„Auftretende soziale Krankheiten wie Ungleichheit und Ausgrenzung“

Mittwochskatechese von Papst Franziskus

Lie­be Brü­der und Schwestern,

in unse­ren Mitt­wochs­ka­te­che­sen befas­sen wir uns zur­zeit mit der Fra­ge, wie die Kir­che zur Hei­lung der durch die Pan­de­mie ver­stärkt auf­tre­ten­den sozia­len Krank­hei­ten, wie Ungleich­heit und Aus­gren­zung der Ärm­sten, bei­tra­gen kann. 

Es gilt, vor allem Zei­chen der Hoff­nung zu set­zen. Die sozia­len Krank­hei­ten sind Frucht eines unge­rech­ten wirt­schaft­li­chen Wachs­tums, das grund­le­gen­de mensch­li­che Wer­te miss­ach­tet. Dass eini­ge weni­ge sehr Rei­che mehr besit­zen als der Rest der Mensch­heit ist ein him­mel­schrei­en­des Unrecht. Dar­über hin­aus führt die sozia­le Ungleich­heit in glei­chem Maße zur Schä­di­gung der Umwelt, zum Ver­lust der Bio­di­ver­si­tät, zum Kli­ma­wan­del, zum Anstieg des Mee­res­spie­gels und zur Zer­stö­rung der tro­pi­schen Regen­wäl­der. Gott hat die Erde uns allen geschenkt, damit wir sie wie einen Gar­ten kul­ti­vie­ren und bewah­ren. Die Ansprü­che des Ein­zel­nen müs­sen daher gegen­über dem Gemein­wohl zurück­tre­ten. Wenn die Beses­sen­heit des Habens und Herr­schens Mil­lio­nen von Men­schen vom Lebens­not­wen­di­gen aus­schließt, wenn die wirt­schaft­li­che und tech­no­lo­gi­sche Ungleich­heit das sozia­le Netz zer­reißt, wenn die Abhän­gig­keit von einem gren­zen­lo­sen Wachs­tum das gemein­sa­me Haus gefähr­det, dann kön­nen wir nicht schwei­gen. Wir müs­sen gemein­sam han­deln. Wenn wir wie die ersten Chri­sten in der Apo­stel­ge­schich­te zusam­men­le­gen, was wir besit­zen, damit kein Bedürf­ti­ger dar­ben muss, kön­nen wir wahr­haf­tig Hoff­nung wecken und wie­der eine gesun­de­re und gerech­te­re Welt errichten.

Einen herz­li­chen Gruß rich­te ich an die Brü­der und Schwe­stern deut­scher Spra­che. Ver­su­chen wir den Indi­vi­dua­lis­mus die­ser Zeit zu über­win­den. Vie­le arme, kran­ke, und allein­ge­las­se­ne Men­schen brau­chen unse­re Hil­fe. Der Hei­li­ge Geist erfül­le euch mit sei­ner Lie­be und sei­ner Freude.

Bild: Vatican.va (Screen­shot)