im Zusam­men­hang mit den 10 Gebo­ten stu­die­ren.

  2. Die jet­zi­ge Mann­schaft im Vati­kan ist inten­siv mit der Frei­mau­re­rei ver­bun­den und agiert ganz im Sin­ne der Bil­der­berg­kon­fe­renz.
    Nach einem ekla­tant miß­lun­ge­nem Expe­ri­ment auf den Dächern des Apo­sto­li­schen Palasts bei der Hei­lig­erklä­rung 2015 u.F.v. don Val­le­jo Bal­da und Fran­ce­s­ca Chaou­qui tritt jetzt offen­sicht­lich der vati­ka­ni­sche Top selbst an.
    An der Aussen­sei­te der erz­bi­schöf­li­chen Kathe­dra­le von Bue­nos Aires befin­det sich übri­gens die Erin­ne­rungs­ka­pel­le für José de San Mar­tin, voll­ge­stopft mit Frei­mau­rer­sym­bo­len.

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