Die Wortschöpfung „Indietristen“ wird etabliert

Synodalitätssynode

Am 28. November traf Papst Franziskus die Vorsitzenden und Koordinatoren der kontinentalen Phase der Synodalitätssynode. Im Bild links von Franziskus Kardinal Jean-Claude Hollerich SJ.
Am 28. November traf Papst Franziskus die Vorsitzenden und Koordinatoren der kontinentalen Phase der Synodalitätssynode. Im Bild links von Franziskus Kardinal Jean-Claude Hollerich SJ.

(Rom) Am 28./29. Novem­ber fand im Vati­kan ein Tref­fen der Vor­sit­zen­den und Koor­di­na­to­ren der kon­ti­nen­ta­len Ver­samm­lun­gen der Syn­ode über die Syn­oda­li­tät statt. Zum Abschluß ver­öf­fent­lich­te das Gene­ral­se­kre­ta­ri­at der Bischofs­syn­ode eine Pres­se­er­klä­rung in ver­schie­de­nen Spra­chen. Dar­in ent­hal­ten sind auch die Gruß­wor­te von Kar­di­nal Jean-Clau­de Hol­le­rich SJ, Erz­bi­schof von Luxem­burg, Vor­sit­zen­der der Kom­mis­si­on der Bischofs­kon­fe­ren­zen der EU und Gene­ral­re­la­tor der Syn­oda­li­täts­syn­ode. Am Mon­tag wur­den die Teil­neh­mer von Papst Fran­zis­kus in Audi­enz emp­fan­gen. Bei die­ser Gele­gen­heit war es der Luxem­bur­ger Kar­di­nal, der von „Indiet­ri­sten“ sprach.

In der Erklä­rung heißt es zunächst vom Gene­ral­se­kre­tär der Bischofs­syn­ode, Kar­di­nal Mario Grech:

„‘Ich emp­fin­de Dank­bar­keit und Stau­nen. Ich habe das Zeug­nis einer leben­di­gen Kir­che gehört’, sag­te Kar­di­nal Mario Grech am Ende des Tref­fens. ‚Der Aus­tausch in die­sen Tagen zeigt, daß der Weg bereits weit fort­ge­schrit­ten ist und daß wir viel von­ein­an­der ler­nen kön­nen. Ich habe gro­ße Hoff­nung für unse­re Auf­ga­be, die in erster Linie Evan­ge­li­sie­rung ist und bleibt: die Ver­kün­di­gung der guten Nach­richt von Jesus Chri­stus. Das ist der Weg der Syn­ode. Auf die­sem Weg dür­fen wir kei­ne Angst vor Span­nun­gen haben, die auch gesund sein kön­nen. Wir dür­fen nie­man­den aus­schlie­ßen und müs­sen allen zuhö­ren! Auch den­je­ni­gen, die außer­halb der Kir­che ste­hen, denn manch­mal ist die Kir­che dort prä­sent, wo wir sie nicht ver­mu­tet haben.‘“

Anschlie­ßend wird die Gruß­adres­se von Kar­di­nal Hol­le­rich an den Papst berich­tet. Der Luxem­bur­ger Erz­bi­schof, der sich beson­ders für die Aner­ken­nung der Homo­se­xua­li­tät „enga­giert“, sag­te:

„Eure Hei­lig­keit, eine Syn­oda­li­tät, die katho­lisch sein will, braucht die Für­sor­ge und den Rat von Petrus. Wir brau­chen Sie, weil wir eine gesun­de Gleich­gül­tig­keit brau­chen, die von der Frei­heit im Geist zeugt, aber auch, weil wir eini­ge Ver­su­chun­gen auf die­sem Weg bemer­ken.

Und ich möch­te über eine Ver­su­chung spre­chen, die wir manch­mal in den Medi­en sehen: Es ist die Ver­su­chung der ‚Poli­ti­sie­rung‘ in und von der Kir­che, das heißt, die Kir­che mit der Logik der Poli­tik zu leben und zu den­ken. Eini­ge haben eine Agen­da für die Reform der Kir­che; sie wis­sen sehr genau, was getan wer­den muß, und sie wol­len die Syn­ode für die­sen Zweck nut­zen: Das ist eine Instru­men­ta­li­sie­rung der Syn­ode. Das ist Poli­ti­sie­rung. Auf der ande­ren Sei­te ste­hen – um Ihr Wort zu gebrau­chen – die ‚Indiet­ri­sten‘, die nicht ver­ste­hen, daß eine wah­re katho­li­sche Tra­di­ti­on sich ent­wickelt und gleich­zei­tig eine Tra­di­ti­on in ihrer Zeit bleibt. Auch sie wür­den den Syn­oden­pro­zeß ger­ne aus­brem­sen. Wir hin­ge­gen – und das haben wir heu­te mor­gen in unse­rer Arbeit gehört – wol­len in der Lage sein, in eine ech­te Unter­schei­dung ein­zu­tre­ten, eine apo­sto­li­sche, mis­sio­na­ri­sche Unter­schei­dung, damit die syn­oda­le Kir­che ihre Sen­dung in der Welt erfül­len kann. Wir wol­len gemein­sam mit Ihnen und vor allem mit dem Hei­li­gen Geist und mit Jesus gehen, um unse­re Kir­che zu bessern.“

Die von Fran­zis­kus Anfang Juni ein­ge­führ­ten Neo­lo­gis­men „Indiet­ri­sten“ und „Indiet­ris­mus“ zie­hen ihre Krei­se. Kar­di­nal Hol­le­rich, ein Jesu­it wie der Papst selbst, zeig­te sich am Mon­tag als geleh­ri­ger Schüler.

Fran­zis­kus ließ mit der Ein­füh­rung der neu­en Begrif­fe kei­nen Zwei­fel dar­an, daß er mit „Indiet­ri­sten“ jene in der Kir­che meint, die am über­lie­fer­ten Ritus fest­hal­ten. Für alle, die es noch nicht ver­stan­den haben soll­ten, wie­der­hol­te es Fran­zis­kus gegen­über den Jesui­ten in Kana­da am 29. Juli in aller Deut­lich­keit.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Syn​od​.va (Screen­shot)

Print Friendly, PDF & Email

1 Kommentar

  1. So, so Kar­di­nal Hol­le­rich will „unse­re“ Kir­che bes­sern. und da fängt man am besten mit der Homo­se­xua­li­tät an, oder? Statt zur Rech­ten des Pap­stes zu sit­zen, soll­te er abge­setzt wer­den, das wür­de schon mal die Kir­che bes­sern. Syn­oda­le sind Glo­ba­li­sten und was wir von ihnen zu erwar­ten haben, sagen sie uns, aber lei­der wei­gern wir uns, das ernst­zu­neh­men. Die „Tra­di­ti­on mei­ner Zeit“ ist der Zeit­geist, der den Moder­nis­mus längst über­holt hat. Es gibt also zwei Tra­di­tio­nen, die der katho­li­schen Kir­che und die mei­ner Zeit. Wer aber ist der Zeit­geist? Ich weiß nur, wer es nicht ist, näm­lich der Hei­li­ge Geist.

Kommentare sind deaktiviert.