Auf Vatileaks folgt Lettergate

Der manipulierte Benedikt-Brief
Der manipulierte Benedikt-Brief: "Keine Manipulationsabsicht", sagt das vatikanische Presseamt. InfoVaticana fordert den Rücktritt von Msgr. Dario Edoardo Viganò

(Rom) Die Mani­pu­la­ti­on des Brie­fes von Bene­dikt XVI., durch die er als Kron­zeu­ge für die Güte der „Theo­lo­gie von Papst Fran­zis­kus“ ein­ge­setzt wer­den soll­te, ist um ein Kapi­tel rei­cher.

Nach­dem der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster am 13. März nach­ge­wie­sen hat­te, daß von den Vati­kan­me­di­en ein Teil des Bene­dikt-Brie­fes unter­schla­gen wor­den war, mel­de­te Asso­cia­ted Press am 14. März, daß das vom Vati­kan ver­öf­fent­lich­te Foto vom Bene­dikt –Brief mani­pu­liert wor­den war.

Am 15. März demen­tier­te nun die ita­lie­ni­sche Pres­se­agen­tur ANSA, einen von Asso­cia­ted Press zitier­ten, anony­men Vati­kan­spre­cher. Die­ser hat­te unter Wah­rung sei­ner Anony­mi­tät die Mani­pu­la­ti­on zuge­ge­ben und erklärt, der Vati­kan habe nie die Absicht gehabt, den Brief voll­stän­dig zu ver­öf­fent­li­chen.

ANSA kon­tak­tier­te „zustän­di­ge Quel­len beim Hei­li­gen Stuhl“, die jede Mani­pu­la­ti­ons­ab­sicht bestrit­ten. „Nie­mand woll­te etwas ver­stecken oder mani­pu­lie­ren.“ Und das mani­pu­lier­te Foto? „Das Foto, von dem eini­ge Medi­en spre­chen, ist ein­deu­tig ein künst­le­ri­sches Bild.“ Es habe die Schrif­ten­rei­he und den Brief Bene­dikts XVI. in einen ästhe­ti­schen Zusam­men­hang brin­gen, aber nichts mani­pu­lie­ren wol­len. Wegen der „künst­le­ri­schen“ Gestal­tungs­ab­sicht des Foto­gra­fen, sei­en Tei­le schär­fer und ande­re Tei­le unschär­fer. Kurz­um, rei­ner Zufall.

In der spa­ni­schen Fas­sung der ANSA-Mel­dung ist nicht von „zustän­di­gen Quel­len beim Hei­li­gen Stuhl“ die Rede, son­dern vom „Pres­se­amt des Vati­kans“.

„‘Nie­mand woll­te irgend etwas ver­stecken oder mani­pu­lie­ren‘, ant­wor­ten sie ANSA vom Pres­se­amt des Vati­kans.“

Es dau­er­te zwei Tage des Schreckens, bis sich im Vati­kan dar­an mach­te, Ruhe in die Sache zu brin­gen.

Mit der jüng­sten Erklä­rung nicht zufrie­den gibt sich das spa­ni­sche Nach­rich­ten­por­tal Info­Va­ti­ca­na, das den Rück­tritt von Msgr. Dario Edo­ar­do Viganò als Prä­fekt des vati­ka­ni­schen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­se­kre­ta­ri­ats for­dert.

Das rief Reu­ters auf den Plan, neben AP eine der drei inter­na­tio­nal füh­ren­den Nach­rich­ten­agen­tu­ren. Ihr Rom-Kor­re­spon­dent Phil­ipp Pul­lel­la ist als Ber­go­glia­ner bekannt, der jeden, der Kri­tik an der Amts­füh­rung von Papst Fran­zis­kus übt als „Ultra­kon­ser­va­ti­ven“ zeich­net. Pul­lel­la ver­such­te heu­te der jüng­sten Dar­stel­lung vati­ka­ni­scher Stel­len („alles ganz nor­mal“, „kei­ne Mani­pu­la­ti­on“) Gehör zu ver­schaf­fen. Aller­dings schreibt auch Reu­ters von einem „Let­ter­ga­te“ und stellt den Vor­fall in eine Rei­he mit Vati­leaks.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Info­Va­ti­ca­na

2 Kommentare

  1. Der hei­li­ger Vater Bene­dikt XVI ist und bleibt der Papst. Was hier alles wei­ter an Fake-Nach­rich­ten vom Vati­kan publi­ziert wor­den ist, bringt mir immer wie­der in der Über­zeu­gung etwas stimmt hier nicht! Ich bete für unse­ren hei­li­gen Vater Papst Bene­dikt XVI.

  2. Man kann nur dar­über stau­nen, was unter dem Aspekt „Kunst“ alles ver­öf­fent­licht wird…
    Es scheint doch etwas an dem Jesus-Wort dran zu sein: „An ihren Früch­ten also wer­det ihr sie erken­nen.“ (Mt 7,20)

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