Zweites Land schaffte Homo-Ehe wieder ab

Bermuda schaffte als zweites Land der Welt die "Homo-Ehe" wieder ab.
Bermuda schaffte als zweites Land der Welt die "Homo-Ehe" wieder ab.

(Hamilton) Mit 1. Juni ist auf Bermuda ein Gesetz in Kraft getreten, mit dem die „Homo-Ehe“ wieder abgeschafft wurde.

Bermuda ist eine Inselgruppe im Atlantik, rund 1000 Kilometer vor der Küste der USA, mit dem Status eines britischen Überseegebietes.

Im vergangenen Dezember war der Domestic Partnership Act vom Parlament des Landes beschlossen und am 7. Februar von Gouverneur John Rankin unterzeichnet worden, der auf den Inseln die britische Königin als Staatsoberhaupt vertritt. Das Land verfügt über weitgehende Selbstverwaltung. Davon ausgenommen sind vor allem die Außen- und die Verteidigungspolitik, die von der Regierung in Großbritannien bestimmt wird.

Mit neuem Gesetz wurde „Homo-Ehe“ wieder abgeschafft
Mit neuem Gesetz wurde „Homo-Ehe“ wieder abgeschafft

Gegen das neue Gesetz polterte die britische, aber auch die internationale Homo-Lobby. Auch zahlreiche britische Parlamentsabgeordnete in Westminster schlossen sich der Kritik an, einschließlich der britischen Premierministerin Theresa May. Sie nannte das neue Gesetz „enttäuschend“.

Der Atlantikstaat ist damit das bisher zweite Land der Welt, nach Slowenien, das die bereits eingeführte „Homo-Ehe“ wieder abgeschafft hat. In beiden Ländern wurde die rechtliche Grundlage der Legalisierung durch ein neues Gesetz überwunden.

Auf Bermuda war die „Homo-Ehe“ nicht durch das Parlament eingeführt worden, sondern – wie auch in den USA – durch Richter. Das Höchstgericht hatte im Mai 2017 die „Homo-Ehe“ auf Bermuda und auch auf den Schiffen erlaubt, die unter der Flagge des Landes segeln.

Damit gaben die Höchstrichter der Klage des kanadischen Homo-Paares Winston Godwin und Greg DeRoche recht. Die Beamten des Standesamtes hatten die Eintragung von deren „Ehe“-Schließung in das Generalregister des Landes verweigert, weil es für eine „Homo-Ehe“ keine rechtliche Grundlage gab.

Die Höchstrichter setzten sich selbstherrlich über eine Volksabstimmung hinweg, mit der das Wahlvolk im Juni 2016 mit 69 Prozent die Legalisierung der „Homo-Ehe“ abgelehnt hatte.

Homosexuelle kommen dennoch nicht zu kurz. Sie dürfen nun eingetragene Partnerschaften eingehen, was in Summe mehr Kosmetik ist. Faktisch gibt es kaum Unterschiede zur Ehe, außer der unterschiedlichen Bezeichnung, die mehr symbolischen Wert hat. Dieser allerdings ist von Bedeutung, da es sich formalrechtlich um unterschiedliche Rechtsinstitute handelt.

Der wohl gravierendste Unterschied zwischen einer Ehe und einer eingetragenen Partnerschaft ist die für Homosexuelle fehlende Pflicht zur Treue.

Text: Andreas Becker
Bild: Wikicommons/Corrispondenza Romana

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