Die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche und die vielen Schismen

Ein Bekenntnis zur Kirche


Von Msgr. Dr. Mari­an Eleganti*

Ich habe als Reak­ti­on auf mei­ne Bei­trä­ge vie­le Kom­men­ta­re gele­sen, Vide­os ange­schaut, Emails und Social-Media-Bot­schaf­ten erhal­ten. Mit gro­ssem Auf­wand ver­su­chen Tra­di­tio­na­li­sten und ihnen nahe ste­hen­de Per­so­nen etwas zu recht­fer­ti­gen, was ein­fach nicht zu recht­fer­ti­gen ist: Bischofs­wei­hen ohne die Zustim­mung des Pap­stes! Bischofs­wei­hen ent­schei­den objek­tiv (ipso fac­to) über das Inner­halb oder Ausser­halb der Kir­che, weil die Kir­che auf Petrus gegrün­det ist, hier­ar­chisch und sicht­bar ver­fasst ist, näm­lich als Bischofs­kol­le­gi­um mit dem Papst als sei­nem Haupt an der Spit­ze in der Nach­fol­ge der Apo­stel (Bischö­fe) und des hl. Petrus (Päp­ste). Dar­an ändern alle auf dem Tisch lie­gen­den Argu­men­te, wel­che vom Papst nicht auto­ri­sier­te Bischofs­wei­hen legi­ti­mie­ren sol­len, nichts.

Der Hl. Pau­lus war sich der Bedeu­tung der Ein­heit mit Petrus bewusst. Des­halb woll­te er trotz sei­ner direkt von Chri­stus emp­fan­ge­nen Beru­fung, sei­ner hohen Erkennt­nis­se und sei­nes enor­men Ein­sat­zes bei der Grün­dung von neu­en Gemein­den, nicht ohne die Bestä­ti­gung und Sen­dung durch Petrus wei­ter­ma­chen. Wie er sagt: um nicht «ins Lee­re» zu lau­fen! Das wäre er, hät­te er sein Evan­ge­li­um (von der Beru­fung der Hei­den ohne Beschnei­dung und allein durch Glau­ben) gegen den Wil­len des hl. Petrus und ohne Bestä­ti­gung sei­ner Mis­si­on durch ihn (expli­zi­te Sen­dung durch Petrus, zu den Hei­den zu gehen) wei­ter­hin ver­kün­det und ent­spre­chen­de «pau­li­ni­sche» Gemein­den gegrün­det. Aber genau das woll­te er nicht: eine Beru­fung auf sei­nen Namen und eine Teil­kir­che ohne Ein­heit mit Petrus (Kephas) aus eige­ner Kraft (Auto­no­mie) und auf­grund eige­ner Ein­sicht (Bes­ser­wis­se­rei).

«Vier­zehn Jah­re spä­ter ging ich wie­der nach Jeru­sa­lem hin­auf, zusam­men mit Bar­na­bas; ich nahm auch Titus mit. Ich ging hin­auf auf­grund einer Offen-barung, leg­te der Gemein­de und im Beson­de­ren den «Ange­se­he­nen» das Evan­ge­li­um vor, das ich unter den Hei­den ver­kün­di­ge; ich woll­te sicher sein, dass ich nicht ver­geb­lich lau­fe oder gelau­fen bin.» Gal 2,1–2.

Dann schreibt er weiter:

«Im Gegen­teil, sie sahen, dass mir das Evan­ge­li­um für die Unbe­schnit­te­nen anver­traut ist wie dem Petrus für die Beschnit­te­nen, denn Gott, der Petrus die Kraft zum Apo­stel­dienst unter den Beschnit­te­nen gege­ben hat, gab sie mir zum Dienst unter den Hei­den und sie erkann­ten die Gna­de, die mir ver­lie­hen ist. Des­halb gaben Jako­bus, Kephas und Johan­nes, die als die «Säu­len» Anse­hen genie­ssen, mir und Bar­na­bas die Hand zum Zei­chen der Gemein­schaft: Wir soll­ten zu den Hei­den gehen, sie zu den Beschnit­te­nen.» Gal 2,7–9.

Ohne die Sen­dung und Bestä­ti­gung durch Petrus woll­te Pau­lus sei­ne Mis­si­on nicht fortsetzen.

In die­sem Sin­ne han­delt die Pius­bru­der­schaft seit Jahr­zehn­ten ohne päpst­li­che Sen­dung. Ihre Prie­ster und Bischö­fe sind sus­pen­diert, ohne kirch­li­che Legi­ti­ma­ti­on und Sen­dung, die Prie­ster ohne Inkar­di­na­ti­on, die Bischö­fe ohne Bis­tum und ohne päpst­li­ches Man­dat. Und jetzt wol­len sie wie­der Bischö­fe wei­hen, selbst wenn die­ser Wei­hen gegen den Wil­len des Pap­stes durch­ge­führt wer­den soll­ten (Stand der Din­ge: März 2026). Die Beschwich­ti­gung die­ses schis­ma­ti­schen Aktes mit dem Hin­weis, dass die­se Bischö­fe ohne Man­dat des Pap­stes ja über kei­ne Juris­dik­ti­on ver­füg­ten und des­halb als rei­ne Weih­bi­schö­fe (buch­stäb­lich!) zu ver­ste­hen sei­en, ist mit­tel­al­ter­lich, ein selt­sa­mes Ver­ständ­nis des Bischofs­am­tes und eine Rück­ab­wick­lung von Vati­ka­num I und II. Im Mit­tel­al­ter gab es «Lai­en­bi­schö­fe» (Für­sten) ohne Wei­he (dafür hiel­ten sie sich Weih­bi­schö­fe), aber mit bischöf­li­cher Juris­dik­ti­on (Voll­macht), wie es heu­te muta­tis mut­an­dis im Vati­kan eine «Lai­en­bi­schö­fin» (ohne pote­stas sacra), näm­lich eine Prä­fek­tin gibt, der ein Kar­di­nal bzw. Bischof (mit pote­stas sacra) als Vize­prä­fekt an die Sei­te gestellt (oder unter­stellt?) ist. In bei­den Fäl­len wer­den Wei­he (pote­stas sacra) und Juris­dik­ti­on getrennt gehand­habt. Aber genau das hat das letz­te Kon­zil nicht gewollt, son­dern zusam­men­ge­bracht. Die Bischofs­wei­he ver­mit­telt gemäss sei­ner Leh­re die Fül­le des Prie­ster­tums mit den Tria Mun­e­ra: Lehr­amt (1), Hei­li­gungs­amt (2), Hir­ten­amt (3). Letz­te­res, das Lei­tungs­amt (Juris­dik­ti­on) kann legi­ti­mer­wei­se nur in der Ein­heit mit dem Papst aus­ge­übt wer­den, d.h. nur mit sei­ner Zustim­mung (Ernennung/​ Anerkennung/​Sendung), wird aber durch die Wei­he ver­mit­telt. Des­halb ist eine uner­laub­te Bischofs­wei­he ein schis­ma­ti­scher Akt und vom Kir­chen­recht (mit Recht!) mit Exkom­mu­ni­ka­ti­on latae sen­ten­tiae sank­tio­niert. Bei uner­laub­ten Bischofs­wei­hen geht es in der Tat um «To be or not to be» der Kir­che als der einen, hei­li­gen, katho­li­schen und apo­sto­li­schen! Hier geht es um die Sicht­bar­keit und Ein­heit der Kir­che, nicht um juris­dik­tio­nel­len Positivismus.

In der Ses­sio XXIII (15. Juli 1563) des Kon­zils von Tri­ent, dem Dekret über das Sakra­ment der Prie­ster­wei­he (De Sacra­men­to Ordi­nis), wer­den das Wei­he­sa­kra­ment und die Hier­ar­chie behan­delt. Dort (Kapi­tel IV und Kanon 7)1 lehrt das Kon­zil im Zusam­men­hang der Fra­ge der (nicht not­wen­di­gen) Zustim­mung des Vol­kes oder einer welt­li­chen Auto­ri­tät für die Gül­tig­keit einer Wei­he: Wer ohne kirch­li­che und kano­ni­sche Auto­ri­tät (eccle­sia­sti­ca et cano­ni­ca pote­stas) ordi­niert wird oder eine Wei­he sich selbst anmasst, ist kein recht­mä­ssi­ger Die­ner, son­dern ein Dieb und Räuber.

Der Hl. Pau­lus beklagt inner­kirch­li­che Par­tei­un­gen, die Schis­men vorbereiten:

«Ich ermah­ne euch aber, Brü­der, im Namen Jesu Chri­sti, unse­res Herrn: Seid alle ein­mü­tig und dul­det kei­ne Spal­tun­gen unter euch; seid ganz eines Sin­nes und einer Mei­nung. Es wur­de mir näm­lich, mei­ne Brü­der, von den Leu­ten der Chloë berich­tet, dass es Zank und Streit unter euch gibt. Ich mei­ne damit, dass jeder von euch etwas ande­res sagt: Ich hal­te zu Pau­lus – ich zu Apol­los – ich zu Kephas – ich zu Chri­stus. Ist denn Chri­stus zer­teilt? Wur­de etwa Pau­lus für euch gekreu­zigt? Oder seid ihr auf den Namen des Pau­lus getauft wor­den? Ich dan­ke Gott, dass ich nie­mand von euch getauft habe, ausser Kri­s­pus und Gai­us, sodass kei­ner sagen kann, ihr sei­et auf mei­nen Namen getauft wor­den.» 1 Kor 1,10–15.

Lei­der ist die Pius­bru­der­schaft mit Mar­cel Lefeb­v­re (1905–1991) auch zu so einer Par­tei gewor­den, die sich nament­lich auf den Grün­der beruft. Auch er hat der Uni­ver­sal­kir­che beim Wei­he­got­tes­dienst 1988 in sei­ner Pre­digt abge­spro­chen, die wah­re Kir­che zu sein («Das ist nicht mehr die katho­li­sche Kir­che!»). Mit den uner­laub­ten Bischofs­wei­hen ging er ins Schis­ma. Ähn­lich haben es nach dem Vati­ka­num I die Alt­ka­tho­li­ken gemacht mit ver­wand­ten Argu­men­ten (Tra-diti­on). Aber es gibt eben nur eine Kir­che. Chri­stus und die Kir­che sind untrenn­bar. Indem die Pius­bru­der­schaft die­se Kir­che und ihre Sakra­men­te seit dem Kon­zil in Bezug auf die Ver­mitt­lung der zum Heil not­wen­di­gen Gna­den für defi­zi­tär erklärt und auf eine Wei­se in Fra­ge stellt, die nicht zu recht­fer­ti­gen ist, ver­rät sie ein schis­ma­ti­sches Den­ken (den Gläu­bi­gen wird abge­ra­ten, eine Novus-Ordo-Mes­se zu besu­chen; Prie­ster zele­brie­ren sie nicht). Die beklag­ten Miss­stän­de in der Kir­che ändern dar­an nichts. Auch wenn die Pius­bru­der­schaft es erklär­ter­ma­ssen ver­neint, eine «Kir­che in der Kir­che» oder «neben der Kir­che» sein zu wol­len, ver­hält sie sich exakt so: wie eine Kir­che in der Kir­che oder neben der Kir­che. Sie prak­ti­ziert eine ent­spre­chen­de Auto­no­mie und Glau­bens­pra­xis ohne kirch­li­che Juris­dik­ti­on, angeb­lich «vor­über­ge­hend», um die Tra­di­ti­on, den Glau­ben, die Hl. Mes­se und die Sakra­men­te unver­fälscht (im Gegen­satz zur Uni­ver­sal- sprich «Kon­zils­kir­che») zu bewah­ren. Was ist die­se Auto­no­mie ande­res als ein Schis­ma? Ich glau­be nicht, dass sie zur Kir­che zurück­fin­den wer­den, wenn sie ohne päpst­li­ches Man­dat im Juni Bischö­fe wei­hen. Sie wer­den genau das sein, was sie nicht zu sein behaup­ten: eine Kir­che, die ein­zig treue und unver­fälsch­te, neben der Kir­che, die nach ihrer Über­zeu­gung von der Tra­di­ti­on abge­fal­len ist. Über Details kann man reden. Bischofs­wei­hen sind kei­ne solchen.

Die Uni­ver­sal­kir­che wäre gut bera­ten, sich der in unse­rem Zusam­men­hang geäu­sser­ten Kri­tik und den vie­len Hin­wei­sen auf Häre­si­en und Miss­bräu­che in der Kir­che zu stel­len, letz­te­re zu iden­ti­fi­zie­ren und zu sanktionieren:

Durch Ver­ur­tei­lung und Aus­schluss, egal von wel­cher Sei­te (tra­di­tio­na­li­stisch oder moder­ni­stisch) die Häre­ti­ker und Schis­ma­ti­ker kommen.

Im Sinn der Tra­di­ti­on: Exklu­si­on, nicht Inklu­si­on! Ich wün­sche mir die­se Klar­heit sowohl in Bezug auf die Pius­bru­der­schaft, falls sie uner­laub­ter­wei­se Bischö­fe wei­hen wird, wie auch in Bezug auf den syn­oda­len Weg in Deutsch­land, falls die Bischö­fe zusam­men mit den Lai­en ohne päpst­li­che Appro­ba­ti­on mehr­heit­lich eine neue, eige­ne Kir­chen­ord­nung hoch­zie­hen wer­den, wel­che die sakra­men­ta­le Struk­tur der Kir­chen­lei­tung unter­mi­niert. Ich wün­sche mir die­se Klar­heit auch in Bezug auf die ille­gi­ti­men, kom­mu­ni­sti­schen Bischofs­er­nen­nun­gen in Chi­na, falls sie wie bis­her wei­ter­ge­hen soll­ten. Ich wün­sche mir die­se Klar­heit auch in Bezug auf die Beru­fung von Lai­en in kirch­li­che Lei­tungs­äm­ter, die auf­grund gött­li­cher Ein­set­zung mit der pote­stas sacra (Wei­he) ver­bun­den blei­ben müs­sen und auf­grund des Wesens­un­ter­schie­des zwi­schen Geweih­ten und Nicht­ge­weih­ten nicht Lai­en über­tra­gen wer­den kön­nen. Auch sie müs­sen gestoppt werden.

Aber bit­te: Die Uni­ver­sal­kir­che (z. Zt. mit Papst Leo XIV. an der Spit­ze) ist der mysti­sche Leib Chri­sti, sei­ne Braut, kei­ne Hure. Sie ist Werk­zeug und Zei­chen des Heils für die Mensch­heit. Die Kir­che Chri­sti ist die röm.-katholische Kir­che. Sie ist auf Petrus, dem Fel­sen, dem Papst, gegrün­det. Sie ist die Trä­ge­rin der Ver­hei­ssung. Sie ist die Kir­che der Hei­li­gen: das kom­men­de Himm­li­sche Jeru­sa­lem, die schö­ne Braut Chri­sti. In ihr leben Hei­li­ge und Pro­phe­ten, Got­tes­trä­ger und ‑trä­ge­rin­nen. Sie ver­herr­licht an vie­len Orten der Welt GOTT in ihrer Lit­ur­gie, in ihren Sakra­men­ten und in ihrer Ver­kün­di­gung. Ihre Sakra­men­te und ihr Glau­be ver­mit­teln ewi­ges Leben. Ich beken­ne mich zu ihr. Von ihr getrennt zu sein ist kei­ne Option.

*Msgr. Mari­an Ele­gan­ti OSB, pro­mo­vier­ter Theo­lo­ge, war von 1999 bis 2009 Abt der Bene­dik­ti­ner­ab­tei St. Otmars­berg im Kan­ton Sankt Gal­len, dann von 2009 bis 2021 Weih­bi­schof der Diö­ze­se Chur. Bischof Ele­gan­ti betreibt einen eige­nen Blog.

Bild: Wiki­com­mons


1 Den­zin­ger-Hüner­mann (DH 1767–1777), beson­ders DH 1777 (Kanon 7). Kanon 7 ver­ur­teilt u. a. die Mei­nung, dass Ordi­na­tio­nen ohne Zustim­mung oder Beru­fung des Vol­kes oder der welt­li­chen Macht ungül­tig sei­en. Das Kon­zil wen­det sich damit gegen Ten­den­zen, die die Bischofs­wei­he von welt­li­cher oder volks­tüm­li­cher Auto­ri­tät abhän­gig machen woll­ten. Es betont die kirch­li­che Hier­ar­chie und die gött­li­che Ein­set­zung des Wei­he­sa­kra­ments. Der Codex Iuris Cano­ni­ci 1917 (can. 2370: Sus­pen­si­on) und Codex Iuris Cano­ni­ci 1983 (can. 1382 /​ can. 1383: Exkom­mu­ni­ka­ti­on) ver­schär­fen die Stra­fe für eine Wei­he ohne apo­sto­li­sches Man­dat. Sie haben die tra­di­tio­nel­le Leh­re ver­schärft und kodi­fi­ziert wie auch päpst­li­che Dekre­te (z. B. unter Pius XII. in Ad apo­sto­lorum prin­ci­pis 1958 gegen chi­ne­si­sche Bischofs­wei­hen ohne päpst­li­ches Man­dat). Die heu­ti­gen wer­den min­de­stens vom Papst im Nach­hin­ein aner­kannt, soll­ten sie ohne sei­ne Ernen­nung vor­ge­nom­men wor­den sein.

8 Kommentare

  1. Msgr. Ele­gan­ti irrt hier. Pau­lus hat nach 14 Jah­ren die Urge­mein­de auf­ge­sucht, um eine Rück­mel­dung zu bekom­men. Es han­delt sich um eine Rück­mel­dung für das, was Pau­lus „sein Evan­ge­li­um“ nennt. Es ist in der Tat ein 5. Evan­ge­li­um im neu­en Testa­ment ent­hal­ten, das alle Pau­lus­brie­fe und die münd­li­che Leh­re des Pau­lus umfaßt. In kei­nem Wort spricht Pau­lus von einer not­wen­di­gen Legi­ti­ma­ti­on, wie sie Ele­gan­ti hin­ein inter­pre­tiert. Ande­rer­seits gibt es nicht ein Anzei­chen dafür, daß die Urge­mein­de the­ma­tisch in das Mis­si­ons­werk des Pau­lus ein­ge­grif­fen hät­te. Was sie tun, ist eine Zustim­mung aus­zu­drücken, daß die Hei­den­mis­si­on des Pau­lus gleich­wer­tig mit der ihri­gen inner­halb des Juden­tums ist. Auch hat Pau­lus alle Wei­he­ak­te ohne Zustim­mung aus Jeru­sa­lem eigen­mäch­tig im Herrn voll­zo­gen. Glei­ches tut die Piusbruderschaft. 

    Wenn man die Situa­ti­on der Pius­bru­der­schaft beur­tei­len will, ist die wich­tig­ste Stel­le die Pro­phe­zei­ung, wie der Abfall der Kir­che sich ereig­nen wird. Das „ande­re“ Evan­ge­li­um wird gestar­tet, durch die, die sich als Nach­fol­ger des Pau­lus sehen. Pau­lus hat die Kon­zils­kir­che aus pro­phe­ti­scher Vor­aus­schau im Vor­aus für das ver­flucht, was sich in der Zukunft ereig­nen wür­de. Den Fluch hat er sogar wie­der­holt, eine bei ihm ein­ma­li­ge retho­ri­sche Schärfe. 

    Gala­ter 1,8: „Wer euch aber ein ande­res Evan­ge­li­um ver­kün­digt, als wir euch ver­kün­digt haben, der sei ver­flucht, auch wenn wir selbst es wären oder ein Engel vom Him­mel. Was ich gesagt habe, das sage ich noch ein­mal: Wer euch ein ande­res Evan­ge­li­um ver­kün­digt, als ihr ange­nom­men habt, der sei verflucht.“

  2. Es geht doch nur um die frag­wür­di­gen Tex­te, und die müs­sen berei­nigt werden.
    Allein die „Behaup­tung“, wir wür­den mit den Mus­li­men den sel­ben Gott anbe­ten – wenn das so geschrie­ben ist – dann ist das tota­ler Blöd­sinn. Man muß die bei­den Pri­vat­of­fen­ba­run­gen, die Ver­kün­di­gung an die Jung­frau Maria und die an den Kauf­mann Moham­med ver­glei­chen. Der könig­li­che Bote Gabri­el vor sei­ner zukünf­ti­gen Köni­gin, dage­gen der Rüpel Gibril [war­um regt sich sogar das Kor­rek­tur­pro­gramm gegen die­se Schreib­wei­se auf?] würgt Moham­med drei­mal, bis der erklärt, er kön­ne (dies) nicht lesen.
    Unver­dros­sen wird Gibril mit Gabri­el gleich­ge­setzt, obwohl die­ser ein Dämon ist. „Allah ist größer!!!“
    Das Abra­ha­mi­ti­sche sind nur Ver­satz­stücke aus dem AT. Ein Kur­de frag­te mich auf die schnel­le ein­mal, ob wir auch ans Para­dies glau­ben. Mit mei­nem ja war er zufrie­den und ging sofort wie­der an die Arbeit.
    Aber die Fra­ge zum Para­dies wird unse­rer­seits sträf­lich ver­nach­läs­sigt. Es gehört zur Gerech­tig­keit Gottes.

  3. Gedan­ken­split­ter:
    Für und wider wer­den klar auf­ge­zeigt und benannt. Alles ist dif­fe­ren­ziert. Aber der Knack­punkt liegt im letz­ten Abschnitt:
    „Aber bit­te: Die Uni­ver­sal­kir­che (z.Zt. mit Papst Leo XIV. an der Spit­ze) ist der mysti­sche Leib Chri­sti, sei­ne Braut, kei­ne Hure.“
    Kön­nen wir uns des­sen wirk­lich sicher sein, dass es sich noch um die Braut Chri­sti han­delt, oder sitzt die Hure auf dem Tier mit den got­tes­lä­ster­li­chen Namen „Ido­la­trie“, „Sozia­lis­mus“, „Kom­mu­nis­mus“, „Gen­de­ris­mus“ etc.?
    Was bedeu­tet es für uns heu­te, dass wir also in der Lie­be und nicht im Buch­sta­ben blei­ben sollen?

  4. Das ist alles rich­tig, aller­dings ist es ein Unter­schied ob ein in Ein­heit mit der Kir­che und mit Zustim­mung des Pap­stes geweih­ter Bischof Legis­la­ti­ons­ge­walt dele­giert oder ob ein Bischof ohne Zustim­mung des Pap­stes geweiht wer­den soll.

  5. Ich wet­te, dass vom deutsch­syn­oda­len Weg Rom kei­ne Unter­ord­nung ver­lan­gen wird, eben­so wenig wie sie von Father James Mar­tin SJ ver­langt wird. Unter­ord­nung unter den Papst wird nur von den Pius­brü­dern ver­langt wer­den. Ich wür­de mich freu­en, wenn ich mich täusche…

  6. Die gan­ze Geschich­te ist sehr ver­wickelt, von bei­den Sei­ten, des Vati­kans wie auch der Pius­bru­der­schaft. Man will einen „Dia­log“, dann wie­der nicht, mal wur­de exkom­mu­ni­ziert, dann wie­der auf­ge­ho­ben usw.
    Erz­bi­schof Lefeb­v­re war ein recht­mä­ßig geweih­ter Bischof. Die jet­zi­gen Bischö­fe sind es so nicht; sie haben auch kein Bis­tum inne.
    Eine Wei­he von Bischö­fen am 1.7.2026 ohne Rom wäre wohl in kir­chen­recht­li­cher wie sakra­men­ta­ler Hin­sicht etwas ande­res als es damals im Jah­re 1988 war. Soll­te es so kom­men, wird Papst Leo ver­mut­lich kei­nen Bann aus­spre­chen, son­dern höch­stens eine Erklä­rung und eine Ermah­nung geben. Mög­li­cher­wei­se ist es der Pius­bru­der­schaft aber egal, was Papst Leo sagt oder nicht sagt. 

    Was wür­de Erz­bi­schof Lefeb­v­re heu­te zu all­dem sagen? Kann sich die Pius­bru­der­schaft in einer Rei­he von Fra­gen und Pro­ble­ma­ti­ken noch wirk­lich auf ihn berufen?

  7. Ich bin immer mehr ent­setzt dar­über, wie wenig Ahnung S.E, Ele­gan­ti offen­bar über die grund­le­gen­den katho­li­schen Posi­tio­nen hat (trotz sei­ner Nähe zu S.E. Huon­der) und wie sehr er einem Rechts­po­si­ti­vis­mus zuge­neigt ist. Da hät­te ich wesent­lich mehr Abwä­gung erwar­tet, ehe man zu einem (wie auch immer gear­te­ten) Schluss der Dis­kus­si­on kommt. Es geht mir dabei nicht um das Resul­tat, son­dern um die theo­lo­gi­sche Flach­heit der Argu­men­ta­ti­on. Sehr ent­täu­schend. Denn wo fin­det man noch wirk­lich gebil­de­te Hirten?
    Sehr trau­rig, denn wir haben zur Coro­na Zeit viel Hoff­nung in ihn gesetzt. Möge er ein­mal sei­nen Blog aus der Hand legen und ein wenig über die Leh­re der Mut­ter Kir­che, beson­ders des Kir­chen­rechts nach­den­ken. Rei­ner athe­isti­scher Posi­ti­vis­mus nutzt nie­man­dem etwas.
    In Demut ergeben

  8. Scha­de, dass ein pro­mo­vier­ter Theo­lo­ge die Defi­ni­ti­on von Schis­ma nicht kennt. Ich hof­fe, dass eine bal­di­ge Ein­sicht in die Kom­ple­xi­tät des The­mas ein­tre­ten wird, statt plum­pe „Rom hat gespro­chen“ Paro­len wei­ter zu ver­brei­ten, die die Spal­tung inner­halb der Kir­che anhei­zen. Ich emp­feh­le sehr den Brief von S.E. Atha­na­si­us Schei­der an den hl. Vater Papst Leo. Er plä­diert für Ein­ver­neh­men und gegen Spal­tung im Gegen­satz zu die­sen har­schen Wor­ten hier, die die gesam­te inhalt­li­che Debat­te aus­klam­mern wollen.

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