Spanischer Bischof entschuldigt sich für angebliche Unterstützung der Franco-Diktatur

(Madrid) Der spa­ni­sche Vor­sit­zen­de der Bischofs­kon­fe­renz, Ricar­do Blazquez, hat sich im Namen der katho­li­schen Kir­che für die Unter­stüt­zung der Faschi­sten im Jahr 1936 und die dar­auf­fol­gen­de Dik­ta­tur ent­schul­digt. Das berich­te­te die spa­ni­sche Zei­tung El Pais am Diens­tag. „Bischof Blazquez ent­schul­digt sich bei der Gesell­schaft für die Posi­ti­on der Kir­chen­die­ner wäh­rend des Umstur­zes und des Bür­ger­kriegs von 1936–1939 sowie wäh­rend der dar­auf­fol­gen­den Dik­ta­tur“, schreibt die Zei­tung. Laut El Pais haben Blazquez’ Wor­te „in einer Sit­zung der Bischofs­kon­fe­renz am Mon­tag­abend vie­le spa­ni­sche Kir­chen­obe­ren in Stau­nen ver­setzt“.


Das Blatt kon­sta­tiert, daß „inner­halb der Kir­che bis zuletzt die Mei­nung ver­tre­ten wur­de, wonach sie Opfer des ‚roten Ter­rors’ gewe­sen sei, den die Anhän­ger der spa­ni­schen Repu­blik angeb­lich in den 30er Jah­ren aus ideo­lo­gi­schen Erwä­gun­gen her­aus gegen die Kir­che ent­fes­selt hät­ten“. Aber es sei all­ge­mein bekannt, daß „die katho­li­sche Kir­che die Mili­tär­re­vol­te vom 18. Juli 1936 gegen die Repu­blik, die dann in einen Bür­ger­krieg aus­ar­te­te, inspi­riert und unter­stützt hat­te“.

Die Kir­che „hat die Revol­te als einen Kreuz­zug gegen Demo­kra­tie abge­seg­net und dann der in Spa­ni­en für 40 Jah­re errich­te­ten grau­sa­men Dik­ta­tur als Stüt­ze gedient“, schreibt die Zei­tung.

„Wir müs­sen Herrn Gott in vie­len Fäl­len für das von uns Gelei­ste­te dan­ken, und in ande­ren Fäl­len ist es unse­re Pflicht, im Namen der Gerech­tig­keit für unse­re Taten um Ent­schul­di­gung zu bit­ten“, zitiert El Pais den Bischof.

Die Rede von Blazquez, der als Spit­zen­ver­tre­ter des libe­ra­len Flü­gels der spa­ni­schen Kir­che gilt, war dem am 31. Okto­ber vom Par­la­ment ange­nom­me­nen Gesetz über histo­ri­sches Geden­ken gewid­met, wonach die wäh­rend der Dik­ta­tur­zeit ver­folg­ten Anhän­ger der Repu­blik reha­bi­li­tiert und die Sym­bo­le der Dik­ta­tur, die in den Städ­ten und Ort­schaf­ten erhal­ten geblie­ben sind, ver­nich­tet wer­den.

(RIA Novosti/ JF)