Erste Enzyklika von Papst Leo XIV. mit Fokus auf Künstliche Intelligenz, Transhumanismus und Gender-Ideologie

Gegen die Relativierung der biologischen Unterscheidung von Mann und Frau


Papst Leo XIV. bereitet seine erste Enzyklika vor über Transhumanismus, Gender-Ideologie und Künstliche Intelligenz
Papst Leo XIV. bereitet seine erste Enzyklika vor über Transhumanismus, Gender-Ideologie und Künstliche Intelligenz

Die erste Enzy­kli­ka von Papst Leo XIV. wird sich nach über­ein­stim­men­den Medi­en­be­rich­ten zen­tra­len Her­aus­for­de­run­gen moder­ner Tech­no­lo­gie- und Gesell­schafts­ent­wick­lun­gen wid­men. Im Mit­tel­punkt ste­hen dabei die Künst­li­che Intel­li­genz, trans­hu­ma­ni­sti­sche und post­hu­ma­ni­sti­sche Kon­zep­te sowie Fra­gen der Gender-Ideologie.

Wie die ita­lie­ni­sche Tages­zei­tung Il Giorn­a­le am 31. Janu­ar berich­te­te, kur­sier­te bereits vor eini­gen Tagen ein Ent­wurf des Doku­ments im Vati­kan. Der Text trägt bis­lang den Arbeits­ti­tel Magni­fi­ca Huma­ni­tas („Groß­ar­ti­ge Mensch­lich­keit“), über den Papst Leo XIV. erst nach Vor­la­ge der end­gül­ti­gen Fas­sung ent­schei­den will. Inhalt­lich befaßt sich die Enzy­kli­ka mit den Aus­wir­kun­gen neu­er Tech­no­lo­gien auf die Wür­de des Men­schen, auf sozia­le Gerech­tig­keit und auf die Arbeitswelt.

Nach Anga­ben des Jour­na­li­sten Fabio Mar­che­se Rago­na betont das Schrei­ben die Ein­zig­ar­tig­keit der mensch­li­chen Per­son und ins­be­son­de­re den Eigen­wert des mensch­li­chen Kör­pers in einer Epo­che, die zuneh­mend von Robo­tik, Künst­li­cher Intel­li­genz und kyber­ne­ti­schen Tech­no­lo­gien geprägt ist. Der Mensch wer­de nicht pri­mär funk­tio­nal, son­dern in sei­ner Ganz­heit und Unver­füg­bar­keit verstanden.

Der Ent­ste­hungs­pro­zeß folgt den übli­chen vati­ka­ni­schen Ver­fah­ren. Eine erste Fas­sung wur­de bereits vor Mona­ten intern geprüft und anschlie­ßend zur Über­ar­bei­tung an die – nament­lich nicht bekann­ten – Autoren zurück­ge­ge­ben. Nach wei­te­ren Revi­sio­nen wird der Text zunächst von Kar­di­nal Micha­el Czer­ny SJ, dem Prä­fek­ten des Dik­aste­ri­ums für die ganz­heit­li­che Ent­wick­lung des Men­schen, begut­ach­tet. Anschlie­ßend erfolgt eine theo­lo­gi­sche und lehr­mä­ßi­ge Prü­fung durch Kar­di­nal Víc­tor Manu­el Fernán­dez, Prä­fekt des Dik­aste­ri­ums für die Glau­bens­leh­re, zwei der eng­sten Mit­ar­bei­ter von Leos Vor­gän­ger. Nach einer abschlie­ßen­den Durch­sicht im Staats­se­kre­ta­ri­at wird die Enzy­kli­ka dem Papst zur Unter­zeich­nung vorgelegt.

Inhalt­lich soll das Doku­ment eine kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit trans­hu­ma­ni­sti­schen und post­hu­ma­ni­sti­schen Theo­rien ent­hal­ten. Deut­lich zurück­ge­wie­sen wird dabei die Vor­stel­lung, der mensch­li­che Kör­per sei ledig­lich ein neu­tra­les Trä­ger­me­di­um, des­sen Fähig­kei­ten tech­nisch unbe­grenzt gestei­gert wer­den könn­ten, ohne ethi­sche Fol­gen nach sich zu ziehen.

Beson­de­re Auf­merk­sam­keit gilt dem Ein­satz von Nano­tech­no­lo­gie, Gen­tech­nik und ver­gleich­ba­ren Ver­fah­ren zur Ver­än­de­rung bio­lo­gi­scher Funk­tio­nen. Die Enzy­kli­ka lehnt die­se Tech­no­lo­gien nicht grund­sätz­lich ab, knüpft ihre Legi­ti­mi­tät jedoch an kla­re Kri­te­ri­en: Sie sol­len der Hei­lung, der Lin­de­rung von Leid und der För­de­rung mensch­li­cher Gesund­heit die­nen – nicht der Erzeu­gung tech­nisch „opti­mier­ter“ oder hybri­der Menschen.

Dar­über hin­aus befaßt sich der Text mit Fra­gen der Geschlechts­iden­ti­tät. Erwar­tet wird eine kla­re Posi­ti­on gegen Ansät­ze, die die bio­lo­gi­sche Unter­schei­dung von Mann und Frau rela­ti­vie­ren oder Geschlecht aus­schließ­lich als frei form­ba­re sozia­le Kon­struk­ti­on ver­ste­hen. Damit setzt die erste Enzy­kli­ka von Papst Leo XIV. einen mar­kan­ten Akzent in zen­tra­len ethi­schen Debat­ten der Gegenwart.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL

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