Je ne suis pas Charlie – Gott bewahre!

Anmerkungen zum Terroranschlag und den Reaktionen darauf

I am not Charlie. Ich bin nicht Charlie. Je ne suis pas Charlie. Io non sono Charlie. Yo no soy Charlie!
I am not Charlie. Ich bin nicht Charlie. Je ne suis pas Charlie. Io non sono Charlie. Yo no soy Charlie!

„Zwei­tens: Du sollst den Namen Got­tes nicht verunehren!“

von Klaus Obenauer*

Prolog

Gut, daß ein Christ auf die­sem Forum zu „Char­lie“ (ganz in mei­nem Sin­ne) schon Stel­lung bezo­gen hat. – Nichts­de­sto­trotz füh­le ich mich ge­drängt, ihm zu sekundieren.

Da ich mit Char­lie-Heb­do nun mal nicht ver­traut bin, um erst seit die­ser Woche von die­ser unsäg­li­chen Zei­tung zu wis­sen, müs­sen Bewer­tun­gen natur­ge­mäß pau­schal aus­fal­len: nicht alles mag auf jeden Betrof­fe­nen glei­cher­ma­ßen zutref­fen. Das bit­te ich, zumal die kri­ti­schen Leser von außen, nachzusehen.

Nach ersten Hin­wei­sen (im Fern­se­hen und ande­ren Foren) habe ich mir in den ver­gan­ge­nen Tagen kurz selbst „ein Bild gemacht“: und was ich zu sehen be­kam, genüg­te mir. Voll­auf. Was hier erreicht wur­de, ist gera­de­zu das „cacu­men blas­phe­miae“. Wei­ter kann man die Sache nicht mehr trei­ben. Nicht nur wur­de (in der Vor­weih­nachtszeit?) das Geheim­nis der hei­li­gen Nacht, näm­lich der jung­fräu­li­chen Geburt unse­res Erlö­sers, da uns allen Gott das Geschenk schlicht­hin mach­te (vgl. Joh 3,16 und Röm 8,32), in atem­be­rau­ben­der Ado­le­szenten­flegelei ver­spot­tet. Nein, eine Num­mer klei­ner ging es für die­se Herr­schaften nicht: man ist auf die Fre­ve­lidee ver­fal­len, das Geheim­nis aller Ge­heimnisse, das Innen­le­bens des Drei­mal-Hei­li­­gen – hor­ri­bi­le dic­tu, in Verbin­dung zu brin­gen mit der him­mel­schrei­en­den Sün­de des wider­na­tür­li­chen La­sters. Was für ein nichts­wür­di­ger Wil­le zur Blas­phemie, der sich auf sol­che Dumm­drei­stig­kei­ten ver­le­gen muß, nur um lästern zu kön­nen. Das war „Char­lie“!

War Char­lie. Denn, wie sagt der Psal­mist? „Nicht so die Gott­lo­sen, nicht so. Viel­mehr sind sie wie der Staub, den der Wind ver­bläst, weg vom Ange­sicht der Erde.“ (Psalm 1,4) – „Und noch ein Weil­chen, und nicht wird (mehr) sein der Sün­der; und suchen wirst du nach sei­nem Ort, und du wirst ihn nicht fin­den.“ (Psalm 36/37,10)

Sicht eines Glaubenden

Nun, damit bin ich viel­leicht ein Schritt­chen zu vor­ei­lig – also erst ein­mal lang­samer. Natür­lich ist am Mitt­woch letz­ter Woche ein schwe­res Ver­bre­chen be­gangen wor­den. Wir begeg­nen hier dem Typus des reli­giö­sen Fana­ti­kers. Um ihn zu cha­rak­te­ri­sie­ren, greift man pas­sen­der­wei­se auf ein Kunst­wort zurück, das in der pro­te­stan­ti­schen Theo­lo­gie des letz­ten Jahr­hun­derts (aller­dings in we­niger glück­li­chen Zusam­men­hän­gen) geprägt wur­de: „Selbst­un­ter­schei­dung“. Der Fana­ti­ker in Sachen Reli­gi­on, zumal wenn er hand­greif­lich wird, verwech­selt sich selbst mit der Sache, für die zu strei­ten er vor­gibt bzw. sich ein­re­det, um ent­spre­chend Belei­di­gun­gen des ihm Hei­li­gen wie eine per­sön­li­che Angele­genheit zu behan­deln. Er hebt das, wofür er ein­tritt, nicht (hin­läng­lich) von sich sel­ber ab. Und dadurch wer­tet er natür­lich sich sel­ber auf; ja, bis­wei­len ist die­se Selbst­auf­wer­tung der gan­ze Zweck der Übung (was Todes­be­reit­schaft durch­aus nicht aus­schließt). Wir sind medi­al Zeu­gen eines Ver­bre­chens im Zei­chen eines sol­chen Fana­tis­mus gewor­den; und die bekannt­ge­wor­de­ne Täter­bio­gra­phie scheint auch zahl­rei­che Indi­zi­en bereit­zu­hal­ten dafür, daß es mit besag­ter Selbst­unterscheidung nicht weit her war. Und auch wenn man geneigt ist (wie ich sel­ber), in den reli­gi­ons­sa­ti­ri­schen Umtrie­ben Ju­stitiables zu erken­nen – die krimi­nöse Selbst­er­mäch­ti­gung ist das, was die Täter ins Unrecht setzt und eben ihre feh­len­de „Selbst­un­ter­schei­dung“ entlarvt.

„Erst ein­mal lang­sa­mer“, sag­te ich: wie ich in mei­nen Andeu­tun­gen ja schon vor­weg­ge­nom­men habe, glau­be ich in den Ereig­nis­sen vom letz­ten Mitt­woch noch eine ande­re Hand­schrift zu erken­nen. Die Dis­kre­ti­on ver­langt hier unbe­dingt das Zuge­ständ­nis, daß es sich für mich ver­bie­tet, mich zum Interpre­ten der gött­li­chen Vor­se­hung machen zu wol­len, die in all dem wal­tet. Aber im Einge­ständnis, dar­in extrem feh­ler­an­fäl­lig zu blei­ben, wage ich mich aus der Sicht des Glau­bens an die Dechif­frie­rung einer Hand­schrift, die ich hier zu erken­nen wäh­ne, um die­ses Unter­fan­gen noch ein­mal vol­ler Scheu Got­tes Urteil anheim­zugeben. Und so bin ich über­zeugt: Got­tes Spra­che ist eine lei­se, dis­kre­te Spra­che, und dabei doch so uner­hört ein-deu­tig und ver­nehm­lich. Das gilt auch für sei­ne Gerich­te (Wenn es auch Straf­wun­der gibt, von denen die Hl. Schrift be­richtet: u.a. Apg 5,1–11). Was soll ich also vor dem Hin­ter­grund der oben er­wähnten Unsäg­lich­kei­ten davon hal­ten, daß – wenn ich recht sehe – in unse­ren Brei­ten aus­ge­rech­net hier das er­ste Mal ein isla­mi­sti­sches Atten­tat auf eine Zei­tungsredaktion „so rich­tig geklappt hat“? Mir dünkt, hin­ter der „Rache Allahs“ (oder sei­ner selbst­er­nann­ten Wil­lens­voll­strecker) kommt das Ange­sicht des­sen her­vor, der gren­zen­los ver­söh­nungs­wil­lig ist, um jedoch sei­nen Zorn dort zu of­fenba­ren, wo man sei­ne all­barm­her­zi­ge Lie­be und Lang­mut mit Füßen tritt.

Das Ver­bre­chen, das Gott nicht will, son­dern nur zuläßt, ist das eine; und die­ser Dimen­si­on des Gesche­hens sind auch die unschul­di­gen Opfer zuzu­ord­nen: im­mer wie­der schwer faß­bar und tra­gisch, aber doch nur ein wei­te­rer Fall des uns hin­läng­lich ver­trau­ten „Theo­di­zee­pro­blems“, mit dem genau so z.B. auch die Ange­hörigen der ermor­de­ten Poli­zi­sten des „hei­ßen Herb­stes“ von 1977 rin­gen muß­ten (und mit dem prak­tisch schwe­rer fer­tig zu wer­den ist als theore­tisch: „War­um läßt Gott das zu?“). Das ande­re ist, daß Gott in sei­ner all­umspan­nenden Weis­heit, deren sou­ve­rä­ner Ver­fü­gung nichts ent­glei­tet, auch noch die furcht­barsten Taten mensch­li­cher Eigen­mäch­tig­kei­ten zu Werk­zeu­gen sei­ner Gerich­te machen kann. (Das Wie und die spe­ku­la­ti­ven Theo­rien, die sich seit al­ters in ge­ringerer und grö­ße­rer Sophi­sti­ka­ti­on dar­um ran­ken, kön­nen wir hier ge­trost auf sich beru­hen lassen.)

Mit „unse­rem“ Gott, dem in Wahr­heit allein wah­ren der ein­zig wah­ren Offenba­rung, glaub­ten sie längst fer­tig gewor­den zu sein: er schien ihnen auf dem Mist­haufen ihres Spotts längst ent­sorgt. Wenn, dann hat­ten sie nur noch Angst vor den Jün­gern „des Pro­phe­ten“. Und so kam die Ant­wort auch aus die­ser Rich­tung; aber, wie mir dünkt, des wah­ren Got­tes Ant­wort, ganz uner­war­tet und dazu in dis­kre­test-mög­li­cher Wei­se, aber ver­nehmbar für den, der Got­tes Spra­che ver­steht. „Dis­kret“: der Höch­ste muß­te kei­ne eige­ne Straf­in­ter­ven­ti­on bemü­hen, er ließ nur der Wut der Die­ner Allahs zum rech­ten Zeit­punkt ihren frei­en Lauf, als näm­lich das Maß voll war. War­um das Maß voll? Der Römer­brief des hei­li­gen Apo­stels Pau­lus weist uns die Rich­tung: „Oder ver­ach­test du die Reich­tümer sei­ner Güte und Geduld und sei­nes Lang­mu­tes, indem du igno­rierst, daß Got­tes Güte dich zur Buße ein­lädt?“ (2,4) Was aber dann, wenn man den Sohn Got­tes mit Füßen tritt und das Blut des Bun­des für gemein erach­tet und dem Geist der Gna­de Schimpf antut (vgl. Hebr 10,29)? Got­tes unfaß­ba­re Geschen­ke an uns, sei­nen dahin­ge­ge­be­nen Sohn, nicht nur zurück­weist, son­dern Gabe wie Geber aufs übel­ste schmäht, den Na­men des Drei­mal-Hei­li­gen ver­höhnt? Hat man sich dann nicht selbst in die To­deszone bege­ben, wo Got­tes Zorn auf einem bleibt (cf. Joh 3,36)? Wenn man sich näm­lich die Ehr­furcht mit­samt der Dank­barkeit („pie­tas“) so radi­kal aus dem Her­zen geris­sen hat, daß man dem Höch­sten und Hei­lig­sten gegen­über nur noch die Hal­tung der Gemein­heit übrig hat? Und heißt es nicht, daß Got­tes Zorn vom Him­mel her­ab über alle Gott­lo­sig­keit und Unge­rech­tig­keit der Men­schen offen­bart wird, die die Wahr­heit in ihrer Un­gerechtigkeit nie­der­hal­ten (cf. Röm 1,18)? Und wenn Got­tes Zorn die Men­schen dem Laster der wider­na­tür­li­chen Unzucht preis­gibt (ibd. 1,26sq.), was dann, wenn die Nie­der­tracht gei­sti­ger Schmutz­fin­ke, für die nur die Gemein­heit des sit­ten­lo­sen Trei­bens plau­si­bel ist, den Höch­sten mit die­sem Laster in Verbin­dung zu brin­gen sich erdreistet?

Frei­lich: Eine post­hu­me Straf­pre­digt an die Redak­ti­ons­mit­glie­der von Char­lie-Heb­do ist für sich sinn­los. Was mich eher erschreckt und rat­los macht, ist, daß man bei uns, in „Kir­che und Welt“, nicht mehr erschrecken kann; oder bes­ser, nur noch vor dem, der den Leib töten, nicht aber vor dem, der … (cf. Mt. 10,28) Man beklagt nur das Ver­bre­chen, bringt aber so gar kei­nen Sinn auf für die ei­gene Spra­che, die das Gan­ze spricht.

Was mich dabei angeht: Ich stel­le nur Fra­gen, sage unver­blümt, was mir dazu durch den Kopf geht. Ich behaup­te nicht. Und natür­lich bleibt dabei immer die Unver­rechenbarkeit des Ein­zel­schick­sals, des Ein­zel­schick­sals vor Gott. Es wäre ver­messen, vom je ein­zel­nen wis­sen zu wol­len, wie es mit ihm (bei aller ver­meintli­chen Ein­deu­tig­keit des Anscheins) vor Gott steht. Das nimmt der Sache aber nichts von ihrem Geruch, der ange­sichts des (kirchen-)öf­fent­lichen Ver­schwei­gens sol­cher Abgrün­de, die sich hier eben auch auf­tun, an­ge­sprochen zu wer­den verdient.

Und so bleibt mir für die Toten (von Char­lie-Heb­do) nur die Soli­da­ri­tät des Er­schreckens, vor Got­tes Gericht näm­lich, unter dem auch ich ste­he. Wenn ich da­her kei­ne Sym­pa­thie für sie hege (das ist nun mal so), so ver­su­che ich doch, in der Kraft christ­licher Lie­be zu beten, daß (in bezug auf den ein­zel­nen jeden­falls) ent­ge­gen allem Anschein doch nicht wahr ist, was ich oben ange­deu­tet habe; je­denfalls nicht so zutref­fend, daß da nicht viel­leicht doch noch etwas Verschütte­tes gewe­sen wäre, das aus was-weiß-ich-wel­chen Grün­den kei­ne Chan­ce hat­te, vor-zu-kom­men; daß dem­entspre­chend Gott der Herr ver­zei­hen möge, was jetzt noch ver­geb­bar ist … Mö­gen auch sie in Frie­den ruhen!

Torheit der Welt in der Kirche

Von den Toten zu den ver­rück­ten Leben­den: Ich habe kein Ver­ständ­nis für sol­che Ret­ter des Abend­lands gegen den Islam im In- und Aus­land, die jetzt mit Char­lie-Heb­do die Wer­te unse­rer Kul­tur ange­grif­fen sehen. Was soll ich davon nur hal­ten? Daß ich mich über das lang­sa­me, aber ste­ti­ge(?) Anwach­sen der Jün­ger Moham­meds (zumal) bei uns nicht freue, habe ich schon anders­wo überdeut­lich kund­ge­tan. Und daß ich mit mei­nen Aus­füh­run­gen Aktio­nen wie die bei Char­lie-Heb­do nicht bil­li­ge, ver­steht sich von selbst: Schwerst­ver­bre­chen bleibt Schwerstver­brechen. Und jedem, der sich zum Rächer­arm von Allahs Zorn ma­chen will, sage ich: du machst den, den du als den Erha­be­nen hoch­hältst, ge­rade damit zur Kari­ka­tur, du ziehst ihn auf das Niveau dei­nes klei­nen, verletz­ten Stol­zes her­ab. Gott spricht am wir­kungs­voll­sten, wenn man sei­ne Gerich­te ihm sel­ber über­läßt. – Aller­dings: Ich erklä­re mich soli­da­risch mit den Musli­men, die ihre reli­giö­sen Gefüh­le ver­letzt wis­sen. Man muß auch mal die ande­re Sei­te se­hen: Da gerie­ren sich wel­che als Her­ren­men­schen des öffent­li­chen Dis­kurses, deren spit­zer Feder, derer sie sich ja so rüh­men, alles unter­wor­fen sein soll, und sind oben­drein gut­si­tu­iert; ande­re sind dage­gen die ewi­gen Loser, die sich von die­sen selbstin­thro­ni­sier­ten Halb­göt­tern des gesell­schaft­li­chen Lebens auch noch ihre hei­lig­sten Wer­te in den Schmutz zie­hen las­sen müs­sen. Kein Wun­der, daß das böses Blut gibt. – Da ich auch nicht so genau weiß, was ich mir auf un­sere Abend­lands­ret­ter für einen Reim machen soll, hal­te ich es erst ein­mal für eine Geschmack­sa­che, ob man am Köl­ner Dom die Lich­ter bren­nen oder ausge­hen läßt. Wenn man aber die Glocken von Not­re-Dame in Paris, je­nem Gottes­haus also, das zu Ehren „Unse­rer Lie­ben Frau“ geweiht ist, läu­ten läßt für die Läste­rer ihrer jung­fräulichen Got­tes­mut­ter­schaft: das schlägt dem Faß den Bo­den aus! Das heißt, Got­tes Zorn erneut her­aus­for­dern. Es ist ein­fach nur eine Schan­de, wenn die, die dazu bestellt sind, Leh­rer und Hir­ten der Kir­che zu sein, sich ein­rei­hen las­sen in den hohen Chor derer, die die Wer­te unse­rer „offe­nen Gesell­schaft“ be­schwö­ren. Es gibt kein Recht zur Blas­phe­mie, laßt euch das klar gesagt sein! Und kommt mir nicht mit so Fein­hei­ten wie „zwar kein Recht der Läste­rung, aber des Läste­rers etc.“: ich bil­de mir ein, das Dif­fe­ren­zie­run­gen und kom­ple­xe Sach­ver­hal­te bei mir ganz gut auf­ge­ho­ben sind (ver­ste­he davon was); aber die neun­mal­klu­gen Win­dun­gen die­ser Sophiste­reien kann ich nicht mehr hören. Man kann das Offen­kun­di­ge nicht bestrei­ten: Die Hei­li­ge Schrift schlägt euch das Recht des Got­tes­lä­ste­rers um die Ohren.

Ich mag hier wirk­lich nicht das Faß mit dem Zwei­ten Vati­ka­num und „sei­ner“ Reli­gi­ons­frei­heit auf­ma­chen. Wie es auch immer mit der Inter­pre­ta­ti­on von „Digni­ta­tis huma­nae“ bestellt ist: Der erste Arti­kel die­ser Erklä­rung stellt klar, daß die Frei­heit von Zwang in reli­giö­sen Din­gen, um die es der Dekla­ra­ti­on zu tun ist, die über­lie­fer­te katho­li­sche Leh­re von der mora­li­schen Pflicht des ein­zel­nen und der Gesell­schaf­ten gegen die wah­re Reli­gi­on und ein­zi­ge Kir­che Chri­sti unbe­rührt läßt. Und das impli­ziert doch an aller­er­ster Stel­le die Wah­rung von Got­tes Ehre, auch in der Öffent­lich­keit, eine Aner­ken­nung, die (in nega­ti­ver In­stanz) auch recht­lich durch­zu­set­zen ist. Wir, die wir zu katho­li­schen Kir­che ge­hören, kön­nen ein Recht des Blas­phe­mi­kers abso­lut nicht aner­ken­nen. Der ka­tholische Christ bleibt nicht Katho­lik, ja nicht ein­mal Christ, wenn er Gott, das „Bonum com­mu­ne sepa­ra­tum“, – und damit die Aner­ken­nung Got­tes – als Grund­la­ge und letz­ten Bezugs­punkt des Gemein­wohls erset­zen will durch das Ide­al der „offe­nen Gesell­schaft“, in der auch, noch dazu hem­mungs­los, gelä­stert wer­den darf. Gegen­tei­li­gen Erklä­run­gen, wer auch immer sie abgibt, trot­ze ich: Abrenun­tio. Abrenun­tio. Abrenun­tio.

Es ist nicht Über­le­gen­heit, son­dern dümm­li­che Sophi­ste­rei, wenn man erklärt, daß „unser Gott“ das ja gar nicht nötig habe. Man sieht die Früch­te die­ser Ein­stel­lung … In Wahr­heit hat man den Bezug zur Ehre Got­tes ver­lo­ren, die Lei­den­schaft dafür fehlt, weil man unse­ren Herrn Jesus Chri­stus nicht mehr im Her­zen hei­lig hält (vgl. 1 Petr 3,15). Offen­sicht­lich ist den kir­chen­amt­li­chen Patro­nen der „offe­nen Gesell­schaft“ das Pater-noster hin zur gedan­ken­los auf­ge­sag­ten Flos­kel ent­glit­ten: Lehrt uns unser gött­li­cher Mei­ster nicht, gleich zu Beginn um die Hei­li­gung des Got­tes­na­mens zu bit­ten? Und wer das ehr­li­chen Her­zens tut, der soli­da­ri­siert sich auch mit Lästerern?

Ausklang – der ewig bleibende Lobgesang

Zum Schluß: Die pas­send­ste Ant­wort auf die Char­lie-Heb­do-Tra­gö­die und der unbe­stech­lich­ste Spie­gel (weit­aus tref­fen­der als all die Schimpf­ka­no­na­den) sind die fei­er­li­chen Wor­te des ambro­sia­ni­schen Lob­ge­sangs, mit denen ich denn auch aus­zugs­wei­se schlie­ßen möchte:

Tibi Cherubim et Seraphim incessabili voce proclamant Baptisterium Padua
Tibi Che­ru­bim et Sera­phim incessa­bi­li voce pro­cla­mant (Bap­ti­ste­ri­um Padua, 1375)

TE DEUM LAUDAMUS, TE DOMINUM CONFITEMUR.

TIBI CHERUBIM ET SERAPHIM INCESSABILI VOCE PROCLAMANT:
SANCTUS
SANCTUS
SANCTUS
DOMINUS DEUS SABAOTH.

TE PER ORBEM TERRARUM SANCTA CONFITETUR ECCLESIA:
PATREM IMMENSAE MAIESTATIS – VENERANDUM TUUM VERUM
ET UNICUM FILIUM – SANCTUM QUOQUE PARACLITUM SPIRITUM.

TU REX GLORIAE, CHRISTE. TU PATRIS SEMPITERNUS ES FILIUS. TU
AD LIBERANDUM sus­cep­turus HOMINEM NON HORRUISTI
VIRGINIS UTERUM.

IN TE, DOMINE, SPERAVI: NON CONFUNDAR IN AETERNUM.

Amen.

*Dr. theol. Klaus Obenau­er ist Pri­vat­do­zent für Dog­ma­ti­sche Theo­lo­gie an der katho­lisch-theo­lo­gi­schen Fakul­tät der Uni­ver­si­tät Bonn.

Bild: Wiki­com­mons

70 Kommentare

  1. Soviel (katho­li­scher) Nar­ziss­mus ist mir unverständlich.
    Ich bin weder Char­lie, noch bin ich nicht Charlie.
    Ich habe mit Char­lie nichts zu tun.
    Ich bin Zeit­schnur, und Char­lie ist Opfer eines Gewalt­ver­be­chens geworden. 

    Auch wenn Sie das „Fass“ von der Reli­gi­ons­frei­heit nicht auf­ma­chen wol­len, ist doch die­ser Kom­plex das Pro­blem der Pro­ble­me bei der gan­zen Sache. An der Fra­ge, wie viel Frei­heit auch ein Athe­ist hat und an der, wel­che Reli­gi­on wel­che Ehre ihres Got­tes wie ver­tei­di­gen darf oder sogar muss, hängt näm­lich das gan­ze poli­ti­sche Problem.

    Auch ich kann­te die­ses Sati­reblatt vor­her nicht. Im Inter­net such­te ich mir Bil­der und ver­dreh­te nur die Augen: ein infan­til-juve­ni­les Gezeich­ne, puber­tä­tes Pro­vo­zie­ren und viel Obszö­nes. Wer so „drauf“ ist, weiß wirk­lich nicht, was er tut.

    Wenn jemand meint, das sei eine bereits justi­zia­ble Form der Got­tes­lä­ste­rung, hät­te er dies öffent­lich erklä­ren kön­nen, hät­te Anzei­ge erstat­ten kön­nen, hät­te ver­su­chen kön­nen, gegen die Ver­un­eh­rung (sei­ner) Reli­gi­on bzw. Got­tes vor­ge­hen kön­nen mit legi­ti­men Mitteln.

    Ist das durch Katho­li­ken vor die­sem Mas­sa­ker je gesche­hen? Von Mus­li­men ganz zu schwei­gen? Oder hielt man nicht lie­ber den Mund und freut sich jetzt ins­ge­heim über das Straf­ge­richt, das ein paar Drecksker­le für einen erle­digt haben? Nie­mand musst das Blatt kau­fen oder lesen — und das soll­te einen etwas zurück­hal­tend machen. 

    Auch wenn die­ses Blatt aus mei­ner Sicht unter der Gür­tel­li­nie ist, weist unse­re jüng­ste Geschich­te und Gegen­wart aller­dings noch ganz ande­re Dimen­sio­nen der Got­tes­lä­ste­rung auf, die anschei­nend unge­straft bleiben?

    Und zu guter Letzt:
    Die­ses alber­ne Gequat­sche von „je suis Char­lie“ meint doch bloß in typisch zeit­gei­sti­ger Sen­ti­men­ta­li­tät eines: Die es sagen, wol­len damit zum Aus­druck brin­gen, dass sie wis­sen, dass sie selbst die­ses Opfer hät­ten sein können.
    Dage­gen ist prin­zi­pi­ell nichts zu sagen, aber es ist mir zu nar­ziss­tisch und zu pathetisch.

    Wenn ein Mensch ermor­det wird, geht es nun mal eben nicht erst mal um mich.

    Und es ist allei­ne schon dies bedenk­lich, dass wir nur dar­um krei­sen, ob wir Char­lie sind oder nicht…

    • Anders als Herr Dr. Obenau­er ver­ken­nen Sie die Trag­wei­te des Phä­no­mens, beto­nen aber, wie öfters unter Ein­satz des mora­li­schen Zei­ge­fin­gers, die Über­le­gen­heit Ihrer Einsicht.

      • O nein, die­ser Meta­ebe­nen-Stil ist wirk­lich ein Problem!
        Also:
        Bit­te fül­len Sie Ihre groß­spu­ri­gen psy­cho­lo­gisch schil­lern­den Sprech­bla­sen mit Inhalt: Was ist „die Trag­wei­te“ und v.a. wel­ches „Phä­no­mens“, und wo habe ich die „Über­le­gen­heit“ mei­ner „Ein­sicht“ betont?

        Gibt’s etwas zur Sache selbst zu sagen?

      • Das medi­en­ge­steu­er­te Mas­sen­phä­no­men „Je suis Char­lie“ so zu inter­pre­tie­ren, wie Sie, @zeitschnur, es zumal in den letz­ten Absät­zen Ihres Kom­men­tars getan haben, heißt, es naiv zu ver­kür­zen. („Die es sagen, wol­len damit zum Aus­druck brin­gen, dass sie wis­sen, dass sie selbst die­ses Opfer hät­ten sein kön­nen“: ach ja? – Welch Erkennt­nis!) Es geht bei­lei­be nicht nur um „alber­nes Gequat­sche“ und „zeit­gei­sti­ge Sen­ti­men­ta­li­tät“; in der nar­ziss­ti­schen Selbst­be­spie­ge­lung mani­fe­stiert sich viel­mehr eine tie­fe gesell­schaft­li­che Gedan­ken­lo­sig­keit, die in der Tat „nicht mehr erschrecken kann, oder bes­ser, nur noch vor dem, der den Leib töten, nicht aber vor dem, der … (cf. Mt. 10,28)“; ein, zumin­dest der Inten­ti­on des Mas­sen­wil­lens nach, bei­na­he gesamt­ge­sell­schaft­li­ches Ver­wei­gern der Chan­ce zu Ansät­zen einer Besin­nung über Wert und Unwert unse­rer säku­la­ren Zivi­li­sa­ti­on, die just dies grau­si­ge Gesche­hen bietet. 

        Sie soll­ten ja eigent­lich wis­sen, dass ich für tie­fer­ge­hen­de Dis­kus­sio­nen offen bin; für heu­te neh­me ich mir aber ger­ne her­aus, wei­ter nichts zu sagen zu haben. Zumal ich in die­ser Sache auf den Punkt so den­ke, wie Herr Dr. Obenau­er, der, jen­seits jeg­li­chen „katho­li­schen Nar­ziss­mus‘“, einen muti­gen und wahr­haf­ti­gen Arti­kel ver­öf­fent­licht hat. Ihn wei­ter zu zer­re­den – dage­gen habe ich etwas. Das Risi­ko, somit zu Ihren infla­tio­nä­ren Kla­gen (apro­pos Meta­ebe­nen…) über das erschrecken­de Niveau des hie­si­gen Kom­men­tar­teils bei­zu­tra­gen, neh­me ich in Kauf.

      • @ Kyr­il­lus

        Sie kri­ti­sie­ren etwas, das ich weder gesagt noch gemeint habe.

        Ich war doch selbst die­je­ni­ge, die zual­ler­erst und mehr­fach von Nar­ziss­mus sprach — auf allen Sei­ten aller­dings. Sie tra­gen doch Eulen nach Athen, mer­ken Sie das nicht?

        Wenn Herr Obenau­er (oder wer auch immer) schreibt, hat es nichts mit „Zer­re­den“ zu tun, wenn man auf die Unge­reimt­hei­ten und Wider­sprü­che in einem Gedan­ken­gang weist. Das gehört zu einem nor­ma­len Dis­kurs. Und ich bin ja nicht die ein­zi­ge, die das sofort gese­hen hat. Es sind meh­re­re Poster, die dar­auf hin­wei­sen, und alle haben unge­fähr die glei­chen Argu­men­te ange­führt. Ich wür­de daher an Ihrer Stel­le nicht gleich den Laden dicht­ma­chen, son­dern über­le­gen, ob an der Kri­tik nicht doch was dran ist.

        Der Mensch ist doch als Sün­der immer in Angst vor denen, die ihm sein Leben und des­sen Requi­si­ten neh­men könn­ten. Das ist der nor­ma­le Zustand des Agno­sti­kers und Athe­isten, des Hei­den. Dass man hier aber schnell in Grau­zo­nen gerät beweist die Tat­sa­che, dass ein Mus­lim eben­falls den Tod nicht fürch­tet für sei­nen Wahn. Es gilt also, die Sache doch ein wenig zu „zer­re­den“, um da nicht fehl­zu­ge­hen. Der Todes­mut eines wah­ren Katho­li­ken ist näm­lich nicht dasel­be wie der eines Mus­lims. Und die Todes­furcht des natür­li­chen Men­schen ist dem­ge­gen­über ein­fach nur natür­lich und verständlich. 

        Was erwar­ten Sie denn von einem Euro­pa, das mehr­heit­lich nicht mehr glaubt? Dass es nun plötz­lich sagt: , wir müs­sen bloß glau­ben, dann wird alles wie­der gut?
        Wie soll ein Hei­de zu die­ser Erkennt­nis kom­men? Darf man ihm übel­neh­men, wenn er die­se Erkennt­nis verfehlt?

      • „Ich war doch selbst die­je­ni­ge, die zual­ler­erst und mehr­fach von Nar­ziss­mus sprach – auf allen Sei­ten aller­dings. Sie tra­gen doch Eulen nach Athen, mer­ken Sie das nicht?“

        Zual­ler­erst, bra­va, und mehr­fach! Und wie soll­te ich es über­se­hen haben, wo ich Sie doch nur zitier­te? Viel­mehr scheint es mir, Sie „merk­ten nicht“, wie banal eben die­se „Erkennt­nis“ allei­ne ist – die Sie in die Sät­ze kleideten:
        „Die­ses alber­ne Gequat­sche (…) meint doch bloß (…) eines: Die es sagen, wol­len damit zum Aus­druck brin­gen, dass sie wis­sen, dass sie selbst die­ses Opfer hät­ten sein kön­nen. Dage­gen ist prin­zi­pi­ell nichts zu sagen, aber es ist mir zu nar­ziss­tisch und zu pathetisch.“

        Behaup­ten Sie nach­träg­lich nicht, mehr gesagt zu haben. Von wegen, Eulen nach Athen! Das viel tie­fer rei­chen­de Phä­no­men, um das es dem Autor in sei­nem Bei­trag dif­fe­ren­ziert zu tun ist, haben Sie gar nicht berührt, um ihm statt­des­sen „katho­li­schen Nar­ziss­mus“ in Men­gen vorzuwerfen. 

        Die wich­tig­sten Argu­men­te @rampollas sowie @Sascha M.‘s, die ihre Wider­le­gung, dabei blei­be ich, in einer sorg­fäl­ti­gen Lek­tü­re des Tex­tes sel­ber fin­den, decken sich kei­nes­wegs mit den Ihren; im Ver­gleich dazu sind sie jeden­falls sach­lich. Holen Sie sich kei­ne fal­sche Schützenhilfe. 

        Ihre wei­te­ren Über­le­gun­gen buche ich, Ver­zei­hung, unter Zer­re­den, und ich möch­te schnell­stens enden, um mit mei­nen Anmer­kun­gen nicht selbst wei­ter dazu bei­zu­tra­gen. Sie dür­fen mir, die Sie doch so vol­ler Abscheu gegen alle Psy­cho­lo­gis­men sind, ger­ne erneut vor­wer­fen, ich wür­de „den Laden dichtmachen“.

      • @Kyrillus

        Da Sie mich in Ihrem Bei­trag vom 13.01.2015 von 14:11 Uhr nen­nen und mir mit vor­wer­fen, ich hät­te den Arti­kel des Autors miss­ver­stan­den, ohne zu benen­nen, was von mir detail­liert miss­ver­stan­den wor­den wäre, bevor­zu­ge ich es, Ihnen den Teil des Arti­kel-Tex­tes hier­her zu kopie­ren, auf den ich mich gestern am 12.01.2015, 14:33 Uhr und heu­te am 13.01.2015, 12:27 Uhr in die­sem Thread bezog mit der Bit­te um Klä­rung, wel­chen Text­teil ich miss­ver­stand. Eine Begrün­dung wäre nett.

        Aus­zug aus dem obi­gen Artikel:
        » (…)Was soll ich also vor dem Hin­ter­grund der oben erwähn­ten Unsäg­lich­kei­ten davon hal­ten, daß – wenn ich recht sehe – in unse­ren Brei­ten aus­ge­rech­net hier das erste Mal ein isla­mi­sti­sches Atten­tat auf eine Zei­tungs­re­dak­ti­on „so rich­tig geklappt hat“? Mir dünkt, hin­ter der „Rache Allahs“ (oder sei­ner selbst­er­nann­ten Wil­lens­voll­strecker) kommt das Ange­sicht des­sen her­vor, der gren­zen­los ver­söh­nungs­wil­lig ist, um jedoch sei­nen Zorn dort zu offen­ba­ren, wo man sei­ne all­barm­her­zi­ge Lie­be und Lang­mut mit Füßen tritt. (…)
        Das ande­re ist, daß Gott in sei­ner all­um­span­nen­den Weis­heit, deren sou­ve­rä­ner Ver­fü­gung nichts ent­glei­tet, auch noch die furcht­bar­sten Taten mensch­li­cher Eigen­mäch­tig­kei­ten zu Werk­zeu­gen sei­ner Gerich­te machen kann. (…)
        Und so kam die Ant­wort auch aus die­ser Rich­tung; aber, wie mir dünkt, des wah­ren Got­tes Ant­wort, ganz uner­war­tet und dazu in dis­kre­test-mög­li­cher Wei­se, aber ver­nehm­bar für den, der Got­tes Spra­che ver­steht. „Dis­kret“: der Höch­ste muß­te kei­ne eige­ne Straf­in­ter­ven­ti­on bemü­hen, er ließ nur der Wut der Die­ner Allahs zum rech­ten Zeit­punkt ihren frei­en Lauf, als näm­lich das Maß voll war. (…)
        Fußnoten:
        1. Wenn es auch Straf­wun­der gibt, von denen die Hl. Schrift berichtet:
        u.a. Apg 5,1–11 «

      • @ Kyr­il­lus

        Ich kann nur den Kopf schüt­teln — offen­sicht­lich ver­lie­ren hier nun alle nach und nach völ­lig die Con­ten­an­ce. Dar­an sind Sie aber selbst schuld. Nie­mand zwingt Sie, Postings zu lesen.Niemand zwingt Sie, dar­auf Emo­tio­na­les zu ant­wor­ten und sach­hal­ti­ges beharr­lich zu ver­wei­gern, um es nicht zu „zer­re­den“. Dann sei­en Sie doch ein­fach still — anstatt davon zu unken, dass Sie am lieb­sten still wären. Das ist ja wirk­lich wie im Kabarett.

      • Aus­ge­zeich­net, aber als reni­tent in tota­ler Ver­wei­ge­rung ist nie etwas zu machen.
        @romanissimus — ob er nicht Recht hat­te am 8. Janu­ar, 21.09 Uhr?

      • „Das ist ja wirk­lich wie im Kaba­rett“: Schön, Frau @zeitschnur, so haben Sie etwas zum Lachen. Wo Sie seit gerau­mer Zeit, wie mich dünkt, aus dem (öffent­li­chen) Kopf­schüt­teln nicht her­aus­kom­men, dürf­te Ihnen das zur Ent­span­nung gereichen.

      • @ Hedi Züger: 

        Ich mag Ihre lich­ten, freund­li­chen, alters­wei­sen Kom­men­ta­re sehr; las­sen Sie uns über sol­che tie­fern­sten Din­ge aus der Distanz nicht spe­ku­lie­ren, weder iro­nisch noch gar ernst­haft; das emp­fän­den ich (der ich mich soeben der Iro­nie nicht ent­hal­ten konn­te), und, wie ich den­ke, auch Sie, als Ent­eh­rung, als Per­sön­lich­keits­ver­let­zung einer so intel­li­gen­ten wie um wah­re Glau­bens­er­kennt­nis bemüh­ten Gesprächspartnerin.

  2. Wirk­lich schwie­ri­ge Situa­ti­on. Ich sag­te bereits in mei­nem Kom­men­tar zum vor­an­ge­gan­ge­nen Arti­kel über die­ses The­ma, dass ich mich mit die­sen Kar­ri­ka­tu­ren (ätzen­de Pole­mik) auch nicht iden­tif­zie­ren kann. Nur gibt es kei­ne Legi­ti­ma­ti­on zum Töten und Liqui­die­ren, weil einem irgend­et­was auf der Welt nicht gefällt ! Die Leu­te umbrin­gen — da hört es auf !

    Die wich­tig­ste Fra­ge: War­um haben die mus­li­mi­schen Ver­ant­wort­li­chen in Frank­reich nicht schon lan­ge vor­her Kla­ge beim Staat oder einer ande­ren offi­zi­el­len Stel­le (Euro­päi­scher Gerichts­hof etc.) gegen die­se Kar­ri­ka­tu­ren ein­ge­reicht ? Das wäre der kor­rek­te Weg gewe­sen. Jeden­falls habe ich dar­über bis­her nichts gehört oder gelesen.

    Als gläu­bi­ger Christ habe ich schon mehr­fach in den Medi­en wider­wär­ti­ge Fil­me und Zeich­nun­gen über Jesus hin­neh­men müs­sen. Hat des­we­gen von uns jemand das Kino oder die Film­stu­di­os in die Luft gesprengt ?

    • Noch als Ergänzung:
      Als damals schlech­te Fil­me über Jesus lie­fen (z.B. „Last tempt­ati­on“ etc.) und auch ein Thea­ter­stück (Name ver­ges­sen), gab es von ver­schie­de­nen christ­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen schrift­li­che PETITIONEN und Demos dage­gen. Das hat auch als Auf­klä­rung und bei man­chen Men­schen abschreckend gewirkt. Dar­über hin­aus gab es auch katho­li­sche Bischö­fe, die sich dage­gen geäu­ßert hatten.

    • @ Jean­ne d’Arc
      Der Über­fall weist eine Men­ge Unge­reimt­hei­ten auf.
      Man­che gehen von einem Fake aus.
      Wie da sich Regie­rungs- und Staats­chefs ver­sam­meln, ist unheimlich.
      Indes­sen wur­den in Nord­ni­ge­ria 2.000 Men­schen (Chri­sten?) von der isla­mi­schen Ter­ror­mi­liz Boko Haram ermor­det — für die poli­ti­sche Klas­se des Westens Busi­ness as usual.

  3. Das im Arti­kel zitier­te sog. Straf­wun­der aus Apg. 5, 1–11 geschah „inner­halb“ der Chri­sten­ver­samm­lung. Ana­ni­as han­del­te aus­drück­lich gegen den dort vor­han­de­nen Hl. Geist und damit gegen Gott selbst. Wenn Hei­li­ges „inner­halb“ des hei­li­gen Vol­kes Got­tes geschän­det wird (ver­glei­che z.B. auch 1. Samu­el 2, 22–25), fin­den gött­li­che Straf­wun­der biblisch belegt statt.

    Bei Char­lie Heb­do-Sati­re, die in die­sem Fall u.a. auch christl. Wer­te her­ab­setz­te, han­delt es sich statt­des­sen um ein im bibli­schen Sin­ne „welt­li­ches“ Ver­ge­hen „außer­halb“ der vom Hl. Geist geführ­ten Chri­sten­ver­samm­lung. Zumin­dest kann man daher für ein sol­ches „welt­li­ches“ Straf-Gesche­hen durch Atten­tä­ter bei Char­lie Heb­do nicht auf die von Ihnen zitier­te Schrift­stel­le aus der Apo­stel­ge­schich­te verweisen.

    Der wich­tigst Punkt gegen Ihre Interpretation:
    Gott müss­te sich, was ich für aus­ge­schlos­sen hal­te, gegen Char­lie Heb­do anti­christ­lich moti­vier­ter Atten­tä­ter einer sata­nisch aus­ge­klü­gel­ten mus­lim. Reli­gi­on bedient haben, die das Gott-ent­eh­ren­de schrift­lich defi­nier­te Ziel ver­fol­gen, Juden und Chri­sten­tum final zu besei­ti­gen und isla­misch zu unterwerfen.

    • Kor­rekt — dan­ke für die nüch­ter­ne Erklärung.

      Vor allem gesche­hen doch wesent­lich gra­vie­ren­de­re Läste­run­gen inner­halb der Kir­che. Wie­so soll­te Gott aus­ge­rech­net an einem rela­tiv „klei­nen“ Läster­ob­jekt zuschla­gen, anders­wo aber nicht. Char­lie Heb­do zeich­net nur — ande­re dre­hen Sex­fil­me, in denen sie Frau­en ver­ge­wal­ti­gen und anschlie­ßend töten und Taus­den­de von Män­nern laden sich die­sen Dreck aus dem Inter­net run­ter und machen dabei Din­ge, die einem die Scham­rö­te ins gesicht trei­ben. Kir­chen­män­ner haben die schlimm­sten Miss­bräu­che an Jugend­li­chen und jun­gen Erwach­se­nen betrie­ben und es auch noch vertuscht.
      Die gan­ze Welt ist vol­ler Lug und Trug, heu­chelt dem Aller­höch­sten dreist ins Gesicht und treibt ande­re auf den Schei­ter­hau­fen wegen viel gerin­ge­rer Ver­bre­chen als der eige­nen. Und da soll das dum­me Gekrit­zel von ein paar unrei­fen Yup­pies Got­tes Ehre ganz beson­ders ange­kratzt haben? 

      Es ist eine fahr­läs­si­ge Art, auch wenn man ungläu­big ist, über Gott so scham­los und obszön zu zeichnen.
      Aber ganz sicher sind die­se Zeich­nun­gen nicht von der­sel­ben Trag­wei­te wie das täg­li­che kon­kre­te, schänd­li­che, zyni­sche, ver­lo­ge­ne und drei­ste Lästern des Herrn im Alltagsgeschäft.

      Und vor allem: 

      Bekannt­lich lässt Gott die Son­ne auf­ge­hen über Gerech­ten und Unge­rech­ten (ist Bibelwort!).
      Herr Obenau­er deu­tet zwar an, dass er das weiß, um es aber dann eben doch hin­ter sich zu wer­fen und die vul­gä­re Les­art, ver­steckt in der For­mel von der „fei­nen Stim­me“, zu verkünden.
      Was aber ist an einem sol­chen Mas­sa­ker die „fei­ne Stimme“?

    • Geehr­ter @Sascha M.,
      Gott ist all­mäch­tig und allgegenwärtig.
      Sein Wir­ken- und damit das des Hl. Gei­stes, der 3. Gött­li­chen Per­son, ist nicht beschränkt auf Gebie­te „inner­halb der Christenversammlung“.

      Ihr letz­te Absatz ist — wie übri­gens bei @zeitschnur lei­der sehr häu­fig der Fall — Hybris, mensch­lich Hoch­mut ggb. Gott in purer Form:
      Wie kön­nen Sie bestimm­te Sachen für Gott „aus­ge­schlos­sen hal­ten“, wo wir aus Sei­nem Mund hören, daß „Sei­ne Gedan­ken nicht als unse­re Gedan­ken und Sei­ne Plä­ne nicht unse­re Plä­ne sind“.
      Das wuß­ten schon alle anti­ken Kir­chen­vä­ter und wur­den beson­ders schön von Johan­nes Eriuge­na (Vox Spiritualis/Homelie auf den Pro­log des Johan­nes­evan­ge­li­ums) herausgestellt.

      • Solan­ge Sie nicht sach­lich zei­gen kön­nen, wo auch @ zeit­schnur „lei­der sehr häu­fig“ in Hybris ver­fällt und dies nur als rhe­to­ri­schen Base­ball­schlä­ger schwin­gen, noch dazu in einem Posting an @ sascha M., unter­las­sen Sie bit­te sol­che weit­rei­chen­den Unterstellungen!

        Sascha M. sag­te zuletzt:

        „Gott müss­te sich, was ich für aus­ge­schlos­sen hal­te, gegen Char­lie Heb­do anti­christ­lich moti­vier­ter Atten­tä­ter einer sata­nisch aus­ge­klü­gel­ten mus­lim. Reli­gi­on bedient haben, die das Gott-ent­eh­ren­de schrift­lich defi­nier­te Ziel ver­fol­gen, Juden und Chri­sten­tum final zu besei­ti­gen und isla­misch zu unterwerfen.“

        Viel­leicht gehen Sie auf die­sen Satz doch noch sach­lich und fair ein. Ob der Satz von der Uner­forsch­lich­keit der Gedan­ken Got­tes hier greift? 

        In Johan­nes 12, 47 heißt es dagegen:
        „Und wenn einer mei­ne Wor­te hört und hält sie nicht, so rich­te ich ihn nicht; denn ich bin nicht gekom­men die Welt zu rich­ten, son­dern die Welt zu retten.“

        Der Ver­weis auf Kir­chen­vä­ter, deren genaue Argu­men­te Sie lei­der nicht nen­nen, ist nicht angebracht:

        Was haben Kir­chen­vä­ter kon­kret gesagt, was in die­ser spe­zi­el­len Fra­ge von belang ist?

      • @ Adri­en Antoine

        Ich sag­te nicht, dass das Wir­ken des Hl. Gei­stes auf die Chri­sten­ver­samm­lung beschränkt ist, son­dern ledig­lich, dass man nicht ein­fach belie­big eine Schrift­stel­le, die eine Bestra­fung „inner­halb der Chri­sten­ver­samm­lung“ beschreibt, auf eine Bestra­fung außer­halb der Chri­sten­ver­samm­lung anwen­den kann.
        Ana­ni­as betrieb aus­drück­lich gegen den Hl. Geist, den die Chri­sten dort seit Pfing­sten emp­fan­gen hat­ten, ein fal­sches Spiel, inso­fern er den Hl. Geist belog (Apg. 5, 3).
        Ana­ni­as und Saphi­ra hat­ten sich dabei ver­bün­det, um den Hl. Geist, des­sen wun­der­ba­re Aus­wir­kun­gen sie bereits ken­nen­ge­lernt hat­ten, in die Irre zu füh­ren und zu ver­su­chen. (Apg 5, 9)
        Sol­che Gei­ster­leb­nis­se kann man bei Char­lie Heb­do-Sati­ri­kern nicht vor­aus­set­zen. Inso­fern soll­te man m.E. auch „nicht leicht­fer­tig“ die­se Schrift­stel­le auf sie anwenden.

        Ich woll­te mit mei­ner Argu­men­ta­ti­on nicht bewer­ten, ob die Char­lie Heb­do-Sati­ri­ker eine Stra­fe ver­die­nen oder nicht, wie es der Arti­kel­schrei­ber ver­such­te, son­dern mir geht es aus­schließ­lich um Folgendes:
        1. Ich war­ne davor, Gott will­kür­lich zuzu­schrei­ben, dass er im Hin­ter­grund gegen die Sati­ri­ker das Atten­tat plan­te oder mit­plan­te oder auch, dass Gott die Ver­nich­tung der Sati­ri­ker veranlasste.
        2. ich war­ne davor, bibli­sche Schrift­stel­len aus dem Zusam­men­hang zu rei­ßen und auf belie­bi­ge Ver­hält­nis­se anzuwenden.
        Ich den­ke, dass es eher von Hoch­mut zeugt, Gott etwas will­kür­lich zuzu­schrei­ben, wie der Arti­kel­schrei­ber und Sie dies tun, als davor zu war­nen, mit sol­chen Zuschrei­bun­gen zu leicht­fer­tig umzugehen.

        Gott ist all­mäch­tig und gegen­wär­tig. Das ist auch mei­ne Meinung.
        Das bedeu­tet aber nicht, dass man dar­aus schlie­ßen kann, dass wir Men­schen anma­ßend beur­tei­len kön­nen und dür­fen, wo Gott wirkt und wo nicht. Ich rate zur Vor­sicht, um von Gott nicht u.U. als Jemand erfun­den zu wer­den, der gegen Gott wirkt. Nicht alles, was fromm erscheint, ist auch vom Inhalt her durch­ge­hend fromm. 

        Ihre Kri­tik gegen den letz­ten Absatz mei­nes posts kann ich nicht nachvollziehen.
        „Falls“ Sie damit andeu­ten wol­len, dass ich es nicht für mög­lich hal­ten könn­te, dass Gott das Atten­tat lenk­te, dann irren Sie sich. Für Gott ist alles mög­lich. Aber ich war­ne davor, dies öffent­lich zu behaup­ten, weil Sie u.U. eine Falsch­be­haup­tung aus­spre­chen könn­ten gegen den Hl. Geist und gegen Gott, solan­ge Sie nicht wis­sen, was dif­fe­ren­ziert wirk­lich gött­lich gelenkt geschah.

        Der letz­te Absatz mei­nes vori­gen posts soll­te aus­drücken, dass ich mir nicht vor­stel­len kann, dass Gott „den Satan mit dem Bel­ze­bub“ aus­treibt. Das war ein Denk­an­stoß, den Sie ger­ne ver­wer­fen dür­fen, wenn er Ihnen nicht ein­leuch­tet. Wich­tig wäre mir ledig­lich, dass wir künf­tig vor­sich­ti­ger damit umge­hen, was wir Gott zuschreiben.

  4. Wur­de gestern im uni­for­men „Char­lie“- Paris nicht bereits die „huma­ne Ein­heits­re­li­gi­on“ zele­briert; als für die beab­sich­tig­te „neue Welt­ord­nung“ eine unver­zicht­ba­re Voraussetzung.
    Nur, dass dies — im Gegen­satz zur „dia­lo­gi­sie­ren­den Kir­che“ — die Irr­leh­re Islam kei­nes­wegs „tole­rie­ren“ wird; sie dul­det neben sich kei­ne ande­re Reli­gi­on / Ideologie !
    Die Irr­leh­re Islam strebt nach abso­lu­ter Geltungsmacht ! 

    Doch in der „Charlie“-Uniform wur­de unver­dros­sen der „Reli­gi­on der Huma­ni­tät“ gehuldigt.

    Hw Mäder bereits im Jah­re 1927:
    -
    „Die­se Unwis­sen­heit ist ein Weltunglück. 
    Denn es ist immer ein Vor­bo­te ern­ster Katastrophen, 
    wenn die Füh­rer des Vol­kes der­art blind geworden, 
    daß sie Tag und Nacht, Wahr und Falsch, 
    Weg und Abgrund nicht mehr von ein­an­der zu unter­schei­den wissen. 
    Aber schlim­mer noch als die Blind­heit, das Nicht­mehr­se­hen­kön­nen, ist das Nichtmehrsehenwollen, 
    der Haß des Lichtes.“
    -

    Ein­zig die „dia­lo­gi­sie­ren­den“ 
    — aktu­ell auch in „Charlie“-Hysterie verfallenen — 
    Kir­chen­re­prä­sen­tan­ten wol­len dies durch ihre rosa­ro­te Islam-Brille 
    nicht wahr­ha­ben. Ja, wir lesen gar dies:
    -
    „Ohne Pres­se­frei­heit ist die Welt in Gefahr“
    -
    Woher die­se Aus­sa­ge stammt ?
    Aus einem vom Vatikan (!)
    als „mus­li­misch-katho­li­scher Appell“ ver­öf­fent­lich­ten Text.

    Also nicht etwa durch die Feind­schaft zur und somit Ableh­nung der Ewi­gen Wahr­heit Jesus Chri­stus sei die Welt in Gefahr.…sondern durch die „gefähr­de­te Pressefreiheit“ ?!

    Noch ein­mal Hw Mäder:
    -
    „Wir leben in einer Peri­ode gei­sti­ger Nacht; kal­ter chri­stus­li­ser Nacht“
    -

  5. Ihrem Kom­men­tar, @rampolla (aber auch den wei­ter unten fol­gen­den ande­rer „Kri­ti­ker“), brau­che ich nicht zu ent­geg­nen: Wer den Bei­trag Herrn Dr. Obenau­ers nur etwas genau­er und ver­stän­di­ger liest, als Sie das offen­bar getan haben, erkennt, dass Ihre Argu­men­te, und nicht nur die Ihren, an der Tie­fe und dem Ernst des dort (sehr dif­fe­ren­ziert) Aus­ge­sag­ten abprallen.

    Dem Autor aber möch­te ich aus­drück­lich dan­ken für sei­nen aus­ge­zeich­ne­ten Arti­kel, dan­ken für den Mut zur Wahrheit!

  6. Es geht gar nicht um Char­lie oder sonst etwas, son­dern die Poli­ti­ker fei­ern, zwar in nega­ti­ver Wei­se, doch wie­der nur sich selbst.
    Frank­reich ist am Ende, mit Grie­chen­land ver­gleich­bar, der Euro nur noch Nuan­cen von der gro­ssen Explo­si­on ent­fernt, die kom­men­de Ban­ken­kri­se sieht einen Fehl­be­trag von 500 Mil­li­ar­den vor­aus den NIEMAND mehr beglei­chen kann.
    Hol­lan­de hat sei­ne Eli­ten mit 75% Steu­ern vertrieben.
    Paris ist voll vom Islam, dort ist das Ende Euro­pas nicht nur wirt­schaft­lich am greif­bar­sten zu sehen.
    Der Quatsch vom fried­lie­ben­den Islam, wird ja kaum noch von dem Schön­schwät­zern geglaubt, die uns täg­lich ein­lul­len wollen.
    Euro­pa ist am Ende, was jetzt kommt, wird nicht schön wer­den, aber aller­or­ten nur noch Auf­lö­sung, Anti­christ Ber­go­glio macht das­sel­be jetzt auch mit der Kir­che, Chri­stus lässt es zu, um das End­ge­richt zu voll­enden, wir hat­ten unse­re Chan­cen des guten Wil­lens, jetzt fal­len wir in unse­re selbst gegra­be­nen Gru­ben nur ein klei­ner Teil wird es überstehen.
    Man kann nur noch wei­nen und beten.

  7. Sehr inter­es­sant in die­sem Zusammenhang:

    http://www.20min.ch/ausland/news/story/17621762

    Hier steht:

    „Über 1’700’000 Freun­de zählt der Face­book-Auf­tritt von «Char­lie Heb­do» der­zeit (Stand 11. Januar).

    Der nie­der­län­di­sche «Char­lie Hebdo»-Karikaturist Ber­nard Wil­lem Hol­trop hat sich nun nega­tiv zu die­ser Bewe­gung geäu­ssert. Der nie­der­län­di­schen Zei­tung «Volks­krant» sag­te er: «Wir haben vie­le neue Freun­de gewon­nen, wie etwa den P a p s t , Köni­gin Eli­sa­beth oder Wla­di­mir Putin. Ich muss dar­über lachen.»“

    Wie kann der Papst sich als Freund von jeman­dem bezeich­nen, der die Hei­lig­ste Drei­fal­tig­keit und die Got­tes­mut­ter aufs Schänd­lich­ste belei­digt? Das kann ich nicht begreifen!

  8. Es ist schon rich­tig, dass man als nach­denk­li­cher Christ die Ereig­nis­se von Paris im Zusam­men­hang mit einem Gerichts­han­deln Got­tes sehen kann. Die Moral von der Geschicht: Wenn man sich jedes mal empö­ren wür­de, wenn ein Got­tes­lä­ste­rer umkommt, wür­de man womög­lich auch bei Got­tes Straf­ge­rich­ten, die in der Offen­ba­rung des Johan­nes beschrie­ben sind, empört sein.
    Die Aktio­nen der Got­tes­lä­ste­rer wür­de ich aller­dings nicht als Sati­re ver­harm­lo­sen. Es geht dabei nicht um die reli­giö­sen Gefüh­le von gläu­bi­gen Men­schen, die even­tu­ell ver­letzt wer­den könn­ten. Dies wäre eine huma­ni­sti­sche Per­spek­ti­ve. Es han­delt sich also auch um einen Lack­mus­test des eige­nen Glau­bens: Huma­nist mit christ­li­chem Anstrich (gleich wel­cher Kon­fes­si­on) oder ein­fach Christ.

  9. Gera­de habe ich gele­sen, dass gegen „Char­lie Heb­do“ ver­schie­de­ne Kla­gen ein­ge­gan­gen waren. Eine wur­de 2007 vom „Con­seil fran­çais du cul­te musul­man“ (CFCM) ein­ge­reicht und abge­wie­sen. Eine ande­re 2010 vom der katho­li­schen „All­ge­mei­nen Alli­anz gegen Ras­sis­mus und für Respekt der fran­zö­si­schen und christ­li­chen Iden­ti­tät“ (Agrif), die eben­falls abge­wie­sen wurde.

    Der Anschlag auf Char­lie Heb­do for­der­te noch wesent­lich mehr Todes­op­fer, die mit Char­lie Heb­do über­haupt nichts zu tun haben: die Leu­te in einem jüdi­schen Super­markt, Poli­zi­sten, Geiseln.

    Wenn man sich das klar macht — das war ja eigent­lich eine Art Amok­lauf, letzt­end­lich mit wahl­lo­sen Opfern, dann kann man nach­voll­zie­hen, war­um sich die gesam­te west­li­che euro­päi­sche (und die öst­li­che auch…) Gesell­schaft ange­grif­fen fühlt. Es geht nicht um Chr­lie Heb­do, son­dern dar­um, dass wir in einer Atmo­sphä­re leben, in der jeder, der nicht macht, was ande­re ger­ne hät­ten, damit rech­nen muss, ermor­det zu wer­den und jeder­mann sich in der Rol­le des Zufalls­op­fers sehen muss.

    Es ist typisch für isla­mi­schen Ter­ror, wahl­los Men­schen in den Tod zu rei­ßen. Der Anschlag galt nicht nur die­sem Blatt, son­dern tat­säch­lich uns allen.

    Wäre wich­tig, dass man sich das auch im katho­li­schen Treib­haus klar­macht — wir könn­ten die näch­sten sein.

    Es ist nicht unser Job, nun über das Sati­reblatt und sei­ne Zeich­ner zu Gericht zu sit­zen. Wir sind ver­wickelt in das alles und mer­ken es nicht. Vie­les, wor­über das Blatt läster­te, lag in der Kir­che tat­säch­lich im Argen, liegt noch im Argen. Die­se Leu­te sahen auf die Wahr­haf­tig­keit und die mora­li­sche Glaub­wür­dig­keit und ent­deck­ten sie nicht. Dass sie auch Gott und die Hei­li­gen ver­spot­te­ten, ist ein Fehl­schluss von der kata­stro­pha­len mora­lisch-gei­sti­gen Ver­fas­sung der Katho­li­ken auf Gott.

    Ein Ungläu­bi­ger erwar­tet eben nun mal von Men­schen Heil. Er weiß nicht, dass es allei­ne von Gott kommt. Ein sol­cher sieht die Katho­li­ken, liest womög­lich die­ses Forum und ihm kommt der Brech­reiz hoch. ..
    Er ver­kennt, dass Gott nichts für sei­ne abtrün­ni­gen, wider­wär­ti­gen Katho­li­ken kann… und er ver­kennt sei­ne eige­ne Schuld.
    Wie soll­te er aber so viel geist­li­che Rei­fe besit­zen, wo doch selbst die aller­frömm­sten Katho­li­ken sie eben­falls zumeist nicht haben, son­dern das Gegen­teil davon aufweisen?

    Eigent­lich wäre es an der Zeit, dass wir über unser Zeug­nis nachdenken.

    Aber wie es aus­sieht, ist auch dafür längst der Zug abgefahren.

    • @Zeitschnur,
      Es ist ein gro­ßer Feh­ler der west­li­chen Welt, dies alles erst „gera­de gele­sen zu haben“ oder „jetzt plötz­lich auf­ge­weckt zu sein“.
      Gro­ße Pro­ble­me mit dem Islam gibt es in Frank­reich seit fast 3 Jahr­zehn­ten; die FAZ berich­te­te schon Anfang der 90erJahre davon.
      Char­lie Heb­do hat schon seit sei­nem Ent­ste­hen in den 70erJahren Kot im Mund (ging dazwi­schen auch noch plei­te, wur­de dann nach einer län­ge­ren Pau­se reanimiert).
      Die Ver­wick­lung der fran­zö­si­schen Geheim­dienst­be­hör­den in den Auf­stän­den in Lybi­en, in Syri­en (frü­her Alex­andret­te), die schnel­le Radi­ka­li­sie­rung der Mos­lems, der rasant zuneh­men­de Anti­se­mi­tis­mus bei den Allo­chtho­nen: alles schon sehr lan­ge bekannt.
      Am 20. Juli 2014 (franz. Natio­nal­fei­er­tag) explo­dier­te die isla­mi­sche Gewalt in Sar­cel­les-les-Bel­le (Tra­ban­ten­stadt NW von Paris) mit einer Bestür­mung der Syn­ago­ge und einem veri­ta­blen Pro­grom (auch die chaldäi­schen Chri­sten wur­den en pas­sant gleich mitverfolgt).
      Und kein Mensch will davon etwas gewußt haben?
      Dar­um: infor­mie­ren Sie sich gründlich!
      Der Zug dafür ist nie­mals abgefahren.

      • Mir scheint, Sie haben selbst ein gewal­ti­ges Pro­blem mit der Lesekompetenz:

        Ich sag­te, ich habe gera­de gele­sen, dass es wegen Char­lie Heb­do in Frank­reich vor ein­gien Jah­ren zwei erfolg­lo­se Anzei­gen gab. In mei­nem obi­gen Posting hat­te ich gefragt, ob es denn Pro­test gegen die Sati­re­zeit­schrift auf lega­lem Weg gege­ben hatte…

        All das, wovon Sie da kom­men, ist nicht The­ma gewesen.

        Bit­te lesen Sie, bevor Sie zu einer the­ma-ver­feh­len­den Beleh­rung anset­zen, immer erst, was Ihr selbst­er­wähl­ter Kon­tra­hent über­haupt geschrie­ben hat!

  10. Ja, Gott lässt sei­ner nicht spot­ten! Wer die Läster­bil­der über die Drei­fal­tig­keit gese­hen hat, der weiss, dass es hier nicht nur um Ver­let­zung reli­giö­ser Gefüh­le geht, son­dern um eine Belei­di­gung Got­tes. Wenn New Orleans Zorn erreg­te, dann ist das rein mensch­lich. New Orleans und Paris, dann sind Tat­sa­chen. Wenn natür­lich Mil­lio­nen Men­schen nach Paris strö­men, dann muss da eine sata­ni­sche Macht am Werk sein. Denn Got­tes Ruf in die Kir­che fol­gen nur Wenige.
    Wer die Kir­che ablehnt wegen der Feh­ler ihrer Ver­tre­ter, der kann mit der­sel­ben Unlo­gik auch die Wis­sen­schaft ableh­nen wegen der Feh­ler ihrer Dok­to­ren. Die Kir­che hat in den letz­ten hun­dert Jah­ren kaum Ein­fluss genom­men auf die Gesell­schaft, die moder­ne Wis­sen­schaft mit ihrer Toch­ter der Tech­nik schon. Und soll­te die Wis­sen­schaft mit ihrem Fort­schritt noch wei­ter so vom Men­schen weg­schrei­ten, dann könn­te die Ableh­nung der Wis­sen­schaft bald Dimen­sio­nen anneh­men wie bei der Ver­fol­gung der Kir­che in der Fran­zö­si­schen oder Rus­si­schen Revolution.
    Die Auf­klä­rung hat für sich in Anspruch genom­men, was erst Chri­stus gebracht hat, Frei­heit, Tole­ranz, Näch­sten­lie­be. Die Demo­kra­tie wird das Chri­sten­tum nie errei­chen kön­nen. Denn Gewalt­lo­sig­keit bis zur Fein­des­lie­be kann von der Demo­kra­tie nie erreicht wer­den. Denn Demo­kra­tie kommt ohne die legi­ti­mier­te Gewalt von Poli­zei und Mili­tär nicht aus. Christ sein ist schwie­rig und schon der Hin­du Gan­dhi hat­te gesagt: „Ich wäre schon lan­ge Christ gewor­den, wenn es die­se Chri­sten nicht gäbe“.

  11. Man kann auf den einen und ande­ren Punkt eine ver­schie­de­ne Sicht haben– des­un­ge­ach­tet ein ernst­haf­ter, ehr­li­cher, anstän­di­ger, muti­ger, ver­ant­wor­tungs­vol­ler, sehr guter katho­li­scher Arti­kel von Dr. Obenau­er. Alle Ach­tung und vie­len Dank!

  12. Gegen ein „Straf­wun­der“ spricht bereits die kom­mer­zi­el­le Wir­kung, die der Anschlag auf die Zeit­schrift hat­te: Bis­lang wur­den von jeder Auf­la­ge (60.000 Exem­pla­re) etwa 30.000 Exem­pla­re ver­kauft. Die aktu­el­le Auf­la­ge (die erste nach dem Ver­bre­chen) hat eine Auf­la­ge von 3 Mio. Die Zeit­schrift ist schlag­ar­tig in aller Welt bekannt, und es ist damit zu rech­nen, dass die Zahl der Leser nach­hal­tig zuneh­men wird. Zudem wer­den die Her­aus­ge­ber von ihrer bis­he­ri­gen Linie gewiss nicht abwei­chen. Viel­mehr ist zu ver­mu­ten, dass sie noch mehr Bil­der ver­öf­fent­li­chen wer­den, die geeig­net sind, Men­schen in ihren reli­giö­sen Gefüh­len zu ver­let­zen. Schließ­lich fra­ge ich mich: Wie weit ist man eigent­lich vom Den­ken der Atten­tä­ter ent­fernt, wenn man hier ein „Straf­wun­der“ annimmt?

    • Beim Nach­den­ken über die Fra­ge: Cui bono, ist mir die­ser Gedan­ke gekommen.
      Man­che auf die­sem Forum äußern sich ver­ächt­lich zu der Befürch­tung, dass die Welt­eli­te eine Eine-Welt-Reli­gi­on anstrebt, und hält das für eine ver­fol­gungs­wahn­haf­te Verschwörungstheorie.
      Die Eine-Welt-Reli­gi­on ist aber schon da. Sie besteht nicht aus einer neu­er­dach­ten Super­re­li­gi­on neben den schon vor­han­de­nen tra­di­tio­nel­len Welt­re­li­gio­nen. Ihre Umris­se kann man viel­mehr in den Char­tas der gro­ßen inter­re­li­giö­sen, der UNO ver­bun­de­nen Orga­ni­sa­tio­nen able­sen. Sie besteht viel­mehr aus die­sen tra­dio­nel­len Reli­gio­nen selbst, die sich selbst rela­ti­vie­ren, ihre Abso­lut­heits­an­sprü­che (soweit sie sol­che erhe­ben) auf­ge­ben und ein­an­der als unter­schied­li­che Wege zum sel­ben Ziel aner­ken­nen. Das ein­zi­ge Dog­ma, das sie aner­ken­nen müs­sen, ist der Rela­tis­mus: Es gibt kei­ne abso­lu­te Wahr­heit, außer der abso­lu­ten „Wahr­heit“, dass es kei­ne abso­lu­te Wahr­heit gibt. (Ein Selbst­wi­der­spruch, den vie­le nicht bemer­ken.) Der inter­re­li­giö­se Weg bemüht sich um die Aner­ken­nung die­ser Grund­sät­ze: 1) Gewalt­lo­sig­keit (klingt gut, und dage­gen kann man auf den ersten Blick nichts haben); 2) Ver­zicht auf exklu­si­ven Wahr­heits­an­spruch und dar­auf, ande­re Reli­gio­nen als falsch zu bezeich­nen; 3) Ver­zicht auf „Pro­se­ly­ten­ma­che­rei“. Die Gewalt­lo­sig­keit hat einen Pfer­de­fuß: das Behar­ren auf dem eige­nen exklu­si­ven Wahr­heits­an­spruch wird als Fun­da­men­ta­lis­mus und Aggres­si­on gegen Anders­gläu­bi­ge aus­ge­legt, und ent­spre­chen­de apo­lo­ge­ti­sche oder mis­sio­na­ri­sche Ver­kün­di­gung als Hass­re­de (hate speech) und Ansta­che­lung zum Hass. Das Ange­bot oder die Auf­for­de­rung zur Kon­ver­si­on wird als Gewalt­an­wen­dung inter­pre­tiert. Um es kurz zu machen: Fast nie­mand bemerkt, dass die­se Eine-Welt-Reli­gi­on schon längst dabei ist, sich zu for­mie­ren, und dass Papst Fran­zis­kus an ihrer Spit­ze steht. Papst Fran­zis­kus ver­tritt und pro­mo­tet alle drei ange­führ­ten Punk­te, wie sich aus sei­nen diver­sen Äuße­run­gen bele­gen lässt.
      Wie pas­sen die Pari­ser Ereig­nis­se hier her­ein? Es gibt kaum ein schlim­me­res Mit­tel, die christ­li­che Reli­gi­on öffent­lich zu zer­stö­ren, als die Blas­phe­mie, die in Mil­lio­nen und Aber­mil­lio­nen Hir­ne gespei­chert wird. Durch die Pari­ser Ereig­nis­se wird die Soli­da­ri­tät von Mil­lio­nen Chri­sten mit einem anti­christ­li­chen Zen­trum der Glau­bens­zer­stö­rung erzielt.
      Als wei­te­rer Effekt wird ver­sucht, die isla­mi­sche Gemein­de zu spal­ten und ihre Füh­rer dazu zu brin­gen, die zuvor genann­ten inter­re­li­giö­sen Maxi­men anzuerkennen.
      Das Atten­tat von Paris, so wie es von der poli­ti­schen Eli­te aus­ge­schlach­tet (und insze­niert?) wird, erfüllt vie­le Funk­tio­nen gleich­zei­tig. Ein wei­te­rer Effekt ist näm­lich die Mobi­li­sie­rung der Geheim­dien­ste, Poli­zei und Armee, vor­geb­lich gegen den Ter­ro­ris­mus, in Wirk­lich­keit gegen die eige­ne Bevöl­ke­rung. Denn man „löst“ ja nur die Pro­ble­me, die man arg­li­stig und heim­tückisch selbst seit Jahr­zehn­ten erzeugt hat und wei­ter erzeugt. Wer holt denn gegen den Wil­len des größ­ten Teils der Bevöl­ke­rung die Ter­ro­ri­sten ins Land?

      • Ent­schul­di­gen Sie bit­te die zahl­rei­chen Feh­ler. Aber mein Kom­men­tar ist kei­ne Abhand­lung, es sind spon­tan nie­der­ge­schrie­be­ne und dahin­ge­tipp­te Gedanken.

      • Ihr Kom­men­tar trifft aber nur auf das Chri­sten­tum zu — Sie wer­den bei den ande­ren Reli­gio­nen die­sen Über­ei­fer, sich selbst zu ent­ker­nen und zu rela­ti­vie­ren, nicht fin­den, was uns ja das Atten­tat gera­de zeigt. machen Sie sich kei­nen Illu­sio­nen: die Reli­gio­nen wer­den der­zeit objek­tiv immer radi­ka­ler, selbst die Bud­dhi­sten und Hin­dus sind inzwi­schen zu Mord­ma­schi­nen gewor­den. da wer­den die Mus­lim nicht auf­ge­ben, wofür sie ihre Kin­der in den Him­mel schießen!

        Ich hal­te die­se Idee von der Welt­ein­heits­re­li­gi­on auch für eine fixe Idee aus eben die­sem Grund.

        Was man aber welt­weit beob­ach­ten kann, ist die Psy­cho­lo­gi­sie­rung und Ver­dies­sei­tung jeg­li­cher Reli­gi­on. Schaut man jedoch genau hin, ist fast jede Reli­gi­on an sich vor­wie­gend dies­sei­tig ori­en­tiert. Ent­we­der ver­löscht man als Illu­si­on in einem nicht benenn­ba­ren zustand und inkar­niert zuvor tau­send­mal in ein immer wie­der erbärm­li­ches Leben oder man stellt sich das Jen­seits so vor wie das Dies­seits. Das ist auch beim Islam nicht anders. Die­se Para­dies­vor­stel­lung mit den Jung­frau­en, die man zuhauf deflo­rie­ren darf ist gera­de wider­lich und geistlos.

        Nur das Chri­sten­tum hat eine wirk­lich ernst­haf­te und gera­de­zu extrem „nach oben zie­hen­de“ Ziel­vor­stel­lung für das ewi­ge Leben.

        Also: nur das Chri­sten­tum beraubt sich sei­ne sVor­zugs. Zurück bleibt eine zer­klüf­te­te Welt vol­ler kon­kur­rie­ren­der, gleich fla­cher Reli­gio­nen, die man leicht — wie einst im röm­si­chen Reich — unter einem Super­im­pe­ra­tor zusam­men­fas­sen kann.

        Die „Welt­ein­heits­re­li­gi­on“ lockt in der Abstrak­ti­on, die Sie und ande­re oft nen­nen, kei­nen hin­term Ofen vor.

        Her­vor­locken wird aller­dings eine Per­son, die alle inte­griert und fas­zi­niert, die unter­schied­li­chen Men­schen und Kul­tu­ren. Ein Augu­stus, der sich gott­gleich stel­len wird — wie eh und je als Chef eines poly­the­isti­schen, ganz dies­sei­ti­gen Götterhimmels.

      • @ zeit­schnur
        Sie unter­schät­zen, wie vie­le, die­sen Komplex.
        Gemein­sa­me katho­lisch-mus­li­mi­sche „Andachts­räu­me“ in katho­li­schen Kran­ken­häu­sern sind heu­te schon Rea­li­tät, zum Bei­spiel nicht weit von hier in Nim­we­gen (NL).
        Ver­gan­ge­nen Sonn­tag erklär­te der Wall­fahrts­di­rek­tor eines bedeu­ten­den maria­ni­schen Hei­lig­tums, der Wall­fahrts­ort sol­le zu einem Treff­punkt der Reli­gio­nen gemacht werden.
        Ber­go­glio steht für Inten­si­vie­rung und Exten­si­vie­rung des Religionssynkretismus.
        Recher­chie­ren Sie doch selbst über die Zusam­men­ar­beit des Vati­kans mit dem Par­la­ment der Reli­gio­nen und der Ver­ein­te-Reli­gio­nen-Initia­ti­ve. Schau­en Sie sich deren Zie­le und Grund­satz­pro­gram­me an.
        Hier einer der weni­gen katho­li­schen Arti­kel zu die­ser Thematik:
        http://remnantnewspaper.com/web/index.php/articles/item/511-pope-francis-and-the-united-religions-initiative
        Ich habe aber nicht das Bedürf­nis, Sie zu über­zeu­gen. Ich kom­men­tie­re und tei­le mei­ne Mei­nung mit.

      • @ Leo Lämmlein

        Ja und? Glau­ben Sie im Ernst, dass die Mus­li­me das ohne Hin­ter­ge­dan­ken machen? Sie müs­sen sich das so vor­stel­len wie die­ses unsäg­li­che und blaphe­mi­sche Frie­dens­ge­bet in den vati­ka­ni­schen Gär­ten: Wäh­rend der tum­be Papst in aller Nai­vi­tät tat­säch­lich glaubt, man wür­de hier ein gemein­sa­mes Beten ver­an­stal­ten, fasst der Mus­lim es als ersten Schritt zur isla­mi­schen Okku­pa­ti­on des Vati­kans auf.

        Mir scheint, dass Sie nicht ver­stan­den haben, was ich schrieb. Schade.

        Ich sprach nicht davon, dass man die­se Vor­gän­ge ver­harm­lo­sen dürfte.

        Ich bezwei­fel­te viel­mehr, dass das Ziel die Welt­ein­heits­re­li­gi­on ist.

        Sie behaup­ten, Sie woll­ten nicht über­zeu­gen? Das ist nie­mals wahr. Jeder, der schreibt, will über­zeu­gen. Wer das ver­tuscht, ist wohl nicht ehr­lich. Klar will ich ande­re über­zeu­gen, war­um soll­te ich sonst über­haupt den Grif­fel heben? Nie­mand sagt sei­ne Mei­nung ins Nichts.

        Was ich mir aber wün­schen wür­de: Bit­te ver­su­chen Sie doch wenig­stens, mei­nen Gedan­ken­gang und mei­ne Argu­men­te zu ver­ste­hen und wider­spre­chen Sie nicht sofort und schrei­ben über das hin­weg, was ich vor­ge­tra­gen habe.

        Wäh­rend das Chri­sten­tum sich aus­ver­kauft, machen näm­lich die ande­ren kon­kur­rie­rend all das, was Sie oben zusam­men­ge­tra­gen haben: Pro­se­ly­ten, Gewalt­ak­te und einen rigi­den Wahr­heits­an­spruch durch­pau­ken. Wo ist denn da eine „Ein­heit“ bit­te­schön? All die­se Typen, die da was unter­schrei­ben haben über­haupt nicht vor, auch nur ein Schritt­chen abzu­ge­hen von ihren Glau­bens­vor­stel­lun­gen. das machen die aus tak­ti­schen Erwä­gun­gen und um so über­all noch bes­ser einzudringen.

        Die­sen Wahn hat die Kir­che mit Johan­nes XXIII. begon­nen. Pacem in ter­ris, die Kir­che als Vor­rei­te­rin, um Frie­den zu schaf­fen. Sie baut sich selbst ab, aber die ande­ren trei­bens dafür umso schlim­mer. Das ist die Realität. 

        Papier ist gedul­dig, die Reli­gio­nen der Welt sind es nicht.

      • Dem Teu­fel sind die fal­schen Reli­gio­nen ziem­lich wurscht. Deren Anhän­ger, so wähnt wohl, sind ihm sicher. Sowie­so stam­men die­se Reli­gio­nen von ihm. Das gan­ze Thea­ter, des­sen Zuschau­er oder je nach dem Mit­spie­ler wir sind, dient dazu, die eine wah­re Reli­gi­on zu zerstören.

      • @ Leo Lämmlein

        Rich­tig! Sie sagen es selbst: es geht nicht um die Schaf­fung einer Welt­re­g­li­gi­on, son­dern um die Zer­stö­rung der ein­zi­gen ech­ten Reli­gi­on. Die ande­ren hau­en sich gegen­sei­tig die Schä­del ein.
        So wie bei Char­lie Heb­do: die Läste­rer der Hl Drei­fal­tig­keit schla­gen ande­ren Läste­rern den Kopf ein aus idio­ti­schen Gründen.

        Ich schrieb es in mei­nem ober­sten Posting schon: ich stel­le mir eher vor, dass der Anti­christ all die­se kon­kur­rie­ren­den Irr­leh­ren inte­grie­ren wird, aber nicht theo­lo­gisch, son­dern durch sei­ne Per­son (und das ist was anders). Das Vor­bild könn­te tat­säch­lich die Tole­ranz des röm­si­chen Rei­ches sein mit einem gott­glei­chen Augu­stus und eben einem pro­gram­ma­ti­schen Poly­the­is­mus bzw. „Poly-Reli­gio­nis­mus.“

        Ver­ste­hen Sie, was ich meine?

      • @ zeit­schnur
        Ja, das sehe ich ähnlich.
        Aber das als vor­letz­ten Zustand.
        Satans Trach­ten und Tun geht danach aus, von der gan­zen Mensch­heit ein­mal öffent­lich ange­be­tet zu werden.

  13. Die „müh­sam errun­ge­nen Frei­hei­ten der bür­ger­li­cher Gesell­schaft“ sind längst nur lee­re Wor­te gewor­den. Sekun­dä­re Wer­te wur­den inhalt­lich neu besetzt und zum Tabu… ehm… für poli­tisch kor­rekt erklärt. Christ­li­che Wer­te, die ewi­ge Wahr­heit aber…
    Ein Christ, der die­se Wer­te ver­tei­digt, der ver­tei­digt das Sein, im Namen Jesu Chri­sti, im Glau­ben, Lie­be und Hoff­nung. Das Leben, demü­tig, so Gott es will, im Gebet, Vater unser…
    Es geht um die See­le des Men­schen, nur die ist frei, ob sie bür­ger­li­che Frei­hei­ten hat,oder nicht. Wenn die See­le ange­grif­fen wird, zer­stört oder ver­kauft wird, für die gan­zen „Wer­te“ der aktu­el­len Gesell­schaft, blei­ben Kör­per, Kor­per­tei­le mit Bauch­ge­füh­len… Die rot­ten sich dann zusam­men unter irgend­ei­ner Auf­schrift,… die wie­der­um aus­ra­diert wer­den kann, mit allen Leu­ten dar­un­ter… Ein Anti­christ kann alle sekun­dä­re Wer­te beset­zen, er kann aber nie die Wer­te des Chri­sten­tums besetzen.

  14. @Rampolla. Dan­ke für Ihre Zuschrift. Ihre Mei­nun­gen sind in mei­nen Augen klug und ehr­lich und mit Kennt­niss unter­legt. Jedoch, nur, Errun­gen­schaf­ten in mensch­li­cher Gesell­schaft, Wis­sen­schaft, habe ich sicher nicht ver­nei­nen wol­len, denn in die­sem Bereich war auch mein Beruf. Auch den Geist habe ich nicht ver­ges­sen. 2000 Jah­re Chri­sten­tum ist nicht von den Errun­gen­schaf­ten weg­zu­den­ken. Es ging mir, sehr trau­rig, um Ihre Fra­ge an Defen­dor, was er ver­tei­digt, da fra­ge ich mich, wofür ich heu­te ste­he… und weiss, ich glau­be. Ich glau­be im Sin­ne des Glau­bens­be­kennt­nis­ses der katho­li­schen Kir­che. Und es hat Jahrz­en­te gedau­ert, bis ich es aus­spre­chen konn­te. Dass es einen Anti­chri­sten gibt, nun,eben, ein gefal­le­ner Engel, steht geschrie­ben… ein ein Geistwesen…

  15. @Sascha M., @rampolla und @Lancea (von „Straf­wun­der“ kann kei­ne Rede sein!): 

    (Her­vor­he­bun­gen durch mich) 

    „Die Dis­kre­ti­on ver­langt hier unbe­dingt das Zuge­ständ­nis, daß es sich für mich ver­bie­tet, mich zum Inter­pre­ten der gött­li­chen Vor­se­hung machen zu wol­len, die in all dem wal­tet. Aber im Ein­ge­ständ­nis, dar­in extrem feh­ler­an­fäl­lig zu blei­ben, wage ich mich aus der Sicht des Glau­bens an die Dechif­frie­rung einer Hand­schrift, die ich hier zu erken­nen wäh­ne, um die­ses Unter­fan­gen noch ein­mal vol­ler Scheu Got­tes Urteil anheim­zu­ge­ben. (…)

    Das Ver­bre­chen, das Gott nicht will, son­dern nur zuläßt, ist das eine; und die­ser Dimen­si­on des Gesche­hens sind auch die unschul­di­gen Opfer zuzu­ord­nen: immer wie­der schwer faß­bar und tra­gisch, aber doch nur ein wei­te­rer Fall des uns hin­läng­lich ver­trau­ten „Theo­di­zee­pro­blems“, mit dem genau so z.B. auch die Ange­hö­ri­gen der ermor­de­ten Poli­zi­sten des „hei­ßen Herb­stes“ von 1977 rin­gen muß­ten (und mit dem prak­tisch schwe­rer fer­tig zu wer­den ist als theo­re­tisch: „War­um läßt Gott das zu?“). Das ande­re ist, daß Gott in sei­ner all­um­span­nen­den Weis­heit, deren sou­ve­rä­ner Ver­fü­gung nichts ent­glei­tet, auch noch die furcht­bar­sten Taten mensch­li­cher Eigen­mäch­tig­kei­ten zu Werk­zeu­gen sei­ner Gerich­te machen kann. (Das Wie und die spe­ku­la­ti­ven Theo­rien, die sich seit alters in gerin­ge­rer und grö­ße­rer Sophi­sti­ka­ti­on dar­um ran­ken, kön­nen wir hier getrost auf sich beru­hen lassen.)“

    • Ja eben — und genau die­se aus­führ­li­che Spe­ku­la­tio­nen wur­de von ein­gen hier prin­zi­pi­ell kri­ti­siert. Es passt doch alles. Und man darf das übri­gens in einem frei­en Dis­kurs auch.

      Auch wenn Herr Obenau­er das sehr gewun­den prä­sen­tiert mit tau­send Ein­klam­me­run­gen und Rück­nah­men, muss die Bilanz sei­ner Über­le­gung gese­hen wer­den, das, was gewis­ser­ma­ßen unter dem Strich her­aus­kommt: und das ist das „Straf­wun­der“.

      Es ging in der Kri­tik nicht dar­um, dass Gott das nicht könn­te, son­dern dass es ange­sichts der Uner­forsch­lich­keit der Plä­ne Got­tes nicht unse­re Sache ist, dar­über nun aus­führ­lich zu spekulieren. 

      Um was geht es denn über­haupt — dass WIR Genug­tu­ung wit­tern für etwas, was unse­ren Glau­ben belei­digt hat? Tut mir leid — das klingt so bei Herrn Obenau­er, auch wenn er es immer wie­der zurück­nimmt, dann aber doch sagt.

      Wenn Gott zuschlägt, dann um sei­ner selbst wil­len und ohne uns als Rat­ge­ber und Inter­pre­ten aufzusuchen.

      An ande­rer Stel­le wies außer­dem Chri­stoph Rhein zu Recht dar­auf hin, dass in der Kir­che allei­ne durch die Lit­ur­gie­re­form so schwe­re Blas­phe­mi­en began­gen wer­den, das Char­lie Heb­do ein Witz dage­gen ist, noch dazu, wo es ein heid­ni­sches Blatt ist und kein katholisches.

      Wo wer­den denn die täg­li­chen hor­ro­res mis­sae gerächt — nota bene: sie sind tau­send­mal blasphemischer!

      Sie erken­nen in einer stil­len Stun­de selbst, dass wir mit sol­chen Rachefan­ta­sien nicht wei­ter­kom­men. Auch dann nicht, wenn wir sie zag­haft und geduckt hervorstoßen.

      Die „Rache“ ist und bleibt allei­ne bei Gott, das ist Schrift­wort. Im AT gibt es sol­che Rachen, aller­dings wer­den sie aus­schließ­lich von Pro­phe­ten als sol­che erklärt. Jeder ande­re hat dazu nun mal kein Recht.

      • @ zeit­schnur
        Ihre Bei­trä­ge tem­po­ri­bus pri­sci­nis elap­sis waren ganz wun­der­bar und auf­er­bau­end — ein Bekennt­nis zur una sanc­ta catho­li­ca — dafür möch­te ich mich von Her­zen bedanken -
        lei­der sind Sie in Ihrem Ton ver­letz­tend und belei­di­gend über jeden her­ge­zo­gen, der nicht irgen­wie mit Ihrem doch nar­zi­sti­schen kate­go­ri­schen Den­ken kom­form geht.

      • @ Hedi Züger

        Sie kön­nen Ihre Glo­bal­be­haup­tung nicht bewei­sen. Und Sie müss­ten wis­sen, dass sol­che pau­scha­len Unter­stel­lun­gen in einem Sach­dis­kurs nicht erlaubt sind.
        Es belei­digt hier ja vie­le schon, wenn man ihre ido­le an man­chen Punk­ten kri­tisch sieht. das kanns ja wohl nicht sein!

        Sie aller­dings und vie­le hier belei­di­gen mich fast täg­lich, getränkt vol­ler Iro­nie und Her­ab­las­sung, man­ches davon ist so tief unter der Gür­tel­li­nie, dass es für ein angeb­lich glau­bens­treu­es Forum eine Schan­de ist. Und die­sen Schmie­re­rei­en stim­men Sie sehr oft — nota bene — hämisch und trie­fend vor Iro­nie, dabei das Pfau­en­rad Ihrer Sprach­kennt­nis­se auf­plu­sternd, gera­de­zu froh­lockend zu.

        Wol­len Sie sich damit in Ihrem Alter wirk­lich gemein machen?

    • @Kyrillus

      Was ich bereits am 12.01.2015, 14:33 Uhr und ergän­zend am 13.01.2015, 12:27 Uhr dazu schrieb, und was Zeit­schnur zuletzt am 14.01.2014, 9:29 Uhr dazu erläu­ter­te, war eigent­lich geeig­net, aus­rei­chend zu beleuch­ten, auf wel­chen Aspekt es uns ankam, so dass Miss­ver­ständ­nis­se nun aus­ge­räumt sein dürf­ten oder ?

    • @zeitschnur, ich las­se Ihnen Ihre „stil­len Stun­den“, las­sen Sie mir die mei­nen, und ver­bie­ten Sie sich, zu wis­sen, was ich dann­zu­mal „erken­nen“ werde. 

      Was das ganz unnö­tig stra­pa­zier­te „Straf­wun­der“ betrifft (sie­he die Zei­len an @Sascha M.) darf ich Ihnen unver­dros­sen anra­ten, was Sie sel­ber – in Bezug auf Ihre eige­nen Bei­trä­ge – nicht müde wer­den, zu emp­feh­len: Ein­fach den Text noch­mals genau­er (ver­stän­di­ger) lesen.

      Im übri­gen mah­nen Sie den frei­en Dis­kurs an (Sie dür­fen zu die­sem The­ma selbst­re­dend so lan­ge reden und zer­re­den, wie Ihnen beliebt, auch wenn ich es der Qua­li­tät des Arti­kels nicht für ange­mes­sen hal­te), ver­tei­len sel­ber aber mun­ter wei­ter Denkzensuren.
      Dabei maßt sich der Autor über­haupt kein Urteil an – mit schein­hei­li­gen „Ein­klam­me­run­gen und Rück­nah­men“ hat das nichts zu tun, viel­mehr mit der Red­lich­keit glau­bens­er­hell­ten Den­kens von Gewicht – und geriert sich nicht im gering­sten als „Pro­phet“.

      Wenn Sie den offen­ba­ren Gna­den­man­gel über der Kir­che, ihre gewal­ti­ge Selbst­de­struk­ti­on im übri­gen nicht als Stra­fe im beson­de­ren für die hor­ro­res mis­sae wahr­neh­men, dann weiß ich auch nicht… Aber nein, par­don, für Sie ist es, wie es scheint, ja gar nicht die Kirche.

  16. @ Zeit­schnur Zu Ihrer Musik:
    Unse­re See­len sind voll Gre­go­ria­nik und herr­li­cher voka­ler Poly­pho­nie. Der Ver­gleich passt:
    Marc Chagall wur­de gefragt: Wel­chen Künst­ler schät­zen Sie am mei­sten? Andre­ji Rubliow. Lie­ben Sie die Moder­nen unse­rer Tage? Wie kön­nen Sie, wenn ich sage, ich lie­be Andre­ji Rubliow, so etwas fragen?
    Damit ver­ab­schie­de ich mich von Ihnen und wün­sche Ihnen viel Licht und Erleuch­tung. Ich spre­che mit dem ukrai­ni­schen Rab­bi, der von einem Braut­paar gebe­ten wur­de, einen Segen über sie zu spre­chen, in dem auch der Zar vor­kom­men solle:
    Der Herr seg­ne und behü­te euch und hal­te den Zaren von euch fern!
    Der Zar ist in uns, in mir und in dir!

    • Ich war nie bei Ihnen, also gibt es auch kei­nen Abschied.
      Was soll die­ser gan­ze — dies­mal ein­deu­tig ver­wirr­te — Blöd­sinn gegen mei­ne Per­son oder irgend­wel­che Arbei­ten aus der Ver­gan­gen­heit, die mit dem The­ma hier null zu tun haben?
      Mei­ne Kon­zep­te gehen Sie nichts an, ich hab auch kei­ne Lust, Sie mit Ihres­glei­chen zu dis­ku­tie­ren, und sie ste­hen im übri­gen hier im Forum ohne­hin nicht zur Debatte.
      Hat sich Ihre Alters­weis­heit mal wie­der auf­het­zen las­sen — ganz fromm natür­lich und seeeeehr katholisch?

      • Aus die­sem Kom­men­tar schaut eine ver­zerr­te Frat­ze her­aus, schäu­mend, doch sie kann Frau Züg­ler nicht ver­let­zen. Frau Züg­ler ist voll in Got­tes schüt­zen­der Hand.

  17. @Sascha M.:

    Sie haben mich um eine Begrün­dung gebeten:

    Ihr Ver­weis auf Apg 5,1–11 zielt des­halb ins Lee­re, weil ent­ge­gen Ihrer Ver­mu­tung der Autor die­se Schrift­stel­le gera­de als Kon­trast­bei­spiel für das jüng­ste Gesche­hen benützt, d.h. NICHT dar­auf anwen­det. Er spricht von der dis­kre­ten Spra­che Got­tes, die auch in sei­nen Gerich­ten wal­te, und führt dann in Fuß­no­te an: Wenn es auch Straf­wun­der gibt, von denen die Hl. Schrift berich­tet. (Ein ande­res, archai­sche­res Bei­spiel wäre etwa Nume­ri 16.) Im Gegen­satz dazu haben wir es hier eben NICHT mit einem Straf­wun­der zu tun, so die unzwei­deu­tig erkenn­ba­re Inten­ti­on des Autors. 

    Es gilt, zusam­men­zu­den­ken, was ich oben zitiert habe, um dem Sinn des­sen, was Dr. Obenau­er vor­schwebt, gerecht zu wer­den: „Das Ver­bre­chen, das Gott nicht will, son­dern nur zuläßt, ist das eine. (…) Das ande­re ist, daß Gott in sei­ner all­um­span­nen­den Weis­heit, deren sou­ve­rä­ner Ver­fü­gung nichts ent­glei­tet, auch noch die furcht­bar­sten Taten mensch­li­cher Eigen­mäch­tig­kei­ten zu Werk­zeu­gen sei­ner Gerich­te machen kann.“ Der Autor beschreibt hier kei­ne zwei Fäl­le, von denen, wenn, nur letz­te­rer auf die jüng­sten Ereig­nis­se zuträ­fe. Viel­mehr: Das eine UND das ande­re. Der „Gene­ral­bass“, von dem alles bestimmt wird, ist selbst­re­dend, dass Gott ein Ver­bre­chen, wie über­haupt alles Schlech­te nie­mals wol­len kann. 

    Sie gehen des­halb fehl, wenn Sie dem Autor die Mei­nung unter­stel­len, „Gott müss­te sich (…) gegen Char­lie Heb­do anti­christ­lich moti­vier­ter Atten­tä­ter (…) bedient haben“. Wie Sie dies genau­er ver­ste­hen, füh­ren Sie selbst aus: „Gott will­kür­lich zuzu­schrei­ben, dass er im Hin­ter­grund gegen die Sati­ri­ker das Atten­tat plan­te oder mit­plan­te oder auch, dass Gott die Ver­nich­tung der Sati­ri­ker veranlasste.“

    Von all dem kann in Dr. Obenau­ers Text nicht die Rede sein! Wenn – so die Inten­ti­on – dann hat Gott zuge­las­sen, was sei­nem Wil­len wider­spricht, nichts desto trotz aber zum „Werk­zeug sei­ner Gerich­te“ wer­den konnte. 

    Falls Ihnen die­se sach­li­che Inter­pre­ta­ti­on ein­leuch­tet – ich zweif­le nicht dar­an, zumal uns allen in der Eile Lese­feh­ler unter­lau­fen kön­nen – brin­gen Sie sicher auch Ver­ständ­nis dafür auf, wenn ich den rüden Vor­wurf @zeitschnurs, es gin­ge dem Autor wie mir um „Rache­phan­ta­sien“, in aller, ja in der schärf­sten Form zurückweise.

    • Erst mal: wenn ich das Wort „Rachefan­ta­sie“ schrei­be, ist das nicht „rüde“. Ich glau­be, es geht all­mäh­lich los!

      Irgend­wann wer­fen Sie mir vor, wenn ich „und“ oder „mor­gen“ oder „Mond“ schrei­be. Sie suchen ver­zwei­felt etwas, was Sie mir vor­wer­fen kön­nen und fan­gen an unwahr­haf­tig zu wer­den. Denn Sie wis­sen, dass das ein nor­ma­ler Begriff ist, den man nach jeder Norm ver­wen­den darf — v.a. dann, wenn man ein Phä­no­men bezeich­nen will, das man eben für … eine .…ja, wie soll ich es sonst nennen…„Rachefantasie“ hält. 

      Ich wer­de Ihnen das aufzeigen:

      Wenn man eine Tira­de liest wie jene (die O. selbst spä­ter eine „Straf­pre­digt“ nennt!), dann legt das sehr wohl die­ses Wort der „Rachefan­ta­sie“ nahe:

      „Mit „unse­rem“ Gott, dem in Wahr­heit allein wah­ren der ein­zig wah­ren Offenba­rung, glaub­ten sie längst fer­tig gewor­den zu sein: er schien ihnen auf dem Mist­haufen ihres Spotts längst ent­sorgt. Wenn, dann hat­ten sie nur noch Angst vor den Jün­gern „des Pro­phe­ten“. Und so kam die Ant­wort auch aus die­ser Rich­tung; aber, wie mir dünkt, des wah­ren Got­tes Ant­wort, ganz uner­war­tet und dazu in dis­kre­test-mög­li­cher Wei­se, aber ver­nehmbar für den, der Got­tes Spra­che ver­steht. „Dis­kret“: der Höch­ste muß­te kei­ne eige­ne Straf­in­ter­ven­ti­on bemü­hen, er ließ nur der Wut der Die­ner Allahs zum rech­ten Zeit­punkt ihren frei­en Lauf, als näm­lich das Maß voll war. War­um das Maß voll? Der Römer­brief des hei­li­gen Apo­stels Pau­lus weist uns die Rich­tung: „Oder ver­ach­test du die Reich­tümer sei­ner Güte und Geduld und sei­nes Lang­mu­tes, indem du igno­rierst, daß Got­tes Güte dich zur Buße ein­lädt?“ (2,4) Was aber dann, wenn man den Sohn Got­tes mit Füßen tritt und das Blut des Bun­des für gemein erach­tet und dem Geist der Gna­de Schimpf antut (vgl. Hebr.10,29)? Got­tes unfaß­ba­re Geschen­ke an uns, sei­nen dahin­ge­ge­be­nen Sohn, nicht nur zurück­weist, son­dern Gabe wie Geber aufs übel­ste schmäht, den Na­men des Drei­mal-Hei­li­gen ver­höhnt? Hat man sich dann nicht selbst in die To­deszone bege­ben, wo Got­tes Zorn auf einem bleibt (cf. Joh 3,36)? Wenn man sich näm­lich die Ehr­furcht mit­samt der Dank­barkeit („pie­tas“) so radi­kal aus dem Her­zen geris­sen hat, daß man dem Höch­sten und Hei­lig­sten gegen­über nur noch die Hal­tung der Gemein­heit übrig hat? Und heißt es nicht, daß Got­tes Zorn vom Him­mel her­ab über alle Gott­lo­sig­keit und Unge­rech­tig­keit der Men­schen offen­bart wird, die die Wahr­heit in ihrer Un­gerechtigkeit nie­der­hal­ten (cf. Röm 1,18)? Und wenn Got­tes Zorn die Men­schen dem Laster der wider­na­tür­li­chen Unzucht preis­gibt (ibd. 1,26sq.), was dann, wenn die Nie­der­tracht gei­sti­ger Schmutz­fin­ke, für die nur die Gemein­heit des sit­ten­lo­sen Trei­bens plau­si­bel ist, den Höch­sten mit die­sem Laster in Verbin­dung zu brin­gen sich erdreistet?“

      • Lie­be @zeitschnur, ich wer­fe Ihnen kei­ne ver­ein­zel­ten (aus dem Zusam­men­hang genom­me­nen) Wor­te vor. Woge­gen ich mich mit Nach­druck ver­wah­re, ist, dass Sie dem Autor und mir (bzw. impli­zit allen dank­ba­ren Lesern des Tex­tes, wie etwa @Leo Laemm­lein, @Methodus oder @hedi.zueger) unter­stel­len, wir hät­ten per­sön­li­che, sub­jek­ti­ve „Rache­phan­ta­sien“ (gegen­über Men­schen wie den ver­stor­be­nen Char­lie Heb­do-Redak­teu­ren/-Zeich­nern), die wir nun ein­fach­hin Gott „zuschan­zen“ wür­den. Oder wie anders soll ich Ihre Wor­te verstehen?

        „Um was geht es denn über­haupt – dass WIR Genug­tu­ung wit­tern für etwas, was unse­ren Glau­ben belei­digt hat? (…) Sie erken­nen in einer stil­len Stun­de selbst, dass wir mit sol­chen Rachefan­ta­sien nicht weiterkommen.“ 

        Ich kann mit letz­ter Sicher­heit nur für mich spre­chen: ich weh­re mich in aller Schär­fe gegen Ihre unbe­grün­de­te Unter­stel­lung, ich hege Rache­ge­lü­ste und
        ‑vor­stel­lun­gen (bei­des liegt im Begriff Phan­ta­sie) gegen Men­schen wie die Ver­stor­be­nen – deren sub­jek­ti­ve Befrie­di­gung ich nun durch sup­po­nier­tes gött­li­ches Han­deln ver­brä­men woll­te. Die­se Behaup­tung nen­ne ich rüde oder auch ganz ein­fach frech, und dabei blei­be ich. Ich bin des wei­te­ren davon über­zeugt, dass Sie damit auch Dr. Obenau­er unrecht tun, der eben KEINE post­hu­me Straf­pre­digt hal­ten woll­te, wie er selbst betont, indem er eine sol­che, wie natür­lich, für „sinn­los“ hält. 

        Statt einer „Logik des Ver­dachts“ zu fol­gen, wie Sie es mir (nicht nur) in die­sem Fall zu tun schei­nen, und dem Autor impli­zit (wie mir nun auch expli­zit) Unlau­ter­keit zu unter­stel­len, scheint es mir anhand des Niveaus des Tex­tes viel­mehr gebo­ten, den Autor ganz ernst zu neh­men und ihm dank­bar zu sein für sei­ne Offen­heit, wenn er sagt: „Ich stel­le nur Fra­gen, sage unver­blümt, was mir dazu durch den Kopf geht. Ich behaup­te nicht. Und natür­lich bleibt dabei immer die Unver­re­chen­bar­keit des Ein­zel­schick­sals, des Ein­zel­schick­sals vor Gott.“ 

        Dies Ernst­neh­men impli­ziert erst ein­mal, dass man Tex­te sach­lich rich­tig liest und nicht das als „kor­rekt“ und als „nüch­ter­ne Erklä­rung“ aus­zeich­net, was ohne beson­de­re Schwie­rig­keit als Fehl­in­ter­pre­ta­ti­on (die uns allen unter­lau­fen kann) zu erken­nen ist. 

        Sie bür­sten den Arti­kel gewis­ser­ma­ßen mit einem zu gro­ben Kamm gegen den Strich. Er greift nicht, der Text widersteht.

        Ein ver­söhn­li­ches „Gute Nacht“!

    • @Kyrillus
      Ich dan­ke für Ihre Erläuterung.

      Die nach­fol­gen­de Aus­sa­ge im obi­gen Arti­kel ließ für mich kei­nen ande­ren Schluss zu, als fest­zu­stel­len, dass der Autor von einem real statt­ge­fun­de­nen EREIGNIS sprach, DAS ZUM RECHTEN ZEITPUNKT, ALS DAS MAß VOLL WAR , VON GOTT ZUGELASSEN WURDE“, womit die stra­fen­de Hand Got­tes „als Mög­lich­keit“ sug­ge­riert wurde:
      ( „Dis­kret“: der Höch­ste muß­te kei­ne eige­ne Straf­in­ter­ven­ti­on bemü­hen, er ließ nur der Wut der Die­ner Allahs zum rech­ten Zeit­punkt ihren frei­en Lauf, als näm­lich das Maß voll war.)

      Nun wis­sen wir aus der Schrift, dass Got­tes Lang­mut bis zur von Gott fest­ge­setz­ten Wie­der­kunft Chri­sti Vie­les „zulässt“, was Satan in die­ser Welt ver­ur­sacht und der Mensch­heit ein­gibt, so dass alle schwe­ren Ver­bre­chen, die gegen Got­tes Wil­len began­gen wer­den, dar­in ein­ge­schlos­sen sind (Chri­sten­ver­fol­gung, Juden-Holo­caust, Mor­de, Welt­krie­ge, Abtrei­bun­gen, Hin­rich­tun­gen durch Dschi­ha­di­sten usw usw), um dann ein für alle mal geklärt zu haben, dass mit der Wie­der­kunft Chri­sti „das Maß für Satan und sei­ne Anhän­ger end­gül­tig voll ist“.

      Ich mei­ne, dass nie­mand von uns dar­über spe­ku­lie­ren kann und darf, ob „vor der Wie­der­kunft Chri­sti und vor den dann statt­fin­den­den End­zeit­er­eig­nis­sen“ beim Atten­tat auf Char­lie Heb­do für Gott nun das Maß voll gewe­sen sein „könn­te“, weil es eine Spe­ku­la­ti­on über Got­tes aktu­el­les Straf­maß wäre und auch weil schlich­te Gemü­ter die­se Sug­ge­sti­on als „Gott-ist-mit-uns-Beleg“ über­neh­men und in die Welt hin­aus posau­nen könnten. 

      Ihre Wor­te (Wenn – so die Inten­ti­on – dann hat Gott zuge­las­sen, was sei­nem Wil­len wider­spricht, nichts desto trotz aber zum „Werk­zeug sei­ner Gerich­te“ wer­den konn­te) sind dies­be­züg­lich bereits sorg­fäl­ti­ger gewählt als die des Arti­kel­schrei­bers, auch wenn die „Zulas­sung als Werk­zeug der Gerich­te Got­tes“ für das Char­lie Heb­do-Atten­tat zur Dis­kus­si­on gestellt wird, aller­dings „ohne Hin­weis, dass für Gott das Maß voll gewe­sen sein könn­te und zum rech­ten Zeit­punkt stattfand“.

      Fort­set­zung folgt

      • Fort­set­zung @Kyrillus:

        Wenn der Arti­kel­schrei­ber, wie Sie es ver­ste­hen, die Schrift­stel­le aus Apg. 5 nicht als Straf­wun­der, son­dern als „Kon­trast­bei­spiel“ gegen­über einer mil­de­ren Straf-„Zulassung“ für das Char­lie-Heb­do-Ereig­nis anfüh­ren woll­te (Got­tes Spra­che ist eine lei­se, dis­kre­te Spra¬che, und dabei doch so uner­hört ein­deu­tig und ver­nehm­lich. Das gilt auch für sei­ne Gerichte1. / Fuß­no­ten: (1)Wenn es auch Straf­wun­der gibt, von denen die Hl. Schrift be¬richtet: u.a. Apg 5,1–11), dann ist m.E. der Kon­trast nicht deut­lich genug erklärt.
        Für mich impli­ziert der Satz „Das gilt AUCH für sei­ne Gerich­te“ ledig­lich, dass alle Gerich­te Got­tes lei­se, dis­kret und uner­hört ein­deu­tig und ver­nehm­lich sind aber ich erken­ne dar­aus und auch aus dem „Wenn“ der Fuß­no­te nicht, dass damit ein Straf­wun­der vom Arti­kel­schrei­ber aus­ge­schlos­sen wer­den sollte.
        Trotz­dem kann es sein, dass der Arti­kel­schrei­ber Ihre Sicht dar­stel­len woll­te, auch wenn dies für diver­se Leser nicht zu erken­nen war.

        Ich möch­te noch ein­mal beto­nen, dass ich nicht grund­sätz­lich aus­schlie­ße, dass irgend­ei­ne Stra­fe Got­tes beim Char­lie-Heb­do-Atten­tat voll­zo­gen oder zuge­las­sen wur­de. Auch das nun begin­nen­de Ein­set­zen der Gerich­te Got­tes in der End­zeit ist nicht als unmög­lich aus­zu­schlie­ßen, was, wie biblisch erklärt, mit weltl. Unru­hen durch anti­christl. Akti­vi­tä­ten und Got­tes Straf­scha­len sei­nes Grim­mes ein­her­ge­hen und sich nach und nach zuspit­zen wür­de. Jeder von uns weiß, dass Got­tes Gerich­te zur Umkehr aufrufen.
        Trotz­dem könn­te es sich in Got­tes Augen um einen Fre­vel han­deln, wenn wir ihm etwas zuschrei­ben, wor­an er „als Stra­fen­der“ jetzt ggf. nicht betei­ligt war, weil es aus­schließ­lich und allein das Werk Satans und der von ihm beein­fluss­ten Anhän­ger im Wider­stand gegen die Geset­ze des wah­ren Got­tes war.

      • Dan­ke auch Ihnen für die Replik, @Sascha M.

        Was ist denn unter einem gött­li­chen „Straf­wun­der“ zu ver­ste­hen? Erst ein­mal eben ein Wun­der: d.h., ein rea­les Gesche­hen, das mit den Geset­zen der Natur­kau­sa­li­tät nicht zu erklä­ren ist. Bei den Gescheh­nis­sen um Char­lie Heb­do haben wir es mit letz­te­rem, wie offen­sicht­lich, nicht zu tun. Schon des­halb wäre es unsin­nig, in die­sem Zusam­men­hang von einem „Straf­wun­der“ zu spre­chen – Sie kön­nen davon aus­ge­hen, dass dies auch dem katho­li­schen Theo­lo­gen Dr. Obenau­er bewusst ist! 

        Sodann ist ein „Straf­wun­der“ ein Wir­ken, das unmit­tel­bar von Gott stammt, aus sei­nem Wil­len, sei­nem gerech­ten Zorn her­vor­geht (ob nun etwa der Tod des Hana­ni­as und der Saphi­ra nach den Anre­den des Petrus, wie in Apg 5,1–11, oder, archai­scher, das Ver­schlun­gen­wer­den der Sip­pe Korachs von der sich öff­nen­den Erde, wie in Nume­ri 16). 

        Auf ein „Straf­wun­der“ kann Dr. Obenau­er also auch aus die­sem Grund nicht abzie­len, zumal er, wie gezeigt, betont, dass es sich bei den jüng­sten Ereig­nis­sen um ein mensch­li­ches Ver­bre­chen han­delt, „das Gott nicht will, son­dern nur zuläßt“. 

        Die Inten­ti­on des Autors unter­liegt kei­nem Zweifel!

        Zu Ihren abschlie­ßen­den Zei­len: „Trotz­dem könn­te es sich in Got­tes Augen um einen Fre­vel han­deln, wenn wir ihm etwas zuschrei­ben, wor­an er „als Stra­fen­der“ jetzt ggf. nicht betei­ligt war, weil es aus­schließ­lich und allein das Werk Satans und der von ihm beein­fluss­ten Anhän­ger im Wider­stand gegen die Geset­ze des wah­ren Got­tes war.“ Sie haben grund­sätz­lich recht! Aber eben nicht in Bezug auf den Artikel:

        „(I)m Ein­ge­ständ­nis, dar­in extrem feh­ler­an­fäl­lig zu blei­ben, wage ich mich aus der Sicht des Glau­bens an die Dechif­frie­rung einer Hand­schrift, die ich hier zu erken­nen wäh­ne, um die­ses Unter­fan­gen noch ein­mal vol­ler Scheu Got­tes Urteil anheim­zu­ge­ben.“

      • Klei­ne, aber not­wen­di­ge Prä­zi­sie­rung, @Sascha M.: „Betei­ligt“, wie Sie schrei­ben, wäre auch ein stra­fen­der Gott in die­sem Fal­le nicht, zumal ein Ver­bre­chen immer und essen­ti­ell gegen Sei­nen all­wei­sen, all­mäch­ti­gen Wil­len geschieht. Zulas­sung, kei­ne „Betei­li­gung“!

      • @Kyrillus

        Es ist extrem schwie­rig, Ihre Sicht zu tei­len, aus den Wor­ten des Arti­kel­schrei­bers zu erken­nen, dass er NICHT „die Hand­schrift Got­tes, die er dechif­frie­ren möch­te“ im Char­lie Heb­do-Atten­tat erken­nen und pro­pa­gie­ren will, zumal Wor­te wie „zum rech­ten Zeit­punkt“ und „als das Maß voll war“ usw dage­gen spre­chen. Auch dass er sein zuerst öffent­li­ches Sin­nie­ren dar­über ledig­lich „im Nach­hin­ein“ Got­tes Urteil anheim­stellt, zeigt, dass die Ver­öf­fent­li­chung sei­ner Dechif­frie­rung sein Ziel war. Wenn es ein all­ge­mei­nes gött­li­ches Zulas­sen war, was auf alle Schlech­tig­kei­ten die­ser Welt zutrifft, war­um muss man dann öffent­lich über „die dar­in erkenn­ba­re Hand­schrift Got­tes“ hin und her sin­nie­ren und den Kon­trast eines noch extre­me­ren Straf­wun­ders bemühen ?

        Ich ver­su­che, Ihre Sicht zu ver­ste­hen. Bis­her gelingt es mir lei­der nicht.
        Trotz­dem mei­ne ich nicht, dass der Arti­kel­schrei­ber mit sei­ner Dechif­frie­rung der Hand­schrift Got­tes sich bewusst war, dass dar­aus eine der­ar­ti­ge Debat­te ent­ste­hen könn­te. Ich dan­ke Ihnen für Ihre Geduld.

      • Sie miss­ver­ste­hen mich, wer­ter @Sascha M.; ich behaup­te nichts gegen das Offen­sicht­li­che, dass es dem Autor dar­um zu tun ist, mit aller gebo­te­nen Scheu und gleich­sam in Klam­mern über Got­tes ver­bor­ge­ne Hand­schrift in den jüng­sten Ereig­nis­sen nach­zu­den­ken. Eine Tat als Ver­nei­nung des gött­li­chen Wil­lens, radi­kal unge­wollt vom Höch­sten, der dar­an unbe­tei­ligt ist in Abso­lut­heit – und den­noch von Sei­nem hin­neh­men­den, zulas­sen­den Wil­len als Werk­zeug Sei­ner Gerich­te umschlos­sen. Das eine gleich­wie und ineins mit dem ande­ren: Ein gleich­sam mul­ti­di­men­sio­na­ler Gedan­ke, vom Geheim­nis der gött­li­chen Vor­se­hung kündend. 

        Ich dan­ke auch Ihnen für Ihre Offen­heit und Ihren ern­sten, insi­sten­ten Ver­ständ­nis­wil­len in die­ser Diskussion!

      • Insi­stenz mei­ner­seits, wer­ter @ Kyr­il­lus, ist natür­lich ledig­lich dar­auf gerich­tet, dass deut­lich wer­den soll, dass es ver­mes­sen oder auch fre­vel­haft ist, Gott falsch dar­zu­stel­len oder ihm durch sub­jek­ti­ve Mei­nun­gen über sein mög­li­ches Han­deln und sei­ne Vor­se­hung etwas zuzu­schrei­ben, was wir gar nicht beur­tei­len kön­nen. Und der obi­ge Arti­kel ist nun mal dies­be­züg­lich grenzwertig. 

        Ich glau­be, hier­bei gibt es kein Miss­ver­ständ­nis zwi­schen uns, son­dern ledig­lich eine unter­schied­li­che Sicht über das, was bei der menschl. öffent­li­chen Dar­stel­lung der Gerich­te Got­tes „zu einem aktu­el­len Ereig­nis“ gött­lich erlaubt ist und was nicht. 

        Gera­de weil jede Vor­ge­hens­wei­se und Vor­se­hung Got­tes „zu einem aktu­el­len Ereig­nis“, wie Sie es aus­drücken, mul­ti­di­men­sio­nal bewer­tet wer­den müss­te, ist es nicht mög­lich, eine Bewer­tung (auch nicht in Klam­mern und unter Vor­be­halt) öffent­lich aus­zu­drücken, wenn man nicht ris­kie­ren will, ggf. „von Gott“ als Lüg­ner oder unbe­dach­ter, ver­mes­se­ner Stim­mungs­ma­cher erfun­den zu werden.

        Ich mei­ne nicht, dass der Arti­kel­schrei­ber dies aus­rei­chend bedacht hat, mei­ne aber trotz­dem, dass sei­ne Beweg­grün­de, um die Bewer­tung zu ver­öf­fent­li­chen, nicht unred­lich waren.

  18. Aus den ver­schie­de­nen Berich­ten über die Kreu­zi­gung geht her­vor, dass zunächst BEIDE Schä­cher neben Jesus ihn läster­ten (Mt. 27, 44). 

    Der eine jedoch voll­zog — eben noch Gott schwerst lästernd — völ­lig über­ra­schend, durch einen lich­ten Gna­den­mo­ment und die eige­ne Ein­wil­li­gung dazu, eine Wende.

    Für mich ist das das Bild für uns alle.

    Und was mir auch vor Augen steht, ist die Tat­sa­che, dass am Tag des Gerich­tes vie­le offen­bar From­me Chri­stus vor­hal­ten wer­den, wie fromm sie doch waren, ja dass sie selbst Gei­ster in sei­nem Namen aus­ge­trie­ben haben (Mt. 7, 22). 

    Für mich ist auch das sym­pto­ma­tisch und auf­rüt­telnd: „Gei­ster ausgetrieben!“

    So wie Sie hier alle: Sie rasen, weil Sie — zu recht — hier sata­ni­sche Mäch­te am Wir­ken sehen und wol­len sie im Namen der Wahr­heit, also Jesu (oder nicht?), aus­trei­ben, oder ihre Aus­trei­bung — wie immer man das nun in der „Mecha­nik“ beur­tei­len mag — kon­sta­tie­ren wollen.

    Der reli­giö­se Eifer will genau dies immer: „Gei­ster austreiben“…„Taten tun“…„Weissagen“

    Mich erschüt­tert die­se Rede Jesu! Denn Er sagt den Leuten: 

    „Ich ken­ne euch nicht. Weg von mir, ihr Über­tre­ter des Gesetzes!“

    Was ist das Gesetz Chri­sti? Eifern, Empö­rung gegen die Gott­lo­sen? Nein!
    Das Gesetz Chri­sti ist das Kreuz, die Lie­be, die alles dul­det, alles hofft, alles glaubt. Ohne sie ist der gan­ze Eifer nichts.

    Sie wer­den sich nun zurück­leh­nen und sagen: Wie­so, das sind doch die ande­ren, die Moder­ni­sten die Pro­gres­si­ven, die Frei­mau­rer sowie­so, der Islam und überhaupt.

    Ich möch­te aber insi­stie­ren: Nein! Jesus spricht davon, dass „in Sei­nem Namen“ dies alles getan wird. Der Islam tut nichts in Jesu Namen! Die Frei­mau­rer auch nicht. Auch F. samt allen Pro­gres­si­sten und Moder­ni­sten erwäh­nen Jesus sel­ten — wir erin­nern uns an das Frie­dens­ge­bet, das er nicht an Jesus rich­te­te an Pfingsten…

    Es muss sich also um Leu­te han­deln, die den Namen Jesu groß im Mun­de füh­ren — kurz: um UNS.

    Ich behar­re auf mei­ner obi­gen Aus­sa­ge: Wer von uns hat die Beru­fung, Gei­ster auszutreiben?
    Wer hat die Beru­fung, pro­phe­tisch zu reden (und nur der kann etwas über die „fei­ne Hand­schrift Got­tes“ sagen).
    Wer von uns ist beru­fen zu wel­chen Taten?

    Hier wird so getan, als stün­de eine katho­li­sche-glau­bens­treue Gene­ral­mo­bil­ma­chung an. Das ist falsch!
    Für jeden klei­nen Hand­griff soll­ten wir im Bereich des Gei­stes eine per­sön­li­che Beru­fung haben.
    Haben wir sie?

    (Das ist die Fra­ge, die bewah­ren könn­te davor, dass wir eines Tages so vor IHM ste­hen. — macht das hier denn außer mir (und ganz weni­gen) nie­man­den zöger­lich mit so weit­rei­chen­den Urtei­len über ande­re Sün­der, auch wenn es nur Gedan­ken­spie­le sein soll­ten oder zag­haf­te Umkrei­sun­gen eines „hei­ßen Eisens“?)

  19. Ich möch­te doch ganz herz­lich dan­ken für Ihren Bei­trag zur aktu­el­len Dis­kus­si­on, ver­ehr­ter Herr Obenau­er. Ich bin zwar ein alter Mensch, der nicht mehr viel Zeit hat, das aber ist eine ganz gro­sse Gna­de, die ich dem Herrn nicht genug dan­ken kann. Vor Zei­ten, wie ich noch mobil und auto­freu­dig war, bin ich jedes Jahr in die Kart­hau­se La Val­sain­te gefah­ren und habe dort mit eini­gen Brü­dern an der Pfor­te gespro­chen. Ein alter Kon­ver­se, fast 90, sag­te mir auf mei­ne Fra­ge, wel­che Lek­tü­re er gegen­wär­tig lese: „Ich lese nur noch die Hei­li­ge Schrift!“ Er ist inzwi­schen längst heim­ge­gan­gen. Mir aber hat die­ses Wort den Weg gewie­sen. Nur Got­tes­wort und Got­te­s­er­fah­run­gen erleuch­te­ter Men­schen — wie auch hier in die­sem Forum — und es sind so vie­le — beschen­ken mich in der Nach- und Vor­be­rei­tung mei­nes Lebens, das gro­sse Seh­nen auf die Got­tes­be­geg­nung, dann wenn ER kommt. Die Stär­kung des Glau­bens, die Schwin­gen der Hoff­nung und die unsag­ba­re Lie­be des Gekreu­zig­ten — unsag­ba­re Geschen­ke, die erfül­len und glück­lich machen. Ist es nicht wun­der­voll — wie Got­tes Geist uns alle führt von so vie­len Sei­ten her — auf so viel Wei­se? Ihre Aus­füh­run­gen haben für mich den Duk­tus gelei­tet von der sacra pagi­na — wie auch vie­le hoch­ge­lehr­te User, die mir hier mit ihrer Demut und pro­fun­den Ana­ly­tik Freu­de machen — las­sen sie mich ein­fach mit ein­stim­men: TE DEUM LAUDAMUS IN AETERNUM!

  20. @zeitschnur:

    Gestat­ten Sie mir noch eini­ge Gedan­ken zu Ihrem letz­ten, gleich­sam „grund­sätz­li­chen“ Beitrag.
    Sie ver­wei­sen auf Mt 7,22 und gehen, der bekann­ten „Logik des Ver­dachts“ fol­gend, zu unrecht davon aus, ich wür­de mich „zurück­leh­nen“ und mir den reich­lich pau­scha­len Gedan­ken erlau­ben, das sei­en doch „die ande­ren, die Moder­ni­sten, die Pro­gres­si­ven, die Frei­mau­rer sowie­so, der Islam und überhaupt.“ 

    Und so erken­ne ich mich auch in Ihrer mit gro­bem Koh­le­stift gezeich­ne­ten Kari­ka­tur, ich, sowie „alle hier“, wür­den „rasen“ ob der „sata­ni­schen Mäch­te“ in unse­rer post­mo­der­nen Welt, wür­den „aus­trei­ben“ oder wenig­stens deren Aus­trei­bung kon­sta­tie­ren wol­len, nicht wie­der; nicht die Spur. Und dies, wie ich ohne fal­schen Stolz und sehr ruhig zu sagen wage, nicht aus man­geln­der Selbst­kennt­nis (über mei­ne angeb­li­chen „Rache­phan­ta­sien“ habe ich schon gesprochen).

    Was Sie, in der Hit­ze des Gefechts, „uns allen hier“ an den Kopf wer­fen, ist mit­hin der Vor­wurf, „wir“ gehör­ten zu jenen, die „Herr, Herr“ rufen und in reli­giö­sen Akti­vis­mus ver­fal­len, ohne in Wahr­heit und Hin­ga­be auf die Stim­me des Herrn zu hor­chen; „wir“ gehör­ten zu den Rei­hen der reli­giö­sen Eife­rer ohne rech­te spi­ri­tu­el­le Sub­stanz, ohne (gnaden)erfülltes Innenleben.

    Nun, ohne Zwei­fel gibt es auch und gera­de in den Rei­hen derer, die sich dem ech­ten, Tra­di­ti­on und Erbe ver­pflich­te­ten Katho­li­zis­mus zuzäh­len – um den läh­men­den Ramsch- und Schub­la­den­be­griff der „Tra­dis“ außen vor zu las­sen, gegen den sich @J. G. Rat­kaj, nicht nur auf­grund sei­nes Alters, letzt­hin sehr zurecht gewehrt hat – man­che, die in der Gefahr der Dürr­gläu­big­keit und des Pha­ri­sä­er­tums ste­hen, oder die Gren­ze dazu schon über­schrit­ten haben; und jeder, ich wie Sie, hat sich selbst vor Chri­stus zu prü­fen, inwie­fern sein Glau­be an Leben­dig­keit und Fül­le zu- oder abnimmt. 

    Wie es ange­sichts der gegen­wär­ti­gen Phy­sio­gno­mie der Kir­che nur natür­lich ist, sam­meln sich in jenem Bereich, der noch das umfas­sen­de „Gesetz des Glau­bens“ – und damit des­sen Fül­le – ver­tei­di­gen will, bevor­zugt gera­de auch jene, denen es mehr oder weni­ger oder sogar vor­wie­gend um das äußer­li­che Gesetz­ein­hal­ten zu tun ist, denen aus Ver­an­la­gung oder Ent­wick­lung „katho­li­sche Stren­ge“, gern auch aus der histo­ri­schen Mot­ten­ki­ste, schon als Selbst­zweck zusagt. 

    Das gibt es, das ken­nen wir, und ich kann Ihnen ver­si­chern, dass mir das sowe­nig gefällt wie Ihnen. Nur machen Sie mei­nes Erach­tens einen gro­ßen Feh­ler, wenn Sie die Ver­fech­ter des tra­dier­ten Katho­li­zis­mus (mit Aus­nah­me eini­ger Sedis­va­kan­ti­sten, wie es scheint), wenn Sie auch die­ses Forum, das, bei allen nie und nir­gends, und schon gar nicht in hef­tig umkämpf­tem Gebiet, aus­blei­ben­den Defi­zi­ten – Über­hit­zun­gen, Unter­küh­lun­gen, Ver­här­tun­gen – erstaun­lich cha­rak­ter­voll, zeit­geist­un­ab­hän­gig, leben­dig, ja, und denk­fä­hig ist, über einen Kamm sche­ren, wie Sie es – in der Hit­ze des Gefechts – in letz­ter Zeit immer radi­ka­ler tun.

  21. (Fort­set­zung)

    Da ich nicht alle Arti­kel und Forums­dis­kus­sio­nen mit­ver­fol­gen kann, fehlt mir die Gesamt­über­sicht über alle, teil­wei­se ohne Zwei­fel unge­recht­fer­tig­ten und über­zo­ge­nen Anwür­fe, mit denen vice ver­sa Sie sich aus­ein­an­der­zu­set­zen haben und deren Abwehr Sie viel­leicht, ja schein­bar, je län­ger, je mehr zur Vor­stel­lung ver­führt, es mit einer kom­pak­ten, „feind­li­chen Front“ zu tun zu haben. Dem ist aber nicht so. Viel­mehr fin­den sich auf die­sem Forum, wie mich dünkt, sehr ver­schie­den­ar­ti­ge, glau­bens­star­ke Per­sön­lich­kei­ten zusam­men, inter­es­san­te, dem post­mo­der­nen Gesin­nungs-Main­stream in der Kraft des Glau­bens trot­zen­de Cha­rak­te­re, denen Sie sehr unrecht tun, wenn Sie sie, unvor­sich­ti­ger Wei­se gene­ra­li­sie­rend, so gut wie alle in die Ecke der Eife­rer und/oder Pha­ri­sä­er stecken. 

    Auch wenn sich der eine oder ande­re dar­un­ter befin­den soll­te, so heißt es den­noch die Mög­lich­kei­ten des Inter­nets und sich selbst zu über­schät­zen, wenn man tief­rei­chen­de Fern­dia­gno­sen über die „Glau­bens­qua­li­tä­ten“ der Forums­teil­neh­mer stel­len woll­te. Das betrifft gera­de auch die Fra­ge nach den Gna­den­ga­ben. Es ist unsin­nig, weil in sich wider­sprüch­lich, zu fra­gen, ob WIR „eine per­sön­li­che Beru­fung“ hät­ten. Wir – ein Kol­lek­tiv – kann per se kei­ne per­sön­li­che Beru­fung haben; und unter den Ein­zel­nen, die sich die­ses Forums bedie­nen oder dar­über hin­aus dem tra­di­ti­ons­treu­en Katho­li­zis­mus ver­bun­den füh­len, ken­nen Sie weit zu weni­ge, übers Inter­net dazu auch viel zu ober­fläch­lich, um sich über deren Beru­fung und Gna­den­ga­ben ein (ohne­hin heik­les) Urteil bil­den, bzw. dar­aus ein Gesamt­ur­teil ablei­ten zu können.

    Es ist ja rich­tig, wenn Sie oft von der Not­wen­dig­keit ech­ter Buß­ge­sin­nung spre­chen, aber es ist dies eben­so eine per­sön­li­che Kate­go­rie, über die Sie sich kein Kol­lek­tiv­ur­teil erlau­ben kön­nen. Ihre Mahn­re­den emp­fin­de ich des­halb in ihrer Häu­fung als irri­tie­rend, zumal Sie sie zudem oft ver­quicken mit Ihren sedis­va­kan­ti­sti­schen Ein­sich­ten. Da Sie gera­de auch letz­te­re nicht sel­ten in kate­go­ri­scher Form vor­brin­gen – @hedi.zueger hat da schon recht, von Ihnen gefor­der­te „Bewei­se“ sind zahl­reich in Ihren Kom­men­ta­ren zu fin­den – lie­ße sich der von Ihnen pau­schal ver­wen­de­te Vor­wurf des Eife­rers übri­gens spie­lend auf Sie selbst anwenden. 

    Ich behaup­te nicht, dass Sie es sind. Ich kann Sie nur bit­ten, sich nicht so oft – Per­so­nen wie Tex­ten gegen­über – einer Logik des Ver­dachts zu bedie­nen. Selbst wenn die Mehr­heit der „Tra­di­ti­ons­treu­en“ zum Pha­ri­sä­er­tum nei­gen wür­de (ich sage wie­der­um nicht, dass es so ist), so waren und sind es stets die Ein­zel­nen, die aus der Men­ge Hin­aus­ra­gen­den, wel­che für den Wahr­heits­ge­halt einer Bewe­gung ste­hen: und hier­für gibt es allein auf die­sem Forum genü­gend Beispiele! 

    Die „Tra­di­ti­on“ ist des­halb wesent­lich offe­ner und viel­ge­stal­ti­ger, als Sie sie zeichnen.

  22. (Fort­set­zung)

    Sie fra­gen zuletzt, immer noch in Bezug auf Dr. Obenau­ers Arti­kel: „Macht das hier denn außer mir (und ganz weni­gen) nie­man­den zöger­lich mit so weit­rei­chen­den Urtei­len über ande­re Sün­der, auch wenn es nur Gedan­ken­spie­le sein soll­ten oder zag­haf­te Umkrei­sun­gen eines „hei­ßen Eisens“? 

    Wo doch der Ver­fas­ser selbst gera­de die Unver­re­chen­bar­keit der Ein­zel­schick­sa­le vor Gott betont, und Sie man­gels Gegen­be­wei­sen davon aus­ge­hen dür­fen, dass auch die zustim­men­den und ver­stän­di­gen Leser ihm hier­in fol­gen. „Sie alle“ sind hier mit weit­rei­chen­den Urtei­len nicht nur zöger­lich, sie erlau­ben sich über­haupt keins! 

    Ihnen, wer­te @zeitschnur, ein besin­nungs- und gna­den­rei­ches Wochenende.

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