„Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe“

Mittwochskatechese von Papst Franziskus

Generalaudienz Papst Franziskus

Lie­be Brü­der und Schwe­stern,

in der zwei­ten Vater­un­ser­bit­te „Dein Reich kom­me!“ beten wir dar­um, dass sich das Kom­men des Rei­ches Got­tes beschleu­ni­ge. Schon zu Beginn sei­nes öffent­li­chen Wir­kens ver­kün­de­te Jesus: »Die Zeit ist erfüllt, das Reich Got­tes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evan­ge­li­um!« (Mk 1,15).

Sei­ne Wun­der­ta­ten und sei­ne Sor­ge für die Benach­tei­lig­ten sind Zei­chen für die Herr­schaft Got­tes. Jesus ist gekom­men, doch die Welt ist immer noch von der Sün­de geprägt, der Sieg Chri­sti ist noch nicht völ­lig ver­wirk­licht. Eben in die­ser Situa­ti­on bit­ten wir mit Nach­druck „Dein Reich kom­me!“, gleich­sam um zu sagen: „Jesus, wir brau­chen dich, du sollst über­all und für immer Herr unter uns sein!“ Auf die Fra­ge, war­um Got­tes Reich sich so lang­sam ver­wirk­licht, geben uns die Gleich­nis­se Jesu Ant­wort. Der Acker mit dem Unkraut unter dem Wei­zen besagt, dass Gott gedul­dig ist und sei­ne Herr­schaft nicht mit Gewalt, son­dern mit Güte errich­tet. Das Reich Got­tes ist die größ­te Kraft über­haupt, aber nicht nach den Kri­te­ri­en der Welt – davon spre­chen die Gleich­nis­se vom Sauer­teig und vom Senf­korn. Das „Geschick“ des Rei­ches Got­tes sehen wir am Leben Jesu selbst: Er ist das Wei­zen­korn, das in die Erde fällt und stirbt, damit es rei­che Frucht bringt. Wie der Same keimt und wächst durch Got­tes Wir­ken, so wächst sein Reich unter uns.

Von Her­zen grü­ße ich die Pil­ger aus den Län­dern deut­scher Spra­che. Beson­ders hei­ße ich den Fran­zis­kus-Chor aus Lim­burg und den Mini­chor der Mini­stran­ten aus Bru­neck will­kom­men. Öff­nen wir uns immer dem Wir­ken des Hei­li­gen Gei­stes. Als sei­ne Werk­zeu­ge wol­len wir am Kom­men des Rei­ches Got­tes mit­ar­bei­ten und die Hoff­nung des Evan­ge­li­ums zu unse­ren Mit­men­schen brin­gen. Eine geseg­ne­te Fasten­zeit euch allen!

Bild: Vatican.va