Generalangriff auf die Katholische Kirche – eine Bischofsattacke

Bischöfliche Autoritätsverweigerung



Die Autorität und Machtfülle der Kirche: Jesus Christus übergibt dem Petrus die Schlüssel zum Himmelreich.
Die Autorität und Machtfülle der Kirche: Jesus Christus übergibt dem Petrus die Schlüssel zum Himmelreich.

Gastkommentar von Uwe Lay

„Im Kern geht es auch um die Frage, ob wir eigenständige Gewissensentscheidungen von Menschen unterstützen und damit den Menschen zugestehen, mit Hilfe des Wortes Gottes und auch mit Hilfe seelsorglicher Begleitung zu eigenen Entscheidungen zu kommen – oder ob wir im letzten die Deutungshoheit beanspruchen, der sich die anderen Menschen dann einfügen.“ So greift Bischof Peter Kohlgraf, seit 2017 Bischof von Mainz, die Katholische Kirche an. Er stellt ihre „Machtansprüche“ in Frage, ja er greift sogar zu der Lieblingsparole aller Schismatiker und Häretiker, daß die Kirche nicht gleichzusetzen sei mit Jesus Christus.

Daß diese antikatholischen Ergüsse auf der quasi offiziellen Internetseite katholisch.de der Deutschen Bischofskonferenz publiziert werden, erstaunt uns aber nicht (30.12.2018).

Angriff gegen die Kirche von zwei Seiten

Von zwei Seiten her wird hier der Angriff gegen die Katholische Kirche geführt.

Die erste Kampfparole ist die der freien Gewissensentscheidung. Nicht mehr die Morallehre der Kirche sondern das individuelle Gewissen soll die höchste Entscheidungsinstanz darüber sein, was ich darf und was ich nicht darf. Damit wird die Lehre der Kirche entmachtet, indem sie nur noch ein Angebot für mögliche Handlungsoptionen ist. Was zählt, ist die eigene Entscheidung – daraufhin sei auch die Morallehre der Kirche ausgerichtet.

Einfacher gesagt: Die Kirche bietet in ihrem Bestellkatalog der Morallehre Verschiedenes an, woraus der Konsument das ihm Gefällige sich aussuchen kann, oder er ordert eben woanders. Kreative Menschen erstellen sich dabei gar eine eigene Moral, ganz privat für sich.

Der Erfolg: Jährlich werden in Deutschland circa 100.000 Menschen im Mutterleibe getötet. Hier triumphiert die freie Gewissensentscheidung.

Leider gibt es da immer noch Conservative, die tötungswilligen Müttern mit dem Machtanspruch der Kirche kommen, daß Abtreibung eine schwere Sünde sei. Diese wollen dann diese tötenwollenden Mütter dem Machtanspruch der Kirche unterordnen, daß sie nicht tun dürfen, was ihnen ihr Gewissen erlaubt. Das sei ferne, denn die Kirche, wenn sie die Gewissensfreiheit endlich akzeptieren würde, müßte damit aufhören, Frauen so zu bevormunden.

Die Entmachtung der Kirche

Wenn die Kirche etwas als für alle verbindliche Wahrheit lehrt, dann maßt sie sich etwas an, was ihr nicht zusteht. Um diese Entmachtung der Kirche, ihrer Kompetenz zur Wahrheitserkenntnis zu legitimieren, baut dieser Bischof nun die Antithese von Jesus Christus und Kirche auf.

Das ist die zweite Seite, von der her nun die Kirche attackiert wird. Das hat der Bischof von Luther gelernt, daß die Kirche so weit von Christus entfernt ist, daß Alles, was sie lehrt, unter dem Generalverdacht steht, nicht mehr mit den Anliegen Jesu Christi in Einklang zu stehen. So ist Jesus Christus nicht mehr das lebendige Haupt seiner Kirche. Die Kirche wird so auch nicht mehr durch den Heiligen Geist geführt, sondern ist ein bloßes irrtumfähiges Menschenwerk, sodaß ihre Lehren nicht letztverbindlich sein können. Das kann so nur noch das individuelle Gewissen sein.

Damit wird das Offenbarsein der Offenbarung Jesu Christi in der Kirche verleugnet, um die Moral der Willkür des individuellen Gewissens zu unterwerfen. 100.000 im Mutterleibe jährlich getötete Kinder sind das Produkt dieser antikatholischen Gewissensmoral!

Zusatz

Wie denn, wenn nicht durch Macht, soll der Mensch abgehalten werden, Böses zu tun?

Gedenke, o Mensch deiner letzten Dinge, und du wirst in Ewigkeit nicht sündigen (Jesus Sirach 7,40).

In „Maria, meine Zuflucht und mein Trost“, Michael Seitzl, 1919 findet sich dazu diese Erläuterung, S.200f:

„Wer würde wohl je sündigen, wenn er von dem Gedanken an den nahen Tod und das darauf folgende Gericht durchdrungen wäre! -Gedenke oft jenes schrecklichen Augenblickes, wo du vor dem göttlichen Richter erscheinen mußt, um Rechenschaft über dein ganzes Leben zu geben.“

Text: Uwe Lay
Bild: Wikicommons

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4 Kommentare

  1. Es kann keine „Gewissensentscheidung“ zur Tötung des eigenen Kindes geben. Denn Gewissen ist ein Mitwissen von Gottes Willen und ist selbstverständlich nach Gottes Willem gebildet.
    Wer kann sich sicher sein, dass das eigene Gewissen nicht das manipulierte Machwerk anderer ist? Halten wir uns an die Offenbarung!

  2. Was ist unter Gewissensentscheidung zu verstehen? Es ist eine Instanz des verfestigten menschlichen Wissens um die Werteordnung, um Gut und Böse und letztlich um die Gebote, die zur Lebensgestaltung notwendig sind. Das Gewissen ist nicht dem freien Willen unterstellt. Darin liegt das Problem, dass impliziert wird, Gewissen sei eine Funktion des freien Willens.

  3. Muß man wirklich viel zum Gewissen sagen?
    Gott hat klare Forderungen an uns. Die Zehn Gebote sind ein Leitfaden zum Gelingen unsseres Lebens. Aber Er gibt uns die Freiheit. Das hat Konsequenzen!
    Fertig

  4. In diesem Satz ist alles Unverständnis zusammengefasst:
    „Leider gibt es da immer noch Conservative, die tötungswilligen Müttern mit dem Machtanspruch der Kirche kommen, daß Abtreibung eine schwere Sünde sei. Diese wollen dann diese tötenwollenden Mütter dem Machtanspruch der Kirche unterordnen, daß sie nicht tun dürfen, was ihnen ihr Gewissen erlaubt. Das sei ferne, denn die Kirche, wenn sie die Gewissensfreiheit endlich akzeptieren würde, müßte damit aufhören, Frauen so zu bevormunden“.
    Dazu ist Folgendes zu sagen:
    1. Einen Machtanspruch der Kirche gegenüber der abtreibungswilligen Frauen gibt es nicht. Die Kirche definiert nur den Rechtsanspruch des Schwachen, des Ungeborenen. auf Leben. Wer dies als Machtanspruch versteht, weiß, wie begründet dieser Rechtsanspruch ist. Wer mit dem Spruch begründet, dass „mein Bauch mir gehört“, hat vergessen, dass jeder Eigentumsanspruch sozialverpflichtend ist. Dabei ist diese Rechtsauffassung Teil der staatlichen Grundrechtsauffassung.
    2. Der Schutz des Lebens gehört zu den Grundbedürfnissen. Diesen nicht zu gewähren oder vorzuenthalten ist – in der Tat- schwere Sünde und trennt dauerhaft und unbereut von der Liebe Gottes. Dies lehrt die Kirche im Auftrag Gottes. Das Gewissen muss sich schon aus dem Eigenschutzbedürfnis der Person daran orientieren.

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