Fatima: gegen die Irrungen Hesemanns

Werden die Bischöfe den Mut finden, vom Papst die Umsetzung der Fatima-Botschaft zu verlangen?

Fatima, das Dritte Geheimnis, Sr. Lucia, die Bekehrung Rußlands und die mit den Botschaften verbundene Warnung vor der Kriegsgefahr und dem Glaubensabfall besitzen bis heute eine bemerkenswerte, ja angesichts der aktuellen Entwicklungen geradezu bedrängende Aktualität.
Fatima, das Dritte Geheimnis, Sr. Lucia, die Bekehrung Rußlands und die mit den Botschaften verbundene Warnung vor der Kriegsgefahr und dem Glaubensabfall besitzen bis heute eine bemerkenswerte, ja angesichts der aktuellen Entwicklungen geradezu bedrängende Aktualität.

Von Wolf­ram Schrems* 

Der Histo­ri­ker Dr. Micha­el Hese­mann gab vor kur­zem dem Wie­ner Jour­na­li­sten (Life­si­tenews) und Pod­ca­ster (Kontra_​punkt_​) Andre­as Wail­zer ein aus­führ­li­ches Inter­view zum The­ma Fati­ma unter dem Titel „Fati­ma, Russ­land und der Islam: Was uns noch bevor­steht“.

Wie nicht anders zu erwar­ten, repro­du­ziert Hese­mann die­je­ni­ge Ver­si­on der Vor­gän­ge um Fati­ma, die wir aus dem Vati­kan und aus vati­kan­of­fi­zi­el­len Insti­tu­tio­nen wie dem Welt­apo­sto­lat von Fati­ma (WAF) oder der Legio Mariae ken­nen. Es wur­de an die­ser Stel­le schon oft gesagt: Die­se Ver­si­on ist vol­ler Lügen und Aus­flüch­te.

Es ist sehr ärger­lich, daß Micha­el Hese­mann nicht bereit ist, kri­tisch nach­zu­fra­gen. Ein Autor mit der Bil­dung und mit den Recher­che­mög­lich­kei­ten Hese­manns müß­te die vati­kan­of­fi­zi­el­len Täu­schun­gen zu hin­ter­fra­gen imstan­de sein.

Wir fra­gen uns, ob er die ein­schlä­gi­ge vati­kan­kri­ti­sche Lite­ra­tur (Frè­re Michel de la Sain­te Tri­ni­té, The Who­le Truth About Fati­ma; Mark Fel­lows, Fati­ma in Twilight) und die Recher­chen des Fati­ma Cen­ter www​.fati​ma​.org von P. Nicho­las Gru­ner (†) und von Sister Lucy Truth von Dr. Peter Cho­j­now­ski über­haupt zur Kennt­nis genom­men hat – und, vor allem, ob er die gegen­wär­ti­ge Rea­li­tät, die soge­nann­ten „Zei­chen der Zeit“, wahr­zu­neh­men bereit ist: den Glau­bens­ab­fall und die mora­li­sche Ver­kom­men­heit der Hier­ar­chie und die Kri­se des Petrusamtes.

Der Elefant im Raum – für Hesemann offenbar unsichtbar

Man fragt sich auch, ob dem Herrn Dok­tor schon auf­ge­fal­len ist, daß die „Sr. Lucia“ der Nach­kon­zils­zeit anders aus­sieht, sich anders benimmt und eine ande­re Bot­schaft ver­kün­det als die­je­ni­ge bis 1957. Als Histo­ri­ker wird er sich ja die Wahr­neh­mung gestat­ten und gege­be­nen­falls nach­for­schen. Es ist ja nicht so, daß die Fra­ge der Iden­ti­tät von Sr. Lucia dos San­tos nach 1957 noch nie auf­ge­wor­fen wor­den wäre.

Sie ist mitt­ler­wei­le der Ele­fant im Raum – das auch des­halb, weil seit dem myste­riö­sen Amts­ver­zicht von Bene­dikt XVI. die dok­tri­nä­re, mora­li­sche und mensch­li­che Ver­kom­men­heit wei­ter Tei­le der Kir­chen­hier­ar­chie ins grel­le Licht der Öffent­lich­keit gerückt ist. Jeder sieht, daß die Fati­ma-Bot­schaft nicht nur kei­ne Rol­le spielt, son­dern ab 1960 von den Päp­sten gera­de­zu bekämpft wor­den ist, mit desa­strö­sen Fol­gen: Mit dem Kon­zil kam dann ein neu­er Glau­be, eine neue Men­ta­li­tät, eine neue Lit­ur­gie und eine neue Sr. Lucia. Hese­mann scheint das nicht zu sehen.

Hese­mann liegt aber auch in ande­ren Fra­gen falsch. Weil das wich­tig ist, gehen wir hier ins Detail:

Schlamperei und Oberflächlichkeit

Hese­mann behaup­tet (bei Minu­te 20:56 im oben ver­link­ten Pod­cast), Sr. Lucia sei 1946 in den Kar­mel von Coim­bra ein­ge­tre­ten. Das ist nicht rich­tig. Es war 1948.

Hese­mann schreibt das Atten­tat auf Johan­nes Paul II. vom 13. Mai 1981 dem KGB zu (24:06). Er hät­te dazu sagen müs­sen, daß das bis heu­te nicht fest­steht und daß die­se Theo­rie von man­chen bezwei­felt wird (Mark Fel­lows, Fati­ma in Twilight; Malachi Mar­tin, Winds­wept Hou­se).

Hese­mann sagt dann: „Weil der pol­ni­sche Papst natür­lich für die anti­kom­mu­ni­sti­schen Kräf­te in den kom­mu­ni­sti­schen Län­dern, vor allen Din­gen in Polen, ein Signal war, Signal­wir­kung hat­te. Und da kam ja dann auch Soli­dar­ność, die Gewerk­schafts­be­we­gung, auf (…)“.

So ein­fach lie­gen die Din­ge nicht. Heu­te weiß man, daß Lech Wałę­sa unter dem Deck­na­men „Bolek“ mit dem Inlands­ge­heim­dienst zusam­men­ar­bei­te­te (ver­mut­lich blieb ihm nicht viel ande­res übrig). Mark Fel­lows schreibt, daß die Soli­dar­ność selbst aus dem trotz­ki­sti­schen Komi­tet Obro­ny Robot­ników (Komi­tee zur Ver­tei­di­gung der Arbei­ter) her­vor­ge­gan­gen sei und daher selbst stark kom­mu­ni­stisch beein­flußt war. Eini­ge Kader sei­en KP-Mit­glie­der gewesen (!).

Fel­lows schreibt auch, daß sowohl Erz­bi­schof Woj­ty­ła als auch Lech Wałę­sa zu KP-Zei­ten leicht ins Aus­land rei­sen konn­ten. Wenn das Regime in War­schau und die Sowjet­uni­on als höhe­re Instanz kei­nen Vor­teil davon gehabt hät­ten, hät­ten sie die Aus­lands­rei­sen bestimmt nicht gedul­det. Aus heu­ti­ger Sicht stellt sich daher die Fra­ge, ob die Soli­dar­ność tat­säch­lich die anti­kom­mu­ni­sti­sche, oppo­si­tio­nel­le Kraft war, wie wir das in den acht­zi­ger und neun­zi­ger Jah­ren glaub­ten, oder gege­be­nen­falls „kon­trol­lier­te Oppo­si­ti­on“. Es stellt sich auch die Fra­ge, ob die Sowjet­uni­on tat­säch­lich ein Inter­es­se an der Ermor­dung des Pap­stes haben konn­te. Ein Histo­ri­ker wie Hese­mann müß­te die­se Fra­gen zumin­dest auf­wer­fen.1

Lei­der kommt es viel schlimmer:

Perpetuierung vatikanischer Lügen: Gültige Weihe im Jahr 1984?

Hese­mann sagt allen Ern­stes, daß die Wei­he am 25. März 1984 durch Johan­nes Paul II. den Anfor­de­run­gen (von Fati­ma bzw. Tuy) ent­spro­chen hät­te. Damit liegt er auf der Linie der vati­ka­ni­schen Pro­pa­gan­da. Es ist aber selbst­ver­ständ­lich falsch. Hese­mann rela­ti­viert dann auch sei­ne eige­ne Behaup­tung, indem er zugibt, daß beim Wei­he­akt das Wort Ruß­land „aus diplo­ma­ti­schen Grün­den“ nicht aus­ge­spro­chen wurde.

Er sagt dann aber sogar, die Wei­he sei „mit allen Bischö­fen und Gläu­bi­gen voll­zo­gen“ wor­den. Wo waren denn die Bischö­fe? Johan­nes Paul II. hat­te – ent­ge­gen der Anfor­de­rung von Tuy – die Bischö­fe nicht auto­ri­ta­tiv eingebunden.

Hese­mann schreibt die­ser Wei­he die Ver­hin­de­rung eines Atom­kriegs zu (näm­lich durch die am 13. Mai 1984 erfolg­te Explo­si­on des Waf­fen­ar­se­nals in Mur­mansk). Es ist durch­aus wahr­schein­lich und wird auch von Fati­ma-Exper­ten so ver­tre­ten, daß der Wei­he­akt von 1984 eine gewis­se begrenz­te Wir­kung gehabt haben wird. Er hat aber evi­den­ter­wei­se weder die Bekeh­rung Ruß­lands noch die Zeit des Frie­dens gebracht.

Die Bekeh­rung Ruß­lands und die Frie­dens­zeit hät­ten in der Deu­tung Hese­manns aber bis ins Jahr 2000 ange­dau­ert (27:07).

Bekehrung Rußlands – nicht zur „Orthodoxie“, sondern zur Katholischen Kirche!

Dann wird es wirr. Hese­mann lehnt aus­drück­lich ab, daß die Bekeh­rung Ruß­lands eine Bekeh­rung zur Katho­li­schen Kir­che hät­te sein sol­len, weil „Ruß­land ja nie katho­lisch“ war (31:08). Dann begeht er den­sel­ben Feh­ler wie heut­zu­ta­ge vie­le, die sich zu die­sem The­ma äußern:

„Die rus­sisch-ortho­do­xe Kir­che ist die eigent­li­che Kir­che [Ruß­lands] seit dem Jah­re 988“ (31:15).

Mit Ver­laub, das ist ein unent­schuld­ba­rer Unsinn. Im Jahr 988 gab es bestimmt kei­ne „rus­sisch-ortho­do­xe Kir­che“. Ein Histo­ri­ker muß das wis­sen. Die Tau­fe von Groß­fürst Wla­di­mir (Wolodymyr/​Waldemar) in Kiew wur­de selbst­ver­ständ­lich inner­halb der römisch-katho­li­schen Kir­che voll­zo­gen. Die Tau­fe war also nicht „ortho­dox“, son­dern katho­lisch, da sie bekannt­lich über sech­zig Jah­re vor dem Mor­gen­län­di­schen Schis­ma von 1054 und somit inner­halb der katho­li­schen Ein­heit statt­fand. Lei­der hält sich der Unsinn von der „ortho­do­xen“ Tau­fe Wla­di­mirs und der Kie­wer Rus hart­näckig, auch auf Wiki­pe­dia.2

Hese­mann erwähnt dann einen Brief von Sr. Lucia an Johan­nes Paul II. im Jahr 1989, in dem die­se die Gül­tig­keit der Wei­he bestä­tigt habe (32:28). Wo, bit­te, ist die­ser Brief ver­öf­fent­licht wor­den? Was steht dort geschrie­ben? Gibt es die­sen Brief über­haupt? Aus dem Jahr 1989 ist näm­lich nur der Brief an einen gewis­sen Wal­ter Noel­ker bekannt, der in der Erklä­rung der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on vom Jahr 2000 erwähnt, aber als Fäl­schung erwie­sen wur­de.3

Nur Friede ist Friede – lokale Kriege sind kein Friede

Hese­mann bie­tet dann eine unge­heu­er­li­che, gera­de­zu blas­phe­mi­sche Umdeu­tung des Ver­spre­chens der Mut­ter­got­tes, daß Ruß­land sich bekeh­ren und der Welt eine Peri­ode des Frie­dens geschenkt würde:

„Krie­ge, die sich heu­te ereig­nen, sind lokal, die hei­li­ge Jung­frau hat sich nie auf sol­che Krie­ge bezo­gen, sie sprach von Welt­krie­gen (33:17).“

Das ist eine Lüge. Wo soll das gesagt wor­den sein?

Wenn dar­über hin­aus die Mut­ter­got­tes eine „Peri­ode des Frie­dens“ ver­spricht, dann heißt das eben „Frie­den“. Was ist dar­an unklar?4

Und:

„Sr. Lucia sagt, es sei­en ‚Blin­de‘, die nicht sehen wür­den, daß es Bür­ger­krie­ge immer gab“ (33:22).

Es ist unver­schämt, Men­schen, die die Wor­te der Mut­ter­got­tes von Fati­ma ernst neh­men („Ruß­land wird sich bekeh­ren und der Welt wird eine Peri­ode des Frie­dens geschenkt“) und sich gleich­zei­tig um eine sach­ge­mä­ße Situa­ti­ons­ana­ly­se bemü­hen, als „Blin­de“ zu verunglimpfen.

Die­je­ni­ge Per­son, die sich sol­cher­art äußer­te, konn­te daher unmög­lich die ech­te Sr. Lucia gewe­sen sein.

Hese­mann eiert dann wei­ter herum:

„Was ist gesche­hen? Ruß­land hat sich bekehrt.“

Und dann irgend­wie selbstwidersprüchlich:

„Bei aller berech­tig­ten Kri­tik an Wla­di­mir Putin muß man doch sagen, daß er sei­ne Macht auf der rus­sisch-ortho­do­xen Kir­che auf­baut und nicht auf einer ande­ren Ideo­lo­gie.“ Es sei etwa durch die Medi­en gegan­gen, „wie Putin wie­der eine Reli­quie verehrt“.

Noch ein­mal: Die in Fati­ma in Aus­sicht gestell­te Bekeh­rung Ruß­lands kann nur eine Bekeh­rung zur Katho­li­schen Kir­che sein, eine Hei­lung des Schis­mas und eine Rück­kehr zu der Ein­heit, wie sie 988, als Groß­fürst Wla­di­mir die Tau­fe emp­fing, bestan­den hat. Daß Putin Reli­qui­en ver­ehrt und die Lit­ur­gie besucht, ist sicher erfreu­lich und wir sähen es ger­ne, wenn unse­re katho­li­schen Poli­ti­ker in Öster­reich und Deutsch­land das auch machen wür­den. Es ist aber nicht die ver­hei­ße­ne Bekeh­rung Rußlands.

Hese­mann fährt dann wei­ter Zick­zack: Sei­ner Mei­nung nach ist das also erfreu­lich, daß Putin sei­ne Macht auf der Ortho­do­xie auf­baut, dann sagt er aber im Wider­spruch dazu:

„Die Kir­chen sind voll, die Men­schen sind gläu­big; daß ihr Glau­be poli­tisch miß­braucht wird, wie es in der Ver­gan­gen­heit auch in katho­li­schen Regio­nen der Fall war, muß man ganz offen sagen, steht auf einem ande­ren Blatt.“

Also was jetzt: Ist das löb­lich, daß Putin sei­ne Macht „auf der rus­sisch-ortho­do­xen Kir­che auf­baut“, aber nicht löb­lich, daß der Glau­be der Rus­sen „poli­tisch miß­braucht“ wird? Hese­mann muß sich hier ent­schei­den. Und was meint er mit dem „Miß­brauch“ des Glau­bens „in katho­li­schen Regionen“?

Wie wenn Hese­mann sei­nen Wort­sa­lat selbst kor­ri­gie­ren woll­te, fügt er an:

„Das Ver­spre­chen der Bekeh­rung Ruß­lands hat statt­ge­fun­den, was Putin dar­aus gemacht hat, steht auf einem ande­ren Blatt.“

Das ist unsin­nig. Ent­we­der Ruß­land hat sich bekehrt oder nicht.

Papst Franziskus und Fatima – ein tiefer Gegensatz

Andre­as Wail­zer bringt dann den Wei­he­akt von Papst Fran­zis­kus in die Diskussion:

„Hat die Wei­he von 2022 auch noch mit Fati­ma zu tun?“

Hese­mann dazu:

„Natür­lich, Fran­zis­kus hat sein Pon­ti­fi­kat der Mut­ter­got­tes von Fati­ma geweiht. Fran­zis­kus war ein mit Fati­ma sehr ver­bun­de­ner Papst.“

Das ist ein schrei­en­der Unsinn. Fran­zis­kus hat die Andacht zu Unse­rer Lie­ben Frau von Fati­ma bestimmt nicht geför­dert, das Makel­lo­se Herz Mari­ens und die Süh­ne­sams­ta­ge kamen nie vor. Hese­mann wird ja wohl wis­sen, daß Fran­zis­kus mit sei­nen skan­da­lö­sen Lehr­aus­sa­gen von Amo­ris lae­ti­tia bis Fidu­cia sup­pli­cans die Sün­de gera­de­zu „ent­sün­dig­te“ und damit der Fati­ma-Bot­schaft von Süh­ne und Genug­tu­ung direkt ent­ge­gen­wirk­te. Kann man sich vor­stel­len, daß Unse­re Lie­be Frau von Fati­ma den Skan­dal von Sin­ga­pur, wonach „alle Reli­gio­nen“ zu Gott füh­ren wür­den, gut­ge­hei­ßen hät­te? Nein, zwi­schen Unse­rer Lie­ben Frau von Fati­ma und Berg­o­glio bestand ein tie­fer Gegensatz.

Wie man sieht, hat der Wei­he­akt von 2022 fol­ge­rich­tig auch kei­ne erkenn­ba­ren Wir­kun­gen gezei­tigt.5 Der Krieg geht wei­ter und der Westen eska­liert in Rhe­to­rik, Sank­tio­nen und direk­ter Betei­li­gung immer mehr.

Das Dritte Geheimnis und Joseph Ratzinger

Hese­mann sagt, daß das Drit­te Geheim­nis „im Kon­text der Visi­on eines drit­ten Welt­krie­ges“ stün­de (46:09).

Das wider­spricht dem, was Bischof Alber­to Cos­me do Ama­ral (Diö­ze­san­bi­schof von Lei­ria-Fati­ma von 1972 bis 1993) bei einem Vor­trag an der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Wien im Jahr 1984 sag­te. Nach dem Bischof gehe es im Drit­ten Geheim­nis nicht um Nukle­ar­spreng­köp­fe, son­dern um den Glau­bens­ab­fall christ­li­cher Nationen.

Auch Kar­di­nal Ratz­in­ger hat sich bekannt­lich im Jahr 1984 in einem Inter­view dahin­ge­hend geäu­ßert, daß im Drit­ten Geheim­nis die Wich­tig­keit der Letz­ten Din­ge the­ma­ti­siert und Gefah­ren für den Glau­ben ange­kün­digt werden.

Das müß­te Hese­mann eigent­lich wissen.

Schmerz­haft ist, daß Hese­mann die Erklä­rung der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on vom 26. Juni 2000 mit dem irre­füh­ren­den Titel Die Bot­schaft von Fati­ma nicht wei­ter hin­ter­fragt. Er spricht bei dem Mach­werk sogar von einem „wun­der­ba­ren Kom­men­tar“ (48:17). Das ist absurd. In die­sem „wun­der­ba­ren Kom­men­tar“ wird die ori­gi­na­le Fati­ma-Bot­schaft über­haupt nicht ver­kün­det, son­dern sogar ange­zwei­felt! Kar­di­nal Ratz­in­ger nennt sogar den Fati­ma-Erz­feind Edu­ard Dha­nis SJ als maß­geb­li­chen Exper­ten und Gewährsmann.

Hese­mann zitiert dann Papst Bene­dikt XVI. mit des­sen bekann­ter, aber nicht wei­ter aus­ge­führ­ten Aus­sa­ge aus dem Jahr 2010, daß sich täu­sche, wer mei­ne, daß die pro­phe­ti­sche Mis­si­on Fati­mas been­det wäre. Er zitiert auch Bene­dikt mit der Aus­sa­ge, daß man bei der Inter­pre­ta­ti­on des Drit­ten Geheim­nis­ses über das Atten­tat auf Johan­nes Paul II. hin­aus auch in die Zukunft blicken müsse.

Im Jahr 2000 war aber vati­kan­of­fi­zi­ell ver­kün­det wor­den, daß Fati­ma der Ver­gan­gen­heit ange­hö­re. Hese­mann löst die­se Wider­sprü­che nicht auf.

Es ver­bie­tet sich von daher auch, vom „gro­ßen Bene­dikt“ zu spre­chen, wie Hese­mann es tut. Bene­dikt hat gera­de in bezug auf Fati­ma nicht die Wahr­heit gesagt, geschwei­ge denn, daß er die For­de­run­gen umge­setzt hät­te. Er ließ 2013 die Gläu­bi­gen im Stich und schau­te der Ver­wir­rung durch sei­nen Nach­fol­ger prak­tisch taten­los zu. Der Ehren­ti­tel „groß“ ist daher für Papst Bene­dikt XVI. bestimmt nicht angemessen.

War­um Hese­mann all das nicht the­ma­ti­siert, bleibt sein Geheimnis. –

Resümee

Es bleibt zu hof­fen, daß eini­ge Hir­ten der Kir­che den Mut fin­den, den gegen­wär­ti­gen Papst zu kon­fron­tie­ren und die Umset­zung der Fati­ma-Bot­schaft zu verlangen.

*Wolf­ram Schrems, Wien, Mag. theol., Mag. phil., Kate­chist, Pro-Life-Akti­vist, mach­te die Erfah­rung, daß Dis­kus­sio­nen mit Ver­tre­tern der offi­zi­el­len Fati­ma-Linie der Kir­che frucht­los bleiben.


1 Es hat offen­bar bis 1938 eine („para­ma­so­ni­sche“) B’nai‑B’rith-Loge mit dem Namen „Soli­da­ri­tät“ in Kra­kau gege­ben: ‚The sta­tu­te of the “B’nai B’rith – Soli­da­ri­ty” Socie­ty in Kraków was regi­stered with a rescript issued by the Lvov Gover­nor­ship on 15 Octo­ber 1892.’ Quel­le: Łuka­sz T. Sro­ka, MEMBERS OF THE “LEOPOLIS” HUMANITARIAN SOCIETY IN LVOV (1899–1938): A GROUP PORTRAIT. SCRIPTA JUDAICA CRACOVIENSIA. PDF auf­find­bar unter: Biblio­te­ka nau­ki. Es wäre inter­es­sant zu erfor­schen, ob die gleich­na­mi­ge Gewerk­schaft bewußt nach einer jüdi­schen Loge benannt wurde.

2 Wenn sich aller­dings die Mos­ko­wi­ter für ihr Chri­sten­tum auf die Tau­fe Wla­di­mirs beru­fen, was sie bekannt­lich tun (wie alle wis­sen, die sich an das Jahr 1988 erin­nern, als die Sowjet­uni­on unter Michail Gor­bat­schow das Tau­send­jahr­ju­bi­lä­um eben­die­ser Tau­fe beging), dann sind sie selbst­ver­ständ­lich umso mehr ver­pflich­tet, zu ihren eige­nen katho­li­schen Wur­zeln zurück­zu­keh­ren. Das hat Hese­mann als Pro­pa­gan­dist der vati­ka­ni­schen Poli­tik natür­lich nicht am Radar­schirm. Seit Dignita­tis hum­a­nae des Zwei­ten Vati­can­ums und dem schänd­li­chen Doku­ment von Bala­mand (1993) ist eine Bekeh­rung Ruß­lands für die vati­ka­ni­sche Büro­kra­tie weder denk­bar noch anstrebbar.

3 „Nun, eini­ge die­ser Brie­fe ent­hal­ten gro­be histo­ri­sche Feh­ler: Ins­be­son­de­re die bei­den Brie­fe an Maria de Belem (vom 29. August 1989) und an Wal­ter Noel­ker (vom 8. Novem­ber 1989) spre­chen von einer Wei­he, die Papst Paul VI. am 13. Mai 1967 wäh­rend sei­nes Besuchs in Fati­ma vor­ge­nom­men habe. Doch Papst Paul VI. hat an die­sem Tag kei­ne Wei­he vor­ge­nom­men, das weiß Sr. Lucia sehr gut, denn sie war dabei“ (Fati­ma-Cen­ter, sie­he näch­ste Fuß­no­te). Ob sie wirk­lich dabei war und nicht jemand ande­rer, ist aller­dings die Fra­ge.
Tat­säch­lich fin­det man im Inter­net einen Wal­ter Noel­ker, der am 8. März 1914 in Washing­ton gebo­ren wur­de und am 5. Dezem­ber 2012 im Alter von 98 Jah­ren ver­starb. Sie­he hier und hier.
Ob die­ser Herr Noel­ker tat­säch­lich einen Brief von „Sr. Lucia“ erhielt, ist unbe­kannt. Da der Brief ohne­hin als Fäl­schung erwie­sen wor­den ist, wird man anneh­men, daß der Name von den Fäl­schern zufäl­lig gewählt wor­den war. Anson­sten könn­te Dr. Hese­mann bei der Fami­lie Noel­ker nachfragen.

4 Das Fati­ma-Cen­ter führt hier die Opfer­zah­len der Krie­ge nach 1945 aus und betont die gigan­ti­sche Zahl vor allem an zivi­len Opfern.

5 Man kann natür­lich immer sagen, daß es ohne die­sen Wei­he­akt noch schlim­mer gekom­men wäre. Viel­leicht ist es so.

6 Kommentare

  1. Ob Ruß­land bekehrt ist oder nicht: es ist mög­li­cher­wei­se eine Gei­ßel für zumin­dest mal Deutsch­land, aber auch für ande­re Völ­ker und Län­der, die sich von Gott abge­wandt und dem mate­ria­li­sti­schen und sodo­mi­sti­schen Göt­zen­dienst erge­ben haben. Das hat­te und hat Aus­wir­kun­gen gera­de auch in die Poli­tik und man sieht wie Blin­de auf Blin­de losgehen.

    Papst Bene­dikt XVI. hat­te ganz offen dar­über gere­det, daß die Bot­schaft von Fati­ma nicht der Ver­gan­gen­heit ange­hört. Er wuß­te wie es in der Kir­che wirk­lich aus­sieht und daß das 3. Geheim­nis damit zu tun hat­te und hat. Sein selbst gewähl­ter Rück­zug vom „mini­ste­ri­um“ hat­te das dann sehr deut­lich wer­den las­sen: es blieb ihm allein aus schwer­wie­gen­den gesund­heit­li­chen Grün­den auch wohl nichts ande­res übrig. Er kann sehr wohl der Papst des 3. Geheim­nis­ses (gewe­sen) sein, nur kann bzw. konn­te er das natür­lich nicht expres­sis ver­bis kundtun. 

    Micha­el Hese­mann ist sicher­lich ein guter Histo­ri­ker, das hat er bewie­sen gera­de auch mit sei­ner Ver­tei­di­gung von Papst Pius XII. oder sei­nem Buch über den tür­ki­schen Völ­ker­mord an den Arme­ni­ern, aber er nimmt die Din­ge in der Kir­che nicht zur Kennt­nis und malt sich sei­ne eige­ne hei­le Welt. Oder aber, daß er sel­ber mit den Irr­leh­ren übereinstimmt.

  2. Es grenzt schon in gewis­ser Wei­se an Rea­li­täts­ver­wei­ge­rung, man­che Unstim­mig­kei­ten in Bezug auf Fati­ma abzu­leh­nen, ins­be­son­de­re wenn eini­ge der Kri­ti­ker sogar selbst der MPB nahe ste­hen, in deren Blau­em Buch nicht nur steht: „Die­se frei­mau­re­ri­sche Unter­wan­de­rung im Inne­ren der Kir­che ist euch schon in Fati­ma von mir vor­aus­ge­sagt wor­den, als ich euch ange­kün­digt habe, daß Satan sich bis in die Spit­ze der Kir­che ein­schlei­chen wür­de.“ (13. Juni 1989) son­dern auch zur Wei­he von 1984: „Lei­der ist nicht von allen Bischö­fen die Ein­la­dung ange­nom­men wor­den. Beson­de­re Umstän­de haben es ihnen noch nicht gestat­tet, mir Ruß­land aus­drück­lich zu wei­hen, wie ich es schon mehr­mals erbe­ten habe. Wie ich euch schon gesagt habe, wird die­se Wei­he an mich gemacht wer­den, wenn blu­ti­ge Ereig­nis­se bereits auf dem Weg der Ver­wirk­li­chung sein wer­den.“ (25. März 1984) und am 13. Mai 1987: „- Mei­ner Bit­te, daß mir Ruß­land durch den Papst zusam­men mit allen Bischö­fen geweiht wer­den soll, ist nicht nach­ge­kom­men wor­den, und so hat es sei­ne Irr­tü­mer in allen Tei­len der Welt ver­brei­tet.“ Auch am 13. Mai 1990 wird dies erneut bestätigt

    Auch zur Wir­kung äußert sich die Mit­erlö­se­rin: „Ich seg­ne die­sen muti­gen Akt ‚mei­nes‘ Pap­stes, der die Welt und alle Natio­nen mei­nem Unbe­fleck­ten Her­zen anver­trau­en woll­te; ich neh­me die­sen Akt mit Lie­be und Dank­bar­keit ent­ge­gen und ver­spre­che dafür ein­zu­grei­fen, um die Stun­den der Rei­ni­gung um vie­les abzu­kür­zen und um die Prü­fung weni­ger schwer zu machen.“ (25. März 1984).

    Bei aller berech­ti­gen Kri­tik tue ich mir mit der Ankla­ge gegen Papst Bene­dikt XVI. schwer. Ich bin über­zeugt, dass er altru­isti­sche Grün­de hat­te. Zum einen war wohl auch eine Loya­li­tät zur vati­ka­ni­schen Hal­tung seit Febru­ar 1960 dabei, dass die­ser kei­ne Ver­ant­wor­tung für das zu über­neh­men gewillt ist, was drei Hir­ten­kin­der behaup­ten, dass die Mut­ter­got­tes gesagt hät­te. Unter die­sem Vor­be­halt wur­de 2000 alles ver­öf­fent­licht, was der Vati­kan bereit war anzu­er­ken­nen. Aber es muss auch noch wei­te­re Grün­de gege­ben haben.

    Jeden­falls vergelt‚s Gott für Ihren Eifer bei der Beför­de­rung der Bot­schaft von Fati­ma auch im Hin­blick auf den bal­di­gen Ablauf des 100-Jah­re Ulti­ma­tums unse­res Herrn zum Voll­zug der Weihe.

  3. Herr Hese­mann sagt nur das, was Fakt ist. Es gab nie eine zwei­te Lucia. Aber Sehr wohl eine treue und gehor­sa­me Ordens­frau wie es sich für ech­te Katho­li­ken gehört.

  4. Vie­len Dank Herr Schrems, für die­se aus­führ­li­che kri­ti­sche Ana­ly­se der Wor­te des Histo­ri­kers Hese­mann. Lei­der hat ihm die Bekannt­heit nach sei­nen ersten her­vor­ra­gen­den Recher­chen nicht gehol­fen und hat sich im Netz der Macht ver­fan­gen. Alles was ver­bor­gen ist, wird ans Licht kom­men, so hat der Herr ver­hei­ssen. Wir sind zwei­fel­los in der Zeit der gro­ssen Ver­wir­rung, des Skan­dals in der sicht­ba­ren Kir­che, der Selek­ti­on und Prä­fe­renz in Abhän­gig­keit vom Mass der Anpas­sung und Füg­sam­keit. Es ist gleich­zei­tig eine Zeit des Lei­dens für Katho­li­ken, die in der Gna­de Got­tes und in der Nach­fol­ge Chri­sti leben. In Erwar­tung des Wie­der­kom­mens Unse­res Herrn und Hei­lan­des in Macht und Herr­lich­keit ste­hen wir am Fuss des Kreu­zes mit der Schmer­zens­mut­ter und bewah­ren den Frie­den im Her­zen. Es steht geschrie­ben: ‚zuerst kommt der Abfall‘. Wir sind mit­ten­drin. Viva Cri­sto Rey!

  5. Das Geheim­nis wun­der­tä­ti­gen Was­sers wird gelüftet.

    Eine For­scher­grup­pe aus Mai­land hat die Ener­gie des Was­sers aus Orten unter­sucht, an denen die Mut­ter­got­tes erschie­nen ist. Dabei hat sie erstaun­li­che Ent­deckun­gen gemacht. Kann sich die Wis­sen­schaft mit dem Glau­ben ver­bin­den? Kann die Wis­sen­schaft in die Spi­ri­tua­li­tät ein­mün­den und die Spi­ri­tua­li­tät der Wis­sen­schaft neue Impul­se geben? Die­se Ver­bin­dung könn­te uto­pisch erscheinen.

    Wis­sen­schaft stützt den Glauben!
    In den letz­ten Jah­ren wur­den im Stil­len gewis­se Ent­deckun­gen gemacht. Die Unter­su­chun­gen, von denen wir hier berich­ten, wur­den an Orten von Mari­en­er­schei­nun­gen vor­ge­nom­men. Unter­sucht wur­den die Was­ser, die dort her­vor­quel­len und die nach den Erschei­nun­gen von ver­än­der­ter Art sind, ange­füllt mit soviel posi­ti­ver Ener­gie, dass sie hei­lend wir­ken. Schon immer sprach man von wun­der­ba­ren Was­sern hei­li­ger Orte. Aber erst heu­te kön­nen wir bewei­sen und ver­ste­hen wie­so. Die unter­such­ten Was­ser lie­ssen ech­te mate­ria­li­sier­te Bot­schaf­ten erken­nen, d.h. eine bis jetzt unbe­kann­te Ener­gie. Die­se Ent­deckun­gen ver­dan­ken wir einer Mai­län­der Forschergruppe.

    https://​kath​-zdw​.ch/​m​a​r​i​a​/​w​a​l​l​f​a​h​r​t​s​o​r​t​e​.​w​u​n​d​e​r​t​a​e​t​i​g​e​s​.​w​a​s​s​e​r​.​h​tml

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