Der Teufel & Pater Amorth

Der Exorzist
Der Teufel und Pater Amorth. Der Dokumentarfilm von William Friedkin.

Gestern wur­de der offi­zi­el­le Trai­ler zum Doku­men­tar­film „The Devil & Father Amor­th“ (Der Teu­fel  & Pater Amor­th) ver­öf­fent­licht. Ein Doku­men­tar­film von Wil­liam Fried­kin, dem Regis­seur von Der Exor­zist, über einen der bekann­te­sten Exor­zi­sten.

Fried­kin Film Der Exor­zist kam 1973 in die Kinos und wur­de unter das Gen­re Hor­ror­film ein­ge­reiht. Jahr­zehn­te spä­ter woll­te der Regis­seur wis­sen, wie authen­tisch sein Film war. Wie weit ent­fernt er von der Wirk­lich­keit lag, was Fic­tion und was Rea­li­tät war. Dazu nahm er mit dem bekann­te­sten Exor­zi­sten Kon­takt auf.

Fried­kin traf sich mehr­fach mit P. Gabrie­le Amor­th und durf­te ihn bei sei­nem Exor­zi­sten­dienst beglei­ten. Dar­aus ent­stand die Doku­men­ta­ti­on, die am kom­men­den 20. April in den USA in die Kinos kom­men wird. Was bei­de nicht wis­sen konn­ten: Es waren die letz­ten Mona­te vor Amor­ths Tod.

Existenz des Bösen

Es sei das Anlie­gen von P. Amor­th gewe­sen, so Fried­kin, die Wirk­lich­keit des per­so­ni­fi­zier­ten Bösen sicht­bar zu machen. Auf­grund von Inter­views des Regis­seurs nach Amor­ths Tod war es in der Ver­gan­gen­heit zu Kri­tik gekom­men. Er gab bekannt, Amor­th habe ihm erlaubt, bei einem Exor­zis­mus zu fil­men. Ande­re Exor­zi­sten, Schü­ler Amor­ths, ver­mu­te­ten, Fried­kin könn­te ohne Erlaub­nis mit einer ver­steck­ten Kame­ra gefilmt haben. Fried­kin selbst sieht sich als „letz­ter Zeu­ge“ des Wir­kens von P. Gabrie­le Amor­th als Exor­zi­sten.

Pater Amor­th starb am 16. Sep­tem­ber 2016 nach kur­zer, schwe­rer Krank­heit im Alter von 91 Jah­ren. Die letz­ten 30 Jah­re sei­nes Lebens war der Prie­ster der Gesell­schaft des Hei­li­gen Pau­lus Exor­zist der Diö­ze­se Rom, ab 1992 sogar erster Exor­zist.

Bis 2007 hat­te er rund 70.000 Exor­zis­men durch­ge­führt. Ein Groß­teil daue­re nur „weni­ge Minu­ten“, ande­re „meh­re­re Stun­den“, sag­te er damals in einem Zei­tungs­in­ter­view. Ins­ge­samt sei er in sei­nem Leben in rund hun­dert Fäl­len „ech­ter Beses­sen­heit“ gegen­über­ge­stan­den. In der Regel habe es sich um „dämo­ni­sche Stö­run­gen“ oder For­men von Gei­stes­krank­heit gehan­delt.

1990 grün­de­te Pater Amor­th die Inter­na­tio­na­le Ver­ei­ni­gung der Exor­zi­sten (AIE) mit Sitz in Rom. Ihr gehö­ren Prie­ster an, die offi­zi­ell von einem Diö­ze­san­bi­schof mit dem Amt des Exor­zi­sten beauf­tragt sind. 2014 wur­de die Ver­ei­ni­gung mit Dekret der Kle­rus­kon­gre­ga­ti­on vom Hei­li­gen Stuhl kir­chen­recht­lich aner­kannt. Bis zu sei­nem 75. Geburts­tag im Jahr 2000 war er Vor­sit­zen­der, dann Ehren­vor­sit­zen­der der Ver­ei­ni­gung.

„Das Böse verleitet zu schrecklichen Dingen“

Das Böse, so Pater Amor­th 2013 im Doku­men­tar­film „Amor­th – der Exor­zist“, ver­lei­te zu „schreck­li­chen Din­gen“. Es gebe aber kei­nen Men­schen, „was immer er auch getan haben mag, der nicht durch Umkehr und die Gna­de Got­tes geret­tet wer­den könn­te“. Das Mot­to eines jeden Prie­sters, beson­ders aber auch der Exor­zi­sten müs­se es daher sein:

„Uner­bitt­lich gegen die Sün­de zu kämp­fen, aber nicht gegen den Sün­der“.

Der Exor­zist „der Diö­ze­se des Pap­stes“ war ein Mann der kla­ren Wor­te. 2010 sorg­te er mit einem Inter­view der Tages­zei­tung Il Foglio für Auf­se­hen:

„Ja, auch im Vati­kan gibt es Mit­glie­der sata­ni­scher Sek­ten. Es sind Prie­ster, Mon­si­gno­ri und auch Kar­di­nä­le! Es wur­de mehr­fach vom Teu­fel wäh­rend eines Exor­zis­mus gestan­den.“

Auf die Fra­ge, ob Papst Bene­dikt XVI. dar­über infor­miert sei, ant­wor­te­te Pater Amor­th:

„Natür­lich ist er infor­miert wor­den! Er macht, was er kann. Es ist eine erschüt­tern­de Sache. Beden­ken Sie, daß Bene­dikt XVI. ein deut­scher Papst ist. Er kommt aus einem Volk, das sol­che Din­ge ent­schie­den ablehnt. In Deutsch­land gibt es daher prak­tisch kaum Exor­zi­sten.“

Freimaurerei und Abtreibung

„Es gibt lei­der sehr vie­le Prie­ster und vie­le Bischö­fe, die nicht an die Exi­stenz des Teu­fels glau­ben. Es gibt gan­ze Län­der ohne offi­zi­ell ernann­te Exor­zi­sten. Vie­le Bischö­fe glau­ben nicht an die Exi­stenz des Teu­fels und gehen sogar soweit öffent­lich zu sagen, die Höl­le exi­stiert nicht, der Teu­fel exi­stiert nicht. Jesus aber spricht im Evan­ge­li­um mehr­fach davon, so daß man sich fra­gen könn­te, ob sie das Evan­ge­li­um nie gele­sen haben oder wirk­lich nicht dar­an glau­ben!“

2015 sag­te er in einem Fern­seh­in­ter­view zu Frei­mau­re­rei und Abtrei­bung:

„Die Frei­mau­re­rei wur­de ursprüng­lich von einem angli­ka­ni­schen Pastor gegrün­det, anfangs aus huma­ni­tä­ren Grün­den. Dann wur­de jedoch etwas ande­res dar­aus. Es geht um Macht und Geld. Um Macht und Geld. Das sind zwei Ein­falls­to­re des Bösen.“

„Der Teu­fel ist der Ver­wir­rer schlecht­hin. Er ver­dreht die Din­ge. Er ist der Vater der Lüge. Es ist kei­ne Wahr­heit in ihm. Je weni­ger an sei­ne Exi­stenz glau­ben, desto mehr bewuß­te oder unbe­wuß­te Werk­zeu­ge fin­det er unter den Men­schen. Neh­men wir das Bei­spiel Abtrei­bung. Da wird ein unschul­di­ges Kind getö­tet, ein Mensch getö­tet. Sie wol­len uns aber glau­ben machen, daß es sich um einen Fort­schritt han­delt. Um einen Fort­schritt! Einen Men­schen zu töten, soll ein Fort­schritt sein? Das muß man sich vor­stel­len. Es ist kaum zu glau­ben.“

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: You­tube (Screen­shot)