Kardinal Burke widerspricht Kardinal Müller: „Brüderliche Zurechtweisung wird kommen, wenn Franziskus Verweigerung fortsetzt“

Kardinal Burke: "Ich fürchte nicht die Aberkennung der Kardinalswürde, sondern wie ich einst vor Unserem Herren stehen werde"

(Rom) Kar­di­nal Ray­mond Bur­ke wider­spricht Kar­di­nal Ger­hard Mül­ler, der in einem Fern­seh­in­ter­view am ver­gan­ge­nen Sonn­tag eine „brü­der­li­che Zurecht­wei­sung“ in „wei­ter Fer­ne“ sah. Wenn Papst Fran­zis­kus nicht auf die Fra­gen der Kar­di­nä­le zu Amo­ris lae­ti­tia ant­wor­te, wer­de es zu einer „brü­der­li­chen Zurecht­wei­sung“ kom­men, so der Kar­di­nal­pa­tron des Sou­ve­rä­nen Mal­te­ser­or­dens.

Das umstrit­te­ne nach­syn­oda­le Schrei­ben Amo­ris lae­ti­tia sei „klar“, und er als Glau­bens­prä­fekt kön­ne dar­in kei­nen Wider­spruch zur Leh­re der Kir­che erken­nen, die in die­sem Punkt „klar und ein­deu­tig ist“. Er sehe der­zeit „kei­ne Gefahr“ für den Glau­ben der Kir­che, die eine „brü­der­li­che Zurecht­wei­sung“ recht­fer­ti­gen könn­te. So hat­te sich Kar­di­nal Mül­ler am ver­gan­ge­nen Sonn­tag in einem Inter­view mit TGcom24 geäu­ßert.

Antwort auf Kardinal Müller

Mül­ler atte­stier­te zugleich den vier Unter­zeich­nern der Dubia (Zwei­fel) zu Amo­ris lae­ti­tia, ein „legi­ti­mes“ Recht aus­ge­übt zu haben, kri­ti­sier­te aber, daß sie ihre Zwei­fel öffent­lich mach­ten. Dies, und eine öffent­li­che Dis­kus­si­on über eine „brü­der­li­che Zurecht­wei­sung“, scha­de der Kir­che.

Kar­di­nal Bur­ke ist einer der vier Unter­zeich­ner der Dubia. Er war es auch, der die Mög­lich­keit und Not­wen­dig­keit einer „brü­der­li­chen Zurecht­wei­sung“ des Pap­stes durch die Kar­di­nä­le in den Raum stell­te, soll­te das Kir­chen­ober­haupt sich wei­ter­hin wei­gern, zum Ehe­sa­kra­ment und dem Kom­mu­nion­emp­fang öffent­lich die kirch­li­che Leh­re zu ver­tre­ten und damit alle Zwei­deu­tig­kei­ten zu besei­ti­gen. Der Kar­di­nal­pa­tron des Mal­te­ser­or­dens ging vor Weih­nach­ten soweit, einen Zeit­plan für eine „brü­der­li­che Zurecht­wei­sung“ zu emp­feh­len. Dabei nann­te er die Zeit nach Drei­kö­nig.

Die Wort­mel­dung von Glau­bens­prä­fekt Mül­ler ist auch in die­sem chro­no­lo­gi­schen Kon­text zu sehen. Er mel­de­te sich nach Ablauf der von Bur­ke genann­ten Frist als Erster zu Wort, offen­bar auch im Bestre­ben eine Zuspit­zung abzu­wen­den.

Kardinal Raymond Burke
Kar­di­nal Ray­mond Bur­ke

Für Irri­ta­tio­nen sorg­te jedoch sei­ne Aus­sa­ge, Amo­ris lae­ti­tia sei „klar“. Der Glau­bens­prä­fekt hat­te sich zwar öffent­lich nie gegen das nach­syn­oda­le Schrei­ben gestellt, son­dern eine Inter­pre­ta­ti­on im Licht der Tra­di­ti­on durch­zu­set­zen ver­sucht. Doch bereits am Vor­abend der Ver­öf­fent­li­chung des nach­syn­oda­len Schrei­bens war bekannt­ge­wor­den, daß Mül­ler und die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on größ­te Beden­ken gegen bestimm­te For­mu­lie­run­gen, beson­ders das Kapi­tel VIII haben, die inhalt­lich weit­ge­hend deckungs­gleich mit den for­mu­lier­ten Dubia der vier Kar­di­nä­le sind. Von den 20 Sei­ten an teils drin­gen­den Kor­rek­tur­vor­schlä­gen über­nahm Papst Fran­zis­kus jedoch nichts. Die­se Brüs­kie­rung der fach­lich zustän­di­gen Behör­de ent­spricht einer syste­ma­ti­schen Iso­lie­rung der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on durch den amtie­ren­den Papst. Edward Pen­tin vom Natio­nal Catho­lic Regi­ster schrieb daher, daß Mül­ler im TGcom24-Inter­view „das genaue Gegen­teil“ von dem sag­te, was er bis­her ver­tre­ten hat­te. Pen­tin äußer­te den „Ein­druck“, der Kar­di­nal habe nicht sei­ne Mei­nung geäu­ßert, son­dern wie­der­ge­ge­ben, was von ihm ver­langt wor­den sei.

Remnant-Interview von Kardinal Burke

In einem Inter­view mit der US-Zeit­schrift The Rem­nant reagier­te Kar­di­nal Bur­ke auf die jüng­sten Mül­ler-Aus­sa­gen und bekräf­tig­te: Soll­te Papst Fran­zis­kus nicht auf die in den Dubia for­mu­lier­ten fünf Fra­gen der Kar­di­nä­le ant­wor­ten, wer­de es zur „brü­der­li­chen Zurecht­wei­sung“ kom­men.

Der US-Kar­di­nal sag­te zudem, daß er nicht eine Aberken­nung der Kar­di­nal­s­wür­de fürch­te, son­dern das Urteil Got­tes. Der Dekan der Rota Roma­na, Pio Vito Pin­to, hat­te eine Bestra­fung der vier Unter­zeich­ner der Dubia durch Aberken­nung der Kar­di­nal­s­wür­de in den Raum gestellt wegen ihrer Inso­lenz, ihre vom Papst igno­rier­ten Fra­gen öffent­lich gemacht zu haben.

Kar­di­nal Bur­ke wie­der­hol­te im Inter­view, daß Papst Fran­zis­kus selbst am Beginn des nach­syn­oda­len Schrei­bens erklärt, daß Amo­ris lae­ti­tia nicht Teil des päpst­li­chen Lehr­am­tes sei.

Der Kar­di­nal, ein bril­lan­ter Kir­chen­recht­ler, der vor sei­ner Abset­zung durch Papst Fran­zis­kus Prä­si­dent des Ober­sten Gerichts­ho­fes der Apo­sto­li­schen Signa­tur war, erläu­ter­te den Unter­schied zwi­schen einer mate­ri­el­len und einer for­mel­len Häre­sie. Der „wir­re“ Text von Amo­ris lae­ti­tia las­se es nicht zu, mit Sicher­heit sagen zu kön­nen, ob es sich um eine mate­ri­el­le Häre­sie han­delt. Die­ser Punkt sei jedoch zu klä­ren. Gleich­zei­tig deu­te­te der Kar­di­nal an, daß durch eine hart­näcki­ge Wei­ge­rung von Papst Fran­zis­kus, eine Klä­rung her­bei­zu­füh­ren, der Über­gang zu einer for­mel­len Häre­sie gege­ben sein könn­te.

Fragen nicht zu klären, „wäre verheerend“

Die offe­nen Fra­gen, die von den Kar­di­nä­len in ihren Dubia for­mu­liert wur­den, nicht zu klä­ren, wäre „wirk­lich ver­hee­rend“, so Kar­di­nal Bur­ke.

Die Bischö­fe der Kir­chen­pro­vinz Bue­nos Aires, für die ein beson­de­res Nähe­ver­hält­nis zum regie­ren­den Papst ange­nom­men wer­den muß, leg­ten im ver­gan­ge­nen Sep­tem­ber ein Pasto­ral­do­ku­ment vor, in dem sie unter Ver­weis auf Amo­ris lae­ti­tia die Zulas­sung wie­der­ver­hei­ra­te­ter Geschie­de­ner zur Kom­mu­ni­on gut­hei­ßen. Papst Fran­zis­kus lob­te die­ses Doku­ment. Aller­dings, so Bur­ke, scheint er auch dabei kei­ne lehr­amt­li­che Auto­ri­tät bean­sprucht zu haben. Auch die­ser Punkt bedür­fe drin­gend einer Klä­rung.
Der Kar­di­nal sag­te es nicht, deu­te­te es aber im Kon­text an, daß die­ses zustim­men­de Lob für das Pasto­ral­do­ku­ment von Bue­nos Aires, das inhalt­lich aus­spricht, was Amo­ris lae­ti­tia nur halb­ver­schlei­ert äußert, ein Akt for­mel­ler Häre­sie sein könn­te.

„Ich fürchte Gott, nicht den Verlust der Kardinalswürde“

Der Ver­lust der Kar­di­nal­s­wür­de, der von Ver­trau­ten des Pap­stes in den Raum gestellt wur­de, beküm­me­re ihn nicht, so der Kar­di­nal. Was er fürch­te sei, wie er einst „vor Unse­rem Her­ren beim Jüng­sten Gericht“ ste­hen wer­de und Ihm sagen müß­te: „Nein, ich habe Dich nicht ver­tei­digt, als Du ange­grif­fen wur­dest. Die Wahr­heit, die Du lehrst, wur­de ver­ra­ten.“ Das beschäf­ti­ge ihn, so Bur­ke, nicht der Kar­di­nal­spur­pur.

Der Kar­di­nal­pa­tron des Mal­te­ser­or­dens ver­tei­dig­te sei­nen Ver­gleich der der­zeit herr­schen­den „Ver­wir­rung“ mit dem aria­ni­schen Streit des vier­ten Jahr­hun­derts. Bei­de Fäl­le betref­fen fun­da­men­ta­le Glau­bens­wahr­hei­ten: „die Wahr­heit über die Hei­li­ge Ehe und die Wahr­heit über die Hei­li­ge Eucha­ri­stie“. Wenn die­se Ver­wir­rung nicht auf­hö­re, „wer­den wir eine Situa­ti­on haben, daß es inner­halb der Kir­che gro­ße Per­so­nen­grup­pen geben wird, die den katho­li­schen Glau­ben nicht glau­ben, wie es dem Hei­li­gen Ambro­si­us ergan­gen ist, als er Bischof von Mai­land wur­de.“ Das sei eine „ern­ste Ange­le­gen­heit“.

The Rem­nant frag­te, „was nun“ gesche­hen wer­de, da der Kar­di­nal für den Fall einer hart­näcki­gen Wei­ge­rung des Pap­stes, auf die Dubia zu ant­wor­ten, eine „brü­der­li­che Zurecht­wei­sung“ in den Raum gestellt hat­te. Die „brü­der­li­che Zurecht­wei­sung“ wür­de dar­in bestehen, so der Kar­di­nal, das ein­deu­tig zu bekräf­ti­gen, was die Kir­che immer gelehrt hat. Die Vor­ge­hens­wei­se wür­de dabei weit­ge­hend dem der Dubia ent­spre­chen. Wört­lich sag­te Kar­di­nal Bur­ke:

„Nun, die­se sieht nicht viel anders aus als die Dubia. Mit ande­ren Wor­ten: Die Wahr­hei­ten, die von Amo­ris lae­ti­tia in Fra­ge gestellt zu wer­den schei­nen, wür­den neben das gesetzt, was die Kir­che in der offi­zi­el­len Leh­re der Kir­che immer gelehrt und prak­ti­ziert hat. Auf die­se Wei­se wür­den die­se Irr­tü­mer kor­ri­giert wer­den.“

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Radio Spada/The Rem­nant (Screen­shots)

Mer­ken

Mer­ken

Mer­ken

Mer­ken

Mer­ken

Mer­ken

Mer­ken

Mer­ken

Mer­ken




Sie lesen gern Katholisches.info? Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!





14 Kommentare

  1. Die Unbe­irrt­heit eines Kar­di­nal Bur­ke in einer Zeit der gröss­ten Glau­bens­ver­wirrt­heit!
    Die Lie­be zu Jesus Chri­stus äussert sich in der Nach­fol­ge Chri­sti, indem jeder, den ihn liebt, sein eige­nes Kreuz auf sich nimmt. Der­je­ni­ge liebt Gott, der sei­ne Gebo­te hält. Was soll das Lie­bes- und Barm­her­zig­keits — Gewin­sel“ eines Papst Fran­zis­kus und sei­ner Gefolg­schaft an unse­ren Herrn Jesus Chri­stus. Als sich einst Jesus zu Petrus umwand­te, sprach er: “ wei­che Satan“. Und zu vie­len die sagen, Herr, Herr wird er ant­wor­ten: „Geht weg, ich ken­ne auch nicht!“

  2. Alles läuft auf ein Schis­ma hin­aus. Die Gren­zen die­ses Schis­mas ver­lau­fen exakt an den For­men des Römi­schen Ritus ‑ich kor­ri­gie­re- bes­ser an der Gren­ze zwi­schen Über­lie­fer­tem Ritus und Novus Ordo.„Legem sta­tuat creden­di lex oran­di“. Daß sich eigent­lich zwei Kar­di­nä­le mit theo­lo­gisch kon­ser­va­ti­vem Pro­fil grund­sätz­lich wider­spre­chen in einem zwar nie­der­ran­gi­gen Gebiet der Moral­theo­lo­gie, zeigt die Ver­wer­fung an, die sich inner­halb der Kir­che seit 50 Jah­ren ent­wickelt hat. Was geschieht hier? S. Em. Kar­di­nal Mül­ler, der als kon­ser­va­ti­ver Kar­di­nal mit Offen­heit für man­che Aspek­te der Befrei­ungs­theo­lo­gie bekannt ist, geht offen­sicht­lich nach dem Drei­schritt der Befrei­ungs­theo­lo­gie vor: „Sehen — Urtei­len ‑Han­deln“. Und die­ses in aller Kon­se­quenz. Nun muß sich der geneig­te Leser die Fra­ge stel­len, was denn die Auf­ga­be des Prä­fek­ten der Kon­gre­ga­ti­on für die Glau­bens­leh­re ist. Er wird schwer­lich um die Ant­wort her­um­kom­men: „Die Ein­heit der Glau­bens- und Sit­ten­leh­re zu sichern im Namen des Pap­stes“ Und die­ses führt S. Em. Ger­hard Lud­wig Mül­ler aus. Um aber eini­ge Unwäg­bar­kei­ten zu klä­ren soll­te man fol­gen­des vor­aus­schicken:
    1) Papst Franz­si­kus und Ger­hard Lud­wig Mül­ler sind von ihrer Her­kunft ähn­lich, sie haben eine ein­fa­che Her­kunft (Bau­ern). Daher kommt ihre grund­sätz­li­che per­sön­li­che Nähe und Freund­schaft.
    2) Ihre theo­lo­gi­sche Lauf­bahn ver­lief jedoch grund­sätz­lich dia­me­tral. Der eine (Papst Fran­zis­kus) hat­te erheb­li­che Mühe in den theo­lo­gi­schen Stu­di­en zu reüs­sie­ren und hat bis heu­te kein tie­fe­res Ver­ständ­nis für theo­lo­gisch-dog­ma­ti­sche Fra­gen, der ande­re (S. Em. Mül­ler) ist durch­weg die aka­de­misch-theo­lo­gi­sche Lauf­bahn gegan­gen und hat dabei kon­se­quent das aktu­ell offi­zi­el­le Lehr­amt der Kir­che ver­tei­digt, dabei auch im Lehr­be­reich Maß­stä­be gesetzt, wie sei­ne „Kirch­li­che Dog­ma­tik“ zeigt.
    3) Bei­de sind des­halb grund­le­gend auf­ein­an­der ange­wie­sen und kön­nen ohne­ein­an­der nicht exi­stie­ren.
    4) Der eine (S. H. Papst Fran­zis­kus) hat als Glücks­rit­ter die Kirch­li­che Lauf­bahn gemei­stert und dabei haupt­säch­lich auf die Men­schen sei­ner Umge­bung gesetzt, die ihm zu Dien­sten waren und stets bereit waren wegen sei­ner kum­pel­haf­ten Art zu hel­fen, der ande­re hat kon­se­quent aka­de­misch gear­bei­tet und sich in die theo­lo­gi­sche SACH-Dis­kus­si­on gewor­fen — auch als Bischof.
    Kar­di­nal Mül­ler kann also nicht anders, das Weiß S. Em. Bur­ke. Und trotz­dem MUSS er wider­spre­chen, da er als jemand, der sich im Über­li­fer­ten Ritus bewegt, weiß, welch kata­stro­pha­len Kon­se­quen­zen „Amo­ris Lae­ti­tia“ auf das sakra­men­tal-lit­ur­gi­sche Leben der Kir­che hat. Die­ses ist s. Em. Mül­ler fremd, da er sich, obwohl er Prä­si­dent der Kom­mi­si­on „Eccle­sia Dei“ ist, sich aus­schließ­lich im NOL (Novus Ordo Lit­ur­giae) bewegt (Falls er doch ein­mal im Über­lie­fer­ten Ritus zele­briert hat, möge man mich kor­ri­gie­ren!). Somit ist der Kon­flikt vor­pro­gram­miert.
    Wenn nun S. Em. Bur­ke auf die „Cor­rec­tio Fra­ter­na“ pocht, so ist das sei­ne Pflicht, wenn S. Em. Kar­di­nal Mül­ler das Schwei­gen des Pap­stes ver­tei­digt, so ist das auch sei­ne Pflicht. Bei­des aber schließt sich gemäß der kirch­li­chen Dis­zi­plin- ja sogar gemäß des „Sta­tus Eccle­siae“ ein­an­der aus. Und, so lehrt es die über­lie­fer­te Moral­theo­lo­gie (vgl. Domi­nik Prüm­mer): Was gegen den „Sta­tus Eccle­siae“ geht, ist Häre­sie. Das eine (Unge­hor­sam gegen­über dem Papst — s. Em Bur­ke) ist eine schis­ma­ti­sche Hand­lung, das ande­re (For­ma­li­sise­rung einer mate­ri­el­len Häre­sie — S. Em Mül­ler und S. H. Papst Fran­zis­kus) geht ein­her mit dem Ver­lust aller ihrer Ämter. So ste­hen nun zwei Blöcke der Kir­che in einem unrett­ba­ren Zustand gegen­über. Ent­we­der Papst fran­zi­kus tritt zurück — das wol­len bei­de nicht — oder einer wird mit den furcht­ba­ren Kon­se­quen­zen sei­nes Han­delns leben müs­sen, der Ver­ur­sa­chung eines for­mel­len Schis­mas. So ist die Lage!
    Auch ich bete für S. Em. Bur­ke, daß er stand­haft bleibt! Aber ich bete auch um die Ein­sicht bei Papst Fran­zis­kus, daß er in der Lage ist, sei­ne Feh­ler im for­mel­len und mate­ri­el­len Bereich zu kor­ri­gie­ren, d. h. „Amo­ris Lae­ti­tia“ zu kor­ri­gie­ren und DANN in LATEINISCHES Spra­che zu pro­mul­gie­ren, damit die Ordent­li­che Bischofs­syn­ode einen Abschluß fin­det.
    Die letz­te Mög­lich­keit wäre die Ein­be­ru­fung eines Kon­zils, bei dem dann aber ALLE Bischö­fe (FSSPX und die Linie von Wil­liam­son — als Ordi­na­rii!) teil­neh­men. Gesprächs­stoff gäbe es wohl genug!

    • In Fern­seh­in­ter­view äußer­te Kar­di­nal Mül­ler, er ste­he den „Dubia“ ableh­nend gegen­über, weil der Papst dar­auf nur mit „ja oder nein ant­wor­ten“ kön­ne. Dann aber betont er, „Amo­ris lae­ti­tia“ sei völ­lig ein­deu­tig. Den offen­sicht­li­chen Selbst­wi­der­spruch sei­ner Aus­sa­gen scheint er nicht zu bemer­ken: Wenn ein­deu­tig, war­um ist dann die Alter­na­ti­ve „ja oder nein“ eine Zumu­tung? Repe­tita non pla­cent — oder liegt der eigent­li­che Grund des unge­wohn­ten Schwei­gens Papst Ber­go­gli­os nicht ganz woan­ders?

      Kar­di­nal Bur­ke läßt sich glück­li­cher­wei­se nicht beir­ren. Er hält an der Leh­re Jesu Chri­sti fest, und davon läßt er sich auch durch letzt­lich nich­ti­ge Dro­hun­gen nicht abbrin­gen. Was nützt schließ­lich der Kar­di­nal­spur­pur, wenn man sich durch Schwei­gen schul­dig macht, wo gere­det wer­den muß — und anschlie­ßend zur Höl­le fährt?

  3. Gei­sti­ge Kom­mu­ni­on

    Den weni­gen wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen, die sich tat­säch­lich nach der Kom­mu­ni­on seh­nen, soll­te die Mög­lich­keit die gei­sti­gen Kom­mu­ni­on näher­ge­bracht wer­den.
    Jesus liebt sie trotz ihrer Sün­den. Wir alle, die wir kom­mu­ni­zie­ren dür­fen, sind ja auch in die Sün­de ver­strickt.
    Sie sol­len beten, anbe­ten, die Hl. Schrift lesen, die Mes­se besu­chen und sich innig nach einer Ver­ei­ni­gung mit Chri­stus seh­nen. Sie sol­len auch ver­su­chen Reue zu erwecken, im Beicht­ge­spräch alle Sün­den beken­nen und statt der Abso­lu­ti­on um den prie­ster­li­chen Segen bit­ten.
    Die­se demü­ti­ge Hal­tung ist gott­ge­fäl­lig und Gott — nicht der for­dern­de, hoch­mü­ti­ge Mensch — wird ent­schei­den, ob der in Sün­de leben­de Mensch gei­stig kom­mu­ni­zie­ren kann.
    Es gibt so vie­le schö­ne Bei­spie­le, wie Hei­li­ge mystisch kom­mu­ni­zie­ren konn­ten. Hl. Maria Mad­da­le­na de‚ Paz­zi, Hl. Faus­ty­na, die Seher­kin­der von Fati­ma und vie­le mehr.
    Wir wis­sen über unse­re Hei­li­gen soviel über unse­re himm­li­sche Welt und die Barm­her­zig­keit des Vaters und über sie auch dass die gei­sti­ge Kom­mu­ni­on mystisch tat­säch­lich pas­siert. Das „ich will“, „ich for­de­re“, „ich bie­ge mir die Geset­ze Got­tes und der Hl. Kir­che für mich zurecht“ ist a prio­ri der fal­sche Ansatz. Statt­des­sen soll­te das demü­ti­ge, „zer­knirsch­te“ Seh­nen nach der Kom­mu­ni­on auf­ge­op­fert wer­den. Das bringt sicher mehr Segen.

  4. Ich kann nicht erken­nen @Christoph Rhein, daß sich Herr Kar­di­nal Bur­ke einer schis­ma­ti­schen Hand­lung bege­ben soll­te, wenn er mit Aber­tau­sen­den ande­ren (Geist­li­chen, Gelehr­ten, „ein­fa­chen“ Christen)darauf pocht, eini­ge wich­ti­ge Fra­gen beant­wor­tet zu bekom­men.

    War­um wei­gert sich der Papst, sie beant­wor­ten? Kann denn Wahr­heit Sün­de sein? War­um also ant­wor­tet er nicht? — Er hat­te dazu jede Men­ge Zeit, ehe die Kar­di­nä­le das Volk Got­tes zu recht infor­mier­ten. Anstatt aber die­se wich­ti­gen Din­ge zu klä­ren, begab er sich nach Schwe­den (woll­te dort mit der win­zi­gen katho­li­schen Min­der­heit abso­lut nichts zu tun haben), um den ver­ur­teil­ten Häre­ti­ker Mar­tin Luther zu ehren, bei­na­he zum Kir­chen­va­ter zu erhe­ben, was wohl aber bald pas­sie­ren wird.
    Ich kann nicht erken­nen, daß es um „2 Blöcke“ in der Kir­che geht: es geht doch um die Bewah­rung und Ver­tei­di­gung der Heils­leh­ren Chri­sti oder um die Abschaf­fung des Evan­ge­li­ums. Die Treu­en sind für mich kein „Block“. Auch wenn Sie sagen, daß die „Grä­ben“ zwi­schen Gläu­bi­gen des NO und VO ver­lau­fen, so stimmt das so nicht.
    Der Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on muß auch zunächst und vor allem die Leh­ren sichern im Auf­trag Chri­sti für Sei­ne Kir­che und nicht im Gehor­sam für den jewei­li­gen Papst. Kar­di­nal Mül­ler erhielt sein Amt vom Papst, hat aber zunächst nicht dem Papst gefü­gig zu sein, wenn eine Gefahr für die Leh­ren besteht oder wenn Fra­gen auf­tau­chen auf­grund päpst­li­cher Doku­men­te und Äuße­run­gen. Kar­di­nal Mül­ler ist in Fra­gen der Glau­bens­leh­re nicht vom Papst abhän­gig, son­dern hat das Glau­bens­gut in JEDEM Fal­le zu ver­tei­di­gen. Natür­lich muß er je nach Sach- und Macht­la­ge vor­sich­tig und abwä­gend vor­ge­hen. Kar­di­nal Mül­ler hät­te gleich nach Bekannt­ga­be von AL Fra­gen for­mu­lie­ren kön­nen. Nun haben es ande­re Kar­di­nä­le getan. Kein Wun­der, daß er sich dabei nicht wohl fühlt. Aber alles weiß man nicht.

    • Die schis­ma­ti­sche Hand­lung wird dann erkenn­bar, wenn die ein­zig mög­li­che Ant­wort auf „Amo­ris lae­ti­tia“ und sei­nem Nach­fol­ge­de­kret „Miser­i­cor­dia et Mise­ra“ sein wird: „Ich Papst Fran­zi­kus habe mich geirrt und bin in Häre­sie gefal­len damit, daß ich…Ich tre­te zurück.“ Und das ist lei­der der Fall. Die Erkennt­nis, daß „Amo­ris lae­ti­tia“ sofern die­ses Lehr­schrei­ben Teil des Ordent­li­chen Lehr­am­tes ist und „Miser­i­cor­dia et Mise­ra“ zukünf­ti­ge Sakra­men­ten­pra­xis der Kir­che sein soll­te sind zusam­men­ge­nom­men nichts ande­res als for­mel­le, dekla­rier­te Häre­sie. Selbst der MKK ad CIC zu c. 1398 ist hier ein­deu­tig, eben­so der Offi­zi­el­le Kom­men­tar der Kon­gre­ga­ti­on für den Kle­rus zu CIC c. 1398. Und hier liegt das Pro­blem. Kar­di­nal Bur­ke müß­te den Fall des „Papa Hae­re­ti­cus“ fest­stel­len, wenn Papst Fran­zis­kus zu sei­nen bei­den Schrei­ben steht, schon auf­grund sei­ner Kar­di­nal­s­wür­de. Die­ses wäre sei­ne trau­ri­ge Pflicht!
      Und S. Em. Ger­hard Lud­wig Kar­di­nal Mül­ler ist psy­cho­lo­gisch lei­der zu sehr am Papst ori­en­tiert, daß er sei­ne eigent­li­che Auf­ga­be, die Ver­tei­di­gung der Glau­bens- und Sit­ten­leh­re nicht recht wahr­neh­men kann. Ver­ges­sen wir bei­de @ Fran­zel und ich nicht, daß S. Em. Mül­ler sich STETS in sei­nen Aus­sa­gen und Leh­ren an dem jewei­li­gen Papst ori­en­tiert hat und ori­en­tiert. Der Umgang mit der FSSPX ist hier ein kla­res Indiz! Im Zwei­fel ver­tei­digt er die „mens legis­la­to­ris“ des aktu­el­len Lehr­am­tes und des Stell­ver­tre­ter Petri in der Dis­zi­plin gegen die Über­lie­fer­te Leh­re und paßt die­se jeweils geschickt theo­lo­gisch die­ser an. Das ist lei­der ein trau­ri­ger Fall (Ver­glei­chen Sie @Franzel ein­mal das, was er in sei­nem Lehr­buch „Katho­li­sche Dog­ma­tik. Für Stu­di­um und Pra­xis der Theo­lo­gie. 7. Auf­la­ge. 2007“ geschrie­ben hat mit den Aus­sa­gen des Hl. Vaters und Sie sehen, wie weit er sich „for­men“ läßt!)
      So sind vie­le Din­ge, die einen Macht­kampf zwi­schen „Ratz­in­ge­ria­nern“ und „Ber­go­glia­nern“ ver­mu­ten las­sen, die aber lei­der nicht stim­men, da die Grä­ben schon unter dem Gespann Otta­via­ni — Paul VI auf­ge­gan­gen sind mit allen Nach­fol­ge­kämp­fen. Ich sehe für Kar­di­nal Bur­ke kei­ne Alter­na­ti­ve, als — vor­aus­ge­setzt Papst Fran­zis­kus bleibt bei sei­ner Hal­tung — den Fall des „Papa Hae­re­ti­cus“ fest­zu­stel­len und damit ein Kon­kla­ve her­bei­zu­füh­ren, wel­ches die Wahl eines Gegen­pap­stes zur Fol­ge haben wird.

      • Dan­ke für Ihre Ant­wor­ten @Christoph Rein.
        Ich ken­ne die Schrif­ten von Herrn Kar­di­nal Mül­ler nicht, hat­te aber all die Jah­re den Ein­druck, daß er spe­zi­ell die Ehe- und Moral­leh­re der Kir­che immer ver­tei­dig­te. Er wur­de aber offen­kun­dig mehr und mehr „iso­liert“ und die­se uner­hör­ten Brüs­kie­run­gen sei­ner eng­sten Mit­ar­bei­ter sind bestimmt auch nicht ein­fach zu ver­kraf­ten. Ste­ve Sko­jec, der Her­aus­ge­ber von One­Pe­ter­Fi­ve spricht in sei­nem gest­ri­gen, sehr lesens­wer­ten Arti­kel von einem „Stock­holm Syn­drom“ bei Kar­di­nal Mül­ler. Danach wur­de Kar­di­nal Mül­ler mit, zusam­men­ge­faßt, psy­cho­lo­gi­scher Kriegs­füh­rung gegen ihn zum Auf­ge­ben gebracht. Ja, die Kir­che ist ein Kampf­platz und was für einer!

      • Wenn Papst Fran­zis­kus began­ge­ne Irr­tü­mer zugä­be, dann wür­de er sich eben dadurch gera­de nicht als Häre­ti­ker erwei­sen — was zu sein ihm von den vier Kar­di­nä­len ja auch nicht vor­ge­wor­fen wird. Wes­halb soll­te er dann noch zurück­tre­ten? Mensch­lich gese­hen wäre die Berich­ti­gung beschä­mend, aber aus Glau­bens­sicht wäre sie edel und lobens­wert und wür­de auf ech­te Demut hin­deu­ten.

  5. Die Situa­ti­on wird erst noch ver­hee­rend, wenn der Dis­kus­si­ons­be­darf ver­wei­gert wird. Ein Papst in der Nach­fol­ge des Vat. II, der den Dia­log aus­ge­rech­net an der Stel­le ver­wei­gert, wo er am Not­wen­gi­sten wäre.. Die Hal­tung genügt nicht, zu sagen „ich bin der Papst, und ich will das, basta…“

  6. Die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on und Kar­di­nal Mül­ler sind Garant der Wahr­heit, dass Kar­di­nal Bur­ke ihm wider­spricht erstaunt mich schon sehr, denn sein Ver­hal­ten ist so wie dazu­mal das von Msgr Lef­eb­v­re. Weih­bi­schof Atha­na­si­us ist hier ganz anders, demü­tig und nicht hoch­mü­tig, die­se Hal­tung erwar­te ich als ein­fa­cher Laie eigent­lich von allen Kar­di­nä­len, auch von des­sen der Tra­di­ti­on.

    • @ Laus Deo:
      Als Laie und spä­te Katho­li­kin (o. B.) fin­de ich, dass Jesus Chri­stus die Wahr­heit ist — und damit Sei­ne Leh­ren! Die Glau­bens­kon­gre­ta­ti­on hat doch die Auf­ga­be, die Wah­re Kath. Leh­re zu hüten und zu bewah­ren oder lie­ge ich da falsch?
      Ich per­sön­lich bewun­de­re Kard. Bur­ke für sei­nen Mut umd bin ihm dank­bar dafür! Ich bin nicht katho­lisch gewor­den, um dann eine immer mehr ange­pass­te Leh­re an die Men­schen zu ver­tre­ten son­dern um Jesus Christus,so gut wie ich nur kann durch die Gna­de Got­tes, nach­zu­fol­gen.
      Es ist für mich der ein­zig Wah­re Glau­be und er hat ALLES, was mei­ne See­le erfüllt! Es tut mir sehr weh, wenn ich zuse­hen muss, was dar­aus gewor­den ist… dar­um fin­den immer weni­ger jun­ge Men­schen in die Kir­che, weil sie spü­ren, das ist nicht authen­tisch und wird nicht mit FREUDE und EHRFURCHT gelebt bzw. die
      Hl. Mes­se gefei­ert.
      Das ist nur mei­ne ganz per­sön­li­che Mei­nung, möch­te ich hin­zu­fü­gen.
      Got­tes Segen und Mari­ens Schutz! GimL

    • Laus Deo, das ein­zi­ge, was man Erz­bi­schof Lef­eb­v­re vor­wer­fen konn­te, waren sei­ne von Rom nicht­ge­neh­mig­ten Bischofs­wei­hen. Und auch dar­in kann man dem Erz­bi­schof sei­ne Über­zeu­gung, damit einen Not­stand zu behe­ben, nicht bestrei­ten und tut das heu­te in Rom wohl auch nicht mehr. Die Dubia der vier Kar­di­nä­le hin­ge­gen sind völ­lig rech­tens, ste­hen in der Tra­di­ti­on der Kir­che und sind abge­si­chert vom kano­ni­schen Recht. Mehr noch: sie sind eine Wahr­neh­mung der mit der Kar­di­nal­s­wür­de ver­bun­de­nen Pflich­ten. An dem in der Kir­che sich auf­tu­en­den Zwie­spalt sind ja nicht die Dubia schuld, son­dern die­ses Doku­ment und sei­ne der katho­li­schen Leh­re wider­spre­chen­de Aus­le­gung und pasto­ra­le Pra­xis.

  7. @Laus: Haben Sie nicht die Aus­füh­run­gen zu Kar­di­nal Mül­ler von Chri­stoph Rhein 2 Leser­brie­fe vor Ihrem gele­sen? Das könn­te Sie ent­schul­di­gen. Anson­sten: wie kön­nen Sie nur mit Ihrer gegen­tei­li­gen Behaup­tung (Müller->„Garant der Wahr­heit“) auch noch den Kar­di­nal Bur­ke und Msgr. Lef­eb­v­re ver­ächt­lich machen, indem sie ihnen man­geln­de Demut und Hoch­mut unter­stel­len?! Das ist in Bezug auf den „Erz­bi­schof“ völ­lig dane­ben weil unwahr!

Kommentare sind deaktiviert.