Roger Vangheluwe war von 1984 bis 2010 Bischof von Brügge. Er mußte wegen sexuellen Mißbrauchs zurücktreten und wurde vor zwei Jahren laisiert.
Nachrichten

Roger Vangheluwe ist tot – ein Skandal, der die Kirche in Belgien bis heute verfolgt

Am 3. Juli 2026 starb Roger Vang­he­lu­we im Alter von 89 Jah­ren. Sein Name bleibt untrenn­bar mit einem der schwer­sten Miß­brauchs­skan­da­le in der jün­ge­ren Geschich­te der katho­li­schen Kir­che Bel­gi­ens ver­bun­den. Der ehe­ma­li­ge Bischof von Brüg­ge starb zwei Jah­re, nach­dem ihn der Vati­kan aus dem Kle­ri­ker­stand ent­las­sen hatte.
Im Frühjahr 1967 besuchte Msgr. Marcel Lefebvre (2. v. l.) den stigmatisierten Kapuziner Pater Pio in San Giovanni Rotondo.
Der Vatikan und die Piusbruderschaft

Die Legende von Padre Pios angeblicher Warnung an Erzbischof Lefebvre

Der Mecha­nis­mus ist nicht neu: Eine unbe­leg­te oder erfun­de­ne Behaup­tung wird nur oft genug wie­der­holt, bis sie schließ­lich den Anschein einer „bekann­ten Tat­sa­che“ gewinnt und als sol­che wei­ter­ver­brei­tet wird, als wäre sie Gewiß­heit. Im kon­kre­ten Bei­spiel geht es um zwei her­aus­ra­gen­de Gestal­ten der Kir­che des 20. Jahr­hun­derts, um den hei­li­gen Pater Pio von Piet­rel­ci­na und
Darstellung der Hildegard-Vision von der Kirche, die den Antichristen gebiert, aber zugleich Kirche bleibt, wie Christus es verheißen hat. Die Vision schildert den Kampf, der auch innerhalb der Kirche tobt.
Forum

Die Kirche wird den Antichristen gebären: Hildegard von Bingen und die Ekklesiologie der FSSPX

Von Ranie­ro da Fio­re* Die Bischofs­wei­hen der FSSPX und die gesam­te Argu­men­ta­ti­on für oder gegen die­se Wei­hen haben erneut eine alte ekkle­sio­lo­gi­sche Über­zeu­gung der Lefe­b­­v­­re-Anhän­­ger in den Mit­tel­punkt gerückt: den Gegen­satz zwi­schen einem angeb­li­chen „Ewi­gen Rom“, tra­di­tio­nell und ortho­dox, und einem „Kon­­zils-Rom“, moder­ni­stisch und häre­tisch. Die­se Aus­drucks­wei­se ist nur schwer mit der katho­li­schen Leh­re über die
Francesco Borgonovo beim Interview mit Don Nicola Bux für Radio Cusano
Der Vatikan und die Piusbruderschaft

Don Nicola Bux: „Verlorengegangen ist das Verständnis von der kirchlichen Gemeinschaft“

Don Nico­la Bux, der bekann­te Lit­ur­gi­ker und lang­jäh­ri­ge per­sön­li­che Freund und Ver­trau­te von Papst Bene­dikt XVI., gab dem Pri­vat­sen­der Radio Cus­a­no ein Inter­view, das weni­ge Tage nach den gül­ti­gen, aber uner­laub­ten Bischofs­wei­hen der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. auch auf You­tube ver­öf­fent­licht wur­de. Der im Inter­view erwähn­te Matteo Mat­zuzzi ist seit 2020 Chef­re­dak­teur der ita­lie­ni­schen Tages­zei­tung
Papst Leo XIV. auf dem Balkon des Apostolischen Palastes in Castel Gandolfo. Im Hintergrund ist der Albaner See, ein Kratersee, zu sehen
Der Vatikan und die Piusbruderschaft

Leo XIV. verbringt Sommerwochen in Castel Gandolfo – Spekulationen über mögliche Begegnungen

Papst Leo XIV. begann am Sonn­tag sei­nen dies­jäh­ri­gen Som­mer­auf­ent­halt in Castel Gan­dol­fo und griff damit eine alte päpst­li­che Tra­di­ti­on auf. Bis zum 27. Juli wird sich der Hei­li­ge Vater in der päpst­li­chen Som­mer­re­si­denz süd­lich von Rom auf­hal­ten. Der Auf­ent­halt dient zwar der Erho­lung, dürf­te jedoch – wie bereits im ver­gan­ge­nen Jahr – nicht frei von
Liturgie & Tradition

Wenn der Diakon das Hochgebet spricht – liturgischer Mißbrauch

Die hei­li­ge Eucha­ri­stie ist nach kirch­li­chem Ver­ständ­nis der Mit­tel­punkt des kirch­li­chen Lebens. Gera­de des­halb sind ihre lit­ur­gi­schen Struk­tu­ren uni­ver­sell prä­zi­se gere­gelt – nicht als deko­ra­ti­ve Ord­nung, son­dern als Aus­druck des theo­lo­gi­schen Gehalts der Zele­bra­ti­on selbst. Vor die­sem Hin­ter­grund zeigt eine in der Diö­ze­se Bozen-Bri­­xen öffent­lich über­tra­ge­ne Meß­fei­er auf, daß bis in die letz­te Diö­ze­se des
"Was immer du segnen wirst, soll gesegnet sein. Was immer du heiligen wirst, soll geheiligt sein. Die Auferlegung dieser geweihten Hände gereiche allen zum Heil."
Der Vatikan und die Piusbruderschaft

Bischofsweihen und Exkommunikation

Von Johan­nes Jakob* Jun­ge tra­di­tio­nel­le Katho­li­ken rei­sten aus der gan­zen Welt nach Ecô­ne in der Schweiz. Sie wuss­ten bereits, dass der Vati­kan vor der Exkom­mu­ni­ka­ti­on gewarnt hat­te. Sie sind trotz­dem gekom­men. Sie hiel­ten in der fast fünf­stün­di­gen Lit­ur­gie bis zum Schluss unter frei­em Him­mel aus, obwohl zunächst die Son­ne brann­te und die Fei­er dann kurz vor
Am 1. Juli weihte die Piusbruderschaft gültig, aber unerlaubt vier neue Bischöfe ohne päpstliches Mandat. Am 2. Juli wurde die Beteiligten von Rom für exkommuniziert erklärt. Bereits Anfang Juni hatte Msgr. Athanasius Schneider, Weihbischof von Astana, einen bedeutungsvollen Aufsatz zur Frage veröffentlicht.
Der Vatikan und die Piusbruderschaft

Die Kernfrage bezüglich der Priesterbruderschaft St. Pius X.

Von Bischof Atha­na­si­us Schnei­der* Die Fra­gen und Pro­ble­me im Zusam­men­hang mit der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. (FSSPX) sind seit über fünf­zig Jah­ren Gegen­stand einer weit­ge­hend ergeb­nis­lo­sen Debat­te und gip­feln nun in den ange­kün­dig­ten Bischofs­wei­hen, für die der Hei­li­ge Stuhl noch kei­ne Zustim­mung erteilt hat. Die Dis­kus­si­on ist emo­tio­nal auf­ge­la­den – oft im wahr­sten Sin­ne des
Wandinschrift bringt symbolträchtigen Unmut zum Ausdruck
Der Vatikan und die Piusbruderschaft

„Siamo tutti lefebvriani“ – Eine Mauerinschrift, die Rom mehr sagt als tausend Protestnoten

Rom hat eine lan­ge Tra­di­ti­on poli­ti­scher und kirch­li­cher Sym­bol­spra­che. Wer in der Ewi­gen Stadt eine Bot­schaft hin­ter­las­sen will, greift schon seit alters nicht sel­ten zur Mau­er oder zum Pla­kat. Seit Jahr­hun­der­ten sind die „Pas­qui­na­ten“ – anony­me, poin­tier­te und oft bis­si­ge Kom­men­ta­re zum Zeit­ge­sche­hen – Teil der römi­schen Stadt­kul­tur. Ent­stan­den sind sie, als Rom noch ein
Boden der wiederentdeckten frühchristlichen Basilika von Oderzo
Nachrichten

Wiederentdeckte frühchristliche Basilika

In unmit­tel­ba­rer Nähe des Doms von Oder­zo, dem anti­ken Opi­ter­gi­um, sind unter dem Are­al der ehe­ma­li­gen Pesche­ria (Fisch­markt) bedeu­ten­de Reste einer früh­christ­li­chen Basi­li­ka frei­ge­legt wor­den. Der Befund gilt als einer der wich­tig­sten archäo­lo­gi­schen Neu­fun­de zur spät­an­ti­ken Sakral­to­po­gra­phie im nord­ost­ita­lie­ni­schen Raum und erwei­tert das Bild der Chri­stia­ni­sie­rung der Regi­on erheblich.