Joachim Heimerl von Heimthal ist Priester der Erzdiözese Wien, promovierter Germanist sowie Theologe. Er war Lehrbeauftragter an der Ludwig-Maximilians-Universität München und veröffentlicht regelmäßig in verschiedenen Sprachen Beiträge zu theologischen, liturgischen und kirchenpolitischen Themen. Heute gehört er zu den profiliertesten katholischen Stimmen. Wegen seiner couragierten Art, auch unbequemen Dinge anzusprechen und beim Namen zu nennen, sieht er sich nun mit kirchenrechtlichen Sanktionen konfrontiert. Giuseppe Nardi führte dazu folgendes Interview mit ihm:
Persönlicher Hintergrund
Giuseppe Nardi: Hochwürden, bevor wir über die aktuellen Ereignisse sprechen: Könnten Sie unseren Lesern einen Einblick in Ihren persönlichen Werdegang geben? Wer sind Sie, woher kommen Sie und was hat Sie zum Priestertum geführt?
Sie stammen aus einer adligen Familie, sind promoviert und haben an einer
Universität gelehrt. Wie haben diese verschiedenen Prägungen Ihr priesterliches Selbstverständnis beeinflusst?
Joachim Heimerl von Heimthal: Ich stamme aus einer – ich möchte fast sagen – „typischen“ österreichischen Familie, deren Wurzeln in Wien und Böhmen liegen. Als einziges Mitglied meiner Familie bin ich allerdings in Bayern geboren, wo ich heute wieder lebe.
Die Familie ist weit verzweigt und gehört dem niederen Adel an; den Adelstitel erhielt sie im 18. Jahrhundert. Einst verfügten die Heimerls über beträchtlichen Reichtum, darunter Silberminen sowie ausgedehnte Güter in Ungarn und Böhmen, die im Laufe der Geschichte freilich verloren gingen. Erhalten geblieben ist das ehemalige Sommerpalais der Familie in der Nähe von Wien, das einer meiner Vorfahren barockisieren ließ. Es hat natürlich längst den Besitzer gewechselt und gehört heute dem Staat.
Was uns geblieben ist, sind der katholische Glaube und klare Prinzipien; dazu gehört auch ein gewisser Kampfgeist. Ich denke, den habe ich von meinen Vorvätern geerbt. Unter ihnen finden sich Offiziere ebenso wie ein Minister des Kaisers – der Nachfolger des berühmten Grafen Andrássy. Soweit ich weiß, ist die Haymerlegasse in Wien nach diesem entfernten Cousin benannt.1
Die Familie teilt sich in eine Freiherren- und eine Ritterlinie. Im Gegensatz zu meinen bundesdeutschen Cousins hat meine Linie jedoch – streng genommen – infolge der österreichischen Adelsgesetze ihren Titel verloren. Mein Urgroßvater pflegte mit einem Augenzwinkern zu sagen: „Wenn der Kaiser das erträgt, ertragen wir das auch.“ Heute ist das freilich kein Thema mehr.
Interessant ist, dass mein sechsfacher Urgroßvater für seine Verdienste um die kaiserliche Hofoper in den Adelsstand erhoben wurde. Die große Liebe der Heimerl von Heimthal zur Oper habe ich offenbar ebenfalls geerbt.
Bei mir führte diese familiäre Neigung zur Kunst schließlich zu einem Studium der Germanistik und Geschichte, das ich mit einer Promotion über Goethe abschloss. Auf diesem Gebiet habe ich relativ viel publiziert – tempi passati.
Dass ich Priester werden sollte, war mir von Jugend auf klar, und über viele Umwege hat sich diese Berufung schließlich in Wien, der Stadt meiner Väter, erfüllt.
Meine akademische Laufbahn liegt dagegen weit hinter mir; heute erscheint sie mir beinahe wie ein anderes Leben.
Alles in allem kann ich sagen: Gott hat mich mein Leben lang geführt, und ich bin gewiss, dass er mich auch weiterhin führen wird. Ich vertraue mich ihm und der Fürsprache seiner heiligsten Mutter an.
Erst vor Kurzem bin ich während einer schweren gesundheitlichen Krise gemeinsam mit einem Freund nach Altötting gepilgert. Die Heilige Jungfrau hat mein Gebet auf überraschende Weise erhört. Solche Erlebnisse hatte ich immer wieder, und ich bin der göttlichen Vorsehung zutiefst dankbar dafür.
Das Schreiben als priesterlicher Auftrag
Giuseppe Nardi: Sie erreichen mit Ihren Veröffentlichungen inzwischen eine große Leserschaft weit über den
deutschen Sprachraum hinaus. Ihre Texte werden ebenso in Italien publiziert wie in den USA. Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Verstehen Sie Ihre publizistische Tätigkeit als persönliche Leidenschaft oder als Teil Ihres
priesterlichen Auftrags?
Joachim Heimerl von Heimthal: Ich habe als Germanist natürlich, wie gesagt, schon immer publiziert, und auch dies mit einigem Erfolg. Als ich schließlich Priester wurde, hatte ich aber nicht die Absicht, jemals wieder zu schreiben, und dies am wenigsten über kirchliche Themen.
Ich erinnere mich an ein Gespräch mit Kardinal Schönborn, in dem ich ihm genau das gesagt habe und den Kardinal darum bat, in der Krankenseelsorge in Wien eingesetzt zu werden. Das war mein großer Wunsch, und ich dachte, dass das meine Berufung sei: Ich wollte als kranker Priester anderen Kranken dienen.
Aber dann kam es, wie so oft im Leben, völlig anders. Mein Gesundheitszustand verschlechterte sich schneller, als ich erwartet hatte, und im Grunde war ich nach meiner Weihe nicht einmal ein Jahr in der Seelsorge tätig, sondern zog mich aus gesundheitlichen Gründen immer mehr zurück. Seitdem bin ich als Priester auf Gebet und die Heilige Messe beschränkt. Ich zelebriere ausschließlich „privat“ hier in der Kapelle meines Hauses; anders ist es nicht mehr möglich, und ich kann es mir gar nicht mehr anders vorstellen. Dabei habe ich meine Primiz im Stephansdom gefeiert und war am Dom wie zuhause. Aber ich vermisse nichts. Gott sei Dank dafür. Das macht es sehr viel leichter.
Durch einen Zufall begann ich in dieser isolierten Situation erst für „kath.net“ und später für andere Medien zu schreiben, und besonders gern habe ich für das Feuilleton der „Tagespost“ Essays über Oper und Literatur verfasst. Meine Hommage an die große Maria Callas war vermutlich das Beste, was ich je geschrieben habe.
Am stärksten nachgefragt blieben aber freilich kirchliche Themen, erst recht in der Krisenzeit, die wir in der Kirche durchleben.
Ohne mein Zutun hatte ich plötzlich eine Menge Leser in vielen Sprachen, und vielen von ihnen sprachen meine Texte aus der Seele. Zumindest waren das die überwiegenden Rückmeldungen, die ich erhalten habe. Schreiben ist, wenn Sie so wollen, meine Form der Seelsorge und der Verkündigung geworden, aber es ist immer eine einsame Sache; das weiß jeder, der am Schreibtisch sitzt. Ich kann nicht sagen, dass mein Herz daran hängt, aber ich mache es eben, weil ich glaube, dass es im Moment (noch) das ist, was Gott von mir erwartet.
Der Konflikt mit dem Ordinarius
Giuseppe Nardi: Ihre Veröffentlichungen haben schließlich zu einem Konflikt mit Ihrem Erzbischof geführt. Wie hat er zunächst auf Ihre Texte reagiert? Ihr Erzbischof ist erst kurz im Amt. Wie war es vorher?
Nach unseren Informationen wurde Ihnen ein ausdrückliches Schreibverbot erteilt. Was genau wurde Ihnen untersagt? Mit welcher Begründung?
Welche Konsequenzen wurden Ihnen für den Fall angedroht, dass Sie weiter veröffentlichen?
Wie muss man sich im kirchlichen Bereich ein solches Gespräch vorstellen? Wurden Ihre Argumente ernsthaft angehört? Hat man mit Ihnen – um einen heute gerne gebrauchten Begriff zu verwenden – tatsächlich „synodal“ gesprochen?
Joachim Heimerl von Heimthal: Von Kardinal Schönborn, der mich zum Priester geweiht hat, kann ich nur das Beste sagen, und ich verdanke ihm sehr viel. Er hat, soweit ich weiß, alle meine Texte gelesen, und auch wenn er nicht immer in allem meiner Meinung war, war es doch immer ein freundlicher, fairer und zutiefst menschlicher Austausch, der nie ein autoritäres Gefälle hatte. Im Gegenteil: Der Kardinal hat die seltene Eigenschaft, Kritik so liebenswürdig zu verpacken, dass man sie gerne annimmt und dabei auch noch etwas lernt. Ich bewundere ihn grenzenlos, durfte lange Zeit in seiner unmittelbaren Nähe sein und schätze ihn sehr. Er hat das, was man den „Adel der Seele“ nennt; eine rare Gabe, weit mehr als sein Grafenstand. Ich verdanke seiner Großzügigkeit die größte Gnade meines Lebens, das Priestertum. Erzbischof Grünwidl kenne ich dagegen nicht persönlich; er hat mir ein paar Briefe geschrieben, die nicht sehr freundlich waren, dafür aber in einer etwas überlebten Weise sehr autoritär.
Vor kurzer Zeit habe ich einen weiteren ziemlich schroffen Brief von ihm erhalten, in dem er mir aus heiterem Himmel ein „Publikationsverbot“ auferlegt hat. Kurioserweise schwankte die Anrede dabei zwischen „Du“ und „Sie“, so sicher scheint er sich seiner Sache also gar nicht zu sein, und die Sprache bildet das sehr genau ab. Er schrieb, wenn ich mich nicht an das „Publikationsverbot“ halte, würde das „Strafen“ zur Folge haben, die bis zur „Suspendierung“ reichen könnten.
Bitte: In meinem Fall ist das nahezu lächerlich: Ich bin Pensionist und habe keine äußeren Aufgaben mehr. Von der Kirche habe ich übrigens nie ein Gehalt oder dergleichen bezogen, sondern war nur ehrenamtliche Seelsorgsaushilfe am Stephansdom, was ich ebenfalls längst aufgegeben habe. Aber scheinbar will man sich an mir abarbeiten und aufgrund meiner medialen Präsenz ein Exempel statuieren. Daran kann ich niemand hindern. Es ist aber nichts, was ich wirklich ernst nehme oder was mich ernsthaft beschäftigt. Es sagt nichts über mich, aber viel über die heutige Kirche und über Erzbischof Grünwidl aus, der sich damit selbst blamiert.
Ich habe ihm geschrieben, dass es heute durchaus üblich ist, jene mit „Verboten“ zu belegen, die den Glauben der Kirche bekennen, während Zölibatskritiker und Häretiker unbehelligt bleiben und sich äußern können, wie auch immer sie wollen. Das ist der Trend in unserer Zeit, und die Bischöfe machen dabei munter mit. Ein Trauerspiel.
Ein Gespräch zwischen Grünwidl und mir hat es nie gegeben, auch keine inhaltliche Auseinandersetzung. Ich weiß nicht, welche meiner Texte kritisiert wurden, und der Erzbischof wiederum kann nicht einmal belegen, ob es sich um Texte handelt, die von mir autorisiert oder aber gefälscht sind.
Kurzum: Die Sanktion des Erzbischofs hat überhaupt keine soliden Grundlagen und wäre juristisch schon deshalb eine Luftnummer. Dennoch verhängt er ein „Publikationsverbot“ nach Gutdünken, als ob er die absolute Macht dazu hätte. Das ist entweder eine Form von Selbstüberschätzung oder – noch schlimmer – der typische Umgang eines Bischofs mit einem seiner Priester, wie er allenthalben zu beobachten ist, weit entfernt von jeder behaupteten „Synodalität“ und allen guten Umgangsformen. In München ist derlei schon immer Gang und Gäbe; das berichten mir leidgeprüfte Mitbrüder beständig.
Grünwidls Benehmen mir gegenüber möchte ich innerhalb dieses typischen Phänomens als „up to down“ beschreiben; es wirkt auf mich beinahe wie eine Karikatur aus fernen Zeiten: ein „Fürstbischof“, der Dekrete erlässt und nach Gutdünken über seine Untergebenen entscheidet. Die mediale Fassade, die seinerseits aufrechterhalten wird, ist freilich eine andere: „synodal“ und irgendwie „franziskanisch“, aber das ist viel zu ostentativ und zu durchschaubar.
Unter Kardinal Schönborn wäre derlei völlig unvorstellbar gewesen. Schönborn hat in seiner Authentizität von selbst überzeugt und ist ein zutiefst bescheidener und nobler Mann, ein Gentleman der alten Schule.
Was Grünwidls „Publikationsverbot“ betrifft, hat das Ganze eine höchst problematische Seite, weil es ein klarer und eklatanter Verstoß gegen die Grundrechte ist.
Die Einschränkung der Meinungsfreiheit steht niemandem zu, auch keinem Erzbischof. Jeder, der dergleichen versucht, muss sich den Vergleich mit autoritären Systemen gefallen lassen, und zwar vom Faschismus und Kommunismus bis hin zu den Zuständen im heutigen Russland oder in China.
Wenn sich Grünwidl wie viele Bischöfe gern medienwirksam für „unsere Demokratie“ einsetzt (als ob das die Hauptaufgabe eines Bischofs wäre!), überzeugt dies vor diesem Hintergrund nicht: Wer gegen die Meinungsfreiheit handelt, weil er die Kirche wohl für einen rechtsfreien Raum hält, in dem ein Bischof tun kann, was er möchte, hat von Demokratie rein gar nichts verstanden.
Dazu passt es dann auch, wenn „Publikationsverbote“ als Willkürakte „vom Himmel“ fallen und eben nicht Teil eines geordneten Verfahrens nach rechtsstaatlichem Vorbild sind. Von demokratischen oder wie auch immer gearteten „synodalen“ Prinzipien fehlt hier jede Spur!
Kurz: Wer Grundrechte einschränkt, hat sich grundsätzlich immer und überall disqualifiziert, und das gilt auch für Erzbischof Grünwidl. Sein Vorgehen gegen mich verurteilt ihn selbst und beleuchtet zugleich das Milieu, in dem man sich am Stephansplatz befindet. Dazu könnte ich freilich vieles sagen, was heute aber nicht zu unserem Thema passt.
Gehorsam und Gewissen
Giuseppe Nardi: Jeder Priester verspricht bei seiner Weihe seinem Bischof Ehrfurcht und Gehorsam. Wie gehen Sie mit diesem Versprechen in einer Situation um, in der Sie offenbar überzeugt sind, aus Gewissensgründen nicht schweigen zu können?
Befinden Sie sich hier in einem Gewissenskonflikt zwischen dem Gehorsam gegenüber Ihrem
Bischof und Ihrer Verantwortung gegenüber der Wahrheit, wie Sie sie erkennen?
Werden Sie trotz des Verbots weiterhin schreiben?
Joachim Heimerl von Heimthal: Ich habe schon lange die Absicht, meinen Lesern Adieu zu sagen. Meine Gesundheit wird nicht besser, und ich werde das Schreiben sicher schon aus diesem Grund über kurz oder lang aufgeben müssen. Genau das habe ich übrigens auch dem Erzbischof gesagt.
Wer meine Veröffentlichungen verfolgt, hat sicher bemerkt, dass sie mittlerweile rarer geworden sind. Allerdings habe ich doch noch etliche Themen, mit denen ich mich gerne befassen möchte, aber die hat jeder, der schreibt. Schon lange möchte ich beispielsweise eine eher mystische Betrachtung der Heiligen Messe schreiben oder auch etwas zum Thema „Mittlerin aller Gnaden“. Ich lebe aber nicht in der Wahnvorstellung, alles publizieren zu müssen, was ich publizieren könnte. Ich hoffe immer, dass andere das Wort ergreifen, insbesondere auch Priester, und sehe mich selber als absolut verzichtbar an. Goethe sagte einmal: „Ich weiß nicht, warum ich Narr so viel schreibe“, und unterm Strich geht es mir ebenso; ich möchte mich aber nicht mit dem Geheimrat vergleichen, der ja einer meiner guten „Bekannten“ ist.
Der Gehorsam, den jeder Priester bei der Weihe verspricht, gilt einzig Christus und der Kirche.
Ich habe mich an diesen Gehorsam immer gehalten und Christus und der Kirche mit meinen Texten gedient, so gut ich es vermochte.
Niemals habe ich etwas geschrieben, was gegen den Glauben der Kirche verstößt; im Gegenteil: Ich habe mit meinen Texten das Evangelium verkündet und den überlieferten Glauben bewahrt, und auch das habe ich bei der Weihe versprochen.
Das Versprechen des Gehorsams steht ja gerade nicht über den anderen Weiheversprechen und schränkt diese schon gar nicht ein. Allerdings ist es leider üblich geworden, dass viele den Gehorsam als „Kadavergehorsam“ missverstehen, gerade in eher traditionellen Kreisen. Das ist jedoch eine Pervertierung dessen, was der wirkliche Gehorsam meint.
Darüber hinaus ist der Gehorsam niemals eine Art „Gegenstück“ zu den Grundrechten; das wäre ja noch schöner. Ein Bischof, der einem heute die freie Meinungsäußerung verbietet, schränkt morgen weitere Grundrechte ein. Wo bitte kämen wir da hin, wenn das möglich wäre?! Überall dort, wo der Gehorsam in die verfassungsmäßig geschützten Rechte des Einzelnen einzugreifen versucht, wird er entweder sektiererisch und/oder zu einer Form dessen, was man gemeinhin als „geistlichen Missbrauch“ beschreibt.
Ein weiteres Beispiel illustriert das: Erzbischof Grünwidl hat mich schon vor über einem Jahr „im Gehorsam“ aufgefordert, in Deutschland (!) Kirchensteuern zu zahlen, was schon sehr speziell ist, wenn Sie mich fragen. Er hat dann zwar nicht weiter darauf bestanden (was sich vermutlich nun ändern wird), aber auch das ist höchst prekär: Die Vermischung von Geldforderung und Gehorsam ist ein absolutes „No-Go“, zeigt aber, wie die Kirche hierzulande tickt: „Tue, was man Dir befiehlt!“ „Zahle und gehorche!“ Und schließlich: „Gib Deine Grundrechte gehorsam auf.“
Es tut mir leid, aber sicher nicht mit mir, und ich hoffe, mit niemandem, der einigermaßen bei klarem Verstand ist. Solche Monstrositäten passen nicht mehr in unsere Zeit und sind – gottlob – heute auch niemandem mehr vermittelbar.
Persönliche Folgen
Giuseppe Nardi: Drohen Ihnen im Ernstfall kirchenrechtliche Maßnahmen bis hin zur Suspendierung? Bereitet Ihnen diese Aussicht Sorge?
Wie erleben Sie diese Situation persönlich – als Priester, aber auch als Mensch?
Joachim Heimerl von Heimthal: Ich bin nicht der Typ, der Angst hätte oder der klein beigibt, und schon immer habe ich den seligen Pater Rupert Mayer bewundert, der zu sagen pflegte: „Ich schweige nicht!“ – Kein Priester darf schweigen, und am wenigsten über die Missstände in der heutigen Kirche, deren authentisches Lehramt sich inzwischen teilweise selbst suspendiert hat. – Nein, ich weiß mich frei von Angst um mich selber; mir kann niemand etwas tun. Ich lebe schon immer frei von äußeren Abhängigkeiten, und das provoziert natürlich nur umso mehr; ich habe mich im Laufe meines Lebens daran gewöhnt.
Schon in meiner Jugend hat mich übrigens die Gestalt der Marie de l’Incarnation in Le Forts Novelle „Die Letzte am Schafott“ begeistert, die vor dem Revolutionstribunal sagt: „Wovor sollten wir erschrecken außer vor dem Gedanken, Christus zu missfallen, den feierlich bekennen zu dürfen Sie uns hier die Ehre erweisen!“ Das ist schon lange mein persönliches Vorbild, und genau diese Tapferkeit brauchen wir auch heute in einer Kirche, die sich – ebenfalls in einer Revolution – immer mehr von dem entfernt, was sie selbst immer gelehrt und geglaubt hat.
Marco Politi hat das treffend einen „Bürgerkrieg“ in der Kirche genannt, und in diesem Bürgerkrieg müssen wir uns in der Weise bekennen wie Marie de l’Incarnation.
Genau das werde ich tun, und diese Haltung werde ich niemals aufgeben; ich würde mich sonst selber verachten. Ein Mann, der nicht zu seinen Überzeugungen steht, ist eine lächerliche Figur, und davon haben wir in der Kirche genug.
Die „Strafen“, die man mittlerweile gegen rechtgläubige Priester verhängt, sind willkürlich und treffen über kurz oder lang sicher jeden von uns, der beim „alten“ Glauben bleibt: „Suspendierung“, „Laisierung“, „Exkommunikation“ – nacheinander oder alles zusammen; man weiß es nicht.
Was sich hinter diesen wohlfeilen „Strafen“ verbirgt, ist jedoch nichts weniger als eine Infragestellung des Weihesakraments: Priester ist man aber auf immer und ewig, und nicht einmal ein Papst könnte das ändern, ganz gleich, welche „Strafe“ man über einen Priester verhängt. Christus selber bleibt jedem Priester treu, und jedes Sakrament, das er in seinem Namen spendet, spendet er deshalb ausnahmslos gültig. Das ist ein großer Trost und eine unermessliche Gnade.
Die Strafaktionen gegen rechtgläubige Priester sind vor diesem Hintergrund eine Farce geworden, und ich nehme sie nicht mehr ernst. Letztlich sind sie ein Ritterschlag für die, die noch treu zur Kirche stehen. – Meine Familie hat den Ritterschlag allerdings bereits aus der Hand Kaiser Karls VI. erhalten, und ich gedenke nicht, dem keine Ehre zu machen und einfach zu schweigen. Christus ist mein Richter, niemand sonst.
Die gegenwärtige Entwicklung der Kirche
Giuseppe Nardi: Sie gehören zu den profiliertesten Kritikern der gegenwärtigen Entwicklung in der Kirche. Was bereitet Ihnen derzeit die größten Sorgen?
Was verstehen Sie unter der sogenannten „synodalen Kirche“? Ist dieser Weg aus Ihrer Sicht eine Erneuerung oder eher eine Gefährdung der katholischen Identität?
Joachim Heimerl von Heimthal: Kein Mensch weiß, was „Synodalität“ konkret überhaupt sein soll. Es handelt sich dabei um eine fragwürdige Phantasie von Papst Franziskus, die leider nicht mit ihm ins Grab gesunken ist.
Tatsächlich kennt die Kirche diesen Begriff jedoch nicht. Darüber hinaus ist sie ihrem Wesen nach eben nicht „synodal“, sondern katholisch und apostolisch. Wer anderes behauptet, ist nicht katholisch, sei er auch Bischof oder Papst.
Hinter der Chiffre „synodal“ verbirgt sich in Wahrheit nichts anderes als der leicht durchschaubare Versuch, in die Kirche protestantische Häresien einzuführen und diese als „katholisch“ auszugeben.
Wie bei allen Revolutionen ist es dabei üblich geworden, dass man vehement und mit aller Härte auf haltlose Ideologien eingeschworen werden soll, und wehe dem, der dem Druck standhält und sich weigert, sich zur Ideologie der „synodalen Kirche“ zu bekennen.
Letztlich haben sich Franziskus und seine Leute diese Methode wohl bei den Diktatoren des 20. Jahrhunderts abgeschaut, aber sicher nicht bei Jesus Christus.
Dazu passt die Lüge von einer angeblich „hörenden“ Kirche, die für alle offen sein soll und in der sich jeder äußern kann, wie er möchte. Dass das nicht stimmt, sieht man sehr deutlich an meinem Fall: Wer – wie ich – am überlieferten katholischen Glauben festhält, wird niedergeknüppelt und mundtot gemacht. DAS ist „Synodalität“, wie man sie in der Kirche von heute versteht! – Na, bravo!
Zusammenfassend ist die „synodale Kirche“ das Erbe eines desaströsen Pontifikats, und wie es aussieht, wird Leo XIV. dieses Desaster vollenden, das allzu offensichtlich die Handschrift des Feindes trägt.
Ich bin mir aber sicher: Man hat die Rechnung hier ohne den Wirt gemacht. Der Herr der Kirche ist schließlich nicht der Papst. Die meisten Katholiken scheinen das jedoch inzwischen zu vergessen und fallen einem fanatischen Hyperpapalismus anheim, vor dem ich nur warnen kann und der nie katholisch war.
Tradition und Liturgie
Giuseppe Nardi: Welche Bedeutung hat für Sie die überlieferte Messe? Was macht ihren besonderen geistlichen Wert aus?
Ist die Auseinandersetzung um die Liturgie in Wahrheit Ausdruck eines viel tieferliegenden Konflikts über das Selbstverständnis der Kirche?
Joachim Heimerl von Heimthal: Ich habe die überlieferte Messe erst im Widerstand gegen das Dokument „Traditiones custodes“ von Papst Franziskus entdeckt und habe ihren Reichtum sofort begriffen.
Natürlich ist die sogenannte „neue Messe“ ebenfalls gültig, aber sie hat, wie man spätestens seit der „Ottaviani Intervention“2 weiß, nicht unerhebliche Defizite.
Die überlieferte Messe bildet den katholischen Glauben dagegen vollumfänglich ab; sie spiegelt das Wesen der Kirche in reinster und erhabenster Gestalt.
Fatalerweise ist dieses Kirchenverständnis aber eben nicht mehr dasjenige, das heute in Rom erwünscht ist. Die überlieferte Messe ist deshalb zum Prüfstein der Rechtgläubigkeit geworden und zum Zeichen für den Riss, der längst durch die Kirche geht.
Es ist wahr: Beide Riten stehen für ein völlig unterschiedliches Kirchenbild und sind in ihrer Gegensätzlichkeit nicht miteinander vereinbar. Das ist das grundlegende Problem, vor dem die Kirche steht und das sie fortwährend zu ignorieren versucht.
Die überlieferte Messe ins Abseits zu stellen oder zum „außerordentlichen Ritus“ zu erklären, hilft dem nicht ab; sie ist die Messe der katholischen Kirche, und die Messe Pauls VI. kann das aufgrund ihrer Defizite niemals sein.
Die Priesterbruderschaft St. Pius X.
Giuseppe Nardi: Wie beurteilen Sie die Priesterbruderschaft St. Pius X. heute?
Wie bewerten Sie die Bischofsweihen, die jüngst innerhalb der Priesterbruderschaft St. Pius X.vorgenommen wurden?
Warum, glauben Sie, geht der Heilige Stuhl Ihrer Ansicht nach seit Jahrzehnten so entschieden gegen die Priesterbruderschaft St. Pius X. vor?
Joachim Heimerl von Heimthal: Ich kenne nur einen Priester der Priesterbruderschaft privat, habe sonst aber keinen persönlichen Kontakt. Weil ich die Heilige Messe natürlich selber zelebriere, habe ich nur selten eine Messe der FSSPX besuchen können.
Was die Bischofsweihen betrifft: Ich habe mich schlicht gefreut, die neugeweihten Bischöfe zu sehen. Das muss ich wirklich sagen. Endlich relativ junge Männer, die voll und ganz zum Glauben der Kirche stehen und die nicht schon vor ihrer Weihe mit Äußerungen auffielen, die den katholischen Glauben infrage stellen.
Bei den Bischöfen, die Franziskus oder Leo ernennen, gehört hingegen eine gewisse „Grundhäresie“ mittlerweile zum „guten Ton“, auch eine ablehnende Haltung zum Zölibat etc. pp. Das ist wirklich schwer erträglich.
Die Krise der Kirche wird inzwischen auch daran manifest, wer heutzutage zum Bischof ernannt wird, und da waren diese vier Bischöfe doch endlich eine erfrischende Abwechslung.
Die Predigt, die etwa Msgr. Schreiber am Tag nach seiner Weihe gehalten hat, war Ausdruck tiefster Frömmigkeit. Das hat mich wirklich beeindruckt.
Beeindruckt hat mich aber auch die Haltung, mit der die Bruderschaft all die feindseligen und zutiefst unchristlichen Anwürfe – auch die aus Rom – beantwortet hat: mit einem Geist tiefer Ergebenheit und festen Vertrauens in Gott. Eine derart vorbildliche Haltung habe ich in der Kirche bisher noch nirgendwo gesehen, und ich muss gestehen: Ich selber habe sie leider auch nicht.
Die römische Maschinerie der „Exkommunikation“ gehört dagegen ins finsterste Mittelalter und nicht in unsere Zeit; sie ist heute niemandem mehr vermittelbar, und bei allem Modernismus und aller Anbiederung an die Welt hätte man wenigstens dies nicht übersehen sollen. Die Kirche ist an der falschen Stelle aus der Zeit gefallen und wundert sich dabei auch noch, dass sie kaum noch jemand versteht.
Ohne Zweifel hätte Rom sich gegenüber der FSSPX hochherziger und großzügiger zeigen können. Das wäre eine noble und angemessene Geste gewesen, die dem Papst gut angestanden hätte.
Aber dafür sind dort zu viele mediokre Leute wie Kardinal Fernandez oder Kardinal Roche am Werk, ausgewiesene Feinde der katholischen Tradition und sehr simple Geister. Die wollen keinen Ausgleich mit der FSSPX und mit niemandem, der den überlieferten Glauben teilt. Stattdessen wollte man bewusst das provozieren, was man nun behauptet, nämlich ein angebliches „Schisma“. Über kurz oder lang wäre das so oder so passiert, aber nicht, weil die FSSPX das möchte, sondern einzig und allein durch die römische Autorität.
Ich persönlich lehne es ab, von einem „Schisma“ zu sprechen, denn dafür reichen unerlaubte Bischofsweihen nicht aus. Die Kirche hat das bis in die Zeit Papst Pius’ XII. übrigens immer so gesehen; Msgr. Athanasius Schneider hat darüber jüngst einen glänzenden Aufsatz geschrieben.
Umgekehrt übersieht man heute geflissentlich all die evidenten Schismen um uns her, etwa das Schisma der Bischöfe in Deutschland. Freilich kommt von dort viel Geld nach Rom, und sicher ist das einer der Hauptgründe, warum man dort gern die Augen zudrückt.
Hinzu kommt, dass man im Vatikan mit der Apostasie und Häresie der Deutschen schweigend übereinstimmt; mit anderen Worten: „Schisma“ ist eben nicht gleich „Schisma“, und das ist nur einer von vielen Widersprüchen, der die Kirche inzwischen völlig unglaubwürdig macht.
Der Kampf Roms gegen die FSSPX ist letztlich natürlich nur ein „Stellvertreterkrieg“.
Was man in der Kirche partout nicht mehr duldet, ist der traditionelle katholische Glaube, den man bestenfalls in ein Reservat verbannen möchte. Stattdessen soll ein neuer Glaube und eine neue Kirche etabliert werden, die mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil beginnt. Alles, was vorher katholisch war, zählt heute nicht mehr.
Wenn man sich beispielsweise ansieht, was Rom von denen verlangt, die der FSSPX den Rücken kehren wollen (ich vermute, das werden nicht viele sein), dann wird dies sehr deutlich: Das Zweite Vatikanische Konzil ist zu einer Art „Superdogma“ aufgeblasen worden, auf das alle vereidigt werden sollen, und wer das verweigert, ist schlichtweg raus.
Alle anderen Konzile zählen dagegen nicht mehr, und das, was immer katholisch war, wird einfach „theologisch“ wegerklärt: Man sagt den Leuten, es gäbe keinen Bruch nach DEM Konzil, sondern eine vorgebliche „Kontinuität“, aber jeder, der einigermaßen eins und eins zusammenzählen kann, kapiert, dass das eine Lüge ist: Man kann nicht heute das Gegenteil von dem erklären, was man gestern für eine geoffenbarte Wahrheit ausgegeben hat, und dabei behaupten, das habe sich nun anders „entwickelt“. Wer ist bitte so töricht und glaubt das? Und wer kann damit noch Menschen gewinnen?
Fakt ist: Die Kirche hat sich von ihrer Tradition und damit von sich selbst gelöst. Wenn das so weitergeht, wird sie – nach menschlichem Ermessen – über kurz oder lang daran zugrunde gehen. Die FSSPX bewahrt dagegen den katholischen Glauben, und das ist gut so.
Eine persönliche Frage
Giuseppe Nardi: Würden Sie selbst bei einem Priester der Priesterbruderschaft St. Pius X. beichten? Warum?
Joachim Heimerl von Heimthal: Grundsätzlich möchte ich jedem Katholiken die häufige Beichte empfehlen und halte das selber so. Optimal ist eine wöchentliche Beichtpraxis. Ich selbst bin immer dankbar, wenn ich die Möglichkeit zur Beichte habe, und nutze sie, so oft ich kann.
Die Beichte ist jedoch eine viel zu heilige Sache, als dass man damit Kirchenpolitik machen dürfte, was derzeit jedoch leider geschieht.
Natürlich steht es jedem frei, seinen Beichtvater auszuwählen – und das gilt selbstverständlich auch für die Beichtväter der Piusbruderschaft. Wer dort beichten will, wird das tun. Da lässt sich niemand bevormunden. Ich selbst habe bei der Piusbruderschaft bisher noch nie gebeichtet, aber lediglich deshalb, weil es sich nie ergeben hat.
Dass die Beichten bei der Piusbruderschaft nun nicht mehr gültig sein sollen, ist jedoch absoluter Nonsens. Zwar ist es richtig, dass ein Priester die Erlaubnis seines Bischofs braucht, um Beichte zu hören. Das ist aber nur ein kirchenrechtlicher Aspekt, der weder die sakramentale Vollmacht des Priesters noch die Gültigkeit der Beichte umfasst.
Die Vollmacht zur gültigen Sündenvergebung erhält nämlich jeder Priester ausschließlich durch seine gültige Weihe. Wäre das nicht so, könnte ein Bischof ja auch Laien die Erlaubnis zur Beichte erteilen – und nur in diesem Fall wären die Beichten dann wirklich ungültig.
Eine gültige Beichte bei der Piusbruderschaft ist dagegen immer und unter allen Umständen möglich. Wer dies bestreitet, bestreitet letztlich die Sakramentalität der Priesterweihe (s. o.) wie auch die der Beichte.
Natürlich weiß ich, dass der Vatikan das Gegenteil behauptet, aber: Die Gültigkeit der Sakramente kann auch der Papst nicht mit einem Federstrich erledigen! Diese Vollmacht hat Gott allein, und darauf dürfen wir gegenüber dem Papst durchaus bestehen.
Blick nach vorne
Giuseppe Nardi: Arbeiten Sie trotz der aktuellen Situation bereits an weiteren Veröffentlichungen oder Projekten?
Wie stellen Sie sich Ihre priesterliche Zukunft vor?
Abschließend: Was möchten Sie Katholiken mit auf den Weg geben, die sich angesichts der
gegenwärtigen Entwicklungen in der Kirche verunsichert fühlen?
Joachim Heimerl von Heimthal: Ich habe keine Wünsche und keine Vorstellung von dem, was meine Zukunft bringen wird. Kranke Menschen sehen die Dinge manchmal auch entspannter oder von einer höheren Warte aus, was mir manchmal ganz gut gelingt.
Was auch kommt: Ich werde weiterhin die Heilige Messe allein und nur in der Gegenwart des himmlischen Hofes hier in der Hauskapelle feiern und denen als Priester dienen, die dies in Anspruch nehmen. Das sind natürlich nur noch sehr, sehr wenige, aber darauf kommt es nicht an. Ich habe Gott mein „Adsum“ gegeben, und er hat mir das unauslöschliche Siegel des Priestertums geschenkt. Dabei bleibt es. Ich bin nicht der Herr über meinen priesterlichen Weg. Das ist Gott allein, und was er mit mir vorhat, das wird immer das Beste sein.
Dass ich weiterhin schreiben werde, ist für mich prinzipiell keine Frage. Das bin ich Gott und der Kirche schuldig. – Um noch einmal Pater Mayer zu zitieren: „Ich schweige nicht“, und niemand wird mich zum Schweigen bringen. Es ist aber mehr als möglich, dass mich meine gesundheitliche Situation nun dazu zwingt, nichts mehr zu veröffentlichen, und so soll es dann eben sein.
Danken möchte ich allen, die mich und meine Texte schätzen.
Bleiben Sie bitte standhaft im Glauben und stehen Sie treu zur Kirche, auch wenn es heute nicht immer leicht ist. Maria, die Mittlerin aller Gnaden, wird Ihnen helfen, wenn Sie sich ihr anvertrauen. Das erfahre ich selber immer wieder.
Allen Kranken möchte ich als einer von ihnen sagen: Tragen wir das, was uns auferlegt ist, so gut wir können, mit Christus am Kreuz. Er wird uns nie verlassen, und die Muttergottes wird immer bei uns sein.
Gott segne Sie +
Bild: Wikicommons/Privat
1 Unterschiedliche Schreibweisen von Eigennamen waren bis weit in das 19. Jahrhundert hinein in allen gesellschaftlichen Schichten verbreitet; eine einheitliche Festlegung von Familiennamen und Orthographien setzte sich erst allmählich durch.
2 Die Kardinäle Alfredo Ottaviani und Antonio Bacci veröffentlichten 1969, unterstützt von einer Gruppe von Theologen, ein kritisches Schreiben gegen die damals von Papst Paul VI. neu eingeführte Liturgie. Der Vollständige Titel lautet: „Breve esame critico del Novus Ordo Missae“ („Kurze kritischer Untersuchung des Novus Ordo Missae“). Darin argumentieren sie, dass der neue Messordo eine Reihe von theologischen Problemen aufweise, insbesondere hinsicht der Darstellung des Messopfers, der Rolle des Priesters, des Opfercharakters der Eucharistie, der Betonung der Mahlgemeinschaft gegenüber der Opferdimension und die Kontinuität mit der überlieferten römischen Liturgie:
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