Papst Franziskus: Wissenschaft soll Lösungen für den Frieden liefern

Die neue Wissenschaftsgläubigkeit der Kirche

Papst Franziskus-Tweet zum Weltwissenschaftstag.
Papst Franziskus-Tweet zum Weltwissenschaftstag.

(Rom) Zum Welt­tag der Wis­sen­schaft twit­ter­te Papst Fran­zis­kus eine Bot­schaft, die sich kaum von jener der UNO-Gran­den unter­schei­det.

Der World Sci­ence Day – in Voll­ver­si­on World Sci­ence Day for Peace and Deve­lo­p­ment (WSDPD) – ist einer jener vie­len Tage, mit denen irgend­wel­che UNO-Agen­tu­ren seit Jah­ren den Kalen­der über­fül­len. Ein­ge­führt wur­de er 2001 von der UNESCO und wird seit­her jeweils am 10. Novem­ber began­gen. Und damit der Femi­nis­mus und die Gen­der-Ideo­lo­gen ja nicht zu kurz kom­men, gibt es noch einen eige­nen Tag der Frau­en und Mäd­chen in der Wis­sen­schaft, jeweils am 11. Febru­ar. Aber das nur am Ran­de.

Papst Fran­zis­kus twit­ter­te vor zwei Tagen:

„Die Wis­sen­schaft ist heu­te auf­ge­ru­fen, eine Füh­rungs­rol­le zu über­neh­men, um Lösun­gen für einen nach­hal­ti­gen und ganz­heit­li­chen Fort­schritt aller Völ­ker auf­zu­zei­gen, der für den Auf­bau des Frie­dens uner­läss­lich ist. #World­Sci­en­ce­Day.“

Was sagt Papst Fran­zis­kus damit der Welt, das sich von den UNO-Gran­den unter­schei­det?

Meint Papst Fran­zis­kus die Wis­sen­schaft des Welt­kli­ma­ra­tes IPCC?

Nimmt man die Aus­sa­ge wört­lich, hat für das katho­li­sche Kir­chen­ober­haupt jeden­falls nicht das Chri­sten­tum „Lösun­gen für einen nach­hal­ti­gen und ganz­heit­li­chen Fort­schritt aller Völ­ker“ anzu­bie­ten, die „für den Auf­bau des Frie­dens uner­läß­lich“ sind, son­dern „heu­te“ sei das „die Wis­sen­schaft“.

Frie­den ist dem­nach ein vom „Evan­ge­li­um des Frie­dens“ (Eph 6,15) los­ge­lö­ster Zustand, der durch die Poli­tik, oder – laut päpst­li­cher Mei­nung – durch die Wis­sen­schaft erreicht wird.

Bis­her warn­te die Kir­che vor einer über­zo­ge­nen Wis­sen­schafts­gläu­big­keit, noch vor weni­gen Jah­ren Papst Bene­dikt XVI., und das gleich mehr­fach. Bene­dikt for­der­te die Wis­sen­schaft auf, „nach der Wahr­heit zu suchen“, denn nur durch die­se Rück­kop­pe­lung kön­ne sie ethisch ver­ant­wort­bar sein. Er warn­te zugleich vor einer Wis­sen­schafts­di­stanz und vor einer „ent­wur­zel­ten Wis­sen­schafts­gläu­big­keit“, der ein Gali­leo Gali­lei hul­dig­te. Zu Recht wur­de er dafür 1633 – aller noch immer geheu­chel­ten Empö­rung lern­re­si­sten­ter, moder­ner Athe­isten zum Trotz – von der Hei­li­gen Inqui­si­ti­on ver­ur­teilt.

Bereits 1976 schrieb der öster­rei­chi­sche Wis­sen­schaft­ler Paul Feyer­abend: Eine Revi­si­on des Gali­lei-Urteils „läßt sich nur poli­tisch-oppor­tu­ni­stisch recht­fer­ti­gen“. Papst Fran­zis­kus scheint der Vor­wurf nicht zu berüh­ren, hat er den Kurs des Kir­chen­schif­fes ja auch die UNO-Agen­da aus­ge­rich­tet.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Twit­ter (Screen­shot)

1 Kommentar

  1. Weiß der Papst nicht, das die heu­ti­ge Wis­sen­schaft nicht mehr der Wahr­heit ver­pflich­tet ist, son­dern Lob­by­grup­pen, Ideo­lo­gien?
    Je weni­ger Chri­sten, je weni­ger Frie­den. Nur ein Gebets­sturm für mehr Beru­fun­gen und die völ­li­ge Neu-Ein­rich­tung von Prie­ster­se­mi­na­ren in der Diö­ze­se eines gläu­bi­gen Bischofs mit gläu­bi­gen Theo­lo­gen, mit einem gläu­bi­gen Regens, aus dem Prie­ster her­vor­ge­hen, die dem Hl. Pfar­rer von Ars nach­fol­gen wol­len kann hel­fen.
    Wer ein sol­ches Prie­ster­se­mi­nar irgend­wo auf der Welt kennt, bit­te mit­tei­len, dan­ke

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