Signale der Islamisierung

Zivilreligiöse Feier im Mainzer Dom
Zivilreligiöse Feier im Mainzer Dom

Ein Gast­kom­men­tar von Hubert Hecker.

Zum Tag der Deut­schen Ein­heit lud die Bun­des­re­gie­rung sich und aus­ge­such­te Ver­tre­ter der Viel­falts­ge­sell­schaft in die Main­zer Kathe­dral­kir­che zu einer zivil­re­li­giö­sen Fei­er­stun­de ein. Das Event dien­te der poli­ti­schen Klas­se als moral­po­li­ti­sche Beleh­rungs­fei­er für den staat­lich-gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt. Was spä­ter Bun­des­prä­si­dent Stein­mei­er in sei­ner offi­zi­el­len Ein­heitstag­re­de an aktu­el­len Bür­ger­tu­gen­den anmahn­te, durf­te im Kir­chen­raum der Prä­si­dent der pfäl­zisch-pro­te­stan­ti­schen Kir­che vor­tra­gen: „Wir brau­chen eine Atmo­sphä­re der Tole­ranz, des Respekts und der gegen­sei­ti­gen Ach­tung“. Wei­te­re Red­ner spra­chen sich für „Huma­ni­tät ohne Ober­gren­ze“ und gerech­tes Steu­er­sy­stem aus sowie gegen „struk­tu­rel­le Gewalt“. Bei­spie­le von welt­wei­ten Soli­da­ri­täts­ak­tio­nen wur­den vor­ge­stellt. Der neue Bischof von Mainz durf­te den Gast­ge­ber spie­len und in sei­nen Ein­lei­tungs­wor­ten das Fei­er­tags­the­ma umschrei­ben: Frei­heit und Zusam­men­halt in einem viel­ge­stal­ti­gen Land. Reli­giö­se Wor­te und Gesten wie Kreuz­zei­chen und Segens­hand­lung, Lesun­gen und Für­bit­ten, Orgel, Dom­chor und Kir­chen­lie­der wirk­ten wie deko­ra­ti­ven Rah­men­hand­lun­gen, die der poli­ti­schen Ein­heits­tag­fei­er eine höhe­re Wei­he geben soll­ten. Der spe­zi­fisch christ­li­che Glau­be an Jesus Chri­stus als Erlö­ser der Welt kam in die­sem Got­tes­dienst nicht vor.

Signale einer schleichenden Islamisierung

Statt­des­sen durf­te eine kopf­ver­hüll­te Mus­li­ma die Barm­her­zig­keit Allahs prei­sen. Die Ver­tre­te­rin eines mus­li­mi­schen Pasto­ral­ver­ban­des war außer­dem dazu bestimmt wor­den, den Ein- und Aus­zug der Spre­cher von Grup­pen- und Reli­gi­ons­re­prä­sen­tan­ten anzuführen.

Es sind die­se Signa­le einer schlei­chen­den Isla­mi­sie­rung des öffent­li­chen Gesche­hens, die vie­le Men­schen um die Iden­ti­tät ihres Lan­des fürch­ten las­sen. Der eigent­li­che Skan­dal bei die­ser Fei­er war jedoch der Wort­bei­trag der isla­mi­schen Frau. Dar­in stell­te sie die zen­tra­len Grund­wer­te unse­rer Ver­fas­sung durch die Scha­ria-Bril­le dar – als gott­ge­ge­be­ne Gaben statt als den Men­schen und dem Staat vor­ge­ge­be­ne Rechte.

Die isla­mi­sche Frau führ­te aus, dass sie an die Frei­heit und Wür­de glau­be, die ihr Schöp­fer in das Leben mit­ge­ge­ben habe. Im Ver­trau­en auf die Barm­her­zig­keit und der all­um­fas­sen­den Lie­be Allahs gestal­te sie ihre Arbeit.

Statt vorgegebener Menschenrechte von Natur aus …

Jeder Schul­ab­gän­ger in Deutsch­land müss­te gelernt haben, dass Men­schen­wür­de und Grund­rech­te von Anfang an allen Men­schen zu eigen sind. Das Recht auf Leben und die Frei­heit der Lebens­ge­stal­tung gehö­ren zur Natur des Men­schen. Nur des­halb sind sie unver­än­der­lich und unan­tast­bar – etwa von Sei­ten des Staats. Und außer­dem sind es Rech­te der Men­schen – und nicht gnä­di­ge Gaben von irgend­wem, für die man dank­bar sein müsste.

So ver­kün­det es jedoch die Mus­li­ma: Frei­heit und Men­schen­wür­de wären des Schöp­fers Gaben an die Men­schen, Allahs Geschen­ke der Barm­her­zig­keit. Aber wer etwas gnä­dig gewährt, kann die Gaben auch wie­der ent­zie­hen. Für undank­ba­re Men­schen und nicht-mus­li­mi­sche „Ungläu­bi­ge“ malt der Koran Allahs schreck­li­che Stra­fen aus. Wür­de und Frei­heit sind für den Islam kei­ne Rech­te und ins­be­son­de­re kei­ne Men­schen­rech­te von Natur aus.

… Geschenke von Allahs Gnaden mit Scharia-Vorbehalt

57 isla­mi­sche Staa­ten haben 1990 eine Gegen-Char­ta zu den UNO-Men­schen­rech­ten ver­ab­schie­det. Dort heißt es z. B.: „Das Leben ist ein Geschenk Got­tes. Des­halb ist es ver­bo­ten, einen Men­schen zu töten, außer wenn es die Scha­ria ver­langt“. Scha­ria­kon­form war etwa der koran­be­grün­de­te Tötungs­auf­ruf gegen den bri­ti­schen Schrift­stel­ler Sal­man Rush­die. Der Scha­ria-Vor­be­halt gilt aus­drück­lich für alle „Gaben Allahs“. In den Staa­ten mit isla­mi­scher Ver­fas­sung set­zen die Scha­ria-Vor­schrif­ten zum Straf­ver­stüm­meln oder Aus­peit­schen das Men­schen­recht auf kör­per­li­che Unver­sehrt­heit außer Kraft. Die Wür­de des Men­schen wird durch vie­le Scha­ria-Regeln ver­letzt und angetastet.

2002 hat der Zen­tral­ver­band der Mus­li­me in Deutsch­land eine Isla­mi­sche Char­ta ver­ab­schie­det. Dar­in ver­dreht der Islam-Ver­ein eben­falls die Men­schen­rech­te zu „Indi­vi­du­al­rech­ten, die im Koran ver­an­kert und von Gott gewährt“ wür­den. Der Begriff  „Rech­te“ für Allahs gewähr­te Gaben ist ein Wider­spruch in sich, somit ein Wort­kö­der der Mus­lim-Ver­tre­ter, um bei Poli­ti­ker und Nicht-Mus­li­men Aner­ken­nung von Men­schen­rech­ten vorzutäuschen.

Islamisches Konversionsverbot negiert die Religionsfreiheit

Der Test­fall für den Islam ist das Men­schen­recht auf Reli­gi­ons­frei­heit und Reli­gi­ons­wech­sel. Koran und ortho­do­xe Leh­re behaup­ten, der gott­ge­ge­be­ne Islam sei die ein­zig wah­re und beste Reli­gi­on. Des­halb – so beton­te Scheich al-Tay­eb, Rek­tor der Kai­ro­er Al-Akzar-Moschee – sei Abwen­dung vom Islam als Ver­bre­chen nicht zu tole­rie­ren und der Apostat „must be killed“.

Das wird auch in den deut­schen ortho­do­xen Moscheen Jung und Alt ein­ge­schärft. 56 Pro­zent der mus­li­mi­schen Jugend­li­chen bekann­ten schon vor 20 Jah­ren: „Der Islam ist die ein­zig recht­gläu­bi­ge Reli­gi­on. Ande­re Reli­gio­nen sind nich­tig und falsch. Deren Ange­hö­ri­ge sind Ungläu­bi­ge.“ Aus die­ser Ver­ab­so­lu­tie­rung der Islam-Reli­gi­on fol­gen Into­le­ranz, Ernied­ri­gung und Gewalt gegen „Ungläu­bi­ge“ und Konvertiten.

Auch der mus­li­mi­sche Zen­tral­ver­bands­vor­sit­zen­de Aiman Mazyek ver­tritt die­se Rech­te­be­schnei­dung durch das isla­mi­sche Kon­ver­si­ons­ver­bot. Die Fol­ge ist, dass sich die mei­sten der jähr­lich 300 mus­li­mi­schen Migran­ten, die in Deutsch­land zum Chri­sten­tum kon­ver­tie­ren, psy­chi­scher und phy­si­scher Gewalt von Sei­ten der Mus­li­me aus­ge­setzt sehen oder sich und ihren Glau­ben ver­stecken müssen.

Dass sich der Islam mit die­ser Negie­rung von Grund- und Men­schen­rech­ten in Deutsch­land breit machen kann, ist eine Schan­de für den deut­schen Rechts- und Ver­fas­sungs­staat. Schuld dar­an ist die poli­ti­sche Klas­se in unserm Land. Die herr­schen­den Poli­ti­ker wis­sen um die­se Defi­zi­te des Islam in Ver­fas­sungs­fra­gen. Trotz­dem tun sie nichts dage­gen, wenn die Ima­me in den Moschee­ge­mein­den und die Islam­füh­rer in den Grup­pen und Ver­bän­den stän­dig Grund­rechts­ver­let­zun­gen pro­pa­gie­ren, die Men­schen­rech­te ver­dre­hen oder die Ver­fas­sung nur unter Vor­be­halt anerkennen.

Beden­ken hat­te vor zwei Jah­ren der Grü­nen­spre­cher Cem Özde­mir geäu­ßert: Die Islam­ver­bän­de sei­en weni­ger bekennt­nis­mä­ßig als natio­nal oder poli­tisch aus­ge­rich­tet. Des­halb wäre eine staat­li­che Aner­ken­nung als Kör­per­schaf­ten des öffent­li­chen Rechts „aben­teu­er­lich“. Die ist Vor­aus­set­zung für Reli­gi­ons­un­ter­richt an öffent­li­chen Schulen.

Schon lan­ge ist die Ten­denz erkenn­bar, dass die poli­ti­schen Impli­ka­tio­nen der Islam­leh­re von ortho­do­xen Pre­di­gern pro­pa­giert und von aus­län­di­schen Staa­ten (etwa Sau­di Ara­bi­en) instru­men­ta­li­siert wer­den. Inzwi­schen ist die­se Rich­tung bei der Tür­kisch-isla­mi­schen Uni­on Ditib unüber­seh­bar. Dort wird das isla­mi­sche Dog­ma der Ein­heit von (tür­ki­schem) Staat und Reli­gi­on ganz unge­niert prak­ti­ziert. Ein Gut­ach­ten der tür­ki­schen Reli­gi­ons­be­hör­de warnt mit Koran­hin­wei­sen vor freund­schaft­li­chem Umgang mit Chri­sten und Juden in Deutsch­land. Die jüdi­sche Gemein­de Mann­heim hat dar­auf­hin den Dia­log mit dem tür­ki­schen Islam­ver­band gestoppt.

Klare Ansage an den Islam in Deutschland

Nicht nur die „anti­se­mi­ti­schen Äuße­run­gen“ der Ditib-Zen­tra­le in Anka­ra, son­dern auch die anti­christ­li­che und anti­west­li­che Ten­denz aller ortho­do­xen Islam­ver­bän­de soll­ten Staat und Par­tei­en auf­schrecken oder zumin­dest auf­wecken. Die histo­risch-poli­ti­sche Iden­ti­tät der west­li­chen Demo­kra­tien steht auf dem Spiel durch schlei­chen­de isla­mi­sche Aus­höh­lung und Uminterpretation.

Eine kla­re Ansa­ge an die Lei­ter der Islam­ver­bän­de und Moschee­ge­mein­den ist gebo­ten. Die soll­te sich kon­kre­ti­sie­ren in einer Erklä­rung zu den unver­han­del­ba­ren Essen­tia­len unse­rer ver­fass­ten Grund­ord­nung. Alle rele­van­ten Mus­lim-Füh­rer und ‑Spre­cher müss­ten auf die fol­gen­den Grund­satz­wer­te fest­ge­legt werden:

  • Die Grund- und Men­schen­rech­te sind Rech­te von Natur aus – und nicht gött­li­che Gaben mit reli­gi­ös-gesetz­li­chen Einschränkungen.
  • Das Recht auf Reli­gi­ons­frei­heit ent­hält ein Recht auf unge­hin­der­ten Religionswechsel.
  • Für alle Men­schen gilt die Gleich­heit in Wür­de, Wert und Rechts­stel­lung, ins­be­son­de­re die Rechts­gleich­heit von Mann und Frau.
  • Grund­le­gend für west­li­che Gesell­schaft ist die Tren­nung von Staat und Reli­gi­on. Das schließt gegen­sei­ti­ge Koope­ra­ti­on ein sowie Auto­no­mie der Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten im Rah­men staat­li­cher Gesetze.

Beson­ders drin­gend wären die­se Leit­li­ni­en für mus­li­mi­sche Reli­gi­ons-Lehr­plä­ne und ‑Leh­rer. Und selbst­ver­ständ­lich müss­te eine isla­mi­sche Spre­che­rin bei der näch­sten Ein­heits­fei­er am 3. 10. 2018 vor­ab auf die­se grund­ge­setz­li­che Leit­kul­tur fest­ge­legt werden.

Text: Hubert Hecker
Bild: Kirche+Leben.net (Screen­shot)

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