Die Schattenseite rund um den Vatikan

Schmutz, Gestank und nächtliche Auseinandersetzungen

(Rom) Die mexi­ka­ni­sche Tages­zei­tung El Sol de Mexi­co ortet um den Vati­kan „Ver­falls­er­schei­nun­gen“. Die Tages­zei­tung steht in kei­ner kirch­li­chen Bin­dung. Sie gehört zur gro­ßen Medi­en­grup­pe Orga­ni­za­ción Edi­to­ri­al Mexi­ca­na, die tra­di­tio­nell der wenig kir­chen­freund­li­chen Parti­do Revo­lu­cio­na­rio Insti­tu­cio­nal (PRI) nahe­steht, der Mexi­ko von 1929–1988 das Land dik­ta­to­risch beherrsch­te und auch seit­her eine domi­nan­te Stel­lung im Land ein­nimmt.

Hier der Bericht:

„Auf­grund von hohem Alko­hol­kon­sums kommt es häu­fig zu Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Vaga­bun­den, wie Spu­ren am Ein­gang zum vati­ka­ni­schen Pres­se­saal zei­gen.

Rings um den Peters­dom herrscht Ver­fall. Vaga­bun­den, die die Duschen und Bäder igno­rie­ren, die Papst Fran­zis­kus an einer Sei­te   des Plat­zes, der ein Sym­bol des Chri­sten­tums ist, anbrin­gen ließ, bevor­zu­gen, ihre Not­durft an der erste Ecke zu ver­rich­ten, die sie gera­de fin­den. Vom Schmutz gar nicht zu reden, den Spei­se­re­sten und Toi­let­ten­pa­pier, die in den Stra­ßen und Gas­sen her­um­lie­gen und übel­rie­chen­den Gestank ver­brei­ten.

In der Nacht ver­sam­meln sich unter den Säu­len­gän­gen zu bei­den Sei­ten der Via del­la Con­ci­lia­zio­ne, die in den Peters­platz mün­det, die Obdach­lo­sen, die sich mit Papp­kar­tons und Lum­pen zudecken und hier schla­fen. Dabei kommt es häu­fig zu Aus­ein­an­der­set­zun­gen auf­grund des hohen Alko­hol­kon­sums, wie Spu­ren am Ein­gang des vati­ka­ni­schen Pres­se­aa­les zei­gen.

Hin­zu­kom­men die Bett­ler und ille­ga­len Stra­ßen­händ­ler, von denen die Tou­ri­sten, die den Vati­kan besu­chen, ‚über­fal­len‘ wer­den.

Anschei­nend kann die Stadt­po­li­zei, die nur weni­ge Schrit­te außer­halb des Papst­staa­tes eine Nie­der­las­sung hat, der Ziel des Welt­tou­ris­mus ist, wenig tun, um die­ses Phä­no­men zu bekämp­fen, das trotz der Beschwer­den der Anwoh­ner und der Medi­en­be­rich­te schon seit Jah­ren andau­ert.“

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: El Sol de Mexi­co (Screen­shot)

2 Kommentare

  1. Es fehlt nicht mehr viel und dann haben wir wie­der einen Sac­co di Roma. Der der­zei­ti­ge Inha­ber des „mini­ste­ri­ums“, nicht des „munus“, fin­det sicher­lich nicht schlecht, was da so abgeht. Für den gei­sti­gen Sac­co di Roma sorgt er jeden Tag aufs Neue.

  2. Gib Lin­ken irgend­et­was — und sie wer­den es her­un­ter­wirt­schaf­ten. Revo­lu­ti­on kön­nen sie, groß­spu­rig auf­tre­ten, aber etwas ein­fach in Ord­nung hal­ten, das ist ihnen nicht mög­lich, es ist ihnen zutiefst wesens­fremd.

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