Als Kardinal Martini zu Benedikt XVI. sagte: Du mußt zurücktreten

Welche Rolle spielten die Jesuiten beim Amtsverzicht von Papst Benedikt XVI.?

Der Jesuit, der anwesend war, als Kardinal Carlo Maria Martini SJ Paps Benedikt XVI. zum bedingungslosen Rücktritt aufforderte.
Der Jesuit, der anwesend war, als Kardinal Carlo Maria Martini SJ Paps Benedikt XVI. zum bedingungslosen Rücktritt aufforderte.
Benedikt XVI. Kardinal Martini
Bene­dikt XVI. mit Kar­di­nal Car­lo Maria Martini

(Rom) Am ver­gan­ge­nen 24. Juni ist der Jesu­it Pater Sil­va­no Fausti nach län­ge­rer Krank­heit im Alter von 75 Jah­ren gestor­ben. Er war der Beicht­va­ter eines viel bekann­te­ren Jesui­ten, von Kar­di­nal Car­lo Maria Mar­ti­ni. Der Cor­rie­re del­la Sera wid­me­te ihm einen Nach­ruf unter dem Titel: „Als Mar­ti­ni zu Ratz­in­ger sag­te: Die Kurie ändert sich nicht, du mußt zurück­tre­ten“. Die Tages­zei­tung berich­te­te von Ent­hül­lun­gen, die auf­hor­chen las­sen. Ent­hül­lun­gen über den am 31. August 2012 ver­stor­be­nen Kar­di­nal Car­lo Maria Mar­ti­ni und des­sen angeb­lich ent­schei­den­den Ein­fluß auf die Wahl Bene­dikts XVI. und auch auf des­sen Rücktritt.

Seit 37 Jah­ren leb­te Pater Fausti mit drei ande­ren Jesui­ten in einer Hüt­te am Stadt­rand von Mai­land. Er woll­te nach eige­nen Anga­ben nach dem Modell der Apo­stel­ge­schich­te leben. „Papst Fran­zis­kus wür­de sagen, Pater Fausti betrach­te­te die Rän­der als ‚pri­vi­le­gier­ten Ort‘“, so der Cor­rie­re del­la Sera. Die Tages­zei­tung zitier­te den Jesui­ten mit den Wor­ten: „Das Prin­zip der Wirt­schaft ist, immer mehr zu pro­du­zie­ren. Was inter­es­siert es mich aber, mehr zu pro­du­zie­ren, mich inter­es­siert, zu leben. Heu­te ist die Stadt der Ort, wo die Mensch­lich­keit ver­lo­ren­geht und auf der Müll­hal­de lan­den die Men­schen: die Kin­der, die Alten, die die Not haben“.

Als vor Jah­ren die Hüt­te abbrann­te, ver­brann­ten auch 80 Meter Bücher­re­ga­le mit Tau­sen­den von Schrif­ten, dar­un­ter auch sehr sel­te­ne, Tex­te in Hebrä­isch, Bibel­kom­men­ta­re des 16./17. Jahr­hun­derts. Ent­setz­ten Freun­den, so der Cor­rie­re del­la Sera, sag­te Pater Fausti lächelnd: „Ein Glück, daß ich sie schon gele­sen hat­te“. In dem Video-Inter­view „Begeg­nung mit Sil­va­no Fausti: Ein christ­li­cher Mei­ster“ ant­wor­te­te Pater Fausti auf die Fra­ge nach dem Glau­ben: „Was der Glau­ben ist, das weiß ich nicht. Ich weiß aber, daß Gott viel Glau­ben an den Men­schen hat. Es bin nicht ich, der an Gott glaubt, son­dern es ist Gott, der an mich glaubt.“

Zur Wahl von Papst Fran­zis­kus sag­te der Jesu­it: „Als ich als Bischof von Rom Fran­zis­kus sah, habe ich das Nunc dimit­tis gesun­gen. End­lich! Seit den Tagen Kon­stan­tins habe ich auf einen sol­chen Papst gewartet.“

„Ante-Papa“ Martini – Der Jesuit vor Jorge Mario Bergoglio

Pater Fausti war der geist­li­che Bei­stand von Kar­di­nal Car­lo Maria Mar­ti­ni, den Johan­nes Paul II. kurz nach sei­ner Wahl zum Erz­bi­schof von Mai­land ernann­te und in den Kar­di­nals­stand erhob. Von den Medi­en wur­de Mar­ti­ni als des­sen gro­ßer Gegen­spie­ler dar­ge­stellt. Der Jesui­ten­kar­di­nal galt der libe­ra­len Pres­se als der aus­ge­mach­te Nach­fol­ger, soll­te der pol­ni­sche Papst ein­mal ster­ben. Mar­ti­ni selbst gefiel sich in der Rol­le des „Ante-Papa“. Er sah sich ger­ne als künf­ti­ger Papst. Sei­nen Aus­sa­gen wur­de daher beson­de­res Gewicht bei­gemes­sen. Wann immer der Papst in Rom etwas sag­te, mel­de­te sich der pro­gres­si­ve „Ante-Papst“ in Mai­land zu Wort, um irgend­wie zu wider­spre­chen. Als Mar­ti­ni 2002 sein 75. Lebens­jahr voll­ende­te, eme­ri­tier­te ihn Johan­nes Paul II. umgehend.

Doch das Pon­ti­fi­kat Johan­nes Pauls II. dau­er­te sehr lan­ge und als es 2005 ernst wur­de, blieb der Jesu­it unter allen Erwartungen.

Martini forderte zum Rücktritt auf und Benedikt XVI. folgte?

Der Jesuit Silvano Fausti
Der Jesu­it Sil­va­no Fausti

Laut Pater Fausti habe Kar­di­nal Mar­ti­ni jedoch auf ande­re Wei­se beim Kon­kla­ve 2005 eine ent­schei­den­de Rol­le gespielt. In einem Video-Inter­view erzähl­te er zwei Epi­so­den. Eine betrifft den Amts­ver­zicht von Papst Bene­dikt XVI. und das letz­te Gespräch des deut­schen Pap­stes mit Mar­ti­ni. Es fand am 2. Juni 2012 anläß­lich des Welt­fa­mi­li­en­tref­fens in Mai­land statt. Der an Par­kin­son erkrank­te Mar­ti­ni emp­fing Bene­dikt XVI. am frü­hen Nach­mit­tag im erz­bi­schöf­li­chen Palais.

Laut Pater Fausti habe Kar­di­nal Mar­ti­ni damals Bene­dikt XVI. ins Gesicht gesagt, es sei Zeit, zurück­zu­tre­ten. Als Grund für die­se unge­wöhn­li­che Auf­for­de­rung nann­te der Jesui­ten­kar­di­nal die Unfä­hig­keit des deut­schen Pap­stes, die Römi­sche Kurie, das tra­di­tio­nel­le Feind­ob­jekt des pro­gres­si­ven Kir­chen­la­gers, zu refor­mie­ren. „Es ist wirk­lich Zeit, hier läßt sich nichts machen“, so die Wor­te Mar­ti­nis. Pater Fausti gilt wegen sei­nes lang­jäh­ri­gen engen Ver­hält­nis­ses zu Mar­ti­ni als glaub­wür­di­ge Quel­le. Als über­le­ge­ne Wort­füh­rer unter­schied­li­cher kirch­li­cher Rich­tun­gen hät­ten sich Ratz­in­ger und Mar­ti­ni respekt­voll geschätzt, so zumin­dest der Vati­ka­nist Andrea Tor­ni­el­li. „Es besteht kein Zwei­fel, daß mit­ten im Vati­leaks-Skan­dal der eme­re­tier­te Erz­bi­schof in aller Offen­heit Bene­dikt den Rück­tritt emp­foh­len hat“, so der Haus- und Hof­va­ti­ka­nist von Papst Franziskus.

Rät­sel­haft bleibt, aus wel­chem Grund Papst Bene­dikt XVI. wegen Vati­leaks zurück­tre­ten hät­te sol­len, da er ja das eigent­li­che und ein­zi­ge Opfer der Intri­ge war. Weni­ger rät­sel­haft ist hin­ge­gen, daß Mar­ti­ni die Medi­en­kam­pa­gne gegen den deut­schen Papst nütz­te, um den unge­lieb­ten „Kon­ser­va­ti­ven“ mit sei­nem Ver­such, die nach­kon­zi­lia­re Kir­che an die zwei­tau­send­jäh­ri­ge Gesamt­ge­schich­te der Kir­che zu kop­peln, zum Rück­tritt auf­zu­for­dern. Auch in die­sem Fall blieb Mar­ti­ni ganz in sei­ner Lieb­lings­rol­le des Gegen­parts zum regie­ren­den Papst. Letzt­lich aber war er nur ein ver­hin­der­ter Papst.

Rücktrittsabsichten Benedikts XVI.

Nach­träg­lich wird von man­chen Vati­ka­ni­sten und Kir­chen­ver­tre­tern ange­nom­men, Bene­dikt XVI. habe bereits zum Zeit­punkt sei­ner Wahl die Opti­on eines Amts­ver­zichts für denk­bar gehal­ten. Der öffent­li­che Tod Johan­nes Pauls II. muß­te auf den fei­nen Theo­lo­gen abschreckend wir­ken. Zudem muß­te er schmerz­lich erle­ben, daß mit zuneh­men­dem kör­per­li­chem Ver­fall des Polen, die Macht sei­ner Entou­ra­ge wuchs. Nicht immer zum Vor­teil der Kir­che, wie die Amts­ent­he­bung von Bischof Kurt Krenn in Öster­reich zeigte.

2009 besuch­te Bene­dikt XVI. das Grab von Papst Coele­stin V., der als ein­zi­ger Papst der Kir­chen­ge­schich­te 1294 aus per­sön­li­chen Grün­den auf sein Amt ver­zich­tet hat­te. Der Besuch erfolg­te nach dem schwe­ren Erd­be­ben, das die Gegend erschüt­tert hat­te, wes­halb der Zusam­men­hang nicht so auf­fiel. Erst­mals kon­kret ange­spro­chen wur­de die Mög­lich­keit eines Amts­ver­zichts im Gesprächs­buch von Peter See­wald, das im Novem­ber 2010 erschie­nen ist. Laut Anga­ben sei­ner eng­sten Mit­ar­bei­ter und sei­nes eige­nen Bru­ders, Msgr. Georg Ratz­in­ger, die jedoch Mut­ma­ßun­gen blei­ben, sei die Ent­schei­dung zurück­zu­tre­ten in Bene­dikt XVI. nach sei­nem Besuch in Mexi­ko und auf Kuba her­an­ge­reift, von der er am 29. März 2012 zurück­kehrt war.

Im April 2012 wur­de der Vati­leaks-Skan­dal bekannt, jener orga­ni­sier­te Doku­men­ten­klau vom Schreib­tisch des Pap­stes. Unter den ent­wen­de­ten Doku­men­ten, die von einem ita­lie­ni­schen Jour­na­li­sten ver­öf­fent­licht wur­den, befand sich auch ein Dos­sier über eine mög­li­che Ermor­dung von Bene­dikt XVI. vor Jahresende.

Welche Rolle spielte Kardinal Martini?

Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Tar­ci­sio Ber­to­ne erklär­te spä­ter, „Mit­te 2012“ von der Rück­tritts­ab­sicht in Kennt­nis gesetzt wor­den zu sein. Die­se Zeit­an­ga­be wird auch von sei­nem dama­li­gen ersten Sekre­tär, Msgr. Georg Gäns­wein, bestätigt.

Die von Pater Fausti berich­te­te Rück­tritt­auf­for­de­rung durch Kar­di­nal Mar­ti­ni am 2. Juni 2012 erfolg­te dem­nach, bevor Bene­dikt XVI. sei­nen Sekre­tär Gäns­wein und Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Ber­to­ne, sei­ne bei­den eng­sten Mit­ar­bei­ter, von sei­ner Rück­tritt­ab­sicht unter­rich­te­te. Bei­de beton­ten Ver­su­che, Bene­dikt XVI. von sei­ner Absicht abzu­brin­gen und ihn vom Ver­bleib im Amt zu über­zeu­gen. Die Schil­de­rung von Pater Fausti läßt erken­nen, daß es nicht Bene­dikt XVI. war, der den Jesui­ten­kar­di­nal von sei­nen Absich­ten infor­mier­te, son­dern Mar­ti­ni das The­ma ansprach. Auf­grund der Kir­chen­ge­schich­te, die nur zwei Päp­ste kennt, die im Mit­tel­al­ter unter ganz spe­zi­fi­schen Bedin­gun­gen auf ihr Amt ver­zich­te­ten, erstaunt es, daß der Jesu­it Mar­ti­ni einem regie­ren­den Papst etwas nahe­leg­te, was zu dem Zeit­punkt eigent­lich undenk­bar war.

Martini 2005 als „Papstmacher“?

Papst Benedikt XVI. besuchte Coelestin V. (2009)
Papst Bene­dikt XVI. besuch­te Cöle­stin V. (2009)

Zwei­fel­haf­ter erschei­nen die Ent­hül­lun­gen von Pater Fausti zum Kon­kla­ve von 2005, oder bes­ser gesagt die Inter­pre­ta­ti­on, die er den Ereig­nis­sen gab. Laut Pater Fausti habe Kar­di­nal Mar­ti­ni sei­ne Unter­stüt­zer auf­ge­for­dert, Kar­di­nal Ratz­in­ger zu wäh­len, „um schmut­zi­ge Spiel­chen“ zu ver­hin­dern, um bei­de Kan­di­da­ten aus­zu­schal­ten, damit „ein Kuri­en­ver­tre­ter“ gewählt wird. Fausti behaup­te­te, Ratz­in­ger und Mar­ti­ni hät­ten die mei­sten Stim­men gehabt, „Mar­ti­ni sogar mehr“ als der deut­sche Kuri­en­prä­fekt. „Als der Trick ent­deckt war“, einen Kuri­en­ver­tre­ter wäh­len zu las­sen, „ging Mar­ti­ni abends zu Ratz­in­ger und sag­te ihm: nimm es an, mor­gen mit mei­nen Stim­men zum Papst gewählt zu wer­den … Er sag­te ihm: akzep­tie­re du, der du seit 30 Jah­ren an der Kurie bist und sei intel­li­gent und ehr­lich: wenn es dir gelingt, die Kurie zu refor­mie­ren, gut, wenn nicht, trittst du ab“.

Die­se zwei­te Epi­so­de soll die erste Erzäh­lung bestär­ken und Kar­di­nal Mar­ti­ni die ent­schei­den­de Rol­le beim Amts­ver­zicht Bene­dikts XVI., letzt­lich für des­sen gesam­tes Pon­ti­fi­kat zuschrei­ben. Die Schil­de­rung wider­spricht jedoch glaub­wür­di­ge­ren Schil­de­run­gen, wonach Mar­ti­ni bereits im ersten Wahl­gang ein nie­der­schmet­tern­des Ergeb­nis erziel­te und sei­ne nur knapp zehn (von 115) Stim­men auf einen ande­ren Jesui­ten­kar­di­nal, Jor­ge Mario Ber­go­glio, umlenk­te. Als die­ser erkann­te, daß er gegen Kar­di­nal Ratz­in­ger kei­ne Aus­sicht hat­te, gewählt zu wer­den, besten­falls Ratz­in­gers Wahl blockie­ren hät­te kön­nen, zog Ber­go­glio sei­ne Kan­di­da­tur zurück.

Mar­ti­ni habe bis zuletzt gehofft, mit den 40 Stim­men für Ber­go­glio die Wahl Ratz­in­gers, dem nur weni­ge Stim­men zu den benö­tig­ten zwei Drit­teln fehl­ten, blockie­ren und ihn zum Ver­zicht bewe­gen zu kön­nen. Damit wären weder Ratz­in­ger noch Ber­go­glio Papst gewor­den, die Kar­ten hät­ten damit aber völ­lig neu gemischt wer­den kön­nen. Ein „Spiel­chen“, um bei einem Wort Fau­stis zu blei­ben, das nicht gelang, weil Ratz­in­ger die bes­se­ren Ner­ven als Ber­go­glio bewies.

„Späte“ Erinnerungen

Wider­sprüch­lich ist zudem die Behaup­tung Pater Fau­stis, Mar­ti­ni habe sich mit Ratz­in­ger ver­bün­det, um die Wahl eines Kuri­en­ver­tre­ters zu ver­hin­dern. Die Geschich­te läßt zwar die von Mar­ti­ni geteil­te Feind­schaft Fau­stis gegen­über der Kurie erken­nen, hat jedoch unter ande­rem den Haken, daß Ratz­in­ger selbst ein Kuri­en­ver­tre­ter war. Wahr an der Geschich­te ist, daß der ewi­ge „Ante-Papst“ Mar­ti­ni nach sei­nem Schei­tern im Kon­kla­ve, und dem – eini­ge Wahl­gän­ge spä­ter – fol­gen­den Rück­zie­her Ber­go­gli­os, die Wahl Ratz­in­gers akzep­tie­ren mußte.

Eben­so zwei­fel­haft wie Pater Fau­stis Schil­de­rung erscheint die plötz­li­che Behaup­tung Tor­ni­el­lis, „die ein­zi­ge Grup­pe, die orga­ni­siert ins Kon­kla­ve ging, war die der Unter­stüt­zer Ratz­in­gers“. Kon­kret nennt er Kar­di­nal Ber­to­ne, damals Erz­bi­schof von Genua, Kuri­en­kar­di­nal Tru­ji­l­lo und „ver­schie­de­ne Ratz­in­ger-Schü­ler, dar­un­ter bei­spiels­wei­se der Erz­bi­schof von Wien, Chri­stoph Schön­born“. Eine The­se, die ziem­lich spät prä­sen­tiert wird und – so der Ein­druck – nach einer Par­al­le­le zum Team Ber­go­glio klin­gen soll.

Austen Ive­r­eigh, der ehe­ma­li­ge Sekre­tär von Kar­di­nal Cor­mac Murphy‑O’Connor, ent­hüll­te in sei­nem im Novem­ber 2014 ver­öf­fent­lich­ten Buch „The Gre­at Refor­mer“, daß die Kar­di­nä­le Kas­per, Leh­mann, Dan­neels, Murphy‑O’Connor eine Kam­pa­gne zur Wahl Ber­go­gli­os orga­ni­siert hat­ten. Vom Erz­bi­schof von Bue­nos Aires hät­ten sie sich im vor­aus des­sen Zusi­che­rung geholt, daß er die­ses Mal wenn es hart auf hart käme, sei­ne Kan­di­da­tur nicht mehr zurück­neh­men werde.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: MiL/​Corriere del­la Sera (Screenshot)/Introibo.fr

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21 Kommentare

  1. Und was sagt uns das jetzt:
    eigent­lich nicht mehr,als das sich im Vati­kan eine Misch­po­ke von grö­ßen­wahn­sin­ni­gen Jesui­ten aus­tobt und sie nun end­lich einen „wür­di­gen“ Papa haben,auf den sie schon so lan­ge offen­bar sehn­süch­tig warteten.
    Er wird sie dahin führen,wo sie hingehören.!

  2. Die Jesui­ten: einst Boll­werk gegen die Häre­si­en der Pro­te­stan­ten, heu­te kor­rum­piert durch macht­hung­ri­ge Neo­mo­der­ni­sten. Die Theo­rie einer jesui­ti­schen Ver­schwö­rung kann heut­zu­ta­ge inso­fern bejaht wer­den, daß die „Gesell­schaft Jesu“ in den letz­ten Jahr­zehn­ten tat­säch­lich ver­hee­rend gegen den Katho­li­zis­mus gewirkt hat.

  3. In sei­nem letz­ten Inter­view kurz vor sei­nem Tod stell­te Kar­di­nal Mar­ti­ni fol­gen­de For­de­run­gen, die heu­te in nicht uner­heb­li­chem Mas­se umge­setzt zu sein schei­nen: Stich­wor­te „Umfra­ge­bo­gen“, „C9 Rat“, „Dis­kus­sio­nen um Zulas­sung zur Kommunion“:
    -
    […]
    „Die Kir­che ange­fan­gen beim Papst und den Bischö­fen ? muss sich zu ihren Feh­lern beken­nen und einen radi­ka­len Weg der Ver­än­de­rung gehen. Die Skan­da­le um den Miss­brauch von Kin­dern zwin­gen uns, Schrit­te der Umkehr zu set­zen. Die Fra­gen zur Sexua­li­tät und zu allen The­men, die den Leib betref­fen, sind ein Bei­spiel. Sie sind jedem Men­schen wich­tig, manch­mal viel­leicht zu wich­tig. Neh­men wir wahr, ob die Men­schen die Stim­me der Kir­che zur Sexu­al­mo­ral noch hören? Ist die Kir­che hier eine glaub­wür­di­ge Gesprächs­part­ne­rin oder nur eine Kari­ka­tur in den Medien?
    [.…]
    „Ich emp­feh­le dem Papst und den Bischö­fen, in ihre Lei­tungs­gre­mi­en zwölf unge­wöhn­li­che Men­schen auf­zu­neh­men. Men­schen, die bei den Ärm­sten sind, Jugend­li­che um sich haben und Expe­ri­men­te (!) machen. Es braucht die fai­re Aus­ein­an­der­set­zung mit Men­schen, die bren­nen, damit der Geist wehen kann. 
    [.…]
    „Die Ein­la­dung, zur Kom­mu­ni­on zu gehen und das Brot des Him­mels zu emp­fan­gen, rich­tet sich an die Suchen­den und Bedürf­ti­gen (?!) . Das ist kein Anbie­dern, son­dern ein selbst­be­wuss­tes Ange­bot der Kir­che im Wis­sen dar­um, dass bei Gott nichts unmög­lich ist. “
    -

  4. Ich fin­de, sol­ches Her­ren­ge­trat­sche soll­te man ein­fach ignorieren.
    Damit ver­tut man nur die Zeit und hat kei­nen Erkennt­nis­ge­winn davon.

  5. Kuri­en­erz­bi­schof Georg Gäns­wein hat sich schon lan­ge nicht mehr gemel­det. Es gab eine Zeit, wo er regel­mä­ßig die Gläu­bi­gen beru­hig­te, wie nor­mal doch die Lage wäre – in Wirk­lich­keit die ver­ruch­te­ste der gan­zen Kirchengeschichte.

  6. Lei­der sind wir bei die­sen Berich­ten einem quai Kaf­fee­satz­le­sen aus­ge­lie­fert, denn die­je­ni­gen die wirk­lich Bescheid wis­sen, wer­den nichts sagen, die­je­ni­gen hin­ge­gen, die wenig wis­sen, reden recht viel. Aber wie schön der Hl. Tho­mas von Aquin sag­te: ex effec­ti­bus cau­sa cogno­s­ci­tur also „die Ursa­che erkennt man an ihren Auswirkungen“.

    1. Bene­dikt war nicht so ortho­dox, wie man es sich gewünscht hät­te, dem Amt nicht wirk­lich ver­bun­den und auch kein Kämp­fer. Wovor denn solch eine Angst haben? Ster­ben müs­sen wir alle, wenig­sten auf dem Feld der Ehre, wenn all die­se Atten­tats­ge­rüch­te stim­men. Die Wahr­heit ist manch­mal viel bana­ler und das Böse auch, wie schon Han­nah Arendt fest­stellt. Kei­ne Lust mehr, Haus­schu­he, „Kom­mi­sar Rex“ mit Gän­se­wein schau­en und Ehren­dok­to­ra­te in Polen emp­fan­gen. Die beque­me, ein­fa­che Tour.

    2. Die Jesui­ten sind, wie sie sind, wie man wirk­lich über­all sehen kann.

    3. Die römi­sche Kurie scheint nicht so schlecht zu sein, wenn sie von Mar­ti­ni und Fran­zis­kus der­ma­ßen abge­watscht und irgend­wie gefürch­tet wird. Viel­leicht wird gera­de sie das Schlimm­ste nicht zulassen?

  7. Oje…Zum einen: Wer einem von Gott gesalb­ten Papst rät abzu­dan­ken, der hat ja das Opfer Jesu am Kreuz (ist auch nicht her­ab­ge­stie­gen) und den Pri­mat Petri wohl nicht so ganz begriffen.
    Zum ande­ren: Gott Vater und Jesus Chri­stus, der Herr, wer­den „die Kurie zu refor­mie­ren“ (sie­he auch: http://​www​.schau​un​gen​.de/​w​i​k​i​/​i​n​d​e​x​.​p​h​p​?​t​i​t​l​e​=​A​l​o​i​s​_​I​r​l​m​a​ier ) – das ist mei­ne pri­va­te Meinung.

    • der von Gott gesalb­te Prä­lat hat­te schon vor­her öffent­lich über­legt, dass ein Papst abzu­dan­ken habe, wenn er nicht mehr kann.
      Das ist und war eine der weni­gen theo­lo­gi­schen Schwä­chen des Josef Ratz­in­ger, und sie hat sich als fatal erwiesen.

      • @ein besorg­ter Christ
        Ja, da haben Sie Recht. Er hat­te lei­der schon frü­her die­se Ansicht. So hat­te er den Pri­mat Petri und die­ses Amt selbst nicht rich­tig ver­stan­den. Es wur­de der Belie­big­keit aus­ge­lie­fert. Ich emp­fin­de die momen­ta­ne Situa­ti­on als ähn­lich bela­stend für die gesam­te Kir­che wie damals die Zeit vor dem Kon­stan­zer Konzil.

  8. Ein Satz aus dem Arti­kel hat mich zum Nach­den­ken angeregt.
    Pater Sil­va­no Fausti (r.i.p.) sag­te also zur Wahl von Papst Fran­zis­kus: „Als ich als Bischof von Rom Fran­zis­kus sah, habe ich das Nunc dimit­tis gesun­gen. End­lich! Seit den Tagen Kon­stan­tins habe ich auf einen sol­chen Papst gewartet.“
    Was wird hier gesagt? Seit der Kon­stan­ti­ni­schen Wen­de also hat er gewar­tet. Wer spricht hier, wer ist hier „ich“? Sil­va­no Fausti kann es ja nicht sein, es sei denn, er glaubt an sei­ne per­sön­li­che Prä­exi­stenz (was eine häre­ti­sche Auf­fas­sung wäre). Er iden­ti­fi­ziert sich also mit einem ande­ren Sub­jekt, nimmt gedank­lich des­sen Stel­le ein. Mit der Mensch­heit? Mit der Kir­che? Gar mit Gott?
    Einen Hin­weis gibt uns das „Nunc dimit­tis“. Mit die­sem Lob­lied, nach Lukas 2, preist der grei­se Sime­on im Jeru­sa­le­mer Tem­pel Gott den HERRN, nach­dem er im Hei­li­gen Geist Jesus als den Gesalb­ten des Herrn, den Messias/​ Chri­stus erkannt hat. Sime­on steht hier für das gan­ze Got­tes­volk und pro­phe­zeit, dass Jesus das Licht der Völ­ker, das heißt der Erlö­ser aller Men­schen, und der Ruhm Isra­els sein werde.
    Begrüßt der Jesui­ten­pa­ter etwa den wie­der­ge­kehr­ten Herrn Jesus Chri­stus? Gewiss nicht. Aber wel­che ande­re Per­son bean­sprucht denn, „Licht zur Erleuch­tung der Völ­ker und zur Ver­herr­li­chung Isra­els“ zu sein? Nur eine Per­son kommt in Fra­ge: ein fal­scher Mes­si­as, der end­zeit­li­che Anti­christ, das apo­ka­lyp­ti­sche Tier aus dem Abgrund (Offb 13).
    Lie­be Chri­sten, wäh­rend ich dies schrei­be, über­läuft mich ein Schau­er. Denn erst in die­sem Moment erhal­te ich Ant­wort auf mei­ne Fra­ge, mit wel­chem Sub­jekt Pater Fausti sich hier iden­ti­fi­ziert, oder viel­leicht so: wer hier aus Pater Fausti spricht. Es ist nicht der Hei­li­ge Geist, denn die­ser war­tet nicht auf den Anti­christ. Wer w a r t e t denn „seit Kai­ser Kon­stan­tin“ auf den Anti­christ? Wer berei­tet denn seit der Erhö­hung des Herrn und Grün­dung Sei­ner Kir­che an Pfing­sten in jeder Genera­ti­on Per­so­nen, wenig­stens eine Per­son vor, die der Anti­christ ein kann? Wir ken­nen man­che Per­so­nen aus der Geschich­te, von denen wir sagen, sie waren Vor­läu­fer des Anti­christs, und einer von ihnen hät­te d e r Anti­christ wer­den kön­nen, zuletzt im 20. Jahr­hun­dert. Aber auch in den Jah­ren, in denen wir jetzt leben, sind Anti­christ-Anwär­ter im Gespräch. Ich nen­ne sie nicht, sie sind bekannt oder kön­nen leicht her­aus­ge­fun­den wer­den. Es gibt nur einen, der seit vie­len Jahr­hun­der­ten auf den fina­len Anti­christ w a r t e t: satan. Beach­ten wir, nicht satan ist es, der den Anti­christ bestimmt, das steht nicht in sei­ner Macht, damit wären ihm eine Macht zuge­stan­den und eine Ehre erwie­sen, die ihm nicht zuste­hen. Gott der HERR allein ist es, der den Anti­christ kennt und der satan erlaubt, in ihn zu fah­ren, von ihm Besitz zu ergrei­fen und ihn zu sei­nem, wenn das mög­lich wäre, per­fek­ten Instru­ment, gewis­ser­ma­ßen zu sei­ner Inkar­na­ti­on zu machen.
    Schluss folgt.

    • Schluss.
      Wir kön­nen jetzt nicht wis­sen, wer der Anti­christ ist. Er ist viel­leicht schon da, aber er wird erst offen­bar, wenn „der, der jetzt noch zurück­hält, aus dem Weg ist“ (2 Thess 2). Chri­sten war­ten nicht auf den Anti­christ. Auf wen war­ten wir? Pau­lus sagt es uns: „Denn die Gna­de Got­tes ist erschie­nen, heil­brin­gend allen Men­schen, und unter­weist uns, damit wir die Gott­lo­sig­keit und die welt­li­chen Begier­den ver­leug­nen und beson­nen und gerecht und got­tes­fürch­tig leben in dem jet­zi­gen Zeit­lauf, indem wir die glück­se­li­ge Hoff­nung und Erschei­nung unse­res gro­ßen Got­tes und Hei­lan­des Jesus Chri­stus e r w a r t e n.“ (Titus 2,11–13)
      Auf einen Papst das Nunc dimit­tis anzu­stim­men, wie der fau­sti­sche Pater Fausti bzw. der unhei­li­ge Geist, der aus ihm sprach, es tat, ist mE ein Akt der Göt­zen­die­ne­rei und eine Got­tes­lä­ste­rung, denn das Nunc dimit­tis wur­de im Hei­li­gen Geist im Hin­blick auf den Gott­men­schen Jesus Chri­stus gespro­chen, jedoch auch der „frömm­ste“ Papst bleibt nur ein sün­di­ger Mensch und nicht der Sohn Got­tes und kann im schlimm­sten Fall nur ein fal­sches Licht zu einer fal­schen Erleuch­tung: ein fal­scher Mensch­heits­er­lö­ser und Pseu­do-Mes­si­as Isra­els, der end­zeit­li­che Anti­christ, sein.

    • Noch etwas:
      * 1963 sag­te Con­chi­ta von Gara­ban­dál, die Erschei­nung der Got­tes­mut­ter habe vor­her­ge­sagt, nach dem Papst Johan­nes XXIII. wür­den nur noch vier Päp­ste kommen.
      * La Salet­te 1846: Rom wird den Glau­ben ver­lie­ren und zum Sitz des Anti­christ werden.
      * Nach dem Arti­kel über den „Anti­christ“ in der Katho­li­schen Enzy­klo­pä­die glaub­te der hl. Bern­hard, dass der Anti­christ ein Gegen­papst sein werde …

      La Vir­gen anun­cia la apostasía La Vir­gen en Gara­band­al no reco­no­ce a Fran­cis­co como Papa.
      https://​you​tu​.be/​h​E​p​S​Z​7​5​x​TjM

      • ja, Con­chi­ta sag­te, die Mut­ter­got­tes hät­te gemeint, daß dann das Ende aller Zei­ten begin­ne, aber nicht das Ende der Welt. Ob Rom wohl fal­len wird? Gut mög­lich, nach all den Skandalen.
        Ent­schei­dend ist m.E. die ein­dring­li­che Bot­schaft der Mut­ter Lex von Eisen­berg, die wohl nicht wirk­lich geprüft und aner­kannt wurde:„Rom, wenn du wüss­test, was Schreck­li­ches über dich kom­men wird. Ein­mal Rom und nie mehr Rom!“ Bot­schaft von der Mut­ter Got­tes am 16. Okto­ber 1965. 

        Schein­bar kön­nen wir in Euro­pa der Kata­stro­phe nicht mehr ent­ge­hen. Wir sind eine füh­rer­lo­se Her­de gewor­den. Jeder nach sei­nem Gusto.

      • @Smaragd
        Sehe ich auch so. Den Pri­mat und den Stuhl Petri wird es immer geben, aber er könn­te auch an einem ande­ren, von Gott bestimm­ten, geo­gra­phi­schen Ort der Mit­tel­punkt sein.

      • Es wur­de dort auch gesagt: „Ich kann es nicht mehr län­ger ertra­gen, denn die stra­fen­de Hand Got­tes lastet dies­mal so schwer auf mir wie noch nie“ (14.04.1965): http://​www​.gott​lieb​t​uns​.com/​e​i​s​e​n​b​e​r​g​.​htm (kom­plett) – Das ent­spricht dem, was in La Salet­te gesagt wur­de: „Wenn mein Volk sich nicht unter­wer­fen will, bin ich gezwun­gen, den Arm mei­nes Soh­nes fal­len zu las­sen. Er ist so schwer und drückend, daß ich ihn nicht mehr zurück­hal­ten kann.“ Es ist an uns die Zei­chen der Zeit zu erken­nen. – https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​Y​B​5​x​h​v​a​w​12o – auch Pfr. Nat­anek spricht in sei­nen Pre­dig­ten sehr ein­drück­lich über die Zei­chen, Her­aus­for­de­run­gen und Opfer unse­rer Zeit.

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