„Wir sind als getaufte Kinder Gottes würdig, in das Gebet Jesu einzutreten“

Mittwochskatechese von Papst Franziskus

Lie­be Brü­der und Schwestern, 

das öffent­li­che Wir­ken Jesu beginnt mit sei­ner Tau­fe im Jor­dan. Bei die­sem Ereig­nis hat­te sich das Volk zum Gebet und zur Buße ver­sam­melt, alle erhoff­ten sich von der Tau­fe durch Johan­nes die Ver­ge­bung der Sünden. 

Obwohl der Herr ohne Sün­de ist, reiht er sich unter die Sün­der ein, ja er sel­ber lässt sich in das Was­ser der Rei­ni­gung ein­tau­chen. Denn Jesus ist kein fer­ner Gott. In sei­ner Inkar­na­ti­on hat er allen Men­schen, allen Sün­dern den Weg zum Gebet als Söh­ne und Töch­ter Got­tes eröff­net: „Das kind­li­che Gebet, das der Vater von sei­nen Kin­dern erwar­te­te, wird end­lich vom ein­zi­gen Sohn in sei­ner Men­schen­na­tur mit den Men­schen und für sie gelebt“ (KKK 2599). Bei sei­ner Tau­fe betet Jesus, dabei öff­net sich der Him­mel, von dem aus die Wahr­heit ertönt: „Du bist mein gelieb­ter Sohn, an dir habe ich Wohl­ge­fal­len gefun­den.“ In allen Lebens­la­gen bis hin zu sei­ner Ver­ur­tei­lung zum Tod lebt Jesus stets beim Vater, mit dem er im Gebet, erfüllt vom Hei­li­gen Geist, in einem stän­di­gen Dia­log der Lie­be steht. Auch wir sind als getauf­te Kin­der Got­tes wür­dig, in das Gebet Jesu ein­zu­tre­ten, um so in den inne­ren Lie­bes­aus­tausch der Drei­fal­tig­keit hin­ein­ge­nom­men zu werden.

Von Her­zen grü­ße ich die Gläu­bi­gen deut­scher Spra­che. Dan­ken wir dem Herrn für die Gna­de der Tau­fe, durch die wir Kin­der Got­tes und Glie­der des mysti­schen Lei­bes Chri­sti gewor­den sind, der die Kir­che ist. Leben und tei­len wir die­se unaus­sprech­li­che Gna­de in geist­li­cher Freu­de und blei­ben wir in der väter­li­chen Lie­be Got­tes all­zeit tief verwurzelt.

Bild: Vatican.va (Screen­shot)