Die Botschaft des Virus

Coronazeiten

Kirchen zugesperrt, Gläubige ausgesperrt – Coronazeiten.
Kirchen zugesperrt, Gläubige ausgesperrt – Coronazeiten.

Gast­bei­trag von Gott­fried Paschke

Die als demo­kra­ti­scher Rechts­staat kon­sti­tu­ier­te Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land steht in der Tra­di­ti­on des christ­li­chen Abend­lan­des. Gleich im ersten Satz des Grund­ge­set­zes bekennt sie sich aus­drück­lich zu ihrer „Ver­ant­wor­tung vor Gott und den Men­schen“.[1] Die­ses Bekennt­nis ist der Kern der Leh­re aus den bit­te­ren Erfah­run­gen Deutsch­lands mit der eben­so gott- wie men­schen­ver­ach­ten­den Dik­ta­tur des Natio­nal­so­zia­lis­mus und damit zugleich die Absa­ge an jeg­li­che Form von Will­kür und tota­li­tä­rer Herr­schaft auf deut­schem Boden.

Dar­an muß erin­nert wer­den, wenn jetzt die Regie­run­gen von Bund und Län­dern im Zuge der Seu­chen­be­kämp­fung umstands­los Frei­heits­rech­te beschnei­den. Alar­mie­rend ist beson­ders die Ent­schei­dung, „Zusam­men­künf­te in Kir­chen […] und die Zusam­men­künf­te ande­rer Glau­bens­ge­mein­schaf­ten“ ohne Aus­nah­me „zu ver­bie­ten“.[2] Der Staat über­schrei­tet hier eine letz­te rote Linie. Man fin­det sie klar gezo­gen in zwei bekann­ten Jesus­wor­ten. Das eine: „Gebt dem Kai­ser, was des Kai­sers, und Gott, was Got­tes ist.“[3] Das ande­re: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, son­dern von jedem Wort, das aus dem Mun­de Got­tes kommt.“[4] Letz­te­res wird den Men­schen gera­de in Not­si­tua­tio­nen vor Augen geführt. Wenn irdi­sche Sicher­hei­ten weg­bre­chen, bleibt als ein­zi­ger Aus­weg der Glau­be. Wer dann Got­tes­dien­ste ver­bie­tet, han­delt nicht nur töricht, son­dern auch ver­ant­wor­tungs­los. Er macht die Not nur noch größer.

Der Staat, vor allem wenn er sich als ein vor Gott und Mensch ver­ant­wort­li­cher Rechts­staat begreift, darf ein Ver­bot öffent­li­cher Got­tes­dien­ste, wenn über­haupt, dann nur für den äußer­sten Not­fall und ledig­lich als aller­letz­tes, zeit­lich und mög­lichst auch räum­lich limi­tier­tes Mit­tel in Erwä­gung zie­hen. Daß mit der Coro­na­epi­de­mie ein äußer­ster Not­fall vor­liegt und an einem Total­ver­bot öffent­li­cher Got­tes­dien­ste kein Weg vor­bei­führt, ist nicht ersicht­lich. In den Kir­chen kann genau­so für hin­rei­chend Abstand und ande­re Vor­sichts­maß­nah­men gesorgt wer­den wie beim Ein­kau­fen, in der Bank, an der Tank­stel­le. Man kann die Anzahl der Kir­chen, in denen Got­tes­dien­ste statt­fin­den, redu­zie­ren, nur groß­räu­mi­ge Got­tes­häu­ser aus­wäh­len, öffent­li­che Got­tes­dien­ste nur sonn­tags und an hohen reli­giö­sen Fest­ta­gen fei­ern, die Lit­ur­gie so kurz wie mög­lich halten.

Die Ver­hän­gung eines Got­tes­dienst­ver­bots ist ein tota­li­tä­rer Akt und bezeich­nend für eine Poli­ti­ker­ka­ste, die größ­ten­teils ihre Reli­gi­on an der Gar­de­ro­be abge­ge­ben hat. Beson­ders bla­ma­bel ist, daß die mei­sten der feder­füh­ren­den Figu­ren Par­tei­en ange­hö­ren, die das „C“ im Namen tra­gen. Die­ser Buch­sta­be, so zeigt sich ein­mal mehr, ist mitt­ler­wei­le nur noch Eti­ket­ten­schwin­del und Lach­num­mer, Ver­rat am Chri­sten­tum. Die Bun­des­kanz­le­rin, Pfar­rers­toch­ter und lan­ge Jah­re Vor­sit­zen­de der grö­ße­ren der bei­den „christ­li­chen“ Par­tei­en, ver­kün­de­te das gemein­sam mit den Län­dern beschlos­se­ne Got­tes­dienst­ver­bot höchst­selbst und ohne mit der Wim­per zu zucken. Ein mora­li­scher Tief­punkt der Ära Mer­kel und föde­ra­ler Poli­tik. Die Bau- und Super­märk­te dür­fen öff­nen, die Kir­chen müs­sen schlie­ßen. Publi­kums­ver­kehr zwi­schen Bohr­ma­schi­nen und Blu­men­er­de: kein Pro­blem. Mit der Pfarr­ge­mein­de eine Mes­se fei­ern, zum Bei­spiel für ein Ende der Virus­seu­che: ver­bo­ten. Man könn­te mei­nen, mit die­sem rabia­ten Dik­tat soll nicht nur die Aus­brei­tung des Virus, son­dern auch Reli­gi­on und Glau­be bekämpft wer­den, vor allem der christ­li­che. Will man die Chri­sten zurück in die Kata­kom­ben treiben?

Grö­ße­ren Wider­stand gegen das Got­tes­dienst­ver­bot, das ja einen mas­si­ven Ein­griff in die Reli­gi­ons­frei­heit dar­stellt, gibt es frei­lich nicht. Die Bevöl­ke­rung scheint mehr­heit­lich damit ein­ver­stan­den zu sein oder es als wenig bedeut­sam zu erach­ten. Mit Gott und Reli­gi­on hat die­se Gesell­schaft nicht viel am Hut. Fragt sich nur, wie lan­ge sie sich das noch wird lei­sten können.

Am här­te­sten trifft das Ver­bot öffent­li­cher Got­tes­dien­ste die katho­li­sche Kir­che. Sakra­men­ten­spen­dung fin­det kaum noch statt und die gemein­sa­me sonn­täg­li­che Eucha­ri­stie­fei­er, das Herz allen kirch­li­chen Lebens, über­haupt nicht mehr. Das liegt aller­dings auch an den Bischö­fen. Sie set­zen die staat­li­che Anord­nung, obwohl sie rück­sichts­los in den urei­gen­sten Bereich der Kir­che ein­greift, brav um, die mei­sten dienst­be­flis­sen bis zur Unter­wür­fig­keit. Etli­che Bischö­fe brach­ten es sogar fer­tig, in vor­aus­ei­len­dem Gehor­sam von sich aus alle öffent­li­chen Got­tes­dien­ste in ihren Diö­ze­sen zu ver­bie­ten. Män­ner der Kir­che, Apo­stel­nach­fol­ger, las­sen sich wider­stands­los vom Staat als Voll­zugs­or­ga­ne gegen ihre eige­ne Kir­che benut­zen oder wür­gen das kirch­li­che Leben in ihren Bis­tü­mern gleich frei­wil­lig ab. Per Dienst­an­wei­sung zwin­gen sie ihre Prie­ster, dem Wesen des Prie­ster­tums zuwi­der­zu­han­deln und die Gläu­bi­gen von Got­tes­dien­sten fern­zu­hal­ten. Die­se dür­fen nur noch als Pri­vat­ver­an­stal­tun­gen hin­ter ver­schlos­se­nen Türen mit einer nied­ri­gen ein­stel­li­gen Anzahl von Teil­neh­mern statt­fin­den. Nicht ein Bischof ist Manns genug, einer über­grif­fi­gen Staats­macht die Stirn zu bie­ten und für die Frei­heit der Kir­che zu strei­ten. Aus Angst vor Viren und Wöl­fen ver­las­sen die Hir­ten ihre Her­de und ver­krie­chen sich im Stall. Sie ver­wei­gern den Gläu­bi­gen das Brot des Lebens, die himm­li­sche Spei­se, und spei­sen sie mit dem Ver­weis auf Privat‑, Matt­schei­ben- und Cyber­fröm­mig­keit ab.

Selbst in der Kar­wo­che und an Ostern, dem höch­sten Fest der Chri­sten­heit, an dem mit der Auf­er­ste­hung Jesu die Befrei­ung aller Befrei­un­gen gefei­ert wird, ver­harr­ten die Bischö­fe in ihrem Modus des Weg­duckens, Ver­wei­gerns und Ver­trö­stens. Der Höhe­punkt des Kir­chen­jah­res war ihnen nicht wich­tig genug, um für die grund­ge­setz­lich garan­tier­te freie Reli­gi­ons­aus­übung[5] zu kämp­fen. Lie­ber ver­nach­läs­sig­ten sie ihre Hir­ten­pflicht, als einen Kon­flikt mit dem Staat (der ihnen die hüb­schen finan­zi­el­len Vor­tei­le beschert) zu ris­kie­ren. Wenn es unge­müt­lich zu wer­den droht, gibt man lie­ber klein bei. Da ist vie­len das welt­li­che Hemd doch näher als der geist­li­che Rock, die Mitra, der Kar­di­nal­spur­pur. Zudem geht es um die Gesund­heit, und die hat selbst­ver­ständ­lich Vor­rang. Das Virus gewährt Gene­ral­dis­pens. Wie prak­tisch! So fal­len auch bischöf­li­che Lau- und Feig­heit weni­ger auf.

Für die Gläu­bi­gen bedeu­te­te das Ver­hal­ten der Bischö­fe: kei­ne Abend­mahls­mes­se am Grün­don­ners­tag, kei­ne Kar­frei­tags­lit­ur­gie, kei­ne Oster­nachts­fei­er, kein Hoch­amt am Oster­sonn­tag und kei­nes am Oster­mon­tag. Sind Bischö­fe, die ihre Gläu­bi­gen vor­sätz­lich in eine sol­che Lage brin­gen, glaub­wür­di­ge Ver­kün­der der Oster­bot­schaft? Gewis­sen­haf­te Seel­sor­ger? Treue Ver­wal­ter der Sakra­men­te? Sind sie in ihrem Amt am rich­ti­gen Platz?

Wie man Bischö­fe, die sich als muster­gül­ti­ge Staats­ka­tho­li­ken glau­ben bewei­sen zu müs­sen, poli­tisch instru­men­ta­li­siert, ist in Nord­rhein-West­fa­len gut zu beob­ach­ten. Nach­dem die dor­ti­gen Bischö­fe in vor­aus­ei­len­dem Gehor­sam das Fei­ern von Gemein­de­got­tes­dien­sten unter­bun­den hat­ten, ver­zich­te­te der Mini­ster­prä­si­dent auf das for­ma­le Inkraft­set­zen des beschlos­se­nen Got­tes­dienst­ver­bots und kann sich nun als beson­ders sorg­sa­mer Hüter der Reli­gi­ons­frei­heit insze­nie­ren. In sei­nem Bun­des­land, ver­kün­de­te er wie­der­holt, sei­en Got­tes­dien­ste nie ver­bo­ten wor­den.[6] Doch, nur eben nicht durch den Staat, son­dern durch die Kir­che selbst.

In der Coro­na­kri­se wird wie­der ein­mal deut­lich, wor­an der deut­sche Epi­sko­pat krankt. Es fehlt an Glau­bens­stär­ke, Beken­ner­mut, Selbst­ach­tung, Selbst­be­haup­tungs­wil­len, Abstand zum Staat, Zeit­geist­re­si­stenz und der Bereit­schaft zur Kon­fron­ta­ti­on mit den Mäch­ten die­ser Welt. Der bis­he­ri­ge Kurs, den eine über­wäl­ti­gen­de Mehr­heit der Bischö­fe in der Coro­na­kri­se ver­folgt, ist beschä­mend. Er ist ein geist­li­ches und pasto­ra­les Desa­ster. So bringt man das Kreuz Chri­sti um sei­ne Kraft.

Dabei wäre gera­de jetzt die Stun­de der Bischö­fe. Ihre Auf­ga­be wäre es, in die­ser denk­wür­di­gen Fasten‑, Oster- und nach­öster­li­chen Zeit des Jah­res 2020 mit der Kraft ihrer apo­sto­li­schen Voll­macht den Gläu­bi­gen bei­zu­ste­hen und dar­über hin­aus dem gan­zen Land ihre geist­li­che Hil­fe anzu­bie­ten. Bei­des aber nicht nur aus digi­ta­ler Distanz, son­dern zuvör­derst in rea­ler Prä­senz durch öffent­li­che Got­tes­dien­ste. Auch wäre für sie jetzt der Moment, um eine Nati­on, die hart­näckig ihre christ­li­chen Wur­zeln miß­ach­tet, die in Gott­fer­ne und mora­li­scher Umnach­tung dahin­lebt, auf­zu­rüt­teln, ihr klar­zu­ma­chen, daß das Virus eine ern­ste Bot­schaft über­brin­gen könn­te, die Bot­schaft, daß es so nicht mehr wei­ter­ge­hen kann, sowie den Auf­ruf, den Weg, der ins Ver­der­ben führt, end­lich zu ver­las­sen und eine Umkehr zu voll­zie­hen, wie es die Bewoh­ner von Nini­ve taten.

Bild: Chri­stia­ni­tas (Screen­shot)


[1] Prä­am­bel GG

[2] Zita­te aus FAZ, 17.3.2020, S. 3

[3] Mk 12,17

[4] Mt 4,4

[5] Art. 4 Abs. 2 GG: „Die unge­stör­te Reli­gi­ons­aus­übung wird gewährleistet.“

[6] kath.net, 17.4.2020; kath.net, 24.4.2020.

10 Kommentare

  1. Ich gehe in die­ser Sache noch einen Schritt weiter:
    Ich darf zunächst zwei Zita­te anbrin­gen, die das Kom­plett­ver­sa­gen der DBK zum Aus­druck bringen:

    1) „Das Deut­sche Reich gewähr­lei­stet die Frei­heit des Bekennt­nis­ses und der öffent­li­chen Aus­übung der katho­li­schen Religion.“

    2) „Can. 834 — § 1. Munus sanc­ti­fi­can­di Eccle­sia pecu­lia­ri modo adim­plet per sacram lit­ur­gi­am, quae qui­dem habe­tur ut Iesu Chri­sti mune­ris sacer­do­ta­lis exer­ci­ta­tio, in qua homi­num sanc­ti­fi­ca­tio per signa sen­si­bi­lia signi­fi­ca­tur ac modo sin­gu­lis pro­prio effi­ci­tur, atque a mysti­co Iesu Chri­sti Cor­po­re, Capi­te nem­pe et mem­bris, inte­ger cul­tus Dei publi­cus exercetur.“

    Das erste Zitat ist der Arti­kel 1 des Reichs­kon­kor­da­tes, das laut BVerfG-Urteil vom 26.03.1957 für die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land als Rechts­nach­fol­ge­rin des Deut­schen Reichs als Völ­ker­recht­lich gül­ti­ger Ver­trag fort­be­steht. Somit haben ins­be­son­de­re (hier besteht kei­ne peti­tio princi­pii!) die Ver­fas­sungs­or­ga­ne die öffent­li­che Aus­übung der Katho­li­schen Reli­gi­on in vol­lem Umfang zu gewähr­lei­sten. Die­ses Recht kann kei­nem Katho­li­ken ohne Bruchs des Völ­ker­rechts in Ver­bin­dung mit Art 4 GG genom­men wer­den. Hier haben die Bischö­fe tat­säch­lich Ver­fas­sungs­bruch began­gen und ihren Amts­eid auf die Ver­fas­sung ver­letzt. Der Autor hat Recht, wenn er auf die Vor­ei­lig­keit des Deut­schen Epi­sko­pats hinweist.

    Nor­ma­ler­wei­se hät­ten die Mini­ster­prä­si­den­ten der Län­der hier den Deut­schen Bischö­fen ein kla­res „Njet!“ sagen müs­sen, ein „geht nicht!“. Aber das haben sie aus par­tei­pol­ti­schen, ideo­lo­gi­schen Grün­den nicht getan und somit selbst die Ver­fas­sung ver­letzt. Zudem hat sich die Bun­des­re­gie­rung in histo­risch ein­ma­li­ger Wei­se in die inne­ren Angel­gen­hei­ten der Katho­li­schen Kir­che ein­ge­mischt. Das haben weder die Preu­ßen wäh­rend des Kul­tur­kamp­fes, noch die Kom­mu­ni­sten wäh­rend der Räte­herr­schaft in Bay­ern und erst wäh­rend des Krie­ges die Natio­nal­so­zia­li­sten (hier dann mas­siv) und auch nicht (hört, hört!) die SED-Dik­ta­to­ren in der DDR gemacht, daß für einen solch lan­gen Zeit­raum und schon gar zu Ostern kei­ne öffent­lich frei zugäng­li­che Hei­li­ge Mes­se statt­fin­den konn­te. Hier ist gegen natio­na­les wie inter­na­tio­na­les Recht der­art ver­sto­ßen wor­den, daß eigent­lich ein Gang nach Den Haag zu prü­fen wäre.

    Dann aber das Ver­sa­gen der Deut­schen Bischö­fe: Wäh­rend die Poli­tik sich nur um das zivi­le Recht, das paga­ne Recht zu küm­mern hat, so haben die Bischö­fe in der Nach­fol­ge der Apo­stel die vol­le Sor­ge um das Gött­li­che Recht, um das Heil der See­len. Zu die­sem gehört das munus sanc­ti­fi­can­di (und die­ses ist der eigent­li­che Auf­trag!). Und das hat auch da moder­ne kano­ni­sche Recht klar umris­sen in c. 834, wie ich Para­graph 1 zitiert habe. Es ist vom „cul­tus publi­cus“ die Rede, vom öffent­li­chen Kult, den sie Gott schul­det. Und das wird dann noch in c. 837 §2 prä­zi­siert: „Action­es lit­ur­gi­cae, qua­te­nus suap­te natu­ra cele­bra­tio­nem com­mu­nem secum­fe­rant, ubi id fie­ri potest, cum fre­quen­tia et actuo­sa par­ti­ci­pa­tio­ne chri­sti­fi­de­li­um celebrentur.“ 

    Es ist von der gemein­schaft­li­chen Ver­rich­tung die Rede, nicht von Pri­vat­mes­se, die dann über die sozia­len Medi­en über­tra­gen wird! Das ist der Unter­schied zwi­schen einem in der Bischöf­li­chen Haus­ka­pel­le zele­brie­ren­den Orts­bi­schof und der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X., die das Levi­tier­te Hoch­amt genau­so über­trägt, als ob es ein öffent­lich zele­brier­tes Levi­tier­tes Hoch­amt wäre, ohne Abstri­che, so wie das in Zaitz­ko­fen dan­kens­wer­ter Wei­se prak­ti­ziert wird. Das ist der grund­sätz­li­che Unter­schied auch zum NOM! Ich möch­te nicht dar­an den­ken, was eine sel. Maria Tere­sia Impe­ra­t­rix getan hät­te mit sol­chen Bischö­fen, ein hl. Lud­wig IX. oder ein Car­los III von Spanien.

    Seit dem Zwei­ten Welt­krieg ist kein sol­cher Ver­fas­sungs- und Völ­ker­rechts­bruch mehr began­gen wor­den, nicht ein­mal der Ein­marsch der DDR in die Tsche­cho­slo­wa­kei 1968 war von einem sol­chen Aus­maß, da alles unter der for­mel­len Zustän­dig­keit des War­schau­er Pak­tes von 1950 gegan­gen ist. So aber bleibt nur noch fest­zu­stel­len, daß die ver­fas­sungs­or­ga­ne selbst und die DBK als aus­füh­ren­des kirch­li­ches Organ den größ­ten Ver­fas­sungs­bruch nach dem Zwei­ten Welt­krieg zu ver­ant­wor­ten haben. Da ist gera­de in den Tagen, in denen das Deut­sche Volk der Befrei­ung vom Natio­nal­so­zia­lis­mus vor 75 Jah­ren gedenkt, nicht nur bedrückend, son­dern auch beschämend. 

    Soll­ten Alfred Delp und Diet­rich Bon­hoef­fer umsonst gestor­ben sein? Der Vater von S. E. Mar­cel Lefebrve, Rene Lefebrve? Rupert May­er die Drang­sa­le und kör­per­li­chen Schmer­zen? die Kar­di­nä­le Faul­ha­ber und von Galen umsonst ihr Leben zur Dis­po­si­ti­on gestellt haben? Da gab es noch Gläu­bi­ge, die bereit waren, Wider­stand zu lei­sten. Aber heu­te? Wo waren die sonst so pro­test­wil­li­gen und recht­ha­be­ri­schen Lai­en vom „Wir sind Kir­che“, von „Maria 2.0“, Die­se sind nicht katho­lisch und daher ging das die ja nichts mehr an; erst unter der Andro­hung von Poli­zei­ge­walt hat die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. am 18.03.2020 ihre öffent­li­chen Got­tes­dien­ste ein­ge­stellt, die Gläu­bi­gen wären sicher bereit gewe­sen, Wider­stand zu lei­sten, wie das höchst­löb­lich die Gläu­bi­gen und Katho­li­schen Hel­den von St. Nico­las de Char­don­net in Paris (wo sonst?) getan haben.

    • Man muss die Bischö­fe kri­ti­sie­ren. Das ist richtig.

      Man darf aber nicht über­se­hen, dass z.B. Söder sei­ne Befug­nis­se über­schrit­ten hat — und den­noch (oder des­we­gen) beju­belt wird.

      2. BayIfSMV vom 16. April 2020

      Zitat:

      § 1
      Ver­an­stal­tungs- und Versammlungsverbot

      (1) 1 Ver­an­stal­tun­gen und Ver­samm­lun­gen wer­den lan­des­weit unter­sagt. 2 Dies gilt auch für Zusam­men­künf­te in Kir­chen, Moscheen und Syn­ago­gen sowie die Zusam­men­künf­te ande­rer Glaubensgemeinschaften.

      Zita­ten­de.

      Von der DBK gab es lei­der kei­ner­lei Proteste.

  2. Auch, wenn die Kar- und Oster­ta­ge dies­mal so anders — z.B. ohne Enkel waren, erin­ner­te mich ein Bekann­ter mit fol­gen­dem Oster­gruß an
    den whren Grund der Fei­er des höch­sten christ­li­chen Festes. Er schrieb: heu­te beginnt nach katho­li­scher Tra­di­ti­on die Lit­ur­gie des Tri­du­ums, der drei hei­li­gen Tage, von dem die Gläu­bi­gen in die­sem Jahr von Staats wegen aus­ge­sperrt sind.
    Auch in den Zei­ten der Auf­he­bung der Grund­rech­te gilt der Satz von Cla­rence W. Hull:
    „Ostern besagt, dass man die Wahr­heit ins Grab legen kann, dass sie aber nicht dar­in bleibt.“
    Die­ser Satz ist unse­re Hoff­nung und des­we­gen fei­ern wir Ostern, ob poli­tisch gewollt oder nicht.

  3. Es fällt einem der Löwe von Mün­ster, Bischof von Galen ein, sowie die Bischö­fe der Nachkriegszeit,Stepinac, Mindszen­ty, Wis­new­ski, zuletzt auch B. Dyba, — man kann nur seufzen.

  4. „Die als demo­kra­ti­scher Rechts­staat kon­sti­tu­iert Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land steht in der Tra­di­ti­on des christ­li­chen Abendlandes.“

    Als eine „repre­sen­ta­ti­ve“ Demo­kra­tie steht sie eher in der Tra­di­ti­on der Frei­mau­rer. Schließ­lich geht alle Staats­ge­walt in sol­chen Syste­men von der Olig­ar­chie aus, und nicht von Gott. Kei­ne Prä­am­bel wird das kaschie­ren können.

    • Rec­te Och­lok­ra­tie. Man muss aber schon beach­ten, dass man sich mit dem Behar­ren auf „Reli­gi­ons­frei­heit“ in maso­ni­sti­sches Fahr­was­ser begibt!
      Hier ein bemer­kens­wer­ter Kom­men­tar s.t. Woelkis:
      “Wenn die Locke­rung ein­tritt, müs­sen auf jeden Fall auch die Kir­chen wie­der für öffent­li­che Got­tes­dien­ste geöff­net wer­den.” #Coro­na #Pray­Tog­e­ther https://t.co/oxZepWYMfT
      — Kar­di­nal Woel­ki (@ErzbischofKoeln) April 15, 2020

  5. @alexander franz Lechner
    „Man muss aber schon beach­ten, dass man sich mit dem Behar­ren auf “Reli­gi­ons­frei­heit” in maso­ni­sti­sches Fahr­was­ser begibt!“
    Das ist rich­tig. Auch die Kir­che Satans wird sich auf die Reli­gons­frei­heit beru­fen wenn ihre Stun­de kommt.
    https://katholisches.info/2019/04/27/satanstempel-als-kirche-anerkannt/
    Beim letz­ten Kon­zil der Reli­gi­ons­frei­heit waren wohl eini­ge nicht ganz dicht.
    Per Mari­am ad Christum.

    • @Shuca: Ein sehr dra­sti­sches und daher anschau­li­ches Beispiel.
      All­ge­mein; Wer mit „Reli­gi­ons­frei­heit“ argu­men­tiert, aner­kennt die Früch­te der Säku­la­ri­sie­rung, begibt sich sei­nes Allein­an­spru­ches auf die Wahr­heit und stellt sich auf die­sel­be Stu­fe wie eine obsku­re Sekte.

  6. Wir Chri­sten haben die Eucha­re­stie, an der kein Zwei­fel besteht. Sie ist der neue Bund. 

    In einer Zeit der Dik­ta­tur des Rela­ti­vis­mus ver­su­chen die Gott­lo­sen den Rela­ti­vis­mus den Kir­chen auf­zu­drän­gen. Das Chri­sten­tum geht jedoch von unwan­del­ba­ren Tat­sa­chen aus. Wir kön­nen uns nicht in maso­ni­sti­sches Fahr­was­ser bege­ben, weil unser Stand­punkt in sich selbst geschlos­sen und fol­ge­rich­tig ist. 

    Mir kommt das gan­ze öffent­li­che Geha­be der Regie­run­gen und Inter­es­sen­grup­pen wie ein Bet­teln vor. Bit­te befreit uns von der Schuld unse­rer Wider­sprü­che. Bit­te zeigt uns Zei­chen der Schwä­che, damit wir uns stär­ker füh­len können.
    Ahnen sie, dass ihre Zeit begrenzt ist?

  7. @B. Wag­ner
    Der Mini­ster­prä­si­dent hat in die­ser Fra­ge über­haupt kei­ne Kom­pe­tenz, daher kann er sie auch nicht über­schrei­ten. Noch ein­mal: Wer auch immer in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land der Katho­li­schen Kir­che die Zele­bra­ti­on der Hei­li­gen Mes­se nach den aner­kann­ten lit­ur­gi­schen Büchern aus Grün­den einer (mög­li­chen) staat­li­chen Ver­ord­nung, die ja ille­gal ist, ver­bie­tet, bricht ipso fac­to das Völ­ker­recht und setzt zugleich die per­ma­nen­te Recht­staats­ga­ran­tie nach Art. 20 außer Kraft. Ich möch­te nicht unbe­dingt in die grund­sätz­li­che Fra­ge nach der Recht­mä­ßig­keit der Ver­fas­sung stel­len (obgleich auch das Grund­ge­setz schwer­wie­gen­de Feh­ler ent­hält, z. B. den ver­än­der­ba­ren Gleich­heits­ar­ti­kel, der dem Natur­recht ekla­tant in for­ma spe­ci­fi­ca wider­spricht!), es ist aber die welt­weit aus­ge­wo­gen­ste Ver­fas­sung, die in einem kon­fes­si­ons­dif­fe­ren­zier­ten Staat 1950 mög­lich war.

    Aber letzt­lich, und da muß man eben sich damit abfin­den, hat Gott die stär­ke­ren Argu­men­te, inso­fern man nicht sei­nen Gebo­ten gehorcht. Dann ändert er das Kli­ma, und schon wird uns die Höl­le heiß gemacht. Wol­len dann die Poli­ti­ker wie­der alle in Qua­ran­tä­ne stecken, bis der Kli­ma­wan­del vor­bei ist? Da kann sie gleich die Mensch­heit für immer ein­sper­ren, denn eines ist klar (und jetzt wird es astronomisch!):

    Die Son­ne hat den Sta­tus der rei­nen Was­ser­stoff-Heli­um-Fusi­on über­schrit­ten und bil­det schon schwe­re­re Ele­men­te wie Neon und Lithi­um. In spä­te­stens 900 Mio. Jah­ren hat die sub­ti­le Son­nen­aus­deh­nung, die bereits vor ca. 600 Mio. Jah­ren, gemäß den Regeln der Haupt­stern­rei­he begon­nen hat und z. B. die voll­kom­me­ne Ver­ei­sung des Pla­ne­ten wie vor 1.9 Mrd Jah­ren dau­er­haft ver­hin­dert und für eine lang­sa­me aber ste­ti­ge Erwär­mung sorgt, die Tem­pe­ra­tur der Ober­flä­che der Erde von durch­schnitt­lich 20 auf 30 °C gebracht. Da kann dann schon nur noch ein Teil der Men­schen über­le­ben und wird dann bei die­ser Tem­pe­ra­tur in spä­te­stens einer hal­ben Genera­ti­on alle natür­li­chen Res­sour­cen der Erde ver­braucht haben. Und das ist dann das end­gül­ti­ge Ende! Wer es bis dahin nicht schafft, schafft es nim­mer­mehr, sei­ne See­le ret­ten zu las­sen. Und dann beginnt die Höl­le für die ver­lo­re­nen. Es ist Grö­ßen­wahn, gegen den natür­li­chen Kli­ma­wan­del zu kämp­fen, wenn der Mensch schon so lächer­lich ange­sichts des Coro­na-Virus sich zeigt.

    Und daher gäl­te es jetzt, alles in Chri­stus zu erneu­ern, sich auf sei­ne Ankunft vor­zu­be­rei­ten, Süh­ne und Abläs­se zu gewin­nen, um die Armen See­len zu ret­ten. Und das ist die Auf­ga­be der Bischö­fe haupt­säch­lich und urei­gen­st. Und da ver­sa­gen sie schmäh­lich. Und in der gan­zen Hyste­rie machen sie den dop­pel­ten Rechts­bruch, den des Völ­ker­rechts und den des Gött­li­chen, kirch­li­chen Rechts, indem sie die wich­tig­sten Heils­mit­tel die per­sön­lich appli­zier­ten Sakra­men­te verweigern.

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