Einwanderer droht Gefängnis, weil Markenabgaben an Vatikan nicht gezahlt

Marke Vatikan
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(Rom) Ein Ein­wan­de­rer ris­kiert eine Gefäng­nis­stra­fe, weil ihn der Vati­kan wegen des ille­ga­len Ver­kaufs von Sou­ve­nirs mit dem Kon­ter­fei von Papst Fran­zis­kus gericht­lich von Ita­li­en ver­fol­gen läßt.

Dem Ein­wan­de­rer wirft der Vati­kan vor, Sou­ve­nirar­ti­kel mit dem Bild von Fran­zis­kus ver­kauft zu haben, ohne ent­spre­chen­de Mar­ken­rech­te an den Vati­kan gezahlt zu haben.

Der Vati­kan bedient sich inter­na­tio­nal bekann­ter Fir­men, um jeden auf­zu­spü­ren, der der Büro­kra­tie des klein­sten Staa­tes der Welt unbe­quem ist“, so Info­Va­ti­ca­na.

„Die Fra­ge in unse­rer Welt ist nicht mehr nach Gut und Böse, son­dern danach, ob am sich die ent­spre­chen­den Rech­te gesi­chert hat, um die rich­ti­ge Sache auch ver­tre­ten zu kön­nen“, so die katho­li­sche, spa­ni­sche Nach­rich­ten­platt­form.

Info­Va­ti­ca­na nennt im Zusam­men­hang mit dem Rechts­streit Jesus Gleich­nis von zwei unglei­chen Söh­nen (Mt 21,28–31). Die Welt fol­ge ger­ne dem Bei­spiel des zwei­ten Soh­nes, der dem Vater zuvor­kom­mend erklärt, in den Wein­berg zur Arbeit zu gehen, es aber nicht tut. Im Chri­sten­tum soll­te jedoch der erste Sohn das Vor­bild sein, der sich zwar zuerst wei­gert, dann aber bereut und doch geht.

Info­Va­ti­ca­na wirft Papst Fran­zis­kus vor, von einer „Kir­che der Armen für die Armen“ zu spre­chen und die Auf­nah­me der Ein­wan­de­rer zur einer Art von höch­stem Gebot Got­tes erklärt zu haben. Jede Rück­sicht­nah­me auf ele­men­ta­re Aspek­te der Klug­heit, der Sicher­heit und der Iden­ti­tät der euro­päi­schen Völ­ker habe igno­riert zu wer­den.

Jeden­falls pas­se die­se „Pre­digt“ schlecht zur Geschich­te von Romio, einem Ben­ga­len, der legal nach Ita­li­en ein­ge­wan­dert ist. Er wur­de von der ita­lie­ni­schen Finanz­wa­che fest­ge­nom­men. Der ben­ga­li­sche „Tour­ope­ra­tor“ habe in sei­nem Geschäft in unmit­tel­ba­rer Nähe des Vati­kans Sou­ve­nirs zum Ver­kauf ange­bo­ten, für die er kei­ne Mar­ken­rech­te bezahlt habe.

Die Fähn­chen, Anstecker und Magnet­plat­ten zei­gen nichts Anzüg­li­ches, nichts Belei­di­gen­des, son­dern das Bild von Papst Fran­zis­kus und dazu die Kir­chen­far­ben, die Tia­ra mit den Petrus­schlüs­seln. Es han­delt sich auch nicht um Fäl­schun­gen. Der „Defekt“ ist, daß er die Mar­ken­ab­ga­ben, die der Vati­kan dafür ver­langt, nicht gelei­stet hat.

Mit Sicher­heit wir der Ben­ga­le Romio irgend­ei­ne Bestim­mung miß­ach­tet haben. Bei einer ille­ga­len Ein­wan­de­rung, die von Papst Fran­zis­kus unein­ge­schränkt gut­ge­hei­ßen wird, wer­den aber ganz ande­re und weit gewich­ti­ge­re Geset­ze gebro­chen.

Die Gren­zen eines sou­ve­rä­nen Lan­des dür­fen miß­ach­tet wer­den, Geset­ze durch die ille­ga­le Ein­wan­de­rung und deren Dul­dung gebro­chen wer­den, aber die Mar­ken­rech­te des Vati­kans, die müs­sen restrik­tiv beach­tet wer­den.

„Die wirk­li­che Gefahr ist, wie im Gleich­nis Jesu, daß der Schein zum Wich­tig­sten wird und gro­ße Wor­te wie Wel­co­me, Ben­ve­nuti, Will­kom­men, Ben­ve­n­i­dos nur zu lee­ren Wor­ten.“

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Info­Va­ti­ca­na

2 Kommentare

  1. Aber die­ser Per­son macht eigent­lich Wer­bung fuer den Vati­kan. Und es ist doch gut dass er so etwas ver­die­nen kann. Wenn ich in Rom bin kau­fe ich immer ger­ne Sou­ve­nirs. Hat der Vati­kan nichts bes­se­res zu tun als sich mit sol­chen unwich­ti­gen Sachen zu bescha­ef­ti­gen?

  2. Info­Va­ti­ka­na soll­te ein­mal das Gleich­nis nach­le­sen. Erstens ver­wech­seln sie den ersten mit dem zwei­ten Sohn und stel­len den­je­ni­gen Sohn als Vor­bild für Chri­sten dar, der gera­de von Chri­stus ver­ur­teilt wur­de. Die­ser wur­de ver­ur­teilt, weil er sich vor­sätz­lich gegen den Wil­len des Vaters gestellt hat­te. Er kann daher kein Vor­bild sein. Der ande­re Sohn sag­te die Arbeit im Wein­berg zu, ging aber nicht hin. Hier liegt wohl nur eine Schwä­che des Bru­ders vor, wäh­rend bei dem ande­ren eine vor­sätz­li­che Ver­feh­lung gegen den Wil­len des Vaters vor­liegt, er also eine Tod­sün­de begeht. Wie kann Info­Va­ti­ka­na die­sen als Vor­bild hin­stel­len?

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