Am Mittwoch hat das US-Repräsentantenhaus beschlossen, medizinische Geschlechtsumwandlungen bei Minderjährigen unter Strafe zu stellen. Der Entwurf, bekannt unter der Bezeichnung Protect Children’s Innocence Act (Gesetz zum Schutz der kindlichen Unversehrtheit) wurde von der republikanischen Abgeordneten Marjorie Taylor Greene eingebracht und sieht Geldstrafen sowie Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren für Personen vor, welche wissentlich chirurgische oder chemische Eingriffe zur Geschlechtsumwandlung an Minderjährigen vornehmen oder ermöglichen. Ausgenommen sind allein Eingriffe, die medizinisch geboten erscheinen, nicht jedoch Maßnahmen, die der sogenannten „Geschlechtsangleichung“ dienen, also einem willkürlichen Eingriff, der in den vergangenen Jahren aus ideologischen Gründen als Teil der Gender-Ideologie propagiert wurde.
Auch drei Demokraten votierten für den Entwurf. Vor der Abstimmung entbrannten Diskussionen über die Verfassungsmäßigkeit einzelner Bestimmungen; gleichwohl betonte die Einbringerin Greene die Notwendigkeit, die Unversehrtheit der Kinder zu wahren. Gegner des Entwurfs argumentierten vor allem staatsrechtlich, indem sie vor einer Ausweitung föderaler Kompetenzen warnten.
Nun muß das Gesetz noch vom Senat genehmigt werden, was sich schwieriger gestaltet. Um den Entwurf auf den Schreibtisch des Präsidenten gelangen zu lassen, bedarf es einer qualifizierten Mehrheit von mindestens sechzig der hundert Senatoren – was bedeutet, daß mindestens sieben Demokraten mit den Republikanern stimmen müßten.
Gründe für das Gesetz
Fachliche Studien belegen, daß viele Kinder, welche an Geschlechtsdysphorie leiden, diese Phase bis ins späte Jugendalter von selbst überwinden. Untersuchungen zeigen, daß über achtzig Prozent der betroffenen Minderjährigen im Verlauf ihrer Entwicklung ihre ursprüngliche Geschlechtsidentität wieder annehmen. Chirurgische und hormonelle Eingriffe führen häufig zu dauerhaften körperlichen Veränderungen und können die psychische Belastung sogar verstärken. Betroffene, die eine Geschlechtsumwandlung später bereuen – sogenannte „Detransitioner“ –, berichten von körperlichen wie seelischen Schäden sowie von unzureichender Aufklärung durch medizinisches Personal, das oftmals ideologisch geprägt agiert.
Darüber hinaus weisen konservative Stimmen darauf hin, daß der Schutz der Kinder nicht allein ein medizinisches, sondern auch ein gesamtgesellschaftliches Anliegen ist. Die frühe und irreversible Veränderung des Körpers durch hormonelle oder chirurgische Maßnahmen beeinträchtigt nicht nur die physische Unversehrtheit, sondern auch die psychische Entwicklung und die Fähigkeit, im Erwachsenenalter selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen. Die Kindheit ist eine Phase der Fürsorge und der behüteten Entfaltung, in welcher die natürliche Entwicklung des Heranwachsenden respektiert werden muß. Eingriffe, die in dieser Zeit auf ideologischen Überlegungen gründen, widersprechen diesem Prinzip.
Medizinische und psychologische Aspekte
Zahlreiche Studien zeigen, daß chirurgische oder hormonelle Eingriffe in der Kindheit nicht nur irreversibel sind, sondern auch langfristige gesundheitliche Risiken bergen, darunter hormonelle Dysbalancen, fehlende Fortpflanzungsmöglichkeit und erhöhte psychische Belastungen. Fachleute betonen, daß psychologische Begleitung, Familienstärkung und soziale Unterstützung wesentlich wirksamere Mittel sind, um Kinder mit Geschlechtsdysphorie zu fördern und ihnen zu helfen, ihre Identität zu klären. Die Praxis, Kinder durch irreversible medizinische Maßnahmen an ideologische Vorstellungen anzupassen, wird von einem wachsenden Kreis von Psychologen und Medizinern als fahrlässig eingestuft.
Lebensbejahende Perspektive
Das Gesetz gilt als bedeutsamer Schritt, die natürliche Entwicklung und Unversehrtheit der Kinder zu schützen. Es entspricht der Auffassung, daß Kindheit eine Zeit der Fürsorge, Bildung und Entfaltung sein sollte – nicht der Durchführung lebensverändernder medizinischer Experimente, die gesellschaftlichen Ideologien folgend durchgeführt werden. Fachleute aus dem konservativen Spektrum betonen, daß echte Unterstützung von Kindern vornehmlich auf psychologischer Begleitung, familiärer Stabilität und Bildung beruhe, nicht jedoch auf medizinischer Anpassung an modische Ideologien.
Die Maßnahme kann daher als Ausdruck eines verantwortungsbewußten, lebensbejahenden Ansatzes gewertet werden, welcher die Kinder vor irreversiblen Schäden schützt und langfristig sowohl ihre körperliche wie auch ihre psychische Gesundheit bewahrt. Sie reflektiert zugleich eine gesellschaftliche Verantwortung, Kinder vor ideologisch motivierten Experimenten zu bewahren und die Integrität von Kindheit als eigenständiger, schützenswerter Lebensphase zu wahren.
Text: Giuseppe Nardi
Bild: Wikicommons