Kardinal Burke „Wenn ein Papst eine Häresie ausspricht, hört er faktisch auf, ein Papst zu sein“

Kardinal Burke über die Möglichkeit eines häretischen Papstes
Kardinal Burke über die Möglichkeit eines häretischen Papstes

„Wenn ein Papst eine Häre­sie aus­spre­chen soll­te, wür­de er fak­tisch auf­hö­ren, ein Papst zu sein; die Kar­di­nä­le könn­ten sich dazu äußern, und es wür­de eine Sedis­va­kanz begin­nen bis zur Wahl eines neu­en Pap­stes — wie vor jedem Konklave.“

Kar­di­nal Ray­mond Leo Bur­ke in einem Inter­view mit Life­Si­teNews vom 21. Dezem­ber 2016, wobei der Kar­di­nal prä­zi­sier­te, daß es sich um eine gene­rel­le Fest­stel­lung hal­te ohne kon­kre­ten Bezug.

28 Kommentare

  1. 50 Jah­re lie­ssen wir Katho­li­ken es zu, den wah­ren Glau­ben durch den Dreck zie­hen zu las­sen und dafür die Hier­ar­chie ein­zu­span­nen. Die­ser Papst war sicher gott­ge­wollt, damit der Fre­vel an hei­li­gen Stät­ten und am wah­ren Glau­ben ans Licht kommt. Eine Glau­bens­un­ter­wei­sung ange­fan­gen beim Papst und unse­rer Mit­brü­der, die auf die eine Tau­fe Getauf­ten ist das Gebot der Stunde.

    • Stimmt die Ursa­che allen Uebels ist das Vat 2 !
      Franz ist nur der Aus­druck des kirch­li­chen Ver­sa­gens seitdem.

  2. Ein bekann­tes Pro­blem, das (lei­der) in „Pastor Æternus“ nicht behan­delt wird und zu dem es bis heu­te kei­ne offi­zi­el­le lehr­amt­li­che Stel­lung­nah­me gibt, son­dern nur Mei­nun­gen von Kirchenrechtlern.
    Zu unter­schei­den wäre „mate­ri­el­le Häre­sie“ und „for­mel­le Häre­sie“. „Mate­ri­el­le Häre­sie“ meint die Ver­kün­di­gung (schrift­lich oder münd­lich) einer Häre­sie, ohne dies auch zu wol­len (z. B. aus Nicht­wis­sen), wäh­rend bei einer „for­mel­len Häre­sie“ das vol­le Wis­sen vor­liegt („Obwohl das Kon­zil von Tri­ent gesagt hat, dass…, sage ich euch aber…“). Eine for­mel­le Häre­sie ist bis jetzt noch nie vor­ge­kom­men, mate­ri­el­le Häre­si­en hin­ge­gen schon etli­che Male (und zwar schon im 4. Jahrhundert).
    Soll­te so etwas pas­sie­ren (was ich weder glau­be noch hof­fe), dann kön­nen die Kar­di­nä­le dies aber höch­stens dem Hl. Vater sagen und ihn zum Rück­tritt auf­for­dern, ihn aber nicht absetzen.
    Auf jeden Fall muss die­se Pro­ble­ma­tik eines Tages geklärt wer­den, wie manch ande­re Dinge.

  3. Herr Kar­di­nal Bur­ke hat kei­nen Grund, sich wegen der Dubia zu recht­fer­ti­gen, fin­de ich.
    Es wäre wich­tig m.Er., daß die 4 Kar­di­nä­le zusam­men­hal­ten und gemein­sam den Weg zu einer Kor­rek­tur gehen, falls es in den kom­men­den Wochen nicht noch ein inhalt­lich klä­ren­des Wort von Papst Fran­zis­kus zu AL gibt. Und wenn nicht: ob es vom mög­li­chen Zeit­plan dabei bleibt, wie von Kar­di­nal Bur­ke ange­deu­tet, ist frag­lich. Und inhalt­lich lau­fen die Kar­di­nä­le gegen eine Gum­mi­wand wie es aussieht.
    Die Kor­rek­tur muß nach mei­ner Mei­nung ins­be­son­de­re auch von außer­halb der hohen Geist­lich­keit kom­men: von den Lai­en mit Got­tes Gnade.

  4. Das ein Papst eine Häre­sie ver­kün­det und ex cathe­dra spricht ist gemäss WB Atha­na­si­us Schnei­der nicht mög­lich, dass er eine Häre­sie glaubt schon, aber er bleibt IMMER PAPST, AUSSER GOTT kann ihn nie­mand abset­zen oder er tritt zurück! Papst Fran­zis­kus ist recht­mä­ssig gewählt, wir müs­sen ihm in sei­nem regie­ren Gehor­sam lei­sten jedoch nicht in der Häre­sie. Hier müs­sen wir das demü­tig anneh­men und beten, dass bringt mehr als in die Medi­en zu gehen.

    • Natür­lich kann ein Papst eine Häre­sie aus­spre­chen, ver­kün­den ex cathe­dra, lehr­amt­lich, das ist eine ande­re Sache, Kar­di­nal Bur­ke als einst ober­ster Rich­ter wird wohl wis­sen was er sagt. Der Papst bleibt dann sicher Ver­wal­ter der Kir­che ist aber in der Leh­re Chri­sti, also fak­tisch nicht mehr Papst bis zum näch­sten Kon­kla­ve. Was hät­te dann wohl die Mög­lich­keit der Sedis­va­kanz für einen Sinn? Beten wir, dass der Papst sich bekehrt.

  5. Es ist groß­ar­tig, dass Kar­di­nal Bur­ke sich nicht ein­schüch­tern lässt. Es ist groß­ar­tig, dass er zum Sprach­rohr derer wird, die die Vor­gän­ge in Rom schon lan­ge mit Sor­ge ver­fol­gen. Und es ist groß­ar­tig, dass die Öffent­lich­keit nun mehr und mehr über die Vor­gän­ge im Vati­kan infor­miert wird. Nur auf die­se Wei­se kann eine offe­ne Aus­ein­an­der­set­zung geführt wer­den, nur auf die­se Wei­se wird ver­hin­dert, dass hier wei­ter getrickst und „gekas­pert“ wird.

  6. Vie­len Dank an Kar­di­nal Bur­ke für sei­ne kla­re Aus­sa­ge, der nichts hin­zu­zu­fü­gen ist, außer der Fest­stel­lung dass wir unter meh­re­ren Irr­leh­rern und fal­schen Pro­phe­ten an der Spit­ze der Kir­chen­hier­achie leiden.….
    Komm Herr Jesus, kom­me bald…

  7. Die Wor­te von Kar­di­nal Bur­ke sind beden­kens­wert. Doch wel­che Instanz soll­te befin­den, was Häre­sie ist, und was nicht?
    In unse­ren Zei­ten droht die Kir­che von außen weg­ge­fegt zu wer­den, ob häre­tisch oder recht­gläu­big. Da scheint es schon beson­ne­ner, die Lösung heik­ler dog­ma­ti­scher Fra­gen auf­zu­schie­ben und sich um einen Hir­ten zu scharen.

    • „In unse­ren Zei­ten droht die Kir­che von außen weg­ge­fegt zu werden…“
      Hat nicht Papst Paul VI. gesagt, daß der Rauch Satans „in die Kir­che“ ein­ge­drun­gen ist?

      „Da scheint es schon beson­ne­ner … sich um einen Hir­ten zu scharen“.
      Und wenn die­ser Hir­te in das Feu­er gewor­fen wird, weil er kei­ne guten Früch­te bringt, dann gna­de Ihnen Gott! (Matt.7,15ff)

  8. Kar­di­nal Bur­ke ist eine feste Burg und hät­te das Zeug, ein fester Fel­sen Petri zu sein. Car­di­nal Bur­ke for Pope!

  9. Hof­fent­lich erken­nen die Kar­di­nä­le und son­sti­gen kirch­li­chen Wür­den­trä­ger, dass es eine Häre­sie IST, wenn sie pas­siert. Es gibt näm­lich einen beträcht­li­chen Teil an Gott­ge­weih­ten, der das nicht mehr erken­nen kann oder will.

  10. GÖTTLICHE WILLE. Mir scheint das hier eini­ge lie­ber ihren Wil­len als den Wil­len Got­tes wal­ten las­sen. Sicher­lich hät­te auch ich gern einen Papst wie JPII oder einen Bene­dikt der Klar­text redet, aber der Wil­le Got­tes war es, dass wir Papst Fran­zis­kus haben! Wer sind wir das wir den Wil­len Got­tes anzwei­feln? Die Wahr­heit beken­nen ja, aber jetzt teils schon fast wie Mar­tin Luther han­deln hat nichts mit Demut zu tun. Ich erin­ne­re an das Bei­spiel: Hei­li­ger Pad­re Pio und Msgr. Lef­eb­v­re. Pad­re Pio war demü­tig gehor­sam und wur­de zu einem der gröss­ten Hei­li­gen und Lef­eb­v­re hat sei­ne Bru­der­schaft von der Kir­che abge­spal­ten. Wel­chen Weg wollt ihr gehen? ich für mich IMMER den Weg des Hei­li­gen Pio, es gibt kei­nen besseren!

    • Lie­ber @ Laus Deo,
      es gibt einen gewich­ti­gen Unter­schied zwi­schen dem Wil­len und der Zulas­sung Got­tes! Nicht jeder­mann ist es gege­ben, die­se fei­ne Unter­schei­dung zu erken­nen und vor­zu­neh­men. Dazu braucht es den Geist der Unter­schei­dung der Gei­ster, der aber ist dem Kon­zils­geist dia­me­tral entgegengesetzt!

    • @ Laus Deo
      Herz­li­chen Dank für Ihren Beitrag!
      Auch wenn Sie beken­nen, dass sie lie­ber einen Johan­nes Paul oder Bene­dikt hät­ten, akzep­tie­ren Sie es als Wil­le Got­tes, dass Fran­zis­kus unser Papst ist. 

      Ich per­sön­lich habe es leich­ter, weil mir schon „Evan­ge­lii gau­di­um“ Freu­de berei­tet hat. Nicht ver­ste­hen kann ich, war­um die 4 Kar­di­nä­le das Schrei­ben „Amo­ris lae­ti­tia“ auf eine Fra­ge redu­zie­ren wol­len: Kön­nen Geschie­den-Wie­der­ver­hei­ra­te­te in bestimm­ten Fäl­len zur Kom­mu­ni­on zuge­las­sen werden?
      Ich habe zwar kei­ne theo­lo­gi­sche Bil­dung, aber ich glau­be, dass der Papst in die­sem Punkt das ver­tritt, was ohne­hin in vie­len Pfar­ren prak­ti­ziert wird, und er hat den Prie­stern, die mit die­ser Fra­ge kon­fron­tiert wer­den, den Rücken gestärkt: Es gibt nicht nur schwarz und weiß, son­dern es sind die Lebens­um­stän­de der Men­schen zu berücksichtigen.
      Der Unter­schied zur bis­he­ri­gen Pra­xis ist nur, dass es der Papst gesagt und vor­sich­tig auch schrift­lich for­mu­liert hat und die Prie­ster damit nicht allein sind, wenn ein kon­kre­ter Mensch zu ihnen kommt.

      • @Klaffer
        Ein Papst darf nicht ein­fach machen, was er für rich­tig hält. Es ist nicht sei­ne son­dern Chri­sti Kir­che, der er vorsteht.
        Er ist daher an Got­tes Wort gebun­den, wie es uns in der Bibel über­lie­fert ist. Chri­stus sag­te, dass Sei­ne Wor­te Bestand haben über den Bestand von Him­mel und Erde hinaus.
        Chri­stus hat sich klar und unmiss­ver­ständ­lich zu Schei­dung, Wie­der­hei­rat und Ehe­bruch geäußert.

      • Ent­schei­dend z.B. in den Fra­gen von Schei­dung und Wie­der­hei­rat sind die Wor­te Chri­sti selbst!

        Sie sind uns in den Evan­ge­li­en der Evan­ge­li­sten Mat­thä­us, Mar­kus und Lukas ein­deu­tig und unmiss­ver­ständ­lich über­lie­fert, und 2000 Jah­re lang hat sich zumin­dest die katho­li­sche Kir­che dar­an gebun­den gefühlt. 

        Wer daher als Christ sein Gewis­sen schu­len will, muss allein an die­sen Her­ren­wor­ten Maß neh­men; an sonst nichts!

        Ich gebe hier die Bibel­stel­len zum Nach­le­sen und eige­nem Reflek­tie­ren an.

        Es sind:
        Mt19,3–9; Mk10,11–12 und Lk16,18. 

        Die Wor­te des Herrn sind dar­in bzgl. Schei­dung und Wie­der­ver­hei­ra­tung unmissverständlich!

        Der ein­zig mög­li­che und auch vor Gott Bestand haben­de Weg ist die sog. Ehea­nul­lie­rung — also die Fest­stel­lung, dass im betr. Fall gar kei­ne kirch­lich gül­ti­ge Ehe vor­lag — durch die vom Herrn selbst ver­lie­he­ne Löse­ge­walt der Kirche.

        Anson­sten dürf­te in den betr. Fäl­len lei­der Ehe­bruch im christ­lich-bibli­schen Sinn vor­lie­gen, und die Betref­fen­den sind der­einst ein­zig der Gna­de und Barm­her­zig­keit Got­tes unterworfen.

        Wenn der Papst eine legi­ti­me Mög­lich­keit sieht, wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne z.B. ohne Annul­lie­rung der ersten Ehe bzw. ohne irgend­wel­che Auf­la­gen in der zwei­ten Part­ner­schaft zur vol­len Sakra­men­ten­ge­mein­schaft zuzu­las­sen, so müss­te er das — maß­neh­mend an Got­tes Wort — klar und für jeden Chri­sten ver­ständ­lich begründen.

  11. @ Wer­ter Laus Deo!
    Papst Bene­dikt XVI. hat im Herbst 2010 an Bord der „Città di Fium­in­ci­no“ auf dem Weg nach Edin­burgh auf die Fra­ge von Paul Bad­de (Vati­kan-Maga­zin), ob die Kir­che nicht drin­gend zuse­hen müs­se, wie sie wie­der anzie­hen­der gemacht wer­den kön­ne mit „Nein“ geant­wor­tet und gesagt: „Wer fragt, wie die Kir­che attrak­ti­ver gemacht wer­den kann, hat den Weg ver­lo­ren und sich schon mit der Fra­ge ver­irrt. Die Kir­che ver­kauft nichts, am wenig­sten sich selbst, son­dern ihr ist eine Nach­richt anver­traut, die sie unver­kürzt wei­ter­ge­ben muss“. 

    Paul Pad­de hat­te sich mit sei­ner Fra­ge auf die eben unter jesui­ti­scher Regie in Ful­da zustan­de gekom­me­nen Beschlüs­se der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz bezo­gen, deren moder­ni­sti­sche Reform­zie­le Kar­di­nal Karl Leh­mann zu Kon­fe­renz­ende in aller Offen­heit zusam­men­ge­fasst hat­te: das Dia­ko­nat der Frau, die Neu­be­wer­tung der Emp­fäng­nis­ver­hü­tung, die Zulas­sung von ver­hei­ra­te­ten Män­nern zum Prie­ster­amt, die Neu­ord­nung der Stel­lung der geschie­de­nen Wie­der­ver­hei­ra­te­ten und deren Zulas­sung zum Sakra­men­ten­emp­fang, sowie die Zulas­sung nicht­ka­tho­li­scher Chri­sten zur Eucha­ri­stie (Kath.net Wir sind alles“ v. 30.09.2010).

    Seit­dem sug­ge­rier­ten die Moder­ni­sten unter den deut­schen Bischö­fen unter dem Bei­fall des ZdK und der Berufs- und Basis­lai­en und der ent­spre­chen­den Medi­en der kirch­li­chen Öffent­lich­keit einen katho­li­schen Reform­stau und lei­te­ten bekannt­lich den Dia­log­pro­zess über die beschlos­se­nen Refor­men ein. Dabei ging es nicht um den Glau­ben. Das von Papst Bene­dikt für das 50. Jahr des Kon­zils­ju­bi­lä­ums aus­ge­ru­fe­ne Jahr des Glau­bens 2012 und sein Auf­ruf zur Neue­van­ge­li­sa­ti­on wur­den vom deut­schen Kle­rus weit­ge­hend igno­riert. Der SPIEGEL beklag­te dem­ge­mäß, dass Papst Bene­dikt XVI. zum Kon­zils­ju­bi­lä­um “statt der Fort­set­zung von Refor­men in der katho­li­schen Kir­che” “nur eine Bischofs­syn­ode zur ‘Neuevangelisierung’” ein­be­ru­fen habe (Ratz­in­gers Abkehr vom Rebel­len­tum, SPON vom 11. Okto­ber 2012).
    Mit dem Pon­ti­fi­kat von Papst Fran­zis­kus rück­te das Ziel der Umset­zung des „Gei­stes des Kon­zils“ zur Freu­de der Pro­gres­si­ven wie­der näher. In einem Gespräch mit dem bra­si­lia­ni­schen TV-Sen­der Glo­bo in Rio hat Papst Fran­zis­kus gleich zu Beginn gesagt, das Kon­zil inspi­rie­re die Kir­che wei­ter­hin. Die Umset­zung eines Kon­zils benö­ti­ge für gewöhn­lich 100 Jah­re. „Wir haben gera­de ein­mal die Hälf­te die­ser Zeit­span­ne hin­sicht­lich Vati­ka­num II her­um­ge­bracht“. Er war also auf sei­ne Auf­ga­be vor­be­rei­tet – nicht zuletzt durch Kar­di­nal Kas­pers Buch über sei­ne Barm­her­zig­keits­theo­lo­gie, das 2012 zuerst in spa­ni­scher Spra­che erschie­nen war und die seit­her das neue Pon­ti­fi­kat bestimmt. Ob es der Wil­le Got­tes ist, dass sein geof­fen­bar­tes Wort zugun­sten eines inner­welt­li­chen „Erbar­mens“ gebeugt wird, sei dahin­ge­stellt. Tat­sa­che ist dass der Begriff „Barm­her­zig­keit“ im Neu­en Testa­ment nicht vorkommt.

    • Ver­ehr­ter @Sophus, bzgl. Ihrer letz­ten Aus­sa­ge, der Begriff „Barm­her­zig­keit“ kom­me im Neu­en Testa­ment nicht vor, muss ich Sie lei­der widerlegen.
      Ich füh­re hier die betr. Bibel­stel­len anhand einer mir gera­de zur Hand ste­hen­den Wort­kon­kor­danz zur Luther­bi­bel von 1984 auf:
      Mt 5,7 9,13 23,23
      Lk 1,50 1,78 6,36 10,37
      Röm 9,23 11,30 12,1 12,8 15,9
      1Kor 7,25
      2Kor 1,3 4,1
      Gal 6,16
      Eph 2,4
      Phl 2,1
      1Ti 1,2
      Tit 3,5
      1Pt 1,3
      Heb 2,17 4,16
      Jud 2
      Jak 2,13 3,17 5,11

      Das sind über 25 Stel­len zumin­dest in die­ser Bibelübersetzung.

    • Hm… Ich ersu­che doch höf­lich nach einer prä­zi­sen, ety­mo­lo­gi­schen Abgren­zung zwi­schen „Barm­her­zig­keit“ und „Erbar­men“; besag­te Abgren­zung müß­te ja jeden­falls gera­de­zu fun­da­men­tal und dia­me­tral aus­fal­len. Anson­sten, ich erbit­te Nach­sicht, dürf­te es sich doch eher um sol­cher­art berühm­te „Wört­lklau­be­rei“ han­deln. Ein ähn­li­ches Phä­no­men an fre­quen­ter Haar­spal­te­rei: Jene Bibel­stel­le aus der Berg­pre­digt Jesu Chri­sti – ob sie nun mit „Selig sind die gei­stig Armen.“ oder mit „Selig sind die am Gei­ste Armen.“ über­setzt wer­den soll­te. Bei­de Ver­sio­nen gibt das latei­ni­sche „Bea­ti pau­pe­r­es spíritu.“ selbst­ver­ständ­lich her. Es exi­stie­ren im übri­gen ja vie­le Ter­mi­ni mit nahe­zu iden­ti­scher, annä­hernd syn­ony­mer Bedeu­tung, wie z.B. die bei­den Ver­ben „anfan­gen“ und „begin­nen“. Wo läge da der gro­ße, will sagen defi­ni­ti­ve Unterschied?
      Ich habe gera­de zwei neu­te­sta­ment­li­che Über­set­zun­gen vor mir lie­gen: Die eine von A.D. 1915 aus der Hand S.E. Bischofs Paul Wil­helm von Kepp­ler, die ande­re A.D. 1830 bis 1834 aus der Feder Joseph Franz von Allio­lis. Allein schon unter Mat­thä­us 5; Vers 8 in der Berg­pre­digt Jesu Chri­sti steht bei bei­den: „Selig sind die Barm­her­zi­gen, denn sie wer­den Barm­her­zig­keit erlan­gen.“ Nur noch zwei wei­te­re Bei­spie­le: Der „barm­her­zi­ge Sama­ri­ter“, wie auch der Hei­li­ge Mar­tin wur­den und wer­den bis dato als „barm­her­zig“ benannt und cha­rak­te­ri­siert; eine wei­te­re Suche sei mir des­sent­hal­ben bit­te erspart.
      Von Rele­vanz für die Hei­li­ge Katho­li­sche Kir­che sind übri­gens weder die „femi­ni­sti­sche“ Über­set­zung, die gro­tes­ke, abso­lu­te Anti­po­de zu allem, was die Bibli­sche Froh­bot­schaft beinhal­tet, noch irgend­ei­ne der post­kon­zi­lia­ren, will sagen vor allem „öku­me­ni­schen“ Impri­matur-Über­set­zun­gen, oder die Über­set­zung aus der Hand Mar­tin Luther, der ja schon allein die Wand­lungs­wor­te mit Absicht falsch über­setzt hat­te. Dar­auf­hin ange­spro­chen, respek­ti­ve kri­ti­siert, ent­geg­ne­te er zor­nig: „Sic volo, sic iú­beo, et sit volun­tas mea pro ratio­ne!“ — zu deutsch: „So will ich es, so befeh­le ich es, und mein Wil­le gesche­he anstel­le der Ver­nunft!“ Nun ja…
      Ich wün­sche Geseg­ne­te und gna­den­rei­che Weihnachten. 

      In Cri­sto per Mariam + 

      Car­los­mi­guel

  12. Wer­ter @Kassandro!
    Unter den von Ihnen auf­ge­li­ste­ten Bibel­stel­len bezie­hen sich 21 auf das griech. Wort éleos, das in der wört­lich sehr genau­en Kon­kor­danz zum Mün­che­ner Neu­en Testa­ment von 1998 nicht mit „Barm­her­zig­keit“, son­dern zutref­fend mit dem inner­welt­li­chen Begriff „Erbar­men“ über­setzt wird. Auch das als Sub­stan­tiv (Röm 12,1; 2Kor 1,3) 2x gebrauch­te griech.Wort oik­tir­mós wird nicht mit „Barm­her­zig­keit“ son­dern mit „Erbar­mun­gen“ (Got­tes) über­setzt, was sich auf Got­tes Han­deln, nicht aber auf eine all­ge­mei­ne gött­li­che Eigen­schaft (wie etwa „Gerech­tig­keit“) bezieht. Ledig­lich das zwei­ma­li­ge Adjek­tiv oiktrímon wird in der besag­ten Kon­kor­danz mit „barmherzig„wiedergegeben(Lk. 6,36: Wer­dert barm­her­zig, gleich­wie (auch) euer Vater barm­her­zig ist sowie Jak 5,11:… dass er erbar­mungs­voll ist der Herr und barm­her­zig. Daher will ich an dem von Ihnen monier­ten Satz fest­hal­ten: Tat­sa­che ist dass der Begriff „Barm­her­zig­keit“ im Neu­en Testa­ment nicht vor­kommt. Damit soll­te das Abstrak­tum „Barm­her­zig­keit“ ange­spro­chen sein, auf des­sen Ver­ab­so­lu­tie­rung offen­sicht­lich Kar­di­nal Kas­pers „Barm­her­zig­keits­theo­lo­gie“ beruht, der sich Papst Fran­zis­kus ange­schlos­sen hat — unter Hint­an­stel­lung der Wor­te Jesu zum Wort­feld Gerechtigkeit/gerecht (dikaiosýne/díkaios). Aber ein Dan­ke­schön für Ihre Wort­mel­dung! Segens­rei­che Weihnachten!

  13. Sor­ry, @Sophus, aber das erscheint mir jetzt doch haar­spal­te­ri­sche Wort­klau­be­rei, hier zwi­schen Barm­her­zig­keit und Erbar­men unter­schei­den zu wollen.
    Ich jeden­falls kann und mag die­ser Argu­men­ta­ti­on nicht folgen.
    Ich bin auch weder des Alt­grie­chi­schen noch etwa des Hebräi­schen kun­dig, hat­te nur das sog. klei­ne Lati­num. Aber um die Bibel — Got­tes Wort — ver­ste­hen zu kön­nen, sind der­ar­ti­ge Sprach­kennt­nis­se für den nor­ma­len Lai­en­chri­sten auch nicht nötig.
    Wozu haben wir denn wohl z.B. hier in Deutsch­land die von der Kir­che jeweils über­wach­ten und appro­bier­ten Über­set­zun­gen in die Lan­des­spra­che, die wir hier spre­chen und verstehen?
    So kann ich als katho­li­scher Laie eben auch Got­tes Wort hören und ver­ste­hen, wenn es mir im Got­tes­dienst vor­ge­le­sen wird und so kann ich auch die Bibel verstehen.
    Gott ist nicht nur ein Gott der Theo­lo­gen, der Schrift­ge­lehr­ten, son­dern — das ist mei­ne feste Über­zeu­gung, von der ich kei­ne Deut abwei­chen — Er erschließt und offen­bart sich JEDEM Men­schen, der auf­rich­tig nach Ihm sucht, sich ehr­li­chen Her­zens zu Ihm hin­wen­det und an Got­tes Wort fest­hält. Sonst wäre ER nicht der unend­li­che und unbe­greif­li­che Gott!
    @Pia, ich habe die Wort­kon­kor­danz zur Luther­bi­bel benutzt, Sie kön­nen ja mei­net­we­gen jede der ange­führ­ten Bibel­stel­len in der im kath. Got­tes­dienst ver­wen­de­ten Ein­heits­über­set­zung oder einer ande­ren Ihnen geneh­men „katho­li­schen“ Bibel­über­set­zung überprüfen.
    Ich besit­ze — zu Ihrer Beru­hi­gung — auch eine sünd­teu­re Wort­kon­kor­danz zur Ein­heits­über­set­zung, aber die o.gen. sehr hand­li­che Wort­kon­kor­danz war halt gera­de zur Hand.
    Für mich ist übri­gens die Luther­über­set­zung der Bibel nicht gleich per se Teu­fels­zeug. Ich bevor­zu­ge aller­dings die bis­her gül­ti­ge Einheitsübersetzung.

  14. Sehr geehr­ter @Kassandro, @Sophus, @VCarlosmaiguel,

    @Sophus hat hier total recht.
    In der Bibel wird das Wort „Barm­her­zig­keit“ NICHT als eoi­ne pri­mä­re oder wich­ti­ge Eigen­schaft Got­tes genannt (das übri­gens im Gegen­satz zu dem Koran, wo Allah vom Anfang bis zum Ende als „der Alle­s­er­bar­mer“ genannt wird- dies am Ran­de gesagt).
    Ele­os (übri­gens von Home­rus bis in die klas­si­sche Zei­ten und pro­fan fast immer männlich(auch als Per­son) beschlägt in dem sehr aus­führ­li­chem griech.-franz. Wör­ter­buch Le Grand Bail­ly nur ein paar Zei­len: wenig wich­tig bei den alten Griechen.
    Das „Wör­ter­buch zum Neu­en Testa­ment“ v. Wal­ter Bau­er (De Gruy­ter) beschreibt es dage­gen sehr aus­führ­lich (fast alle Bibel­stel­len v. @Kassandro ste­hen dort vermeldet):
    äusserst lesenswert(Ausg. 1988, S.504–505)!
    Kurz zusammengefaßt:
    „…das Mit­leid, das Erbar­men, die Barmherzigkeit;
    …1. Von Men­schen gg. Men­schen: etwas Gutes tun, Barm­her­zig­keit üben, Almo­sen geben
    …2. Von Gott gg. Menschen
    a. All­ge­mein ( u.a. als Gruß­bot­schaft, neben eirene…)
    b. das v. Gott in Chri­stus den Men­schen erwie­se­ne Erbarmen
    …3. von Chri­stus gg. Men­schen (hier in zusam­men­hang mit dem Titel Kyri­os: „der Herr“)

    Im Augen­blick etwas in Zeit­druck, möch­te ich viel­leicht spä­ter hier­auf zurückkommen.
    Nur: in der Anti­ke war „miser“, elen­dig, mise­ra­bel, kei­ne schö­ne Tugend;
    das Barm­her­zi­ge ist das Ver­scho­nen vom Leben eines unwür­di­gen Wur­mes, das „gedo­gen“, am Leben las­sen eines besieg­ten und danie­der in dem Dreck lie­gen­den Feindes.
    Die Barm­her­zig­keit hat des­halb mit „Respekt“ pri­mär nichts zu tun.
    Miser­i­cor­dia ist das „Herz haben für mise­ri (mise­ra­blen, unglück­li­chen, unglück­se­li­gen Menschen).
    Das hat mit „Gra­tia“, „Gna­de“ direkt nichts zu tun.
    Die Jung­frau Maria war nicht „mise­ra“, aber vol­ler Gnade;
    und das Magni­fi­cat ist kei­ne Arm­se­li­gen­me­lo­die, son­dern ein Jubel­sang, basie­rend und zurück­grei­fend auf den Gesang der Han­nah (übri­gens auch ein Kampflied).
    Das Erbar­men Got­tes ist eine Ver­scho­nung von dem Tod, durch die ein­ge­räum­te Mög­lich­keit Sei­ne Geset­ze zu fol­gen und Sein Joch auf sich zunehmen.
    Und wenn Er sagt, daß Sein Joch leicht ist, haben wir und ande­re nicht zu sagen, daß es schwer ist und nach Schlupf­lö­chern und Inter­pre­ta­tio­nen zu suchen, um krumm zu machen was gera­de ist.
    Über die alt­ger­ma­ni­sche Wur­zel „tir­jan“, „deer­nis“ auf Nie­der­län­disch, poste ich später.
    Fro­he Weihnachten!

  15. @ Kas­san­dro @ Carlosmiguel
    Die Ver­wen­dung des bibli­schen Begriffs „Barm­he­rig­keit“ von der Ver­wen­dung des inner­welt­li­chen Begriffs „Erbar­men“ zu tren­nen, ist kei­ne „haar­spal­te­ri­sche Wort­klau­be­rei“, son­dern eine Not­wen­dig­keit, denn es geht einer­seits um die Barm­her­zig­keit Got­tes und ander­seits um die „Barm­her­zig­keit“ des Men­schen, die im Grie­chi­schen eben mehr­heit­lich mit dem Son­der­be­griff „Erbar­men“ (éleos) bezeich­net wird, der auch Begrif­fe wie Mit­leid, Mit­ge­fühl oder Müt­ter­lich­keit umfasst. Den Unter­schied zwi­schen gött­li­cher Barm­her­zig­keit und dem mensch­li­chen Erbar­men theo­lo­gisch ein­zu­eb­nen und alles allein der Wort­be­deu­tung „Barm­her­zig­keit Got­tes“ zuzu­ord­nen, wie es inter­es­sens­ge­lei­tet bei Luther geschieht, der die Heils­wir­kung der irdi­schen Wer­ke der „Barm­her­zig­keit“ gera­de­zu geleug­net hat, wie es neu­er­dings auch in moder­ni­stisch-katho­li­schen Krei­sen üblich gewor­den ist, um von der Gerech­tig­keit Got­tes im End­ge­richt abzu­len­ken, ist pasto­ra­ler Betrug am Menschen.
    Ein Bei­spiel selek­ti­ver Schrift­wahr­neh­mung ist Luthers Behand­lung von 2 Petr 1,10–11. Sei­ne Über­set­zung lau­tet: „Dar­um, lie­be Brü­der, tut desto mehr Fleiß, eure Beru­fung und Erwäh­lung fest­zu­ma­chen; denn wo ihr sol­ches tut, wer­det ihr nicht strau­cheln. Und also wird euch reich­lich dar­ge­reicht wer­den der Ein­gang zu dem ewi­gen Reich unse­res Herrn und Hei­lan­des Jesu Chri­sti“ (947)

    „Eure Beru­fung und Erwäh­lung festzumachen“?
    Was Luther in sei­ner Über­set­zung unter­schlägt, über­setzt Dr. Joseph Kürz­in­ger, Eich­stätt, rich­tig: „Daher, Brü­der, seid umso mehr bestrebt, eure Beru­fung und Aus­er­wäh­lung durch gute Wer­ke auf festen Grund zu stel­len. Denn wenn ihr die­ses tut, wer­det ihr nie zu Fall kom­men. So wird euch in rei­cher Fül­le der Zutritt in das ewi­ge Reich unse­re Herrn und Hei­lan­des Jesus Chri­stus gewährt wer­den“ (Kürz­in­ger, 318).
    Unter Jesu viel­fa­cher For­de­rung nach dem Tun von guten Wer­ken sind nichts ande­res als mensch­li­che Wer­ke des Erbar­mens zu ver­ste­hen, die zwar dem Wil­len Got­tes ent­spre­chen, aber in der Tat dem frei­en Wil­len des Men­schen entspringen.

  16. @ Kas­san­dro @ Carlosmiguel
    Weil Luther nicht selbst für sein Tun und Las­sen ver­ant­wort­lich sein woll­te, behaup­te­te er in der Schrift „Über den geknech­te­ten Wil­len“ (De ser­vo arbi­trio, WA 18) 1525 gegen Eras­mus von Rot­ter­dam, dass der Mensch gegen­über dem Wil­len Got­tes kei­nen frei­en Wil­len habe, da er nach dem Sün­den­fall nicht die Frei­heit behal­ten habe, sich aus eige­ner Kraft für Gott zu ent­schei­den. Viel­mehr sei die Ent­schei­dung für oder gegen den Wil­len Got­tes ein­zig und allein Sache der gött­li­chen Gna­de und Barm­her­zig­keit. Über ewi­ges Heil oder ewi­ge Ver­damm­nis ent­schei­det also nach Luther allein der sou­ve­rä­ne Wil­le Gottes.
    Eras­mus teil­te Luthers Leh­re vom unfrei­en Wil­len nicht, son­dern hielt in der Schrift „ Über den frei­en Wil­len“ (De libe­ro arbi­trio) an einem Zusam­men­wir­ken zwi­schen Gott und Mensch im frei­en Han­deln fest und betä­tig­te damit die Leh­re der katho­li­schen Kir­che von der gerech­ten Ver­gel­tung aller frei­en Hand­lun­gen des Men­schen, der zu Leb­zei­ten das Gute wol­len oder ableh­nen kann, im jen­sei­ti­gen End­ge­richt. Das hören heu­te die rei­nen Barm­her­zig­keits- und Aller­lö­sungs­theo­re­ti­ker ungern, was sich in der infla­tio­nä­ren Ver­wen­dung des gött­li­chen Barm­her­zig­keits­be­griffs zu Lasten der Aus­drücke für frei gewoll­tes Han­deln aus mensch­li­chem Erbar­men niederschlägt.

  17. @Sophus, es hilft Ihnen alles nichts.

    Sie hat­ten am 23.12. um 12.35 als letz­ten Satz geschrieben:

    „Tat­sa­che ist dass der Begriff „Barm­her­zig­keit“ im Neu­en Testa­ment nicht vorkommt.“

    Die­ser Satz ist schlicht­weg FALSCH.
    Ich habe das für Sie selbst und alle geneig­ten Leser mit über 25 aus einer Wort­kon­kor­danz ent­nom­me­nen Bibel­stel­len bewiesen.

    Das kann jeder für sich selbst an Hand sei­ner Bibel nachprüfen.

    Ich habe das mal für mich sowohl mit der im katho­li­schen Got­tes­dienst ver­wen­de­ten Ein­heits­über­set­zung sowie auch mit der unzwei­fel­haft katho­li­schen Bibel­aus­ga­be von Hamp/Stenzel/Kürzinger von 1966 selbst nachgeprüft.

    In allen zitier­ten Bibel­stel­len des NT steht ent­we­der „Barm­her­zig­keit“, „Erbar­men“ bzw. „sich erbarmen“.

    Ein wesent­li­cher Unter­schied, den Sie wort­reich ver­such­ten zu kon­stru­ie­ren, zwi­schen die­sen hier ver­wen­de­ten Begrif­fen besteht in unse­rem heu­ti­gen christ­li­chen Ver­ständ­nis nicht:
    Barm­her­zig­keit bedeu­tet nichts ande­res als ein Herz voll Erbar­men zu haben.

    Barm­her­zig­keit ist dabei für den Men­schen heils­not­wen­dig, wie uns der Herr selbst im 25. Kapi­tel des Mat­thä­us­evan­ge­li­ums „Vom Welt­ge­richt“ sehr ernst dar­ge­legt hat.

    Es nützt Ihnen über­haupt nichts, von Ihrer ursprüng­li­chen Falsch­aus­sa­ge über angeb­li­ches Nicht­vor­han­den­sein des Begriffs „Barm­her­zig­keit“ im NT, durch Wort­klau­be­rei­en bzw. Ablen­kungs­ver­su­che, mit denen Sie mich förm­lich zutex­ten wol­len, ablen­ken zu wollen.

  18. @ Kas­san­dro
    Lesen Sie erst den obi­gen Fach­kom­men­tar von @ Adri­en Antoi­ne zum The­ma, bevor Sie sich wie­der unqua­li­fi­ziert zu Wort mel­den. Viel­leicht erken­nen Sie dann, dass die grie­chi­sche Bibel sehr wohl den Unter­schied im Wort­ge­brauch zwi­schen der „Barm­her­zig­keit“ als Eigen­schaft Got­tes und dem werk­ori­en­tier­ten mensch­li­chen „Erbar­men“ kennt. Was inter­es­sens­ge­lei­te­te Bibel­über­set­zun­gen luthe­ri­scher Pro­ve­ni­enz in ihrer Ableh­nung von „guten Wer­ken“ dar­aus machen, ist eine ande­re Sache und berührt das Text­ver­ständ­nis einer modern gewor­de­nen Barm­her­zig­keits­ideo­lo­gie, die das „heu­ti­ge christ­li­chen Ver­ständ­nis“ dar­auf hin­len­ken will, die Heils­re­le­vanz von guten Wer­ken ver­ges­sen zu las­sen — wohl ver­ständ­lich, ange­sichts der zu erwar­ten­den Gerech­tig­keit Got­tes im End­ge­richt, in dem nach alten bild­li­chen Dar­stel­lun­gen bei jedem Men­schen die guten und bösen Wer­ke getrennt von­ein­an­der erst ein­mal auf die zwei Scha­len der Waa­ge Got­tes kom­men und gegen­ein­an­der abge­wo­gen werden.

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