„Wer den Teufel leugnet, ist schon auf der Seite Satans“



Pater Ildebrando Di Fulvio, Zisterzienser und Exorzist.
Pater Ildebrando Di Fulvio, Zisterzienser und Exorzist.

In einem Interview nimmt der Zisterzienser und Exorzist, P. Ildebrando Di Fulvio, zu den Aussagen des Jesuitengenerals, P. Arturo Sosa Abasacal, Stellung, der bereits zum zweiten Mal die Existenz des Teufels leugnete und von einem „Symbol“ sprach, um das Böse zu benennen.

P. Ildebrando gehört der Zisterzienerabtei Casamari in Latium an. Dort lebt er mit 16 Mitbrüdern. Die Abtei wurde im Jahr 1005 von Benediktinern gegründet und Mitte des 12. Jahrhunderts in eine Zisterzienserabtei umgewandelt. Die 1929 von Papst Pius XI. errichtete Zisterzienserkongregation Casamari umfaßt 200 Mönche in 18 Klöstern. Seit 1930 gibt es auch Niederlassung in Äthiopien und Eritrea mit sechs Klöstern und einigen Missionsstationen.

Die 1046 gegründete Bibliothek der Abtei umfaßt mehr als eine halbe Million Bände. In der Jahren als Napoleon die Abtei aufhob, gingen Teile des Archivs und der Bibliothek für immer verloren. Als 1863 piemontesische Truppen die Abtei besetzten, konnte nur im letzten Augenblick verhindert werden, daß die Bibliothek ein Raub der Flammen wurde.

Der Tag in der Abtei beginnt um 5:15 Uhr mit der Matutin und endet um 21:30 Uhr mit der heiligen Stille.

Zisterzienserabtei Casamari in Latium
Zisterzienserabtei Casamari in Latium

Das Interview mit Pater Ildebrando Di Fulvio führte Bruno Volpe für die katholische Internetzeitung La Fede Quotidiana.

FQ: Pater Di Fulvio, der Generalobere der Jesuiten, Pater Sosa Abascal, hat in einem Interview die Existenz des Teufels geleugnet und die Internationale Vereinigung der Exorzisten hat das nicht gut aufgenommen…

Pater Ildebrando Di Fulvio: Wer den Teufel leugnet, ist ein armer, bemitleidenswerter Mensch. Ich empfinde Mitleid für ihn, denn vielleicht ist er schon auf Satans Seite. Das Leugnen der Existenz des Teufels widerspricht dem Evangelium und der immerwährenden Lehre der Kirche. Bestimmte Behauptungen, wenn sie so geäußert wurden, stehen im Widerspruch zum Lehramt der katholischen Kirche. Wer sie tätigt, der ist draußen.

FQ: Kurz gesagt, Satan existiert…

Pater Ildebrando Di Fulvio: Natürlich. Ich selbst wurde einige Male gequält. Am frühen Morgen, in jüngster Vergangenheit, hörte ich Klopfzeichen an meiner Zellentür. Es war vier Uhr nachts. Kurz gesagt, der Feind amüsierte sich, indem er meine letzte Stunde Schlaf störte. Bei anderen Gelegenheiten ließ er auf mysteriöse Weise die Schlüssel zu einem Schreibtisch verschwinden, die ich dann an undenkbaren Orten wiederfand. Während einiger Exorzismen sah ich zarte, gebrechliche Frauen ganze Kirchenbänke aufheben und viele Meter weit schleudern. Andere krochen schreiend und urinierend auf dem Boden.

FQ: Wird in der Predigt vom Teufel gesprochen, wie es sich gehört?

Pater Ildebrando Di Fulvio:  Der Papst macht es. Meiner Meinung nach könnte und sollte mehr getan werden. Im Moment scheint der Teufel entfesselt zu sein, weil es wenig Glauben gibt und nicht ausreichend gebetet wird. Wahrscheinlich könnten wir mehr über die Sünde sprechen, was ja nicht bedeutet, daß die Barmherzigkeit ablehnt wird. Satan handelt, wenn er apathische oder gleichgültige Personen sieht. Je weniger Glaube, desto mehr greift er an.

FQ: Am 5. Oktober findet in Rom eine wichtige Konferenz über die Art der Kommunionspendung statt. Ist Ihrer Ansicht nach die Handkommunion für den Mißbrauch oder Handlungen der Satanisten geeigneter?

Pater Ildebrando Di Fulvio: Die Gefahr von Sakrilegien besteht und ist hoch. Es ist möglich, daß sie passieren.

FQ: Vittorio Messori hat in einem Interview mit dieser Zeitung gesagt, daß die Kirche nicht dem Papst gehört…

Pater Ildebrando Di Fulvio: Er hat recht. Aber ich glaube nicht, daß er es damit an Respekt und Gehorsam gegenüber dem Papst fehlen lassen wollte. Wir alle müssen dem Stellvertreter Christi vertrauen. Ich denke, er wollte sagen, daß die Kirche Christus gehört. Heute, und wird sehen es in verschiedenen Erscheinungsformen, kämpft der Teufel gegen die Kirche und will ihre Spaltung. Aber er wird seinen Krieg nicht gewinnen.

Einleitung/Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: La Fede Quotidiana/Abbazia di Casamari (Screenshots)

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