„Mein Körper gehört mir“ oder „Dein Körper gehört mir“?

Gedanken zur "Mahnung" des Generaloberen der Piusbruderschaft zur Corona-Krise

Die Mahnung von P. Davide Pagliarani zur Corona-Krise, die nicht zu überzeugen vermag.
Die Mahnung von P. Davide Pagliarani zur Corona-Krise, die nicht zu überzeugen vermag.

Gedan­ken von Giu­sep­pe Nardi

(Men­zin­gen) Der Gene­ral­obe­re der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. (FSSPX), P. Davi­de Pagli­ara­ni, nahm am 11. Dezem­ber bei einer Tagung in den USA auf Nach­fra­ge von Teil­neh­mern spon­tan „auch zum The­ma Covid-19 und Imp­fung“ Stel­lung. Am 18. Janu­ar ver­öf­fent­lich­te die Pius­bru­der­schaft sei­ne frei gehal­te­nen Aus­füh­run­gen in deut­scher Über­set­zung. Schon zuvor waren Aus­zü­ge bekannt gewor­den und hat­ten Pole­mi­ken aus­ge­löst. P. Pagli­ara­ni nimmt aus­führ­li­cher und dif­fe­ren­zier­ter Stel­lung, als es die mei­sten Bischö­fe tun. Im deut­schen Sprach­raum herrscht dies­be­züg­lich Regie­rungs­hö­rig­keit. Die Bischofs­kon­fe­ren­zen und ihre Vor­sit­zen­den klin­gen wie Sprach­roh­re der Regie­rung. Doch auch zu P. Pagli­ara­nis „Mah­nung“ sol­len eini­ge Gedan­ken ange­fügt wer­den. So sagt er:

„Wie lan­ge wird das Pro­blem dau­ern? Ist das alles kom­pli­ziert? Ja! Ist das alles etwas ver­rückt? Ja! Ist der Stress, der auf der gan­zen Mensch­heit lastet, ver­ständ­lich? Ja! Ist es erlaubt, über all die­se Pro­ble­me Fra­gen zu stel­len? Ja! Ist es legi­tim, gegen ver­pflich­ten­de Imp­fun­gen zu sein? Ja! Aber …!“

Das „aber“ wird im fol­gen­den Satz erklärt:

„Aber die­ses gro­ße Pro­blem ist mit einem medi­zi­ni­schen The­ma ver­bun­den. Das ist der Haupt­grund, war­um die Bru­der­schaft sich nicht direkt zu die­sem The­ma äußert.“

Das ist auch schon der Knack­punkt der Aus­füh­run­gen. Das Coro­na-Pro­blem, das die Men­schen bewegt, ob auf der einen oder auf der ande­ren Sei­te, ist nicht die medi­zi­ni­sche Fra­ge, son­dern die poli­ti­sche. Regie­run­gen haben aus einer medi­zi­ni­schen Fra­ge eine poli­ti­sche gemacht. Dar­in liegt das wah­re Dilem­ma. Die gesam­te Dis­kus­si­on, die Viel­zahl von Pro­ble­men, Kon­flik­ten Äng­sten, Nöti­gun­gen hän­gen mit die­ser Ein­mi­schung der Poli­tik zusam­men. Das ließ sich in den ersten Wochen des Coro­na-Dau­er­the­mas nicht mit Sicher­heit sagen und durch­schau­en. Eini­ge Fach­leu­te wie Prof. Bhak­di und Dr. Wodarg taten es bereits damals und soll­ten mit ihrer Ein­schät­zung recht behal­ten. Seit Mai 2020 läßt es sich jedoch all­ge­mein durch­schau­en, wenn man denn sehen will. Seit­her lie­gen Zah­len auf dem Tisch, und die­se Fak­ten­la­ge hat sich seit­her erwei­tert und immer mehr ver­stärkt. Dazu gehö­ren auch die lau­fen­den Ver­tu­schungs- und Ver­schleie­rungs­ver­su­che sei­tens der Regie­run­gen und ihrer Adla­ten, die nicht min­der aus­sa­ge­kräf­tig sind.

Sich aus der medi­zi­ni­schen Fra­ge her­aus­zu­hal­ten ist ange­mes­sen, sie gehört den Ärz­ten, zumin­dest soweit sie nicht mora­li­sche Fra­gen berührt. Doch um die medi­zi­ni­sche Fra­ge geht es nicht, son­dern um die poli­ti­sche. Hät­te sich die Poli­tik, hät­ten sich die Regie­run­gen, nicht ein­ge­mischt, wäre Coro­na längst an der Mensch­heit vor­bei­ge­zo­gen, ohne irgend­ein Auf­se­hen zu erre­gen. „Wenn es welt­weit kei­ne PCR-Tests gege­ben hät­te, wäre es nach mei­nem Dafür­hal­ten nie­man­dem auf­ge­fal­len“, sag­te Prof. Franz Aller­ber­ger, der Lei­ter der AGES, des öster­rei­chi­schen Robert-Koch-Insti­tuts, am 19. Juni 2021 in einem Video­in­ter­view. Die Wir­kung von Schutz­mas­ken außer­halb von Kran­ken­häu­sern und Hei­men bezeich­ne­te Aller­ber­ger als kei­ne medi­zi­ni­sche, son­dern eine poli­ti­sche Fra­ge. Dar­um geht es. Seit Janu­ar 2020 ist Coro­na in erster Linie ein psy­cho­lo­gi­scher Krieg, ein Krieg, der von jeman­dem aus­ge­löst und geführt wird. Die Ver­ant­wort­li­chen las­sen sich inzwi­schen noch nicht voll­stän­dig, aber schon ziem­lich weit­ge­hend mit Namen benennen. 

Der Ver­weis Pagli­ara­nis, man äuße­re sich des­halb nicht zur Sache, weil es sich um eine medi­zi­ni­sche Fra­ge hand­le, muß daher ins Lee­re gehen. Es geht um die poli­ti­sche Fra­ge, für die eine medi­zi­ni­sche Fra­ge zum Anlaß oder Vor­wand genom­men wird. Nie­mand erwar­tet sich von Bischö­fen, Gemein­schaf­ten oder auch der Pius­bru­der­schaft eine Stel­lung­nah­me zu einer medi­zi­ni­schen Fra­ge, sehr wohl aber Ori­en­tie­rung in mora­li­schen Fra­gen, zu Natur­rechts­fra­gen und der Sozi­al­leh­re. Die – folgt man Prof. Aller­ber­ger – ohne jede Not vom Zaun gebro­che­ne oder insze­nier­te Coro­na-Kri­se erschüt­tert das gesam­te sozia­le Gefü­ge, vom Staat bis hin­un­ter zur Fami­lie. Es wur­de plan­mä­ßig eine Spal­tung erzeugt, deren künst­li­che Gene­se vor aller Augen statt­fand und die inzwi­schen durch fast jede Gemein­schaft geht. Seit Kriegs­en­de gab es kei­ne Situa­ti­on, die zer­rüt­ten­der war. Und nichts an die­ser Zer­set­zungs­spi­ra­le hat etwas mit der medi­zi­ni­schen, alles aber mit der poli­ti­schen Fra­ge zu tun.

Wes­halb P. Pagli­ara­ni Aspek­te von „Glo­ba­lis­mus und Ver­schwö­rung“ als Grund nennt, wes­halb „die Bru­der­schaft sich zurück­hält“, bleibt auf­grund sei­ner wei­te­ren Aus­füh­run­gen zu die­sem Kapi­tel unver­ständ­lich. Wäre es nicht ange­brach­ter, Stel­lung zu neh­men und die aktu­el­len Ereig­nis­se in das rich­ti­ger­wei­se von ihm erwähn­te „Gesamt­bild“ ein­zu­ord­nen, um die Zusam­men­hän­ge deut­lich zu machen? So sagt er:

„Der Haupt­aus­druck des Glo­ba­lis­mus, näm­lich die Zer­stö­rung des natür­li­chen Sit­ten­ge­set­zes und der Ord­nung, die die Kir­che bewahrt und geschützt hat, ist die Schaf­fung einer neu­en ‚Welt‘ mit neu­en ‚Geset­zen‘, mit einer neu­en Auto­ri­tät. Mit oder ohne Covid, mit oder ohne Imp­fung. Die­ser Glo­ba­lis­mus begann nicht erst vor einem Jahr. Er ist viel älter.“ 

Liegt da nicht die Annah­me nahe, daß Covid und die „Imp­fung“ nicht außer­halb „die­ses Glo­ba­lis­mus“ ste­hen, son­dern genui­ner Aus­druck des­sel­ben sind? Instru­men­te, um genau die von P. Pagli­ara­ni skiz­zier­ten Zie­le gegen die natür­li­che, die gött­li­che Ord­nung zu verwirklichen?

Im wich­ti­gen Kapi­tel über die Sün­de wagt sich der Gene­ral­obe­re trotz des Vor­sat­zes, nicht zu einer medi­zi­ni­schen Fra­ge Stel­lung zu neh­men, plötz­lich weit vor, wenn er sagt: „Auch Tra­di­tio­na­li­sten und tra­di­ti­ons­treue Katho­li­ken ster­ben an Covid!“ Natür­lich, „auch Tra­di­tio­na­li­sten und tra­di­ti­ons­treue Katho­li­ken“ müs­sen ster­ben. Das dürf­te auch nie­mand bezwei­felt haben. Auch nicht, daß es dann allein um das Seeln­heil geht. Das Postu­lat mit Aus­ru­fe­zei­chen gibt aber zu ver­ste­hen, daß P. Pagli­ara­ni der Über­zeu­gung zu sein scheint, daß die offi­zi­ell gezähl­ten „Coro­na-Toten“ tat­säch­lich „an Covid-19“ gestor­ben sind. Das ist zumin­dest gewagt. Die Dia­gno­se „Covid-19“ ist, und auch das ist zunächst nicht eine Fra­ge der Medi­zin, son­dern des­sen, was die Regie­rungs­po­li­tik will. Man den­ke an die bis zur Coro­na-Kri­se unbe­kann­te For­mu­lie­rung „an oder mit“ ver­stor­ben; man den­ke an die fak­tisch aus­schließ­li­che Coro­na-Dia­gno­se anhand des PCR-Tests, der Coro­na von Influ­en­za nicht unter­schei­den kann, wes­halb die offi­zi­ell ange­ge­be­nen Zah­len nichts dar­über aus­sa­gen, wie vie­le der Coro­na-Inten­siv­pa­ti­en­ten sich wegen Covid-19 oder aus einem ande­ren Grund auf der Inten­siv­sta­ti­on befin­den; man den­ke an die hoch zwei­fel­haf­te Zähl­wei­se der „Coro­na-Toten“. Das sind alles kei­ne medi­zi­ni­schen, son­dern poli­tisch gewoll­te Weichenstellungen.

Pein­lich berüh­ren die Aus­sa­gen des Gene­ral­obe­ren in sei­nem letz­ten Kapi­tel „Fal­sche Prin­zi­pi­en“. Sinn­ge­mäß sagt P. Pagli­ara­ni, weil auch „fal­sche“ Leu­te dabei sind, er nennt „Lin­ke“ und „Links­ex­tre­me“, kön­ne die Pius­bru­der­schaft sich einer Posi­ti­on nicht anschlie­ßen. Was soll die Distan­zie­rung? War­um so pole­misch? Die Fra­ge kann doch nur lau­ten: Sagt und tut jemand Rich­ti­ges? Ich habe bei einer Kund­ge­bung Bur­schen­schaf­ter mit ihren Fah­nen neben Che-Gue­va­ra-Apo­lo­ge­ten und Katho­li­ken mit Herz-Jesu-Dar­stel­lun­gen gehen sehen. Das hat­te sich im Zug so erge­ben und bot dem Beob­ach­ter ein unge­wöhn­lich inter­es­san­tes Bild. Die Genann­ten haben viel­leicht sonst nicht viel gemein­sam, aber in die­sem Anlie­gen sind sie sich einig und gehen Sei­te an Sei­te. Gut so. 

Zum regel­rech­ten Eigen­tor wird daher Pagli­ara­nis letz­ter „Grund“, war­um die Bru­der­schaft „sich nicht direkt zu die­sem The­ma äußert“. Hören wir selbst:

„In einem Satz: ‚Mein Kör­per gehört mir!‘ Mit mei­nem Leben mache ich, was ich will. Des­halb ent­schei­de ich selbst, ob ich mich imp­fen las­sen will oder nicht. Wir fin­den die­sel­ben Slo­gans der 60er und 70er Jah­re des vori­gen Jahr­hun­derts – ‚Mein Bauch gehört mir‘ – bei einer gewis­sen ‚Frau­en­be­we­gung‘.“

P. Pagli­ara­ni unter­stellt den Geg­nern der Covid-Sprit­ze, die gegen Coro­na wir­kungs­los, dafür aber sogar töd­li­cher scheint, als es die offi­zi­el­len Zah­len für das Coro­na­vi­rus aus­wei­sen, den­sel­ben Geist der Abtrei­bungs­be­für­wor­ter zu haben. Ist nicht viel­mehr das Gegen­teil der Fall? Die Abtrei­bungs­be­für­wor­ter sagen „Mein Bauch gehört mir“, mei­nen aber in Wirk­lich­keit „Dein Kör­per gehört mir“, der des unge­bo­re­nen Kin­des, das sie töten wol­len. Die­sel­be Men­ta­li­tät erle­ben wir nun bei den Impf­fa­na­ti­kern und Impf­pflicht­ver­fech­tern. Sie sagen auch „Dein Kör­per gehört mir“, der Regie­rung, die dar­über ver­fü­gen will. Eine falsch ver­wen­de­te Paro­le, wie dies durch die Abtrei­bungs­lob­by geschieht, ist des­halb weder per se noch in ande­ren Situa­tio­nen falsch. Im kon­kre­ten Fall, der Ableh­nung einer fak­ten­frei­en, gefähr­li­chen, allein für Big­Phar­ma gewinn­brin­gen­den Coro­na-Impf­pflicht, wird die Paro­le „Mein Kör­per gehört mir“ dem ver­lo­ge­nen Postu­lat „Dein Kör­per gehört mir“ ent­ge­gen­ge­setzt. Dar­auf könn­te die Pius­bru­der­schaft hin­wei­sen, zusam­men mit der wei­ter­ge­hen­den Ein­ord­nung, daß der Kör­per letzt­lich natür­lich Gott gehört. Per­sön­lich kann ich sagen, erfreut gewe­sen zu sein, als ich die unsäg­li­che Abtrei­bungs­pa­ro­le auf Kund­ge­bun­gen gegen die Coro­na-Maß­nah­men end­lich in einem ver­tret­ba­ren Zusam­men­hang lesen konn­te. Auch tak­ti­sche Klug­heit läßt sich für die Ver­wen­dung die­ser Paro­le anführen.

Die­ser letz­te „Grund“ Pagli­ara­nis berührt auch des­halb unan­ge­nehm, weil er in sei­nen Aus­füh­run­gen die Fra­ge der unethi­schen Covid-Sub­stan­zen nicht the­ma­ti­siert. Die Tat­sa­che, daß die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on mit der am 21. Dezem­ber 2020 ver­öf­fent­lich­ten „Note“ die Her­stel­lung aller bis­her in der EU zuge­las­se­nen Covid-Sub­stan­zen unter Ver­wen­dung abge­trie­be­ner Kin­der durch­ge­wun­ken hat, ändert nichts an der Gewis­sens­fra­ge für den Ein­zel­nen. Dies uner­wähnt zu las­sen, wie es schon die Bischofs­kon­fe­ren­zen und die Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten im deut­schen Sprach­raum tun, macht die vor­her­ge­hen­de Pole­mik wegen gleich­lau­ten­der Paro­len (aber nicht Inhal­te) noch zwei­fel­haf­ter. Für eine ver­ant­wor­tungs­be­wuß­te Ent­schei­dung für eine Covid-Sprit­ze braucht es umfas­sen­de Infor­ma­ti­on. Dies­be­züg­lich herrscht eine kaum zu glau­ben­de Lücke. In den Impf­stra­ßen wird nicht auf­ge­klärt, son­dern am Fließ­band gear­bei­tet. Auch der Gene­ral­obe­re bemüht sich lei­der nicht, die­se Lücke zu schlie­ßen. Die Wahr­neh­mung bleibt selek­tiv. Auch das ist eine poli­ti­sche Entscheidung.

Hät­te Pagli­ara­ni in die­sem Zusam­men­hang nicht die Viel­zahl der gebro­che­nen Ver­spre­chen der Regie­run­gen zu tadeln, die vie­len Lügen, die sie auf­ge­tischt haben, die fal­schen Zah­len, die sie vor­ge­legt haben, die ent­lar­vend ein­sei­ti­gen Wei­chen­stel­lun­gen, die sie vor­ge­nom­men haben, die abscheu­li­chen Dis­kre­di­tie­run­gen und Anfein­dun­gen, die sie aus­ge­löst oder gut­ge­hei­ßen haben, die vie­len Nöte, in die sie unzäh­li­ge Men­schen gestürzt haben, ob durch unver­ant­wort­li­che Angst­ma­che­rei oder durch Existenzbedrohung?

Schließ­lich sei in Erin­ne­rung geru­fen, daß es mora­lisch rele­van­te Impli­ka­tio­nen nach sich zieht, wenn man zu einem offen­sicht­li­chen Unrecht schweigt. P. Pagli­ara­ni wagt es nicht der Impf­pflicht eine Absa­ge zu ertei­len. Das hat sogar die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on getan, wenn Papst Fran­zis­kus im Vati­kan auch das Gegen­teil tut und ein wei­te­res Stück sei­ner bereits ange­schla­ge­nen Glaub­wür­dig­keit ver­spielt. Zum Schwei­gen zu einem Unrecht gehört auch das Schwei­gen zum Ver­sa­gen der kirch­li­chen Hier­ar­chie, das vor aller Augen liegt. Wo ande­re nicht ihre Stim­me erhe­ben wol­len oder glau­ben, ihre Stim­me nicht erhe­ben zu kön­nen, hät­te zumin­dest die Pius­bru­der­schaft klar­zu­stel­len, daß die Kir­che bei aller Aner­ken­nung des Staa­tes und sei­ner Auto­ri­tät kein Büt­tel der Regie­rung ist. Doch zu die­sem Punkt schweigt auch der Gene­ral­obe­re. War­um? Wer, wenn nicht er, ist frei von Kon­kor­dats­fes­seln und bischöf­li­chem Druck, sei­ne Stim­me zu erheben?

Der Gesamt­ein­druck? P. Pagli­ara­ni bewegt sich dif­fe­ren­zier­ter, aber den­noch auf der Linie der Bischofs­kon­fe­ren­zen. Das erstaunt und läßt auch etwas rat­los zurück.

Die medi­zi­ni­sche Fra­ge wirkt vor­ge­scho­ben, um zur poli­ti­schen nicht Stel­lung neh­men zu müssen. 

Die Grün­de dafür kön­nen viel­schich­tig sein. Zu über­zeu­gen ver­mag die­se Hal­tung aber nicht.

Die gera­de Regie­ren­den, die heu­te im Amt und mor­gen schon im Sili­con Val­ley sind, wer­den mit Samt­hand­schu­hen ange­faßt, als sei­en sie eine höhe­re Auto­ri­tät als die Kir­che. Das klang aus dem Mund von Ver­tre­tern der Pius­bru­der­schaft in der Ver­gan­gen­heit schon anders. Auch Pagli­ara­ni deu­tet es an, wenn er auf viel wei­ter in die Geschich­te zurück­rei­chen­de Strö­mun­gen und Fein­de ver­weist, weicht dann aber zurück und macht, wo es im Heu­te kon­kret wird, einen Bogen dar­um her­um. Die Men­schen brau­chen aber Orientierung.

Bild: fsspx​.de (Screen­shot)

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18 Kommentare

  1. Viel­leicht inter­es­siert die Bru­der­schaft das Heil der See­len mehr als die Kör­per, ster­ben mues­sen wir alle, die Schuld haben die Ver­ur­sa­cher nicht die Opfer.

    • Ganz so ein­fach ist es nicht. Schuld lädt auch der­je­ni­ge auf sich, der zu sol­chem Unrecht schweigt.

  2. Vie­len Dank für die­sen tref­fen­den Kom­men­tar! Ja, lei­der sieht hier P. Pagli­ara­ni nicht den Gesamt­zu­sam­men­hang der Coro­na-Kam­pa­gne oder wei­gert sich, ihn adäquat zu thematisieren.

    In mei­ner Kor­re­spon­denz mit dem Pri­mas Ger­ma­niae, Erz­bi­schof von Salz­burg und Vor­sit­zen­den der Öster­rei­chi­schen Bischofs­kon­fe­renz Franz Lack­ner OFM traf ich auf eine ähn­li­che Stra­te­gie: Exzel­lenz ver­steckt sich hin­ter den „Exper­ten“. Viel­leicht glaubt auch er, daß es sich um eine medi­zi­ni­sche Fra­ge hand­le. Viel­leicht han­delt er aber auch so, weil er von der Regie­rung erpreßt und bedroht wird. Alex­an­der von Tschug­guel erwähn­te bei einer Kund­ge­bung am 18. Jän­ner des Vor­jah­res am Ball­haus­platz in Wien, daß ihm zuge­tra­gen wor­den sei, der Bun­des­kanz­ler (damals noch S. Kurz) rufe immer wie­der den Erz­bi­schof – sinn­ge­mäß von mir aus dem Gedächt­nis zitiert – mit ein­schüch­tern­den Bot­schaf­ten an.
    Nun, dann ist die Beru­fung auf die „Exper­ten“ und die Auf­ga­be einer eige­nen Ana­ly­se der Umstän­de wohl eine Ratio­na­li­sie­rung des Knie­falls gegen­über den Mächtigen.

    P. Pagli­ara­ni steht nicht unter die­sen Zwän­gen, zumin­dest nicht von Amts wegen. Von daher wären deut­li­che­re Wor­te durch­aus angezeigt.

    • Aber Hand aufs Herz, Herr Magi­ster, das hät­ten wir zwei bei­de uns von einem Jahr nicht träu­men las­sen, dass wir völ­lig einig mit Frau­en auf Demos her­um­lau­fen, die skan­die­ren: Mein Kör­per gehört mir!
      Das Leben ist mit­un­ter schon für Über­ra­schun­gen gut.

      • O ja, in der Tat! 

        Bei einer Kund­ge­bung im Novem­ber gegen die idio­ti­schen und kri­mi­nel­len Maß­nah­men sah ich eine jun­ge Frau mit Pier­cings, die ich optisch zunächst der Anti­fa o. ä. zuge­ord­net hät­te. Die war aber mit dem Anlie­gen der Kund­ge­bung völ­lig d’ac­cord. So ent­ste­hen kurio­se Allianzen.

        Aller­dings stel­le ich fest, daß Maß­nah­men­geg­ner, die offen­bar kei­nen gläu­bi­gen katho­li­schen Hin­ter­grund haben, plötz­lich ent­decken, wie wich­tig die Ver­bin­dung mit Gott ist. Ver­an­stal­ter Mar­tin Rut­ter scheint so jemand zu sein, zwei­mal schon hat er das Vater unser ange­lei­tet, „für alle, die das wol­len, ohne Verpflichtung“.
        Das ist auch schön. Hof­fent­lich kom­men noch mehr zur vol­len Wahrheit.

  3. Vie­len Dank, Hr. Nar­di, für Ihren guten und kla­ren Kom­men­tar! Sie haben Recht, was die Gläu­bi­gen brau­chen – heu­te mehr den je! – ist Füh­rung und Anleitung!
    Dass sich die SSPX in die­ser Fra­ge nicht in den Vor­der­grund drän­gen und damit in die Schuss­li­nie brin­gen will, hal­te ich für ver­ständ­lich. Und eine gewis­se Diplo­ma­tie hat sicher ihre Berech­ti­gung. Wenn man aber Stel­lung bezieht, sehr geehr­ter Pater Pagli­ara­ni, dann muss man es klar und deut­lich tun! Wäre EB Lef­eb­v­re so ein Duck­mäu­ser gewe­sen, es hät­te die Prie­ster­bru­der­schaft nie gege­ben! Paul VI hät­te ihn nie ernst genom­men und Fran­zis­kus von Rom wird sich auch mit Euch nicht lan­ge auf­hal­ten, wenn das alles ist, was ihr zu bie­ten habt!

    Seht ihr nicht, dass die gan­ze Kir­che nur noch am Life-Sup­port hängt? Lee­re Kas­sen, lee­re Kir­chen, lee­re Semi­na­re, lee­re Klö­ster! Der Prie­ster­be­ruf ist in den Augen der Welt etwas für Homo­se­xu­el­le gewor­den. Die­ses Expe­ri­ment ist geschei­tert! Und inmit­ten die­ses Greuls der Ver­wü­stung hat Fran­zis­kus sei­ne wah­ren Fein­de ent­deckt: star­re, unbeug­sa­me Tra­di­tio­na­li­sten, die ein­fach nur den Glau­ben ihrer Väter leben wol­len! Und denen wird jetzt das Was­ser abge­gra­ben! Und dazu habt ihr nichts zu sagen? Die­se halb­sei­de­nen State­ments sind alles? Seht ihr denn nicht, was hier los ist? Erkennt ihr nicht, dass die Höl­le ent­fes­selt ist, seit der unheil­vol­len Pach­a­ma­ma im Vati­kan gehul­digt wur­de? Wann zieht ihr end­lich wie­der die Waf­fen­rü­stung Got­tes an? Oder greift die prie­ster­li­che Auto­ri­tät tat­säch­lich nur dann, wenn jemand in Jeans zur Mes­se kommt? Gibt es wirk­lich nichts ande­res mehr, wofür es sich zu kämp­fen – und zu ster­ben! – lohnt? Wovor habt ihr Angst? Jeman­dem auf die Füße zu treten? 

    Ich habe es schon ein paar mal gesagt und ich wie­der­ho­le es ger­ne noch ein­mal: was die­se Zeit braucht, sind kei­ne weich­ge­spül­ten, poli­tisch-kor­rek­ten Diplo­ma­ten des betreu­ten Den­kens. Wir brau­chen Hei­li­ge! Kämp­fer! Sol­da­ten! Mär­ty­rer! Die Braut Chri­sti wird geschän­det, sein Süh­ne­op­fer wird ver­spot­tet, die Welt ist getränkt mit dem Blut von Mil­lio­nen von abge­trie­be­nen Babys. Und Fran­zis­kus weint Kro­ko­dils­trä­nen über Migran­ten und Cli­ma­te Chan­ge, wäh­rend er Joe Biden und Nan­cy Pelo­si den roten Tep­pich aus­rollt. Es ist höch­ste Zeit, dass sich mal jemand traut, die­se Din­ge beim Namen zu nennen!
    Wor­auf war­tet ihr noch? Oder seid ihr auch Miet­lin­ge geworden?
    Viva Chri­sto Rey!

  4. Nach mei­nem Emp­fin­den ist die Bot­schaft des Gene­ral­obe­ren so klar wie nötig und tak­tisch klug wie mög­lich. Gera­de die tek­to­ni­schen Beben, wel­che die poli­ti­sche Land­schaft in den letz­ten bei­den Jahr­zehn­ten kom­plett ver­än­der­ten, las­sen klu­ges Vor­ge­hen als zwin­gend erschei­nen. Wer von sei­nen Kri­ti­kern – wel­che als Pri­vat­per­son völ­lig legi­tim eine abwei­chen­de Auf­fas­sung ver­tre­ten – hat wie der Gene­ral­obe­re eine inter­kon­ti­nen­tal täti­ge Bru­der­schaft zu füh­ren? Wer hat die Infor­ma­tio­nen, die ihm vor­lie­gen, öffent­li­che wie ver­trau­li­che? Ist es fair, von ihm nun das zu erwar­ten, was eigent­lich von der offi­zi­el­len Kir­chen­struk­tur kom­men müßte?

    Soll­te er unvor­sich­tig die ihm anver­trau­te FSSPX in den Treib­sand der täg­li­chen Infor­ma­ti­ons­hy­ste­rie füh­ren, der medi­zi­ni­schen Strei­tig­kei­ten und poli­ti­scher Kab­be­lei­en? Soll­te eine Prie­ster­bru­der­schaft öffent­lich zu Lock­downs, Mas­kenzwang und absur­den Buch­sta­ben/­Zah­len-Kom­bi­na­tio­nen wie 3G, 2G etc. Stel­lung neh­men? Zum Für und Wider der Imp­fung ein­zel­ner Alters­ko­hor­ten, ein­zel­ner Impf­stof­fe? Die Kapa­zi­tä­ten der FSSPX wären dann völ­lig ein­ge­spannt und dem Haupt­ziel, der Hei­li­gung der See­len und die gei­sti­ge Für­sor­ge, entzogen.

    Sei­ne Auf­ga­be ist die Füh­rung der FSSPX und nicht, sich als Oppo­si­ti­ons­füh­rer gegen die Eli­ten zu gerie­ren oder eine Art Ersatz-Papst zu geben. Er muß sorg­fäl­tig erwä­gen, mit wem man plötz­lich in ein Horn stößt, wel­che Aus­wir­kun­gen Stel­lung­nah­men und infor­mel­le Bünd­nis­se im inner­kirch­li­chen und poli­ti­schen Kräf­te­par­al­le­lo­gramm haben könn­ten. Der Wider­sa­cher Chri­sti und sei­ne Hand­lan­ger sind nicht erst seit der Covid-19-Maß­nah­men tätig, viel­mehr sind die­se in das Gesamt­bild ein­zu­ord­nen und auf Fol­ge­wir­kun­gen ein­zu­schät­zen. Mit ruhi­ger Hand und kla­rem Blick.

  5. Ist das wirk­lich die Kir­che Jesu? Das ist Hohn und Spott
    Sei­nes Todes am Kreuz. Ein biß­chen Diplo­ma­ti Jesu a‚la Paglia­ri und
    Uns wäre auch Paglia­re erspart geblieben

    • ange­sichts von 54 Mil­lio­nen Abtrei­bun­gen jähr­lich. und Benut­zung der Zellinien 

      kann da die Zustim­mung mög­lich sein?

  6. Ich kann Herrn Nar­di nur zustimmen.
    ich gehe seit zig Jah­ren zur FSSPX.
    In einer Pre­digt sag­te der Prie­ster: der Staat hat kein Recht in die Kir­che hin­ein zu regie­ren , uns etwas vorzuschreiben.
    Nach der Mes­se frug ich den Pater, wenn das so stimmt, dass der Staat kein Recht hat , in die Kir­che hin­ein­zu­re­den, war­um müs­sen wir dann hier die Mas­ke tra­gen und Abstand halten?
    War­um wird den­noch das Spiel mitgemacht?
    Lei­der bekam ich kei­ne befrie­di­gen­de Ant­wort. Es war nur ein ausweichen.
    Das fin­de ich per­sön­lich , skandalös.
    Erst sagen , der Staat hat kein Recht in die Kir­che hin­ein­zu­re­den, aber sich brav an staat­li­che Mass­nah­men hal­ten . Und das auch noch über­tie­ben ängstlich.
    Eine ein­fa­che Ant­wort habe ich aber für mich gefunden.
    Sie lau­tet: die FSSPX macht des­halb brav mit , weil es an 2 Buch­sta­ben hängt:e.V
    Sie haben Angst, wenn die Prie­ster­bru­der­schaft nicht brav mit­macht und es wird ent­deckt oder einer ver­rät sie, dann kann der Staat das e.V strei­chen und dann wäre die Prie­ster­bru­der­schaft abso­lut plei­te. Denn dann müss­ten sie Steu­ern nachzahlen.
    Auch des­we­gen hält sich P.Pagliarani vor­nehm zurück.
    Sie haben schlicht­weg Angst.
    Aber gera­de die­se Zeit braucht es muti­ge Prie­ster, viel­leicht gar Märtyrer?

    Wo sind sie, die muti­gen Priester?

    Von mir als Christ, als ein­fa­cher Gläu­bi­ger hiess und heisst es immer wie­der: ihr müsst euren Glau­ben mutig verteidigen.
    Sei es in der Schu­le, am Arbeits­platz, in der Fami­lie, unter Freun­den. So wur­de es mir in der Bru­der­schaft immer wie­der gesagt.
    Jetzt musss ich erle­ben, das Prie­ster selbst Angst haben zu einer Mei­nung zu ste­hen. Es könn­te der Fir­ma FSSPX Scha­den zufügen.

    Ich weiss und bin mir bewusst, dass Prie­ster auch nur Men­schen sind.
    Aber man­cher Gläu­bi­ge ist muti­ger als die Bruderschaft.
    Vie­le Gläu­bi­ge erwar­ten ein muti­ge­res Auf­tre­ten und bes­se­re Ori­en­tie­rung in einer poli­ti­schen, mora­li­schen Frage.

  7. War­um wird hier von den vie­len Betei­lig­ten nicht begrif­fen, daß die Fra­ge der Imp­fung nicht nur eine medi­zi­ni­sche oder poli­ti­sche son­dern auch oder gera­de eine theo­lo­gi­sche Fra­ge ist. Wor­um geht es?
    1. Es ist doch in moral­theo­lo­gi­scher Hin­sicht unbe­strit­ten, daß hier Men­schen für die Pro­duk­ti­on von Impf­stof­fen getö­tet wer­den. Unter grau­sa­men Bedin­gun­gen. Lesen sie die Berich­te über die Ent­nah­me der Föten für die ver­wen­de­ten Zellini­en! Uner­träg­lich! Es heißt : „Du sollst nicht töten.“ Das Geschwurb­le, daß dies hin­nehm­bar­bar wäre, ist für mich unver­ständ­lich. Der Zweck hei­ligt eben nicht die Mit­tel. Zumal der vor­ge­scho­be­ne Zweck der Imp­fung, Schutz vor Infek­ti­on, Wei­ter­ga­be, schwe­ren Ver­lauf und Tod nicht erreicht wird.
    2. In schöp­fungs­theo­lo­gi­scher Hin­sicht ist doch klar, daß die mRNA- und Vec­tor-Impf­stof­fe in die mensch­li­che DNA ein­grei­fen und die­se ver­än­dern. Wie heißt es doch : „Und Gott sah alles, was er gemacht hat­te; und sie­he, es war sehr gut.“ Der Mensch greift hier in die Schöp­fung ein und will sein wie Gott. Wie sprach die Schlan­ge zu Eva: „und ihr wer­det sein wie Gott“! Und dies jetzt eben nicht nur erkenntnistheoretisch.
    3. Hier wird bei­de Male in die Schöp­fung ein­ge­grif­fen. Ich bin der Auf­fas­sung, daß die Schöp­fungs­theo­lo­gie in die Got­tes­leh­re gehört. Das hat natür­lich für die Beur­tei­lung und deren Trag­wei­te in die­sem Fall Konsequenzen.
    4. Ich ver­mis­se in der gan­zen Dis­kus­si­on übri­gens die Stim­men der Tau­sen­den von kirch­lich und staat­lich beam­te­ten Theo­lo­gen aller Kon­fes­sio­nen! Sind die­ser aller einer Mei­nung? Wohl kaum. War­um schwei­gen so viele?

  8. Wäre P. Pagli­ara­ni Vor­ste­her einer rein kon­tem­pla­ti­ven Bru­der­schaft, könn­te ich sei­ne Aus­füh­run­gen noch eini­ger­ma­ßen nach­voll­zie­hen. Für den Vor­ste­her der FSSPX ist der Text jedoch zu dürf­tig. Men­schen lei­den. Egal ob Män­ner, Frau­en, Alte oder Jun­ge. Ster­ben­de wer­den allein gelas­sen. Kran­ke wer­den nicht besucht. Den Kin­dern tun wir, gera­de in den Schu­len, ein so gro­ßes Leid an, dass wir uns nicht bekla­gen dür­fen, wür­den wir uns eines Tages mit einem Mühl­stein um den Hals wiederfinden…
    Allein das müss­te jedem Chri­sten genug zu den­ken geben.
    Was die medi­zi­ni­sche Dis­kus­si­on angeht: Wer sich zu ethi­schen, bzw. moral­theo­lo­gi­schen Fra­gen äußert möch­te, muss sich, wenn er ernst genom­men wer­den will, auch in den Sach­ver­halt ein­ar­bei­ten. Ent­welt­li­chung bedeu­tet nicht Welt­fremd­heit. Christ­sein bedeu­tet auch, sich der Welt aus­zu­set­zen, sich mit ihr aus­ein­an­der­zu­set­zen und ihr, wenn es nötig wird, auch etwas ent­ge­gen­zu­set­zen – immer im Bewusst­sein, dass nicht die Welt, son­dern Chri­stus das letz­te Wort hat.
    Ich fin­de es zutiefst beschä­mend, wie wenig Wahr­heits­lie­be in uns Chri­sten noch übrig ist – ist doch der erste Aspekt die­ser Lie­be, dass man die Wahr­heit über­haupt suchen und fin­den möchte.
    Und noch etwas: Wer am Ende der Mes­se zum Hei­li­gen Erz­engel Micha­el um Bei­stand im Kamp­fe bit­tet, aber den­noch stumm bleibt ange­sichts des Bösen, das sich vor unse­ren Augen ent­fal­tet, der hat, scheint mir, etwas sehr sehr wich­ti­ges in unse­rem Glau­ben nicht verstanden.

  9. Wenn es wirk­lich nur eine medi­zi­ni­sche Fra­ge wäre, wür­den sich alle aus­nahms­los gegen das Kil­ler-Virus Covid imp­fen las­sen. Wenn die Ster­be­zah­len der sog. Covid-Toten sich aller­dings im Pro­mil­le-Bereich auf­hal­ten, soll­te selbst der Dümm­ste fest­stel­len, dass es aus­schliess­lich um eine poli­ti­sche Fra­ge geht.

  10. Nun, nach mei­ner Erfah­rung und mit dem gebo­te­nen Hin­ter­grund bin ich mir sicher, daß es Pater Supe­ri­or Pagli­ara­ni nur um eines geht: Die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. darf sich nicht poli­tisch ver­ein­nah­men las­sen. Dies ist durch­aus in der Tra­di­ti­on der FSSPX – man den­ke nur an den Bruch zwi­schen Lefebrve und Le Pen – und damit auch in der Tra­di­ti­on von Papst Pius XII. Wenn jemand Spal­tung will, dann ist das ganz im Sin­ne des dia­bo­li­schen „Divi­de et impe­ra!“. Es ist gut, daß die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. sich zurück­hält und die Fra­ge offi­zi­ell dem ein­zel­nen Prie­ster über­läßt. Es ist schon frap­pant: In den Kir­chen und Kapel­len der FSSPX herrscht grö­ße­re Tole­ranz in der Fra­ge der Coro­na-Maß­nah­men als in den Got­tes­häu­sern der Deu­ter­ova­ti­kan­si­chen Kir­che. Und war­um ist das so? Es geht der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. um drei Dinge:

    1) Die Bewah­rung der lit­ur­gi­schen Tra­di­ti­on der Sakra­men­te, ins­be­son­de­re des Aller­hei­lig­sten Altarsa­kra­ments in der Mes­se Aller Zeiten,
    2) Die Rück­kehr der Einen Hei­li­gen Katho­li­schen und Apo­sto­li­schen Kir­che zur Tra­di­ti­on in der Lehre.
    3) Um das Heil der See­len ange­sichts der Offen­ba­rung und deren Expli­ka­tio­nen von Qui­to bis Fatima.

    Dar­in muß sich der Gläu­bi­ge den Weg erschlie­ßen las­sen durch die Gna­den­mit­tel und die Gna­den­ga­ben des Hei­li­gen Gei­stes. Somit ste­hen zwei Geset­ze für die Gläu­bi­gen im Vor­der­grund, die lex oran­di und die lex creden­di. Nur mit die­sen ist Heil zu erwar­ten. Hier ist Treue ein­zu­for­dern. Kein Gläu­bi­ger der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. wird ohne moral­theo­lo­gi­sches Rüst­zeug alleinegelassen.
    Und das ist die Bot­schaft des Generaloberen.

    So und nun zu der Fra­ge nach den pro­ble­ma­ti­schen Argu­men­ten: Wer sagt: „Mein Kör­per gehört mir!“, der irrt, und zwar gewal­tig! Der Leib des Men­schen gehört aus­schließ­lich Gott, wir hät­ten jede Sekun­de die Pflicht, ihm, dem drei­fal­ti­gen Gott, Rechen­schaft über unser Tun, unser Las­sen, wie wir mit unse­rem Leib umge­hen, zum Guten oder auch – bit­te hin­se­hen – auch zum Bösen zu geben. Es ist der­sel­be Leib, mit dem wir, wenn auch in ver­klär­ter unwan­del­ba­rer Form, einst GottT im Gericht gegen­über­ste­hen und dann ent­we­der zur ewi­gen lei­dens­lo­sen Anschauug Got­tes geru­fen oder zum ewi­gen unend­li­chen Leid der Höl­le ver­ur­teilt wer­den. Und die Ent­schei­dung, ob ich in mei­nem Lei­be Gott die­nen will oder nicht, obliegt allei­ne mir selbst.

    Nein: Es ist Pflicht von jedem Gläu­bi­gen, sich ganz in der Tra­di­ti­on von Ter­tul­li­an bis Charles de Fou­cauld, mit den wis­sen­schaft­li­chen Zusam­men­hän­gen der Moral­theo­lo­gie zu beschäf­ti­gen, mit den tho­mi­sti­schen Kate­go­rien und Distink­tio­nen zu arbei­ten, sich ganz im scho­la­sti­schen Geist der Welt zu stel­len, auch ihre Wis­sen­schaft zu hin­ter­fra­gen (Sein – Wahr­schein­lich­keit), ihre Para­dig­men zu über­prü­fen und not­falls öffent­lich zu ver­wer­fen. Die Tra­di­ti­on bie­tet eben genug Rüst­zeug für die­se Aus­ein­an­der­set­zung, man muß sie beharr­lich füh­ren, jeder im Sin­ne der Tra­di­ti­on aber ohne Par­tei für die welt­li­chen Par­tei­un­gen, die die Coro­na-Kri­se geof­fen­bart hat, zu ergrei­fen. Das Reich des Satans ist eben unüber­brück­bar ein „Unend­lich Zwei­es“ (Dio­ny­si­os Areo­pa­gi­ta). Die Chri­sten sind auf­ge­ru­fen zu der Ein­heit: „Damit sie Eines sind, so wie Du und Ich eines sind“ (Joh 17.) Und da sind die Aus­füh­run­gen des Gene­ral­obe­ren heil­sam. Ich habe mich entschieden.

  11. „Mein Kör­per gehört mir“ ist kei­nes­wegs eine irri­ge Aus­sa­ge. Der Hin­weis auf Gott ist qua­si tau­to­lo­gisch, denn alles gehört Gott. Dass ich Ihm Rechen­schaft able­gen muss, hat doch mit die­sem Impf­zwang nichts zu tun, was ist das für eine abscheu­li­che Ver­dre­hung! Jeden­falls ist mir mein Kör­per anver­traut, und ich habe ihn nach Mög­lich­keit zu schüt­zen, dh mei­ne Gesund­heit nicht sinn­los aufs Spiel zu set­zen. So sind etwa gesund­heits­schäd­li­cher Dro­gen­kon­sum und Alko­hol­miss­brauch ein­deu­tig sünd­haft. Und der Staat hat jeden­falls über­haupt kei­nen Anspruch auf mei­nen Körper. 

    Den Aus­füh­run­gen Pater Davids wäre even­tu­ell zu fol­gen, wür­de sich die gesam­te Kir­che in der Impf­fra­ge neu­tral bzw ergeb­nis­of­fen ver­hal­ten. Da sie dies jedoch ein­deu­tig nicht tut, besteht für die Pius­bru­der­schaft sehr wohl die Ver­pflich­tung zu Klar­stel­lung, schon um ihren Schäf­chen bei­zu­ste­hen. Es ist kei­ne Peti­tes­se, von einem ver­bre­che­ri­schen Staat ohne tie­fe­ren Sinn zu einer Maß­nah­me gezwun­gen zu wer­den, die a) unmit­tel­bar gefähr­lich für Leib und Leben ist b) nicht abseh­ba­re lang­fri­sti­ge Aus­wir­kun­gen auf unser Immun­sy­stem haben kann c) im Ver­dacht steht, kar­zi­no­gen zu sein, dies alles näm­lich mit völ­lig ver­fehl­ten mora­li­schen und dank der Amts­kir­che sogar mit theo­lo­gi­schen Argu­men­ten. Zumin­dest was letzt­ge­nann­ten Punkt betrifft, besteht mE sogar eine Ver­pflich­tung der FSSPX zur Richtigstellung.
    G.Nardi hat völ­lig mes­ser­scharf argu­men­tiert, und Ihre Ein­wän­de, G.Rh, gehen ins Leere.

  12. Exakt das, was Sie for­dern, lie­ber Herr Lech­ner, geschieht in der Prie­ster­bru­der­schaft durch Pre­digt und kon­klu­den­tes Han­deln der Prie­ster und Gläu­bi­gen. Aber bit­te ver­ges­sen Sie eines nicht: Die Imp­fung bleibt trotz alle­dem immer die Ent­schei­dung des Ein­zel­nen. Da kann auch ein offi­zi­el­les State­ment der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. nichts aus­rich­ten. Die Kir­chen­ge­schich­te lehrt es uns: Die besten Cano­nes und dog­ma­ti­schen Ent­schei­dun­gen, die Unfehl­ba­re Leh­re der Kir­che, wie oft wur­de ihr wider­spro­chen, offen oder still. Ab occul­tis mun­da me, Domi­ne, so betet der Prie­ster in der „Praepa­ra­tio ad Mis­sam“. Es bleibt immer etwas Raum, wo der Ein­zel­ne mit Gott allei­ne ist und den Teu­fel im Nacken hat – es ist der Raum des Gewis­sens. Und genau dar­auf zie­len die Aus­füh­run­gen des Gene­ral­obe­ren P. Pagli­ara­ni. Und, das lehrt auch die Kir­chen­ge­schich­te: Nicht jeder hat den Mut zum Mar­ty­ri­um! Sonst vie­len Dank und Got­tes Segen

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