Zum Problem des häretischen Papstes

Welche Optionen kennt die Kirche für eine unbekannte Situation?


Papst Franziskus schockierte in Asien mit der Aussage, daß alle Religionen "gleich" seien. Doch welche Konsequenzen hat eine solche häretische Aussage?
Papst Franziskus schockierte in Asien mit der Aussage, daß alle Religionen "gleich" seien. Doch welche Konsequenzen hat eine solche häretische Aussage?

Von Rober­to de Mattei*

Die Erklä­rung von Papst Fran­zis­kus über die ver­schie­de­nen Reli­gio­nen, die er am 13. Sep­tem­ber in Sin­ga­pur abge­ge­ben hat, ist wahr­schein­lich dazu bestimmt, einem gewis­sen Sedis­va­kan­tis­mus Vor­schub zu lei­sten, der sich wei­gert, die Auto­ri­tät des amtie­ren­den Pap­stes wegen sei­ner tat­säch­li­chen oder ver­meint­li­chen Häre­si­en anzuerkennen.

Auch wenn der Dis­sens oder Wider­stand gegen vie­le Äuße­run­gen des Pap­stes gerecht­fer­tigt sein mag, so ist die Ober­fläch­lich­keit nicht gerecht­fer­tigt, mit der das schwie­ri­ge und heik­le The­ma der höch­sten Auto­ri­tät in der Kir­che in eini­gen Krei­sen behan­delt wird.

In einem bahn­bre­chen­den Buch „Ipo­te­si Teo­lo­gi­ca di un Papa ere­ti­co“ („Theo­lo­gi­sche Hypo­the­se eines häre­ti­schen Pap­stes“, Ver­lag Sol­fa­nel­li, Chie­ti 2018)1 hat Arnal­do Xavier da Sil­vei­ra (1929–2018) eine syste­ma­ti­sche Dar­stel­lung der Fra­ge nach dem häre­ti­schen Papst vor­ge­legt. Auf der Grund­la­ge sorg­fäl­ti­ger Recher­chen zeigt der Autor, daß die Mög­lich­keit, daß ein Papst in Häre­sie ver­fal­len kann, von den mei­sten Theo­lo­gen geteilt wird. Hin­ge­gen besteht kein Kon­sens dar­über, ob ein mög­li­cher­wei­se häre­ti­scher Papst sein Amt ver­liert und wenn ja, wann und wie dies geschieht.

Die theo­lo­gi­sche Hypo­the­se eines häre­ti­schen Papstes

Das sicher­ste Urteil scheint nach da Sil­vei­ra und ande­ren Autoren das des hei­li­gen Robert Bell­ar­min zu sein, dem­zu­fol­ge ein Papst, der öffent­lich und noto­risch der Häre­sie ver­fällt, auf­hört, Mit­glied der Kir­che zu sein, und damit ipso fac­to auf­hö­ren wür­de, Ober­haupt der Kir­che zu sein.

Auf die­ser Grund­la­ge argu­men­tie­ren eini­ge Sedis­va­kan­ti­sten: a) Fran­zis­kus hat durch sei­ne Wor­te und Taten bewie­sen, daß er ein öffent­li­cher Häre­ti­ker ist; b) wenn Fran­zis­kus ein öffent­li­cher Häre­ti­ker ist, dann ist er kein Mit­glied der Kir­che mehr und kann in die­sem Fall nicht als wah­res Ober­haupt der von Chri­stus ein­ge­setz­ten sicht­ba­ren Kir­che betrach­tet wer­den; c) des­halb ist Fran­zis­kus nicht der Papst, son­dern ein­fach Jor­ge Mario Berg­o­glio und „ini­micus Eccle­siae“ [ein „Feind der Kirche“].

Das Pro­blem ist in Wirk­lich­keit kom­ple­xer und muß gera­de im Lich­te der Leh­re des hei­li­gen Robert Bell­ar­min und der zuver­läs­sig­sten Theo­lo­gen behan­delt werden.

In sei­ner Enzy­kli­ka Mysti­ci cor­po­ris vom 29. Juni 1943 erklärt Pius XII., daß der mysti­sche Leib der Kir­che nach dem Vor­bild des fleisch­ge­wor­de­nen Wor­tes ein tie­fes geist­li­ches Leben sowie eine orga­ni­sche und sozia­le Struk­tur besitzt. Wie ihr Grün­der besteht die Kir­che aus einem mensch­li­chen, sicht­ba­ren und äuße­ren Ele­ment, das von den Men­schen gege­ben wird, die sie bil­den, und einem gött­li­chen, gei­sti­gen und unsicht­ba­ren Ele­ment, das von den über­na­tür­li­chen Gaben gege­ben wird, die die mensch­li­che Gesell­schaft unter den Ein­fluß des Hei­li­gen Gei­stes stel­len, der die See­le und das eini­gen­de Prin­zip des gan­zen Orga­nis­mus ist.

Um geret­tet zu wer­den, ist es not­wen­dig, durch über­na­tür­li­chen Glau­ben zur See­le der Kir­che zu gehö­ren, denn „ohne Glau­ben ist es unmög­lich, Gott zu gefal­len“ (Hebr 11,6). Der Glau­be ist jedoch nur der Anfang unse­rer gött­li­chen Exi­stenz: Das vol­le, inten­si­ve Leben wird hei­lig­ma­chen­de Gna­de genannt. Wer die schwe­re Sün­de der Häre­sie begeht, trennt sich von der See­le der Kirche.

Statt­des­sen sind drei Ele­men­te erfor­der­lich, um zum Leib der Kir­che zu gehö­ren: das äuße­re Bekennt­nis zum katho­li­schen Glau­ben, die Teil­nah­me an den Sakra­men­ten der Kir­che und die Unter­ord­nung unter die recht­mä­ßi­gen Hir­ten. Sind Häre­ti­ker auch auto­ma­tisch vom Leib der Kir­che getrennt?

In der­sel­ben Enzy­kli­ka Mysti­ci Cor­po­ris stellt Pius XII. fest, daß „zu den Glie­dern der Kir­che aus­schließ­lich die­je­ni­gen zu zäh­len sind, die die Waschung der Rege­ne­ra­ti­on emp­fan­gen haben und sich, indem sie den wah­ren Glau­ben beken­nen, sich nicht in schänd­li­cher Wei­se von die­sem Leib getrennt haben und nicht von der recht­mä­ßi­gen Auto­ri­tät durch schwe­re Ver­feh­lun­gen von ihm getrennt wurden“.

Hier gibt es eine impli­zi­te, aber grund­le­gen­de Unter­schei­dung zwi­schen der recht­li­chen und der geist­li­chen Tren­nung der Häre­ti­ker vom Mysti­schen Leib, die sich auf den Unter­schied zwi­schen der See­le und dem Leib der Kir­che bezieht. Der Papst erklärt, daß die Häre­sie ihrem Wesen nach die Per­son geist­lich von der Kir­che trennt, wäh­rend die recht­li­che Tren­nung nur dann erfolgt, wenn die Per­son die Kir­che frei­wil­lig ver­läßt oder durch eine kirch­li­che Ent­schei­dung von ihr getrennt wird.

Man soll­te nicht die Sün­de und das Ver­bre­chen der Ket­ze­rei ver­wech­seln. Erste­re gehört zur mora­li­schen Sphä­re, letz­te­re zur recht­li­chen Sphä­re. Die Häre­sie ist ihrem Wesen nach eine Sün­de und trennt uns geist­lich von der Kir­che, was uns auch zur recht­li­chen Tren­nung prä­dis­po­niert. Aber die geist­li­che Bin­dung unter­schei­det sich von der juri­sti­schen. John Sal­za und Robert Sis­coe haben die­sen Punkt in „True or Fal­se Pope“ („Wah­rer oder fal­scher Papst“, Saint Tho­mas Aqui­nas Semi­na­ry, 2015, S. 143–189) näher erläu­tert. Die for­ma­le Tren­nung erfolgt, wenn die Auto­ri­tät der Kir­che das Ver­bre­chen der Häre­sie aner­kennt und den Häre­ti­ker öffent­lich ver­ur­teilt. Aber wer hat die Auto­ri­tät, ein Urteil gegen den Papst zu fäl­len, der kei­nen Vor­ge­setz­ten hat? Es ist klar, daß jeg­li­ches Ein­grei­fen der Kir­che, der Kar­di­nä­le oder des Kon­zils eine rein dekla­ra­to­ri­sche Hand­lung wäre, die das Vor­lie­gen eines Ver­bre­chens der Ket­ze­rei öffent­lich bekun­det. Der Stell­ver­tre­ter Jesu Chri­sti unter­liegt in der Tat kei­ner mensch­li­chen Gerichts­bar­keit: Sein direk­ter und unmit­tel­ba­rer Rich­ter kann nur Gott selbst sein.

Der Papst kann sich von der Kir­che tren­nen, aber nur nach einer noto­ri­schen Häre­sie, die gegen­über dem katho­li­schen Volk offen­kun­dig ist und mit Beharr­lich­keit bekun­det wird. Der Ver­lust des Papst­tums ist in die­sem Fall nicht das Ergeb­nis einer Abset­zung durch irgend­je­man­den, son­dern eines Aktes des Pap­stes selbst, der sich, indem er for­mell und noto­risch zum Häre­ti­ker wird, aus der sicht­ba­ren Kir­che aus­ge­schlos­sen und still­schwei­gend auf das Papst­tum ver­zich­tet hat.

Eine nach außen hin bekun­de­te Häre­sie kann jedoch als öffent­lich bezeich­net wer­den, ohne not­wen­di­ger­wei­se noto­risch zu sein. Der berühm­te Kano­nist Franz Xaver Wernz macht in sei­nem Ius Decre­ta­li­um (Tomus VI, 1913, S. 19–23) eine wich­ti­ge Unter­schei­dung zwi­schen öffent­li­chem und noto­ri­schem Ver­bre­chen. Ein Ver­bre­chen ist publi­cum [öffent­lich], wenn es zwar weit ver­brei­tet ist, aber nicht von der gan­zen Bevöl­ke­rung als sol­ches erkannt wird. Noto­risch bedeu­tet mehr: Das Ver­bre­chen wird von allen als Beweis aner­kannt. „Noto­ri­sche Tat­sa­chen brau­chen kei­nen Beweis“ (can. 1747). Die Noto­rie­tät setzt vor­aus, daß sich der Hörer der ket­ze­ri­schen Wor­te der intrin­si­schen Bos­heit des­je­ni­gen bewußt ist, der sie aus­spricht. Han­delt es sich dabei um einen Papst, der sie aus­spricht, so bleibt der Ket­zer, solan­ge die­ses Bewußt­sein fehlt und der Papst von der Welt­kir­che gedul­det und akzep­tiert wird, ein wah­rer Papst und sei­ne Hand­lun­gen sind im Prin­zip gültig.

Heu­te inter­pre­tiert die gro­ße Mehr­heit der Katho­li­ken, beson­ders die kirch­li­chen Hier­ar­chien, die Wor­te und Taten von Papst Fran­zis­kus pro bono. Man kann also nicht sagen, daß sein Glau­bens­ver­lust offen­sicht­lich und offen­kun­dig ist. Es scheint auch nicht mög­lich zu sein, sei­ne Hart­näckig­keit zu bewei­sen. So sind die rich­ti­gen Hin­wei­se der gro­ßen klas­si­schen Theo­lo­gen in der Pra­xis schwer zu befol­gen. Als der hei­li­ge Robert Bell­ar­min oder Pater Wernz ihre Bücher schrie­ben, war die Gesell­schaft noch katho­lisch, der Sen­sus fidei war ent­wickelt und es war leicht, die Häre­sie eines Prie­sters, eines Bischofs oder sogar eines Pap­stes zu erken­nen. Heu­te lebt die gro­ße Mehr­heit der Getauf­ten, der ein­fa­chen Gläu­bi­gen, der Prie­ster, der Bischö­fe in der Häre­sie, und nur weni­ge sind in der Lage, zwi­schen der Wahr­heit und dem Irr­tum zu unter­schei­den, der in den Tem­pel Got­tes ein­ge­drun­gen ist.

Keh­ren wir zur Unter­schei­dung zwi­schen der geist­li­chen und der recht­li­chen Sphä­re zurück. Der hei­li­ge Robert Bell­ar­min gibt im zwei­ten Buch von „De Roma­no Pon­ti­fi­ce“ ein inter­es­san­tes Bei­spiel über Nova­ti­an und Bajus. Nova­ti­an (220–258) war ein Ket­zer, der die Legi­ti­mi­tät von Papst Cor­ne­li­us bestritt und so weit ging, sich selbst zum Papst zu ernen­nen und die Auto­ri­tät der Kir­che öffent­lich abzu­leh­nen. Micha­el Bajus (1513–1589), ein Pro­fes­sor in Löwen in den Nie­der­lan­den, ver­fiel der Ket­ze­rei und wur­de von Pius V. und Gre­gor XIII. geta­delt, leug­ne­te aber im Gegen­satz zu Nova­ti­an nicht den Papst und die Kir­che als unfehl­ba­re Glau­bens­re­gel. Bell­ar­min erklärt, daß Nova­ti­an ein offen­kun­di­ger Häre­ti­ker war, der im Gegen­satz zu Bajus Ämter und Juris­dik­ti­on in der Kir­che verlor.

Zusam­men­fas­send läßt sich sagen, daß es vor­kom­men kann, daß ein Papst sich gei­stig von der Kir­che trennt, wäh­rend er kano­nisch Papst bleibt, genau­so wie es vor­kom­men kann, daß die Gläu­bi­gen sich gei­stig von einem Papst tren­nen, wäh­rend sie sei­ne kano­ni­sche Legi­ti­mi­tät aner­ken­nen. Wah­re Katho­li­ken müs­sen sich nicht vom Papst tren­nen, son­dern von den Irr­leh­ren und Irr­tü­mern, die lei­der von den höch­sten Rän­gen der Kir­che ver­kün­det wer­den, und dann war­ten alle auf Gott.

*Rober­to de Mat­tei, Histo­ri­ker, Vater von fünf Kin­dern, Pro­fes­sor für Neue­re Geschich­te und Geschich­te des Chri­sten­tums an der Euro­päi­schen Uni­ver­si­tät Rom, Vor­sit­zen­der der Stif­tung Lepan­to, Autor zahl­rei­cher Bücher, zuletzt in deut­scher Über­set­zung: Ver­tei­di­gung der Tra­di­ti­on: Die unüber­wind­ba­re Wahr­heit Chri­sti, mit einem Vor­wort von Mar­tin Mose­bach, Alt­öt­ting 2017, und Das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil. Eine bis­lang unge­schrie­be­ne Geschich­te, 2. erw. Aus­ga­be, Bobin­gen 2011.

Bücher von Prof. Rober­to de Mat­tei in deut­scher Über­set­zung und die Bücher von Mar­tin Mose­bach kön­nen Sie bei unse­rer Part­ner­buch­hand­lung beziehen.

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cor­ri­spon­den­za Romana


1 Der Titel der por­tu­gie­si­schen Aus­ga­be lau­tet: „A Hip­óte­se teoló­gi­ca de um Papa Here­ge“. Eine deut­sche Aus­ga­be gibt es noch nicht.

8 Kommentare

  1. Sor­ry! Oben waren noch ein paar Tipp­feh­ler – berich­tig­te Version:

    SCHALOM! In Bezug auf die­sen Arti­kel ist ein gra­vie­ren­der Feh­ler und Fehl­in­ter­pre­ta­ti­on anzu­mer­ken: https://​katho​li​sches​.info/​2​0​2​4​/​0​9​/​1​8​/​z​u​m​-​p​r​o​b​l​e​m​-​d​e​s​-​h​a​e​r​e​t​i​s​c​h​e​n​-​p​a​p​s​t​es/

    In der­sel­ben Enzy­kli­ka Mysti­ci Cor­po­ris stellt Pius XII. fest, dass „zu den Glie­dern der Kir­che aus­schließ­lich die­je­ni­gen zu zäh­len sind, die die Waschung der Rege­ne­ra­ti­on emp­fan­gen haben und sich, indem sie den wah­ren Glau­ben beken­nen, sich nicht in schänd­li­cher Wei­se von die­sem Leib getrennt haben und nicht von der recht­mä­ßi­gen Auto­ri­tät durch schwe­re Ver­feh­lun­gen von ihm getrennt wurden“.
    Die­se Zitat ist falsch sie­he Ori­gi­nal in Latein unten – somit kehrt sich die Kon­klu­si­on ins gegen­tei­li­ge um; d.h.: wer sich vom wah­ren Glau­ben aus­schließt, trennt sich nicht nur von der Kir­che als See­le, son­dern auch vom Kir­chen­leib. Dies kann dar­über hin­aus auch wegen eines schwer­wie­gen­den Ver­sto­ßes durch einen Rechts­akt der kirch­li­chen Obrig­keit geschehen.

    PIUS PP. XII
    LITTERAE ENCYCLICAE
    MYSTICI CORPORIS CHRISTI

    Den Glie­dern der Kir­che aber sind in Wahr­heit nur jene zuzu­zäh­len, die das Bad der Wie­der­ge­burt emp­fin­gen, sich zum wah­ren Glau­ben beken­nen und sich weder selbst zu ihrem Unse­gen vom Zusam­men­hang des Lei­bes getrennt haben, noch wegen schwe­rer Ver­stö­ße durch die recht­mä­ßi­ge kirch­li­che Obrig­keit davon aus­ge­schlos­sen wor­den sind. „Denn – so sagt der Apo­stel – durch einen Geist wur­den wir alle zu einem Lei­be getauft, ob Juden oder Hei­den, ob Skla­ven oder Freie“ (l Kor 12, 13). Wie es also in der wah­ren Gemein­schaft der Christ­gläu­bi­gen nur einen Leib gibt, nur einen Geist, einen Herrn und eine Tau­fe, so kann es auch nur einen Glau­ben in ihr geben (Eph 4, 5); und des­halb ist, wer die Kir­che zu hören sich wei­gert, nach dem Gebot des Herrn als Hei­de und öffent­li­cher Sün­der zu betrach­ten (Mt 18, 17). Aus die­sem Grun­de kön­nen die, wel­che im Glau­ben oder in der Lei­tung von­ein­an­der getrennt sind, nicht in die­sem einen Leib und aus sei­nem einen gött­li­chen Gei­ste leben.

    for­ma­to da mem­bri determinati
    In real­tà, tra i mem­bri del­la Chie­sa biso­gna anno­ver­a­re esclu­si­v­a­men­te quel­li che rice­vet­te­ro il lava­cro del­la rig­e­nera­zio­ne, e pro­fes­san­do la vera fede, non si separ­a­ro­no da se stes­si, dis­gra­zia­ta­men­te, dal­la com­pa­gi­ne di que­sto cor­po, e non  ne furo­no sepa­ra­ti dal­la legit­ti­ma auto­ri­tà per gra­vi­s­si­me col­pe com­mes­se. „Poi­ché, dice l’Apostolo, in un solo spi­ri­to sia­mo sta­ti bat­tez­za­ti tut­ti noi, per esse­re un solo cor­po, o giudei o gen­ti­li, o ser­vi, o libe­ri“ (I Cor. 12, 13). Come dun­que nel vero ceto dei fede­li si ha un sol cor­po, un solo Spi­ri­to, un solo Signo­re e un solo Bat­te­si­mo, così non si può ave­re che una sola fede (cfr. Eph. 4, 5): sic­ché chi abbia ricu­sa­to di ascol­ta­re la Chie­sa, deve, secon­do l’ordine di Dio, riten­er­si come etnico e pubbli­ca­no (cfr. Mat­th. 18, 17). Per­tan­to quel­li che son tra loro divi­si per ragio­ni di fede o di gover­no, non pos­so­no vive­re nell’unità di tale cor­po e per con­se­guen­za nep­pu­re nel suo divi­no Spirito.

    In Eccle­siae autem mem­bris reap­se ii soli annu­meran­di sunt, qui rege­ne­ra­tio­nis lava­crum rece­perunt ver­am­que fidem pro­fi­ten­tur, neque a Cor­po­ris com­pa­ge semet ipsos mise­re separarunt, vel ob gra­vi­s­si­ma admis­sa a legi­ti­ma auc­to­ri­ta­te sei­unc­ti sunt. « Eten­im in uno Spi­ri­tu, ait Apo­sto­lus, omnes nos in unum Cor­pus bap­tizati sumus, sive Iudaei, sive Gen­ti­les, sive ser­vi, sive libe­ri » (1 Cor. 12, 13). Sicut igi­tur in vero chri­sti­fi­de­li­um coe­tu unum tan­tum­mom­do habe­tur Cor­pus, unus Spi­ri­tus, unus Domi­nus et unum Bap­tis­ma, sic habe­ri non potest nisi una fides (cfr. Eph. 4, 5); atque adeo qui Eccle­si­am aud­ire renue­rit, iuben­te Domi­no haben­dus est ut eth­ni­cus et publi­ca­nus (cfr. Mat­th. 18, 17). Qua­mo­brem qui fide vel regi­mi­ne invicem divid­un­tur, in uno eius­mo­di Cor­po­re, atque uno eius divi­no Spi­ri­tu vive­re nequeunt.

    https://​www​.vati​can​.va/​c​o​n​t​e​n​t​/​p​i​u​s​-​x​i​i​/​l​a​/​e​n​c​y​c​l​i​c​a​l​s​/​d​o​c​u​m​e​n​t​s​/​h​f​_​p​-​x​i​i​_​e​n​c​_​2​9​0​6​1​9​4​3​_​m​y​s​t​i​c​i​-​c​o​r​p​o​r​i​s​-​c​h​r​i​s​t​i​.​h​tml

    Gruß und Segen Tho­mas Seifert

  2. Die FSSPX for­dert in Ihrem Treue­ver­spre­chen von ihren Semi­na­ri­sten ein:

    „Ich, der Unterzeichnete,

    aner­ken­ne… (Fran­zis­kus) als legi­ti­men Papst der hei­li­gen katho­li­schen Kir­che. Des­halb bin ich bereit, öffent­lich für ihn als Papst zu beten. Ich leh­ne es ab, ihm zu fol­gen, wenn er sich von der katho­li­schen Tra­di­ti­on ent­fernt, ins­be­son­de­re in der Fra­ge der Reli­gi­ons­frei­heit und des Öku­me­nis­mus sowie bei jenen Refor­men, die für die Kir­che schäd­lich sind.…..“

    Das schrieb ein Kom­men­ta­tor auf glo​ria​.tv zu dem Arti­kel „Kar­me­li­tin­nen von Arling­ton tre­ten der FSSPX bei“.

    Auf glo​ria​.tv haben sich angeb­lich neun Leser öffent­lich damit ein­ver­stan­den erklärt.

    Wie den­ken die Leser auf die­sem Por­tal über die­ses Treueversprechen?

    Kön­nen wir uns dar­auf eini­gen oder nicht?

    • Ich bin kein Prie­ster. Trotz­dem fällt es mir nicht leicht, dem zuzu­stim­men. Die Unsi­cher­heit ist gege­ben. Da ist die (unwi­der­spro­che­ne) Aus­sa­ge der Papst­ver­trau­ten Eli­sa­be­ta Piquet über einen ungül­ti­gen fünf­ten Wahl­gang. Und ich fra­ge mich, war­um sich Kar­di­nal Bur­ke mei­nes Wis­sens bis­lang nicht zu die­sem The­ma geäu­ßert hat. Könn­te es sein, dass er, wenn die Wahl ungül­tig war, er immer noch Höchst­rich­ter wäre, und ergo nicht gleich­zei­tig die Ankla­ge füh­ren dürf­te. Also in etwa ver­gleich­bar mit Roman Her­zog, der als höch­ster Bun­des­rich­ter die Judi­ka­ti­ve ver­tre­ten und den Bun­des­kanz­ler Hel­mut Kohl, also die Legis­la­ti­ve bera­ten hat, wie sie bezüg­lich der Wie­der­ver­ei­ni­gung vor­zu­ge­hen habe, was klar gegen die Gewal­ten­tei­lung ver­sto­ßen hat? Viel­leicht soll­te man ihn mal gezielt in die­ser Rich­tung befragen.
      Dane­ben die Hin­wei­se auf Abspra­chen, die Sache mit dem SWIFT-Aus­schluss von Ende 2012 bis 12.2.13, usw. usf.
      Ich bin mir nicht sicher, ob sich Papst Fran­zis­kus nicht in den Tem­pel Got­tes gesetzt hat. Des­halb bete ich für den „recht­mä­ßi­gen“ Papst und wenn sein Name genannt wird unter dem Men­tal­vor­be­halt, dass er eben recht­mä­ßig Papst ist.

  3. Es ist direkt spa­ßig, wie man­che – durch­aus ehren­wer­te – Autoren sich ver­zwei­felt bemü­hen, die Tat­sa­che, daß ein Nicht­ka­tho­lik nicht Papst sein kann, durch dia­lek­ti­sche Kunst­grif­fe kleinzureden.
    Daß der Papst nur von Gott gerich­tet wer­den kann, ist übri­gens eine Neue­rung Gre­gors VII. Davor wur­den unwür­di­ge Päp­ste wie­der­holt von den Kai­sern abge­setzt und nie­mand stell­te dies in Frage.

  4. „… und dann war­ten alle auf Gott.“

    Ver­ste­he ich rich­tig? Einer der ein­fluß­reich­sten katho­li­schen Intel­lek­tu­el­len lei­tet hier her, daß alle intel­lek­tu­el­le Spe­ku­la­ti­on in der Gegen­wart nicht mehr wei­ter führt?

  5. Sophi­ste­rei:
    „Eine nach außen hin bekun­de­te Häre­sie kann jedoch als öffent­lich bezeich­net wer­den, ohne not­wen­di­ger­wei­se noto­risch zu sein.“
    Aha! Wenn Die Schar der Gläu­bi­gen ihm in die Höl­le folgt, ist das nicht notorisch:
    „Heu­te lebt die gro­ße Mehr­heit der Getauf­ten, der ein­fa­chen Gläu­bi­gen, der Prie­ster, der Bischö­fe in der Häre­sie, und nur weni­ge sind in der Lage, zwi­schen der Wahr­heit und dem Irr­tum zu unter­schei­den, der in den Tem­pel Got­tes ein­ge­drun­gen ist.“
    „Wer die schwe­re Sün­de der Häre­sie begeht, trennt sich von der See­le der Kirche.“
    Alles klar: Das Unver­ständ­nis der Mehr­heit der Getauf­ten, die sich auf­grund ihrer Häre­sie von der See­le der Kir­che getrennt haben, bil­det die Grund­la­ge dafür, dass die andau­ern­de Häre­sie des Pap­stes a là Abu Dha­bi nicht noto­risch genannt wer­den kann, wes­we­gen er Papst der Kir­che bleibt. Offen­sicht­lich aber einer Kir­che, die sich von der See­le der Kir­che getrennt hat.

  6. Per­sön­lich sehe ich die Äuße­run­gen von Fran­zis­kus und das „Klein­re­den“ die­ser Aus­sa­gen als wei­ter verwirrend.
    Der Diabo­lus, der Ver­wir­rer ist in der Tat mit gro­ßer Macht am Werk und es ist schwer das Rich­ti­ge zu erkennen.
    Man sieht es auch in der Welt. Bei mir per­sön­lich und um Bekann­ten­kreis gibt es gro­ße Ehe­pro­ble­me, wenn Men­schen nicht im wah­ren Glau­ben der Väter ver­eint sind. Das Ver­trau­en zu Gott ist ange­grif­fen. Doch Gott wird ein­grei­fen, sicht­bar wie unsicht­bar, groß und klein. Aber es fällt immer schwe­rer zu „war­ten“.

    Möge Gott den Mäch­ti­gen und den „Unmäch­ti­gen“, uns allen die Gna­den schen­ken, die wir benö­ti­gen um Gott wohl­ge­fäl­lig durch die­se Zeit in den Him­mel zu kom­men. Dies ist ja das Ziel unse­res Lebens auf Erden. Gott möge uns hier­zu auch vor­an die Gna­de schen­ken, sei­ne Gna­den in Demut anzu­neh­men zu kön­nen! Mein Jesus Barmherzigkeit!

  7. Ergän­zend noch ein Gebet, zur Wie­der­gut­ma­chung der Belei­di­gun­gen gegen Gott

    Der gol­de­ne Pfeil

    Möge der höch­ste, hei­lig­ste, anbe­tungs­wür­dig­ste, unbe­greif­li­che und unaus­sprech­li­che Name Got­tes immer­dar gelobt, geprie­sen, geliebt, ange­be­tet und ver­herr­licht wer­den, im Him­mel, auf Erden und in der Unter­welt, von allen Geschöp­fen, die aus der Hand Got­tes her­vor­ge­gan­gen sind und durch das Hei­lig­ste Herz unse­res Herrn Jesus Chri­stus im Aller­hei­lig­sten Sakra­ment des Alta­res. Amen.

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