Als Kardinal Martini zu Benedikt XVI. sagte: Du mußt zurücktreten

Benedikt XVI. Kardinal Martini
Bene­dikt XVI. mit Kar­di­nal Car­lo Maria Mar­ti­ni

(Rom) Am ver­gan­ge­nen 24. Juni ist der Jesu­it Pater Sil­va­no Fausti nach län­ge­rer Krank­heit im Alter von 75 Jah­ren gestor­ben. Er war der Beicht­va­ter eines viel bekann­te­ren Jesui­ten, von Kar­di­nal Car­lo Maria Mar­ti­ni. Der Cor­rie­re del­la Sera wid­me­te ihm einen Nach­ruf unter dem Titel: „Als Mar­ti­ni zu Ratz­in­ger sag­te: Die Kurie ändert sich nicht, du mußt zurück­tre­ten“. Die Tages­zei­tung berich­te­te von Ent­hül­lun­gen, die auf­hor­chen las­sen. Ent­hül­lun­gen über den am 31. August 2012 ver­stor­be­nen Kar­di­nal Car­lo Maria Mar­ti­ni und des­sen angeb­lich ent­schei­den­den Ein­fluß auf die Wahl Bene­dikts XVI. und auch auf des­sen Rück­tritt.

Seit 37 Jah­ren leb­te Pater Fausti mit drei ande­ren Jesui­ten in einer Hüt­te am Stadt­rand von Mai­land. Er woll­te nach eige­nen Anga­ben nach dem Modell der Apo­stel­ge­schich­te leben. „Papst Fran­zis­kus wür­de sagen, Pater Fausti betrach­te­te die Rän­der als ‚pri­vi­le­gier­ten Ort‘“, so der Cor­rie­re del­la Sera. Die Tages­zei­tung zitier­te den Jesui­ten mit den Wor­ten: „Das Prin­zip der Wirt­schaft ist, immer mehr zu pro­du­zie­ren. Was inter­es­siert es mich aber, mehr zu pro­du­zie­ren, mich inter­es­siert, zu leben. Heu­te ist die Stadt der Ort, wo die Mensch­lich­keit ver­lo­ren­geht und auf der Müll­hal­de lan­den die Men­schen: die Kin­der, die Alten, die die Not haben“.

Als vor Jah­ren die Hüt­te abbrann­te, ver­brann­ten auch 80 Meter Bücher­re­ga­le mit Tau­sen­den von Schrif­ten, dar­un­ter auch sehr sel­te­ne, Tex­te in Hebrä­isch, Bibel­kom­men­ta­re des 16./17. Jahr­hun­derts. Ent­setz­ten Freun­den, so der Cor­rie­re del­la Sera, sag­te Pater Fausti lächelnd: „Ein Glück, daß ich sie schon gele­sen hat­te“. In dem Video-Inter­view „Begeg­nung mit Sil­va­no Fausti: Ein christ­li­cher Mei­ster“ ant­wor­te­te Pater Fausti auf die Fra­ge nach dem Glau­ben: „Was der Glau­ben ist, das weiß ich nicht. Ich weiß aber, daß Gott viel Glau­ben an den Men­schen hat. Es bin nicht ich, der an Gott glaubt, son­dern es ist Gott, der an mich glaubt.“

Zur Wahl von Papst Fran­zis­kus sag­te der Jesu­it: „Als ich als Bischof von Rom Fran­zis­kus sah, habe ich das Nunc dimit­tis gesun­gen. End­lich! Seit den Tagen Kon­stan­tins habe ich auf einen sol­chen Papst gewar­tet.“

„Ante-Papa“ Martini — Der Jesuit vor Jorge Mario Bergoglio

Pater Fausti war der geist­li­che Bei­stand von Kar­di­nal Car­lo Maria Mar­ti­ni, den Johan­nes Paul II. kurz nach sei­ner Wahl zum Erz­bi­schof von Mai­land ernann­te und in den Kar­di­nals­stand erhob. Von den Medi­en wur­de Mar­ti­ni als des­sen gro­ßer Gegen­spie­ler dar­ge­stellt. Der Jesui­ten­kar­di­nal galt der libe­ra­len Pres­se als der aus­ge­mach­te Nach­fol­ger, soll­te der pol­ni­sche Papst ein­mal ster­ben. Mar­ti­ni selbst gefiel sich in der Rol­le des „Ante-Papa“. Er sah sich ger­ne als künf­ti­ger Papst. Sei­nen Aus­sa­gen wur­de daher beson­de­res Gewicht bei­gemes­sen. Wann immer der Papst in Rom etwas sag­te, mel­de­te sich der pro­gres­si­ve „Ante-Papst“ in Mai­land zu Wort, um irgend­wie zu wider­spre­chen. Als Mar­ti­ni 2002 sein 75. Lebens­jahr voll­ende­te, eme­ri­tier­te ihn Johan­nes Paul II. umge­hend.

Doch das Pon­ti­fi­kat Johan­nes Pauls II. dau­er­te sehr lan­ge und als es 2005 ernst wur­de, blieb der Jesu­it unter allen Erwar­tun­gen.

Martini forderte zum Rücktritt auf und Benedikt XVI. folgte?

Der Jesuit Silvano Fausti
Der Jesu­it Sil­va­no Fausti

Laut Pater Fausti habe Kar­di­nal Mar­ti­ni jedoch auf ande­re Wei­se beim Kon­kla­ve 2005 eine ent­schei­den­de Rol­le gespielt. In einem Video-Inter­view erzähl­te er zwei Epi­so­den. Eine betrifft den Amts­ver­zicht von Papst Bene­dikt XVI. und das letz­te Gespräch des deut­schen Pap­stes mit Mar­ti­ni. Es fand am 2. Juni 2012 anläß­lich des Welt­fa­mi­li­en­tref­fens in Mai­land statt. Der an Par­kin­son erkrank­te Mar­ti­ni emp­fing Bene­dikt XVI. am frü­hen Nach­mit­tag im erz­bi­schöf­li­chen Palais.

Laut Pater Fausti habe Kar­di­nal Mar­ti­ni damals Bene­dikt XVI. ins Gesicht gesagt, es sei Zeit, zurück­zu­tre­ten. Als Grund für die­se unge­wöhn­li­che Auf­for­de­rung nann­te der Jesui­ten­kar­di­nal die Unfä­hig­keit des deut­schen Pap­stes, die Römi­sche Kurie, das tra­di­tio­nel­le Feind­ob­jekt des pro­gres­si­ven Kir­chen­la­gers, zu refor­mie­ren. „Es ist wirk­lich Zeit, hier läßt sich nichts machen“, so die Wor­te Mar­ti­nis. Pater Fausti gilt wegen sei­nes lang­jäh­ri­gen engen Ver­hält­nis­ses zu Mar­ti­ni als glaub­wür­di­ge Quel­le. Als über­le­ge­ne Wort­füh­rer unter­schied­li­cher kirch­li­cher Rich­tun­gen hät­ten sich Ratz­in­ger und Mar­ti­ni respekt­voll geschätzt, so zumin­dest der Vati­ka­nist Andrea Tor­ni­el­li. „Es besteht kein Zwei­fel, daß mit­ten im Vati­leaks-Skan­dal der eme­re­tier­te Erz­bi­schof in aller Offen­heit Bene­dikt den Rück­tritt emp­foh­len hat“, so der Haus- und Hof­va­ti­ka­nist von Papst Fran­zis­kus.

Rät­sel­haft bleibt, aus wel­chem Grund Papst Bene­dikt XVI. wegen Vati­leaks zurück­tre­ten hät­te sol­len, da er ja das eigent­li­che und ein­zi­ge Opfer der Intri­ge war. Weni­ger rät­sel­haft ist hin­ge­gen, daß Mar­ti­ni die Medi­en­kam­pa­gne gegen den deut­schen Papst nütz­te, um den unge­lieb­ten „Kon­ser­va­ti­ven“ mit sei­nem Ver­such, die nach­kon­zi­lia­re Kir­che an die zwei­tau­send­jäh­ri­ge Gesamt­ge­schich­te der Kir­che zu kop­peln, zum Rück­tritt auf­zu­for­dern. Auch in die­sem Fall blieb Mar­ti­ni ganz in sei­ner Lieb­lings­rol­le des Gegen­parts zum regie­ren­den Papst. Letzt­lich aber war er nur ein ver­hin­der­ter Papst.

Rücktrittsabsichten Benedikts XVI.

Nach­träg­lich wird von man­chen Vati­ka­ni­sten und Kir­chen­ver­tre­tern ange­nom­men, Bene­dikt XVI. habe bereits zum Zeit­punkt sei­ner Wahl die Opti­on eines Amts­ver­zichts für denk­bar gehal­ten. Der öffent­li­che Tod Johan­nes Pauls II. muß­te auf den fei­nen Theo­lo­gen abschreckend wir­ken. Zudem muß­te er schmerz­lich erle­ben, daß mit zuneh­men­dem kör­per­li­chem Ver­fall des Polen, die Macht sei­ner Entou­ra­ge wuchs. Nicht immer zum Vor­teil der Kir­che, wie die Amts­ent­he­bung von Bischof Kurt Krenn in Öster­reich zeig­te.

2009 besuch­te Bene­dikt XVI. das Grab von Papst Coele­stin V., der als ein­zi­ger Papst der Kir­chen­ge­schich­te 1294 aus per­sön­li­chen Grün­den auf sein Amt ver­zich­tet hat­te. Der Besuch erfolg­te nach dem schwe­ren Erd­be­ben, das die Gegend erschüt­tert hat­te, wes­halb der Zusam­men­hang nicht so auf­fiel. Erst­mals kon­kret ange­spro­chen wur­de die Mög­lich­keit eines Amts­ver­zichts im Gesprächs­buch von Peter See­wald, das im Novem­ber 2010 erschie­nen ist. Laut Anga­ben sei­ner eng­sten Mit­ar­bei­ter und sei­nes eige­nen Bru­ders, Msgr. Georg Ratz­in­ger, die jedoch Mut­ma­ßun­gen blei­ben, sei die Ent­schei­dung zurück­zu­tre­ten in Bene­dikt XVI. nach sei­nem Besuch in Mexi­ko und auf Kuba her­an­ge­reift, von der er am 29. März 2012 zurück­kehrt war.

Im April 2012 wur­de der Vati­leaks-Skan­dal bekannt, jener orga­ni­sier­te Doku­men­ten­klau vom Schreib­tisch des Pap­stes. Unter den ent­wen­de­ten Doku­men­ten, die von einem ita­lie­ni­schen Jour­na­li­sten ver­öf­fent­licht wur­den, befand sich auch ein Dos­sier über eine mög­li­che Ermor­dung von Bene­dikt XVI. vor Jah­res­en­de.

Welche Rolle spielte Kardinal Martini?

Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Tar­ci­sio Ber­to­ne erklär­te spä­ter, „Mit­te 2012“ von der Rück­tritts­ab­sicht in Kennt­nis gesetzt wor­den zu sein. Die­se Zeit­an­ga­be wird auch von sei­nem dama­li­gen ersten Sekre­tär, Msgr. Georg Gäns­wein, bestä­tigt.

Die von Pater Fausti berich­te­te Rück­tritt­auf­for­de­rung durch Kar­di­nal Mar­ti­ni am 2. Juni 2012 erfolg­te dem­nach, bevor Bene­dikt XVI. sei­nen Sekre­tär Gäns­wein und Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Ber­to­ne, sei­ne bei­den eng­sten Mit­ar­bei­ter, von sei­ner Rück­tritt­ab­sicht unter­rich­te­te. Bei­de beton­ten Ver­su­che, Bene­dikt XVI. von sei­ner Absicht abzu­brin­gen und ihn vom Ver­bleib im Amt zu über­zeu­gen. Die Schil­de­rung von Pater Fausti läßt erken­nen, daß es nicht Bene­dikt XVI. war, der den Jesui­ten­kar­di­nal von sei­nen Absich­ten infor­mier­te, son­dern Mar­ti­ni das The­ma ansprach. Auf­grund der Kir­chen­ge­schich­te, die nur zwei Päp­ste kennt, die im Mit­tel­al­ter unter ganz spe­zi­fi­schen Bedin­gun­gen auf ihr Amt ver­zich­te­ten, erstaunt es, daß der Jesu­it Mar­ti­ni einem regie­ren­den Papst etwas nahe­leg­te, was zu dem Zeit­punkt eigent­lich undenk­bar war.

Martini 2005 als „Papstmacher“?

Papst Benedikt XVI. besuchte Coelestin V. (2009)
Papst Bene­dikt XVI. besuch­te Coele­stin V. (2009)

Zwei­fel­haf­ter erschei­nen die Ent­hül­lun­gen von Pater Fausti zum Kon­kla­ve von 2005, oder bes­ser gesagt die Inter­pre­ta­ti­on, die er den Ereig­nis­sen gab. Laut Pater Fausti habe Kar­di­nal Mar­ti­ni sei­ne Unter­stüt­zer auf­ge­for­dert, Kar­di­nal Ratz­in­ger zu wäh­len, „um schmut­zi­ge Spiel­chen“ zu ver­hin­dern, um bei­de Kan­di­da­ten aus­zu­schal­ten, damit „ein Kuri­en­ver­tre­ter“ gewählt wird. Fausti behaup­te­te, Ratz­in­ger und Mar­ti­ni hät­ten die mei­sten Stim­men gehabt, „Mar­ti­ni sogar mehr“ als der deut­sche Kuri­en­prä­fekt. „Als der Trick ent­deckt war“, einen Kuri­en­ver­tre­ter wäh­len zu las­sen, „ging Mar­ti­ni abends zu Ratz­in­ger und sag­te ihm: nimm es an, mor­gen mit mei­nen Stim­men zum Papst gewählt zu wer­den … Er sag­te ihm: akzep­tie­re du, der du seit 30 Jah­ren an der Kurie bist und sei intel­li­gent und ehr­lich: wenn es dir gelingt, die Kurie zu refor­mie­ren, gut, wenn nicht, trittst du ab“.

Die­se zwei­te Epi­so­de soll die erste Erzäh­lung bestär­ken und Kar­di­nal Mar­ti­ni die ent­schei­den­de Rol­le beim Amts­ver­zicht Bene­dikts XVI., letzt­lich für des­sen gesam­tes Pon­ti­fi­kat zuschrei­ben. Die Schil­de­rung wider­spricht jedoch glaub­wür­di­ge­ren Schil­de­run­gen, wonach Mar­ti­ni bereits im ersten Wahl­gang ein nie­der­schmet­tern­des Ergeb­nis erziel­te und sei­ne nur knapp zehn (von 115) Stim­men auf einen ande­ren Jesui­ten­kar­di­nal, Jor­ge Mario Ber­go­glio, umlenk­te. Als die­ser erkann­te, daß er gegen Kar­di­nal Ratz­in­ger kei­ne Aus­sicht hat­te, gewählt zu wer­den, besten­falls Ratz­in­gers Wahl blockie­ren hät­te kön­nen, zog Ber­go­glio sei­ne Kan­di­da­tur zurück.

Mar­ti­ni habe bis zuletzt gehofft, mit den 40 Stim­men für Ber­go­glio die Wahl Ratz­in­gers, dem nur weni­ge Stim­men zu den benö­tig­ten zwei Drit­teln fehl­ten, blockie­ren und ihn zum Ver­zicht bewe­gen zu kön­nen. Damit wären weder Ratz­in­ger noch Ber­go­glio Papst gewor­den, die Kar­ten hät­ten damit aber völ­lig neu gemischt wer­den kön­nen. Ein „Spiel­chen“, um bei einem Wort Fau­stis zu blei­ben, das nicht gelang, weil Ratz­in­ger die bes­se­ren Ner­ven als Ber­go­glio bewies.

„Späte“ Erinnerungen

Wider­sprüch­lich ist zudem die Behaup­tung Pater Fau­stis, Mar­ti­ni habe sich mit Ratz­in­ger ver­bün­det, um die Wahl eines Kuri­en­ver­tre­ters zu ver­hin­dern. Die Geschich­te läßt zwar die von Mar­ti­ni geteil­te Feind­schaft Fau­stis gegen­über der Kurie erken­nen, hat jedoch unter ande­rem den Haken, daß Ratz­in­ger selbst ein Kuri­en­ver­tre­ter war. Wahr an der Geschich­te ist, daß der ewi­ge „Ante-Papst“ Mar­ti­ni nach sei­nem Schei­tern im Kon­kla­ve, und dem – eini­ge Wahl­gän­ge spä­ter – fol­gen­den Rück­zie­her Ber­go­gli­os, die Wahl Ratz­in­gers akzep­tie­ren muß­te.

Eben­so zwei­fel­haft wie Pater Fau­stis Schil­de­rung erscheint die plötz­li­che Behaup­tung Tor­ni­el­lis, „die ein­zi­ge Grup­pe, die orga­ni­siert ins Kon­kla­ve ging, war die der Unter­stüt­zer Ratz­in­gers“. Kon­kret nennt er Kar­di­nal Ber­to­ne, damals Erz­bi­schof von Genua, Kuri­en­kar­di­nal Tru­ji­l­lo und „ver­schie­de­ne Ratz­in­ger-Schü­ler, dar­un­ter bei­spiels­wei­se der Erz­bi­schof von Wien, Chri­stoph Schön­born“. Eine The­se, die ziem­lich spät prä­sen­tiert wird und — so der Ein­druck — nach einer Par­al­le­le zum Team Ber­go­glio klin­gen soll.

Austen Ive­r­eigh, der ehe­ma­li­ge Sekre­tär von Kar­di­nal Cor­mac Murphy‑O’Connor, ent­hüll­te in sei­nem im Novem­ber 2014 ver­öf­fent­lich­ten Buch „The Gre­at Refor­mer“, daß die Kar­di­nä­le Kas­per, Leh­mann, Dan­neels, Murphy‑O’Connor eine Kam­pa­gne zur Wahl Ber­go­gli­os orga­ni­siert hat­ten. Vom Erz­bi­schof von Bue­nos Aires hät­ten sie sich im vor­aus des­sen Zusi­che­rung geholt, daß er die­ses Mal wenn es hart auf hart käme, sei­ne Kan­di­da­tur nicht mehr zurück­neh­men wer­de.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL/Corriere del­la Sera (Screenshot)/Introibo.fr

21 Kommentare

  1. Und was sagt uns das jetzt:
    eigent­lich nicht mehr,als das sich im Vati­kan eine Misch­po­ke von grö­ßen­wahn­sin­ni­gen Jesui­ten aus­tobt und sie nun end­lich einen „wür­di­gen“ Papa haben,auf den sie schon so lan­ge offen­bar sehn­süch­tig war­te­ten.
    Er wird sie dahin führen,wo sie hin­ge­hö­ren.!

  2. Die Jesui­ten: einst Boll­werk gegen die Häre­si­en der Pro­te­stan­ten, heu­te kor­rum­piert durch macht­hung­ri­ge Neo­mo­der­ni­sten. Die Theo­rie einer jesui­ti­schen Ver­schwö­rung kann heut­zu­ta­ge inso­fern bejaht wer­den, daß die „Gesell­schaft Jesu“ in den letz­ten Jahr­zehn­ten tat­säch­lich ver­hee­rend gegen den Katho­li­zis­mus gewirkt hat.

  3. In sei­nem letz­ten Inter­view kurz vor sei­nem Tod stell­te Kar­di­nal Mar­ti­ni fol­gen­de For­de­run­gen, die heu­te in nicht uner­heb­li­chem Mas­se umge­setzt zu sein schei­nen: Stich­wor­te „Umfra­ge­bo­gen“, „C9 Rat“, „Dis­kus­sio­nen um Zulas­sung zur Kom­mu­ni­on“:
    -
    […]
    „Die Kir­che ange­fan­gen beim Papst und den Bischö­fen ? muss sich zu ihren Feh­lern beken­nen und einen radi­ka­len Weg der Ver­än­de­rung gehen. Die Skan­da­le um den Miss­brauch von Kin­dern zwin­gen uns, Schrit­te der Umkehr zu set­zen. Die Fra­gen zur Sexua­li­tät und zu allen The­men, die den Leib betref­fen, sind ein Bei­spiel. Sie sind jedem Men­schen wich­tig, manch­mal viel­leicht zu wich­tig. Neh­men wir wahr, ob die Men­schen die Stim­me der Kir­che zur Sexu­al­mo­ral noch hören? Ist die Kir­che hier eine glaub­wür­di­ge Gesprächs­part­ne­rin oder nur eine Kari­ka­tur in den Medi­en?
    [.…]
    „Ich emp­feh­le dem Papst und den Bischö­fen, in ihre Lei­tungs­gre­mi­en zwölf unge­wöhn­li­che Men­schen auf­zu­neh­men. Men­schen, die bei den Ärm­sten sind, Jugend­li­che um sich haben und Expe­ri­men­te (!) machen. Es braucht die fai­re Aus­ein­an­der­set­zung mit Men­schen, die bren­nen, damit der Geist wehen kann. 
    [.…]
    „Die Ein­la­dung, zur Kom­mu­ni­on zu gehen und das Brot des Him­mels zu emp­fan­gen, rich­tet sich an die Suchen­den und Bedürf­ti­gen (?!) . Das ist kein Anbie­dern, son­dern ein selbst­be­wuss­tes Ange­bot der Kir­che im Wis­sen dar­um, dass bei Gott nichts unmög­lich ist. “
    -

  4. Ich fin­de, sol­ches Her­ren­ge­trat­sche soll­te man ein­fach igno­rie­ren.
    Damit ver­tut man nur die Zeit und hat kei­nen Erkennt­nis­ge­winn davon.

  5. Kuri­en­erz­bi­schof Georg Gäns­wein hat sich schon lan­ge nicht mehr gemel­det. Es gab eine Zeit, wo er regel­mä­ßig die Gläu­bi­gen beru­hig­te, wie nor­mal doch die Lage wäre — in Wirk­lich­keit die ver­ruch­te­ste der gan­zen Kir­chen­ge­schich­te.

  6. Lei­der sind wir bei die­sen Berich­ten einem quai Kaf­fee­satz­le­sen aus­ge­lie­fert, denn die­je­ni­gen die wirk­lich Bescheid wis­sen, wer­den nichts sagen, die­je­ni­gen hin­ge­gen, die wenig wis­sen, reden recht viel. Aber wie schön der Hl. Tho­mas von Aquin sag­te: ex effec­ti­bus cau­sa cogno­s­ci­tur also „die Ursa­che erkennt man an ihren Aus­wir­kun­gen“.

    1. Bene­dikt war nicht so ortho­dox, wie man es sich gewünscht hät­te, dem Amt nicht wirk­lich ver­bun­den und auch kein Kämp­fer. Wovor denn solch eine Angst haben? Ster­ben müs­sen wir alle, wenig­sten auf dem Feld der Ehre, wenn all die­se Atten­tats­ge­rüch­te stim­men. Die Wahr­heit ist manch­mal viel bana­ler und das Böse auch, wie schon Han­nah Arendt fest­stellt. Kei­ne Lust mehr, Haus­schu­he, „Kom­mi­sar Rex“ mit Gän­se­wein schau­en und Ehren­dok­to­ra­te in Polen emp­fan­gen. Die beque­me, ein­fa­che Tour.

    2. Die Jesui­ten sind, wie sie sind, wie man wirk­lich über­all sehen kann.

    3. Die römi­sche Kurie scheint nicht so schlecht zu sein, wenn sie von Mar­ti­ni und Fran­zis­kus der­ma­ßen abge­watscht und irgend­wie gefürch­tet wird. Viel­leicht wird gera­de sie das Schlimm­ste nicht zulas­sen?

    • der von Gott gesalb­te Prä­lat hat­te schon vor­her öffent­lich über­legt, dass ein Papst abzu­dan­ken habe, wenn er nicht mehr kann.
      Das ist und war eine der weni­gen theo­lo­gi­schen Schwä­chen des Josef Ratz­in­ger, und sie hat sich als fatal erwie­sen.

      • @ein besorg­ter Christ
        Ja, da haben Sie Recht. Er hat­te lei­der schon frü­her die­se Ansicht. So hat­te er den Pri­mat Petri und die­ses Amt selbst nicht rich­tig ver­stan­den. Es wur­de der Belie­big­keit aus­ge­lie­fert. Ich emp­fin­de die momen­ta­ne Situa­ti­on als ähn­lich bela­stend für die gesam­te Kir­che wie damals die Zeit vor dem Kon­stan­zer Kon­zil.

  7. Ein Satz aus dem Arti­kel hat mich zum Nach­den­ken ange­regt.
    Pater Sil­va­no Fausti (r.i.p.) sag­te also zur Wahl von Papst Fran­zis­kus: „Als ich als Bischof von Rom Fran­zis­kus sah, habe ich das Nunc dimit­tis gesun­gen. End­lich! Seit den Tagen Kon­stan­tins habe ich auf einen sol­chen Papst gewar­tet.“
    Was wird hier gesagt? Seit der Kon­stan­ti­ni­schen Wen­de also hat er gewar­tet. Wer spricht hier, wer ist hier „ich“? Sil­va­no Fausti kann es ja nicht sein, es sei denn, er glaubt an sei­ne per­sön­li­che Prä­exi­stenz (was eine häre­ti­sche Auf­fas­sung wäre). Er iden­ti­fi­ziert sich also mit einem ande­ren Sub­jekt, nimmt gedank­lich des­sen Stel­le ein. Mit der Mensch­heit? Mit der Kir­che? Gar mit Gott?
    Einen Hin­weis gibt uns das „Nunc dimit­tis“. Mit die­sem Lob­lied, nach Lukas 2, preist der grei­se Sime­on im Jeru­sa­le­mer Tem­pel Gott den HERRN, nach­dem er im Hei­li­gen Geist Jesus als den Gesalb­ten des Herrn, den Messias/ Chri­stus erkannt hat. Sime­on steht hier für das gan­ze Got­tes­volk und pro­phe­zeit, dass Jesus das Licht der Völ­ker, das heißt der Erlö­ser aller Men­schen, und der Ruhm Isra­els sein wer­de.
    Begrüßt der Jesui­ten­pa­ter etwa den wie­der­ge­kehr­ten Herrn Jesus Chri­stus? Gewiss nicht. Aber wel­che ande­re Per­son bean­sprucht denn, „Licht zur Erleuch­tung der Völ­ker und zur Ver­herr­li­chung Isra­els“ zu sein? Nur eine Per­son kommt in Fra­ge: ein fal­scher Mes­si­as, der end­zeit­li­che Anti­christ, das apo­ka­lyp­ti­sche Tier aus dem Abgrund (Offb 13).
    Lie­be Chri­sten, wäh­rend ich dies schrei­be, über­läuft mich ein Schau­er. Denn erst in die­sem Moment erhal­te ich Ant­wort auf mei­ne Fra­ge, mit wel­chem Sub­jekt Pater Fausti sich hier iden­ti­fi­ziert, oder viel­leicht so: wer hier aus Pater Fausti spricht. Es ist nicht der Hei­li­ge Geist, denn die­ser war­tet nicht auf den Anti­christ. Wer w a r t e t denn „seit Kai­ser Kon­stan­tin“ auf den Anti­christ? Wer berei­tet denn seit der Erhö­hung des Herrn und Grün­dung Sei­ner Kir­che an Pfing­sten in jeder Genera­ti­on Per­so­nen, wenig­stens eine Per­son vor, die der Anti­christ ein kann? Wir ken­nen man­che Per­so­nen aus der Geschich­te, von denen wir sagen, sie waren Vor­läu­fer des Anti­christs, und einer von ihnen hät­te d e r Anti­christ wer­den kön­nen, zuletzt im 20. Jahr­hun­dert. Aber auch in den Jah­ren, in denen wir jetzt leben, sind Anti­christ-Anwär­ter im Gespräch. Ich nen­ne sie nicht, sie sind bekannt oder kön­nen leicht her­aus­ge­fun­den wer­den. Es gibt nur einen, der seit vie­len Jahr­hun­der­ten auf den fina­len Anti­christ w a r t e t: satan. Beach­ten wir, nicht satan ist es, der den Anti­christ bestimmt, das steht nicht in sei­ner Macht, damit wären ihm eine Macht zuge­stan­den und eine Ehre erwie­sen, die ihm nicht zuste­hen. Gott der HERR allein ist es, der den Anti­christ kennt und der satan erlaubt, in ihn zu fah­ren, von ihm Besitz zu ergrei­fen und ihn zu sei­nem, wenn das mög­lich wäre, per­fek­ten Instru­ment, gewis­ser­ma­ßen zu sei­ner Inkar­na­ti­on zu machen.
    Schluss folgt.

    • Schluss.
      Wir kön­nen jetzt nicht wis­sen, wer der Anti­christ ist. Er ist viel­leicht schon da, aber er wird erst offen­bar, wenn „der, der jetzt noch zurück­hält, aus dem Weg ist“ (2 Thess 2). Chri­sten war­ten nicht auf den Anti­christ. Auf wen war­ten wir? Pau­lus sagt es uns: „Denn die Gna­de Got­tes ist erschie­nen, heil­brin­gend allen Men­schen, und unter­weist uns, damit wir die Gott­lo­sig­keit und die welt­li­chen Begier­den ver­leug­nen und beson­nen und gerecht und got­tes­fürch­tig leben in dem jet­zi­gen Zeit­lauf, indem wir die glück­se­li­ge Hoff­nung und Erschei­nung unse­res gro­ßen Got­tes und Hei­lan­des Jesus Chri­stus e r w a r t e n.“ (Titus 2,11–13)
      Auf einen Papst das Nunc dimit­tis anzu­stim­men, wie der fau­sti­sche Pater Fausti bzw. der unhei­li­ge Geist, der aus ihm sprach, es tat, ist mE ein Akt der Göt­zen­die­ne­rei und eine Got­tes­lä­ste­rung, denn das Nunc dimit­tis wur­de im Hei­li­gen Geist im Hin­blick auf den Gott­men­schen Jesus Chri­stus gespro­chen, jedoch auch der „frömm­ste“ Papst bleibt nur ein sün­di­ger Mensch und nicht der Sohn Got­tes und kann im schlimm­sten Fall nur ein fal­sches Licht zu einer fal­schen Erleuch­tung: ein fal­scher Mensch­heits­er­lö­ser und Pseu­do-Mes­si­as Isra­els, der end­zeit­li­che Anti­christ, sein.

    • Noch etwas:
      * 1963 sag­te Con­chi­ta von Gara­ban­dál, die Erschei­nung der Got­tes­mut­ter habe vor­her­ge­sagt, nach dem Papst Johan­nes XXIII. wür­den nur noch vier Päp­ste kom­men.
      * La Salet­te 1846: Rom wird den Glau­ben ver­lie­ren und zum Sitz des Anti­christ wer­den.
      * Nach dem Arti­kel über den „Anti­christ“ in der Katho­li­schen Enzy­klo­pä­die glaub­te der hl. Bern­hard, dass der Anti­christ ein Gegen­papst sein wer­de …

      La Vir­gen anun­cia la apostasía La Vir­gen en Gara­band­al no reco­no­ce a Fran­cis­co como Papa.
      https://youtu.be/hEpSZ75xTjM

      • ja, Con­chi­ta sag­te, die Mut­ter­got­tes hät­te gemeint, daß dann das Ende aller Zei­ten begin­ne, aber nicht das Ende der Welt. Ob Rom wohl fal­len wird? Gut mög­lich, nach all den Skan­da­len.
        Ent­schei­dend ist m.E. die ein­dring­li­che Bot­schaft der Mut­ter Lex von Eisen­berg, die wohl nicht wirk­lich geprüft und aner­kannt wurde:„Rom, wenn du wüss­test, was Schreck­li­ches über dich kom­men wird. Ein­mal Rom und nie mehr Rom!“ Bot­schaft von der Mut­ter Got­tes am 16. Okto­ber 1965.

        Schein­bar kön­nen wir in Euro­pa der Kata­stro­phe nicht mehr ent­ge­hen. Wir sind eine füh­rer­lo­se Her­de gewor­den. Jeder nach sei­nem Gusto.

      • @Smaragd
        Sehe ich auch so. Den Pri­mat und den Stuhl Petri wird es immer geben, aber er könn­te auch an einem ande­ren, von Gott bestimm­ten, geo­gra­phi­schen Ort der Mit­tel­punkt sein.

      • Es wur­de dort auch gesagt: „Ich kann es nicht mehr län­ger ertra­gen, denn die stra­fen­de Hand Got­tes lastet dies­mal so schwer auf mir wie noch nie“ (14.04.1965): http://www.gottliebtuns.com/eisenberg.htm (kom­plett) — Das ent­spricht dem, was in La Salet­te gesagt wur­de: „Wenn mein Volk sich nicht unter­wer­fen will, bin ich gezwun­gen, den Arm mei­nes Soh­nes fal­len zu las­sen. Er ist so schwer und drückend, daß ich ihn nicht mehr zurück­hal­ten kann.“ Es ist an uns die Zei­chen der Zeit zu erken­nen. — https://www.youtube.com/watch?v=YB5xhvaw12o — auch Pfr. Nat­anek spricht in sei­nen Pre­dig­ten sehr ein­drück­lich über die Zei­chen, Her­aus­for­de­run­gen und Opfer unse­rer Zeit.

Kommentare sind deaktiviert.