Markus Söder holt sich Unterstützung bei Benedikt XVI.

Benedikt XVI. mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder
Benedikt XVI. mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder.

(Rom) Bayerns neuer Ministerpräsident Markus Söder besuchte Benedikt XVI. im vatikanischen Kloster Mater Ecclesiae.

In Bayern herrscht Wahlkampf. Am kommenden 14. Oktober wählen die Bayern einen neuen Landtag. Söder, seit 16. März Ministerpräsident, geht es dabei, die absolute Mandatsmehrheit der CSU zu verteidigen. Konkurrenz kommt dieses Mal, vor kurzem noch unerwartet, von rechts. Der AfD werden je nach Umfrage aktuell bis zu 14 Prozent und damit Platz Zwei hinter der CSU zugetraut. Dennoch gilt es nicht als ausgeschlossen, daß die CSU erneut die absolute Mandatsmehrheit erreicht.

Der Besuch ist weder als reine Höflichkeit noch allein als Teil des Wahlkampfes zu sehen. Söder hat mit dem Kreuzerlaß getan, was für einen christlichen Politiker selbstverständlich sein sollte: im engeren Sinn das öffentliche Bekenntnis zu Christus und im weiteren Sinn zum Eigenen, zur eigenen Identität und Kultur. Das Kreuz ist in diesem Sinne Ausdruck der Rückkoppelung auf die eigenen Wurzeln, die nicht gegen einen luftleeren Raum eingetauscht werden sollen, um die Masseneinwanderung „bewältigbar“ zu machen und den Relativisten im eigenen Haus zu schmeicheln.

Söder begründete den Kreuzerlaß mit der Notwendigkeit tragender Elemente für die Gesellschaft. Worauf sonst sollte sich der Staat und das Gemeinwesen stützen? Allein auf die Strenge des Gesetzes, dessen Einhaltung durch ein rigides staatliches Gewaltmonopol gegen eine Masse von Individuen erzwungen wird? Auf welcher Grundlage sollten die einzuhaltenden Gesetze erlassen werden?

Vom höchsten Kirchenvertreter des Freistaates wurde er im Stich gelassen. Kardinal Reinhard Marx fiel dem Ministerpräsidenten im Namen einer fiktiven „Neutralität“ in den Rücken und kritisierte mit dem Kreuzerlaß nicht nur eine Regierungsmaßnahme, sondern relativierte die tragende Bedeutung des Kreuzes für das gedeihliche Zusammenleben der Menschen in seinem Land. Die von Kardinal Marx behauptete Staatsneutralität in einer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft, die mehr einer linkslinken Weltsicht als einer christlichen ähnelt, wurde jüngst, ohne den Kardinal zu nennen, sogar vom ehemaligen FDP-Landesvorsitzenden von Bayern, dem Verfassungsrechtler Manfred Brunner, verworfen – unter Berufung auf Benedikt XVI.

Söder reiste daher nach Rom, um sich vom vormaligen Papst Benedikt XVI., einem Bayer, jene, zumindest indirekte Unterstützung zu holen, die ihm Kardinal Marx, einer der potentesten Kirchenfürsten im derzeitigen Pontifikat, verweigert.

Bayerns Ministerpräsident veröffentlichte Photos von der Begegnung mit Benedikt XVI. auf Instagram. So bietet der Besuch Gelegenheit, aktuelle Aufnahme des deutschen Papstes zu sehen.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Instgramm (Screenshot)

 

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