Haftantritt für Don Mercedes

Sexueller Mißbrauch
Der Ex-Priester Don Mercedes befindet sich seit Freitag der Vorwoche im Gefängnis. Er muß wegen sexuellen Mißbrauchs eine Haftstrafe von fast fünf Jahren verbüßen.

(Rom) In sei­ner Sonn­tags­aus­ga­be mel­de­te der Cor­rie­re del­la Sera, daß der ehe­ma­li­ge Prie­ster Mau­ro Inzo­li, bes­ser bekannt als Don Mer­ce­des, am ver­gan­ge­nen Frei­tag, sei­ne Gefäng­nis­stra­fe antre­ten muß­te.

Don Mer­ce­des wur­de wegen sexu­el­len Miß­brau­ches von fünf Min­der­jäh­ri­gen, began­gen im Zeit­raum 2004 bis 2008, zu vier Jah­ren, sie­ben Mona­ten und 10 Tagen Gefäng­nis ver­ur­teilt. Seit dem 6. April befin­det er sich im Gefäng­nis von Bol­la­te in Mai­land, wo er sich gemäß Vor­la­dung der Gerichts­bar­keit zur Haft­ver­bü­ßung ein­fand. Nach dem Haft­an­tritt wur­de er in die Abtei­lung für Sexu­al­straf­tä­ter über­stellt, wo er sei­ne Stra­fe ver­bü­ßen muß. Sol­che Abtei­lun­gen wur­den zum Schutz der betrof­fe­nen Gefan­ge­nen vor den übri­gen Gefäng­nis­in­sas­sen ein­ge­rich­tet. Frau­en- und Kin­der­schän­der ste­hen in der Häft­lings­hier­ar­chie an unter­ster Stel­le.

Am 14. März hat­te der Ober­ste Gerichts­hof das Urteil des Beru­fungs­in­stanz am Ober­lan­des­ge­richt Bre­scia bestä­tigt. Inzo­li gehör­te der Gemein­schaft Com­u­nio­ne e Libe­ra­zio­ne (CL) an und war Mit­grün­der der gemein­nüt­zi­gen Stif­tung Lebens­mit­tel­bank, deren Vor­sit­zen­der er von 1997–2012 war.

Im Mai 2017 war Inzo­li von Papst Fran­zis­kus in den Lai­en­stand zurück­ver­setzt wor­den, nach­dem er zuvor unter dem der­zei­ti­gen Pon­ti­fi­kat eini­gen Schutz genos­sen hat­te. Zuvor war eini­ge Kri­tik an der „Null­to­le­ranz“ von Papst Fran­zis­kus geübt wor­den.

Ihm wird zur Last gelegt, sein Auto­ri­täts­ver­hält­nis als Pfar­rer in Crema und als Direk­tor eines neu­sprach­li­chen Gym­na­si­ums aus­ge­nützt und sich Kin­der gefü­gig gemacht zu haben, indem er Bibel­stel­len zitier­te, beson­ders das Ver­hält­nis Vater-Sohn von Abra­ham und Isaak.

Vatikandiplomat verhaftet

Sexueller Mißbrauch
Vati­kan­di­plo­mat wegen kin­der­por­no­gra­phi­schen Mate­ri­als ver­haf­tet

Am ver­gan­ge­nen Sams­tag, 7. April, wur­de auf Antrag des Pro­mo­tor Ius­ti­tiae, der im kon­kre­ten Fall die Funk­ti­on eines Staats­an­wal­tes aus­übt, vom Unter­su­chungs­rich­ter des Gerichts­ho­fes des Vati­kan­staa­tes ein Haft­be­fehl gegen Msgr. Car­lo Alber­to Capel­la erlas­sen. Capel­la, der im diplo­ma­ti­schen Dienst des Hei­li­gen Stuhls stand, wur­de von der vati­ka­ni­schen Gen­dar­me­rie ver­haf­tet und in das Gen­dar­me­rie­ge­fäng­nis im Vati­kan über­stellt.

Die Ver­haf­tung erfolg­te nach ent­spre­chen­den Ermitt­lun­gen des Pro­mo­tor Ius­ti­tiae auf der Grund­la­ge von Art. 10, Para­graph 3 und 5 des Staats­ge­set­zes VIII/2013.

Capel­la war bis Sep­tem­ber 2017 die Num­mer Drei an der Apo­sto­li­schen Nun­tia­tur in den USA. Ihm wird der Besitz von kin­der­por­no­gra­phi­schem Mate­ri­al vor­ge­wor­fen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL/Vista (Screen­shot)