Nachdem das römische Glaubensdikasterium unmittelbar nach dem Treffen zwischen Kardinalpräfekt Victor Manuel Fernández und dem Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X. Pater Davide Pagliarani bereits eine Stellungnahme veröffentlicht hatte, folgte im Laufe des gestrigen Tages auch ein Kommuniqué der Piusbruderschaft:
Kommuniqué des Generalhauses: Gespräch in Rom
Am 12. Februar 2026 wurde Hochwürden Herr Pater Davide Pagliarani, Generaloberer der Priesterbruderschaft St. Pius X., im Palast des Heiligen Offiziums von Seiner Eminenz Kardinal Víctor Manuel Fernández, Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre, empfangen. Dieses Treffen war ihm vom Kardinal vorgeschlagen worden, nachdem er am 2. Februar öffentlich angekündigt hatte, innerhalb der Priesterbruderschaft St. Pius X. Bischofsweihen vornehmen zu lassen.
Das Gespräch, das auf Wunsch des Kardinals unter vier Augen stattfand, dauerte eineinhalb Stunden und verlief in einer zugleich herzlichen und offenen Atmosphäre. Es ermöglichte Herrn Pater Pagliarani, dem Präfekten aufmerksam zuzuhören und die Tragweite der Ankündigung vom 2. Februar sowie den Sinn der in den letzten Monaten gegenüber dem Heiligen Stuhl unternommenen Schritte zu präzisieren.
Der Generalobere konnte so persönlich die gegenwärtige Situation der Priesterbruderschaft St. Pius X. darlegen sowie ihre Pflicht, angesichts der geistlichen Notlage, in der sich die Seelen befinden, die Fortführung des Dienstes ihrer Bischöfe zu gewährleisten.
Er legte vor allem den Geist der Liebe dar, in dem die Bruderschaft diese Weihen ins Auge fasst, sowie ihren aufrichtigen Wunsch, den Seelen und der römischen Kirche zu dienen.
Schließlich erneuerte er den Wunsch, dass die Bruderschaft angesichts der ganz besonderen Umstände, in denen sich die heilige Kirche befindet, in ihrer gegenwärtigen – außergewöhnlichen und vorübergehenden – Lage weiterhin zum Wohl der Seelen wirken könne, die sich an sie wenden.
Kardinal Fernández präsentierte einen anderen Ansatz zu dieser Frage. Gemäß einer rasch vom Heiligen Stuhl veröffentlichten offiziellen Mitteilung besteht sein Vorschlag in „einem spezifisch theologischen Weg des Dialogs nach einer sehr präzisen Methodik, […] um die für die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche notwendigen Mindestanforderungen herauszuarbeiten“, was es ermöglichen würde, „einen kanonischen Status für die Bruderschaft zu definieren“.
Diese Gespräche hätten insbesondere zum Ziel, sich zu verständigen über „die verschiedenen Grade der Zustimmung, die von den unterschiedlichen Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils gefordert werden, sowie über deren Interpretation“. Der Kardinal präzisierte mündlich, dass man zwar über das Konzil dialogisieren könne, eine Korrektur seiner Texte jedoch ausgeschlossen sei.
Als Vorbedingung für diesen Dialog wird verlangt, dass die Entscheidung über die angekündigten Bischofsweihen ausgesetzt wird.
Der Präfekt des Dikasteriums hat den Generaloberen ausdrücklich gebeten, diesen Vorschlag den Mitgliedern seines Rates vorzulegen und sich die notwendige Zeit zu nehmen, ihn zu prüfen.
Herr Pater Pagliarani wird daher in einigen Tagen darauf antworten. Er wird direkt an Kardinal Fernández schreiben und seine Antwort auch allen Gläubigen bekanntgeben.
Der Generalobere erneuerte gegenüber Kardinal Fernández seinen Wunsch, dem Heiligen Vater persönlich begegnen zu können. Er ist sehr ruhig und dankt für alle Gebete. Er empfiehlt diese Situation weiterhin dem Gebet der Gläubigen.
Menzingen, am 12. Februar 2026
Bild: fsspx.news (Screenshot)
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