Abtreibungsvertreterin wird nicht Institutsleiterin an der Universität Notre Dame

Abwehr der Kultur des Todes


Ein Teil des ausgedehnten Geländes der katholischen Universität Notre Dame in den USA
Ein Teil des ausgedehnten Geländes der katholischen Universität Notre Dame in den USA

Die renom­mier­te katho­li­sche Uni­ver­si­tät Not­re Dame im US-Bun­des­staat India­na hat den für Juli geplan­ten Amts­an­tritt von Susan Oster­mann als Direk­to­rin des Liu Insti­tu­te for Asia and Asi­an Stu­dies zurück­ge­zo­gen. Die Ent­schei­dung erfolg­te nach Wochen inten­si­ver öffent­li­cher Kri­tik und der kla­ren Ableh­nung sei­tens kirch­li­cher Autoritäten.

Die Deka­nin der Keough School of Glo­bal Affairs erklär­te am 26. Febru­ar 2026, Oster­mann habe „ent­schie­den, die Posi­ti­on nicht anzu­tre­ten“. Es han­delt sich somit um einen Rück­tritt, nicht um eine for­mel­le Abset­zung, und reflek­tiert die Span­nung im Rin­gen um die kon­fes­sio­nel­ler Inte­gri­tät an katho­li­schen Hochschulen.

Katholische Identität im Fokus

Not­re Dame, 1842 von der Kon­gre­ga­ti­on vom Hei­li­gen Kreuz gegrün­det, zählt 13.000 Stu­den­ten und ist mit einem Stif­tungs­ver­mö­gen von 20 Mil­li­ar­den Dol­lar aus­ge­stat­tet. Die Uni­ver­si­tät gilt als Maß­stab für aka­de­mi­schen Katho­li­zis­mus in den USA. Die insti­tu­tio­nel­le Mis­si­on der Uni­ver­si­tät beinhal­tet aus­drück­lich die För­de­rung katho­li­scher Wer­te, was Ernen­nun­gen in Füh­rungs­po­si­tio­nen beson­ders sen­si­bel macht.

Die geplan­te Ernen­nung Oster­manns stieß sofort auf Kri­tik. Die Pro­fes­so­rin ist eine bekann­te Abtrei­bungs­be­für­wor­te­rin und hat mehr­fach öffent­lich argu­men­tiert, daß Abtrei­bung „essen­ti­ell für die Frei­heit und das Wohl der Frau“ sei. Die Tötung eines Men­schen, des unschul­di­gen unge­bo­re­nen Kin­des, für die angeb­li­che „Frei­heit“ und das angeb­li­che „Wohl der Frau“ erwähnt Oster­mann nicht, so wie es ins­ge­samt für die Abtrei­bungs­lob­by­isten der Fall ist. Viel­mehr kri­ti­sier­te sie Pro-Life-Geset­ze und Hilfs­an­ge­bo­te für schwan­ge­re Frauen.

Bereits 2022 distan­zier­te sich der dama­li­ge Uni­ver­si­täts­rek­tor Pater John Jenk­ins öffent­lich von ihren Posi­tio­nen, ver­tei­dig­te aber die aka­de­mi­sche Frei­heit gegen Kri­tik. Ein sol­cher Spa­gat kratzt an der Glaubwürdigkeit. 

Kirchenleitung und interne Proteste

Die Debat­te eska­lier­te, als Bischof Kevin Rhoa­des von der Diö­ze­se Fort Wayne–South Bend – in deren Gebiet Not­re Dame liegt – einen kla­ren Schritt setz­te und öffent­lich sei­ne „ent­schie­de­ne Ableh­nung“ äußer­te. Er bezeich­ne­te die Ernen­nung Oster­manns als „Skan­dal“ und beton­te, es gehe nicht um For­schung, son­dern um die Eig­nung für eine Füh­rungs­po­si­ti­on an einer katho­li­schen Hoch­schu­le. Eine sol­che sei bei Abtrei­bungs­be­für­wor­tern nicht gege­ben, da sie das ele­men­tar­ste Men­schen­recht, das Recht auf Leben, leugnen.

Neben kirch­li­cher Kri­tik äußer­ten auch Stu­den­ten, Pro­fes­so­ren und För­de­rer ihre Besorg­nis. Zwei Mit­ar­bei­ter des Insti­tuts, des­sen Lei­tung Oster­mann über­neh­men soll­te, leg­ten aus Pro­test ihre Ämter nieder.

Lebensrechtsbewegung an US-Universitäten

In den USA spie­len Pro-Life-Grup­pen an Hoch­schu­len seit Jahr­zehn­ten eine wich­ti­ge Rol­le. Sie set­zen sich für den Schutz unge­bo­re­ner Kin­der ein, orga­ni­sie­ren Bil­dungs­pro­gram­me, Rechts­be­ra­tung für schwan­ge­re Stu­den­tin­nen und Spen­den­ak­tio­nen für Prro-Life-Initia­ti­ven. Beson­ders an katho­li­schen Uni­ver­si­tä­ten ach­ten die­se Grup­pen auch auf die Über­ein­stim­mung aka­de­mi­scher Pro­gram­me und Lei­tungs­ent­schei­dun­gen mit der kirch­li­chen Lehre.

Einfluß von Förderern

Neben kirch­li­cher Auto­ri­tät sind Uni­ver­si­täts­för­de­rer in den USA ein ent­schei­den­der Fak­tor. Spen­den von Ein­zel­per­so­nen und Stif­tun­gen sichern nicht nur For­schung und Infra­struk­tur, son­dern beein­flus­sen auch die Wahr­neh­mung der Hoch­schu­le in der Öffent­lich­keit. Im Fall Not­re Dame äußer­ten meh­re­re För­de­rer ihren Unmut über die Ernen­nung Oster­manns und mach­ten damit deut­lich, daß die finan­zi­el­le Unter­stüt­zung an die Wah­rung katho­li­scher Prin­zi­pi­en geknüpft ist.

Kri­ti­ker beto­nen, daß die öffent­li­che För­de­rung von Abtrei­bung durch lei­ten­de Hoch­schul­mit­glie­der die mora­li­sche Glaub­wür­dig­keit einer katho­li­schen Insti­tu­ti­on unter­gräbt. Zugleich zeigt der Fall Oster­mann daß Bischö­fe und För­de­rer in der Lage sind, Ein­fluß aus­zu­üben und die Ein­hal­tung kon­fes­sio­nel­ler Stan­dards sicher­zu­stel­len, wenn die­se durch die Uni­ver­si­täts­lei­tun­gen auf­ge­weicht oder unter­gra­ben wer­den soll.

Der Vor­fall an Not­re Dame könn­te künf­tig als Muster­bei­spiel die­nen, wie katho­li­sche Uni­ver­si­tä­ten gesell­schaft­li­chen Druck abweh­ren, wie er der­zeit durch die lin­ke Woke-Bewe­gung statt­fin­det, und gleich­zei­tig ihre mora­li­sche und ethi­sche Inte­gri­tät wahren.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wiki­com­mons

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