US-Präsident ernannte zehn konservative Bundesrichter — 120 Richterstellen offen — „Linkes Übergewicht kippen“

Donald Trump ernannte zehn neue, konservative Bundesrichter. Im Bild das Bundesgerichtsgebäude in Washington D.C.
Donald Trump ernannte zehn neue, konservative Bundesrichter. Im Bild das Bundesgerichtsgebäude in Washington D.C.

Washing­ton) US-Prä­si­dent Donald Trump ernann­te gestern zehn neue Bun­des­rich­ter. Allen gemein­sam ist eine kon­ser­va­ti­ve Grund­hal­tung. Damit sol­le sicher­ge­stellt wer­den, daß die Ver­fas­sung der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka „respek­tiert und Expe­ri­men­te ver­hin­dert“ wer­den, mit denen sich links­ge­rich­te­te Rich­ter in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ver­mehrt über die legis­la­ti­ve und exe­ku­ti­ve Gewalt erho­ben und im Allein­gang gesell­schafts­po­li­ti­sche Ein­grif­fe vor­ge­nom­men haben.

Ins­ge­samt sind der­zeit 120 Bun­des­rich­t­er­stel­len neu zu beset­zen. Das bie­tet US-Prä­si­dent Trump eini­ge Mög­lich­kei­ten zur Ein­fluß­nah­me. Wie Sean Spi­cer, der Pres­se­spre­cher des Wei­ßen Hau­ses, gestern bestä­tig­te, wur­den die Namen der zehn Rich­ter aus der ursprüng­li­chen Liste genom­men, die für die Ernen­nung eines Höchst­rich­ters erstellt wor­den war. Eine der ersten wich­ti­gen Ent­schei­dun­gen Trumps war die Nach­fol­ge­re­ge­lung für den ver­stor­be­nen Höchst­rich­ter Anto­nin Sca­lia. Im April wur­de der 49 Jah­re alte Bun­des­rich­ter Neil Gor­such als Rich­ter auf Lebens­zeit an den Ober­sten Gerichts­hof beru­fen.

Die gest­ri­gen Ernen­nun­gen sei­en „viel­ver­spre­chend“, so die kon­ser­va­ti­ve Denk­fa­brik Second Amend­ment Foun­da­ti­on (SAF). SAF-Vize­prä­si­dent Alan Gott­lieb, der von Church Mili­tant zitiert wird, sieht dar­in den Ver­such Trumps, „an den Bun­des­ge­rich­ten wie­der die Balan­ce her­zu­stel­len“ durch Rich­ter, die die Ein­hal­tung der Ver­fas­sung sicher­stel­len und sie nicht auf­grund irgend­wel­cher poli­ti­scher Agen­den stän­dig „neu erfin­den“.

Die lin­ke Oppo­si­ti­on wirft Trump vor, nun jene Rich­ter­stel­len zu beset­zen, die Oba­ma wegen der repu­bli­ka­ni­schen Obstruk­ti­on nicht beset­zen konn­te.

„Obwohl für die Medi­en der Ober­ste Gerichts­hof die größ­te Rol­le spielt, haben die Bun­des­ge­rich­te wohl die größ­ten Aus­wir­kun­gen auf die Rechts­ord­nung. Die­se Gerich­te behan­deln 35.000 Fäl­le pro Jahr, wäh­rend der Ober­ste Gerichts­hof im Ver­gleich dazu nur etwa 100 Fäl­le pro Jahr behan­delt“, so Church Mili­tant. Ins­ge­samt gibt es in den gesam­ten USA und in allen Instan­zen mehr als 850 Bun­des­rich­t­er­stel­len.

120 Bun­des­rich­ter, die Donald Trump der­zeit beset­zen kann, ent­spre­chen dem Dop­pel­ten der Stel­len, die Oba­ma wäh­rend sei­ner gan­zen Amts­zeit ernann­te. Der von 2009–2017 regie­ren­de Vor­gän­ger Trumps ernann­te vor allem links­ge­rich­te­te Rich­ter. Die Repu­bli­ka­ner und Kon­ser­va­ti­ven hof­fen, daß Trump die­ses lin­ke Über­ge­wicht kippt und wie­der ein Gleich­ge­wicht her­stellt.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wiki­com­mons

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