Papst-Vertrauter kassiert 600.000 Dollar Extra ohne Gegenleistung

Pauperist Maradiaga, Papst-Vertrauter und Koordinator des C9-Kardinalsrates, kassierte fast 600.000 Dollar jährlich ohne wirkliche Gegenleistung.
Pauperist Maradiaga, Papst-Vertrauter und Koordinator des C9-Kardinalsrates, kassierte fast 600.000 Dollar jährlich als "Bonus" ohne wirkliche Gegenleistung.

„35.000 Euro im Monat für den Kar­di­nal. Neu­er Skan­dal im Vati­kan für Papst Fran­zis­kus. Der Freund und Bera­ter von Fran­zis­kus, Oscar Rodri­guez Mara­dia­ga, pre­dig­te den Pau­per­is­mus, erhielt aber eine hal­be Mis­si­on im Jahr von einer Uni­ver­si­tät von Honduras.“

So berich­te­te gestern das Wochen­ma­ga­zin L’Espresso über die Extra-Ein­nah­men eines der eng­sten Ver­trau­ten von Papst Fran­zis­kus, von Kar­di­nal Oscar Rodri­guez Mara­dia­ga, den ehe­ma­li­gen Vor­sit­zen­den der Cari­tas Inter­na­tio­nal, der sich unter dem der­zei­ti­gen Pon­ti­fi­kat als beson­ders inten­si­ver Armuts­pre­di­ger einer „armen Kir­che für die Armen“ her­vor­tat und der sich zuletzt sogar als poten­ti­el­ler Nach­fol­ger von Papst Fran­zis­kus in Stel­lung brachte.

Das Wochen­ma­ga­zin ent­hüll­te den „neu­en Skan­dal“ gestern zeit­gleich mit der Weih­nachts­an­spra­che des Pap­stes an die Römi­sche Kurie, die erneut zur Ver­bal­at­tacke gegen die Zen­tral­stel­le der Welt­kir­che wurde.

Laut L’Espresso kas­siert Kar­di­nal Mara­dia­ga jeden Monat 41.600 Dol­lar von der Katho­li­schen Uni­ver­si­tät von Tegu­cig­al­pa, deren Groß­kanz­ler er ist. Im Dezem­ber habe er als „Weih­nachts­ge­schenk“ sogar 64.200 Dol­lar kas­siert. Allein 2015 habe die Gesamt­sum­me, die Mara­dia­ga für sei­ne „Dien­ste“ als Groß­kanz­ler kas­sier­te, „fast 600.000 Dol­lar“ betra­gen. Dabei ist das Amt des „Groß­kanz­lers“ auto­ma­tisch mit jenem des Erz­bi­schofs ver­bun­den und hat den Zweck, die Ver­bun­den­heit der Uni­ver­si­tät mit der Kir­che sicher­zu­stel­len. Das Amt hat pri­mär reprä­sen­ta­ti­ve Funk­tio­nen und auch eine Kon­trollauf­sicht. Arbeits- oder Dienst­lei­stun­gen sind damit aber kei­ne ver­bun­den. Die Zah­lun­gen an Kar­di­nal Mara­dia­ga sind ein „Extra“ zu sei­nen ordent­li­chen Ein­nah­men, die sich der Kar­di­nal als ober­ster Dienst­herr gewis­ser­ma­ßen selbst gewähr­te. Man könn­te auch Selbst­be­die­nung dazu sagen.

Der Kardinal mit dem Draht zu George Soros

Soros-Spende für Papst-Besuch in den USA und beim UNO-Nachhaltigkeitsgipfel
Soros-Spen­de für Papst-Besuch in den USA und beim UNO-Nachhaltigkeitsgipfel

Mara­dia­ga war bereits im Som­mer 2016, nach DC Leaks-Ent­hül­lun­gen, im Zusam­men­hang mit dem Papst-Besuch 2015 in den USA vor­ge­wor­fen wor­den, mit dem links­ak­ti­vi­sti­schen Mul­ti­mil­li­ar­där und Über­va­ter der Glo­ba­li­sie­rung, Geor­ge Soros, einen Deal geschlos­sen zu haben. Belegt ist eine Zah­lung von 650.000 Dol­lar von Soros für die Finan­zie­rung des Papst-Besu­ches. Die Fra­ge steht seit­her im Raum, wel­chen Ein­fluß Soros und sein Netz­werk auf den Papst-Besuch neh­men konn­ten. Spe­ku­liert wur­de, daß Papst Fran­zis­kus im Gegen­zug zu The­men wie dem Mas­sen­mord an unge­bo­re­nen Kin­dern durch Abtrei­bung und der „Homo-Ehe“, zwei „hei­li­ge Kühe“ der poli­ti­schen Lin­ken, geschwie­gen habe.

Mara­dia­ga tat sich zudem als beson­ders eif­ri­ger Keu­len­schwin­ger gegen jede Kri­tik an der Amts­füh­rung von Papst Fran­zis­kus her­vor. Beson­ders unter­grif­fig wur­de er gegen die Kar­di­nä­le, die Papst Fran­zis­kus im Herbst 2016 Dubia (Zwei­fel) zum umstrit­te­nen nach­syn­oda­len Schrei­ben Amo­ris lae­ti­tia vor­leg­ten. Die Wort­mel­dung Mara­dia­gas gegen­über dem Fern­se­hen der Ita­lie­ni­schen Schweiz wur­de zur beschä­men­den Ent­glei­sung, für die sich der Hon­du­ra­ner weder ent­schul­dig­te noch Papst Fran­zis­kus eine sol­che von ihm ver­lang­te. Wört­lich hat­te Mara­dia­ga gesagt:

„In erster Linie den­ke ich, daß sie Amo­ris lae­ti­tia nicht gele­sen haben, weil das lei­der der Fall ist! Ich ken­ne die vier und sage: Sie sind bereits in Pen­si­on. Wie kommt es, daß sie nichts zu jenen sagen, die Waf­fen her­stel­len? Eini­ge sind in Län­dern, die Waf­fen pro­du­zie­ren und ver­kau­fen für den Geno­zid, der in Syri­en statt­fin­det – zum Bei­spiel. War­um? Ich möch­te nicht – sagen wir – zu hart sein: Nur Gott allein kennt das Gewis­sen der Men­schen und die inne­ren Beweg­grün­de, aber von außen gese­hen, scheint mir das ein neu­es Pha­ri­sä­er­tum. Sie haben sich geirrt, sie soll­ten bes­ser etwas ande­res machen.“

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: L’Es­pres­so (Screenshot)/InfoVaticana

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