„Hauptakteur des christlichen Gebets ist der Heilige Geist“

Mittwochskatechese von Papst Franziskus

Lie­be Brü­der und Schwe­stern,

heu­te beschlie­ßen wir unse­re Kate­che­sen über das Vater­un­ser. Man kann sagen, dass das christ­li­che Gebet aus dem Wage­mut ent­steht, Gott als „Vater“ anzu­spre­chen. Hier­bei geht es nicht um das Auf­sa­gen einer blo­ßen For­mel, son­dern um eine Fami­lia­ri­tät mit dem Vater, den Jesus uns offen­bart; um eine Got­tes­kind­schaft, an der wir durch die Gna­de teil­neh­men dür­fen.

In den Evan­ge­li­en stößt man auf ver­schie­de­ne Gebe­te, die Jesus an den Vater rich­tet und in denen er das Vater­un­ser anklin­gen lässt, so bei­spiels­wei­se im Gar­ten Get­se­ma­ni oder wenn er die Jün­ger zur Ver­ge­bung auf­ruft, bevor sie zum Vater beten. Bei der Betrach­tung des Neu­en Testa­ments als Gan­zes wird deut­lich, dass der Haupt­ak­teur des christ­li­chen Gebets der im Her­zen der Jün­ger wehen­de Hei­li­ge Geist ist. Er macht uns fähig, als Kin­der Got­tes zu beten, die wir durch die Tau­fe wahr­haft gewor­den sind. So kann der Christ aus­ge­hend von die­ser Bezie­hung mit dem Vater in jeder Situa­ti­on beten und dabei beson­ders auf die Psal­men zurück­grei­fen, aber auch auf die zahl­rei­chen Gebe­te, die das mensch­li­che Herz über die Jahr­hun­der­te her­vor­ge­bracht hat. Erzäh­len wir dem Vater alles über uns, aber auch über unse­re Brü­der und Schwe­stern, beson­ders die Not­lei­den­den, auf dass nie­mand ohne Trost und ohne Lie­be blei­be und wir im Ver­trau­en zum Vater wach­sen.   

Von Her­zen grü­ße ich die Pil­ger deut­scher Spra­che, ins­be­son­de­re die Theo­lo­gie­stu­die­ren­den der Uni­ver­si­tä­ten Inns­bruck und Salz­burg. Bit­ten wir den Hei­li­gen Geist, uns in unse­rer Bezie­hung zum himm­li­schen Vater zu füh­ren und zu stär­ken, indem wir sei­nem gött­li­chen Sohn Jesus, dem Herrn, treu fol­gen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vatican.va