Exultet iam angelica turba cælorum

Frohlocket im Himmel, ihr Chöre der Engel!


Die Auferstehung Christi von Tizian (1542)
Die Auferstehung Christi von Tizian (1542)

Die Kir­che ver­bringt den Kar­sams­tag in stil­ler Trau­er am Grab des Bräu­ti­gams, der ihr Inter­es­se war. Am Kar­sams­tag wird zunächst der geheim­nis­vol­len Ruhe des Herrn im Grab gedacht. 

Anzei­ge

Er ist der Ruhe­tag des Herrn nach sei­nem schmerz­vol­len Erlö­sungs­lei­den und des­halb auch der still­ste Tag des Kir­chen­jah­res.
Erst gegen Abend, nach Son­nen­un­ter­gang, fin­den sich die Gläu­bi­gen im Got­tes­haus zur Fei­er der hei­li­gen Nacht, der Oster­vi­gil, ein. Der hei­li­ge Augu­sti­nus nennt sie die Mut­ter aller Vigi­li­en und spricht von der wun­der­ba­ren „Fei­er“ die­ser Nacht. In ihr wird das freu­dig­ste Ereig­nis im Leben des Hei­lands began­gen: sei­ne glor­rei­che Auf­er­ste­hung, die in die­ser Nacht erfolgte. 

Zugleich wur­de einst in die­ser Nacht den Katechu­me­nen die Gna­de der gei­sti­gen Auf­er­ste­hung in der hei­li­gen Tau­fe zuteil. Die­se Fei­er der Oster­vi­gil dau­er­te im frü­hen Mit­tel­al­ter, weil die Zahl der Täuf­lin­ge sehr groß war, die gan­ze Nacht hin­durch bis zum Mor­gen des Oster­sonn­tags. Seit­dem im Lau­fe der Zeit die Kin­der­tau­fe zur Gewohn­heit wur­de, erhielt die Oster­vi­gil ihre tie­fe Bedeu­tung, indem sie an das Glück und die Gna­de unse­rer Tau­fe erin­nert, durch die wir mit Chri­stus zum neu­en Leben der Got­tes­kin­der auf­er­stan­den sind. Des­halb sol­len wir den Kar­sams­tag auch als Gedächt­nis­tag unse­rer Tau­fe begehen.

Der gan­ze, so rei­che Kranz von got­tes­dienst­li­chen Gebräu­chen in die­ser hei­li­gen Nacht ist also dem glor­rei­chen Geheim­nis der Auf­er­ste­hung geweiht. Es gilt, eine zwei­fa­che Auf­er­ste­hung zu fei­ern: die Auf­er­ste­hung Chri­sti, des Haup­tes, und die gei­sti­ge Auf­er­ste­hung der Glie­der sei­nes Lei­bes, der Gläu­bi­gen in der Tau­fe. Die erste Auf­er­ste­hung wird in Wort und Sinn­bild gefei­ert durch die Wei­he des neu­en Feu­ers und durch die Seg­nung der Oster­ker­ze, die zwei­te durch die Wei­he des Tauf­brun­nens und durch die Spen­dung der hei­li­gen Tau­fe bzw. (durch) die Erneue­rung des Taufversprechens.

Die Oster­ker­ze, deren Seg­nung eine beson­de­re Zier­de der Oster­vi­gil bil­det, ist das Sinn­bild des auf­er­stan­de­nen Hei­lan­des. Das Wachs der Ker­ze bedeu­tet sei­nen rein­sten, hei­lig­sten Leib, der Docht sei­ne See­le, die Flam­me sei­ne Gott­heit. Unter den herr­li­chen Lob­ge­sän­gen, die der Dia­kon über die­se Ker­ze anstimmt, fin­det die Ver­kün­di­gung des Oster­ge­heim­nis­ses statt. Die­ses unver­gleich­li­che Wei­he­lied, das Exsul­tet („Froh­locket“), wird dem hei­li­gen Augu­sti­nus zugeschrieben:

Exul­tet iam ange­li­ca tur­ba cælorum:
exul­tent divina myste­ria:
et pro tan­ti Regis vic­to­ria tuba inso­net salutaris.

Gau­de­at et tel­lus tan­tis irra­dia­ta ful­go­ri­bus:
et, æter­ni Regis sple­ndo­re illu­stra­ta,
toti­us orbis se sen­ti­at ami­sis­se caliginem.

Læte­tur et mater Eccle­sia,
tan­ti lumi­nis ador­na­ta ful­go­ri­bus:
et mag­nis popul­orum voci­bus hæc aula resultet.

Qua­prop­ter astan­tes vos, fra­tres caris­si­mi,
ad tam miram hui­us sanc­ti lumi­nis cla­ritatem,
una mecum, quæ­so,
Dei omni­po­ten­tis miser­i­cor­diam invo­ca­te.
Ut, qui me non meis meri­tis
intra Levi­ta­rum numer­um digna­tus est aggre­ga­re,
lumi­nis sui cla­ritatem infun­dens,
cerei hui­us lau­dem imp­le­re perficiat.

Vers. Domi­nus vobis­cum.
Resp. Et cum spi­ri­tu tuo.
Vers. Sursum corda.
Resp. Habe­mus ad Domi­num.
Vers. Gra­ti­as agamus Domi­no Deo nostro.
Resp. Dig­num et iustum est.

Vere dig­num et iustum est,
invi­si­bi­lem Deum Patrem omni­po­ten­tem
Fili­um­que eius uni­ge­ni­tum,
Domi­num nostrum Iesum Chri­s­tum,
toto cor­dis ac men­tis affec­tu et vocis mini­ste­rio personare.

Qui pro nobis æter­no Patri Adæ debi­tum sol­vit,
et vete­ris pia­cu­li cau­tio­nem pio cruo­re detersit.

Hæc sunt enim festa pascha­lia,
in qui­bus verus ille Agnus occi­dit­ur,
cui­us san­gui­ne postes fide­li­um consecrantur.

Hæc nox est,
in qua pri­mum patres nostros, fili­os Isræl
educ­tos de ægyp­to,
Mare Rubrum sic­co vesti­gio tran­si­re fecisti.

Hæc igi­tur nox est,
quæ pec­ca­torum ten­ebras colum­næ illu­mi­na­tio­ne purgavit.

Hæc nox est,
quæ hodie per uni­ver­sum mund­um in Chri­s­tum cre­den­tes,
a viti­is sæcu­li et caligi­ne pec­ca­torum segre­ga­tos,
red­dit gra­tiæ, soci­at sanctitati.

Hæc nox est,
in qua, des­truc­tis vin­cu­lis mor­tis,
Chri­stus ab infe­ris vic­tor ascendit.

Nihil enim nobis nasci pro­fuit,
nisi redi­mi pro­fui­s­set.
O mira cir­ca nos tuæ pieta­tis digna­tio!
O inæ­sti­ma­bi­lis dil­ec­tio cari­ta­tis:
ut ser­vum redi­me­res, Fili­um tradidisti!

O cer­te neces­sa­ri­um Adæ pec­ca­tum,
quod Chri­sti mor­te dele­tum est!
O felix cul­pa,
quæ talem ac tan­tum meruit habe­re Redemptorem!

O vere bea­ta nox,
quæ sola meruit sci­re tem­pus et horam,
in qua Chri­stus ab infe­ris resurrexit!

Hæc nox est, de qua scrip­tum est:
Et nox sicut dies illu­minabitur:
et nox illu­mi­na­tio mea in deli­ci­is meis.

Hui­us igi­tur sanc­ti­fi­ca­tio noc­tis fugat sce­le­ra, cul­pas lavat:
et red­dit inno­cen­ti­am lap­sis
et mæstis læti­ti­am.
Fugat odia, con­cor­diam parat
et cur­vat imperia.

O vere bea­ta nox,
in qua ter­re­nis cæle­stia, huma­nis divina iunguntur!

In hui­us igi­tur noc­tis gra­tia, sus­ci­pe, sanc­te Pater,
lau­dis hui­us sacri­fi­ci­um ves­per­ti­num,
quod tibi in hac cerei obla­tio­ne sol­lem­ni,
per mini­strorum manus
de ope­ri­bus apum, sacro­sanc­ta red­dit Ecclesia.

Sed iam colum­næ hui­us præ­co­nia novi­mus,
quam in hono­rem Dei rutil­ans ignis accen­dit.
Qui, licet sit divi­sus in par­tes,
mutua­ti tamen lumi­nis detri­men­ta non novit.

Ali­tur enim liqu­an­ti­bus ceris,
quas in sub­stan­ti­am pre­tio­sæ hui­us lam­pa­dis
apis mater eduxit.

O vere bea­ta nox,
in qua ter­re­nis cæle­stia, huma­nis divina iunguntur!

Ora­mus ergo te, Domi­ne,
ut cere­us iste in hono­rem tui nomi­nis con­se­cra­tus,
ad noc­tis hui­us caligi­nem destruen­dam,
inde­fi­ci­ens per­se­ver­et.
Et in odo­rem sua­vi­ta­tis accep­tus,
super­nis lumi­na­ri­bus misceatur.

Flammas eius luci­fer matu­ti­nus inve­ni­at:
Ille, inquam, luci­fer, qui nes­cit occa­sum:
Chri­stus Fili­us tuus,
qui, regres­sus ab infe­ris, huma­no gene­ri sere­nus illu­xit,
et tecum vivit et reg­nat in sæcu­la sæculorum.

Resp. Amen.

Bild: Wiki­com­mons

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