Kardinal Sarah: „Widersetzt euch jedem Gesetz gegen die Familie“

Kardinal Robert Sarah: Pfingstwallfahrt der Tradition, Kathedrale von Chartres
Kardinal Robert Sarah: Pfingstwallfahrt der Tradition 2018, Kathedrale von Chartres

(Paris) Die dies­jäh­ri­ge inter­na­tio­na­le Pfingst­wall­fahrt der Tra­di­ti­on von Paris nach Char­tres wur­de wie gewohnt in der Kathe­dra­le mit einer Hei­li­gen Mes­se in der über­lie­fer­ten Form des Römi­schen Ritus abge­schlos­sen. Dabei hielt Kar­di­nal Robert Sarah, der Prä­fekt der römi­schen Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung, die Pre­digt. Ein kur­zer Aus­zug aus sei­ner Homi­lie:

„Habt ihr wirk­lich der Fin­ster­nis ent­sagt und euch dafür ent­schie­den, dem Weg Jesu zu fol­gen, der das Licht der Welt ist? Erlaubt mir, euch die­se radi­ka­le Fra­ge zu stel­len, denn wenn Gott nicht unser Licht ist, ist alles ande­re nutz­los. Ohne Gott ist alles Fin­ster­nis. Gott ist bis zu uns her­ab­ge­stie­gen, ist Mensch gewor­den, hat uns die ein­zi­ge Wahr­heit geof­fen­bart, die erlöst, und ist gestor­ben, um uns von der Sün­de los­zu­kau­fen.

Zu Pfing­sten hat er uns den Hei­li­gen Geist geschenkt und das Licht des Glau­bens ange­bo­ten, aber wir bevor­zu­gen die Fin­ster­nis. Sehen wir uns um: Die west­li­che Gesell­schaft hat sich dafür ent­schie­den, sich ohne Gott zu orga­ni­sie­ren, und sie­he da: Sie ist den glit­zern­den und betrü­ge­ri­schen Lich­tern der Kon­sum­ge­sell­schaft, des Gewinns um jeden Preis und des rasen­den Indi­vi­dua­lis­mus aus­ge­lie­fert. Eine Welt ohne Gott ist eine Welt der Fin­ster­nis, der Lüge und des Ego­is­mus.

Ohne Got­tes Licht ist die west­li­che Gesell­schaft wie ein ziel­los trei­ben­des Schiff in der Nacht. Es gibt nicht mehr genug Lie­be, um die Kin­der anzu­neh­men, sie in ihrem Mut­ter­schoß zu behü­ten, sie vor der Aggres­si­on der Por­no­gra­phie zu beschüt­zen.

Ohne das Licht Got­tes ver­steht die west­li­che Gesell­schaft nicht mehr sei­ne alten Men­schen zu ach­ten, die Kran­ken bis zum Tod zu beglei­ten, den Ärm­sten und Schwäch­sten einen Platz zu gewäh­ren. Sie hat sich dem Dun­kel der Angst, der Trau­rig­keit und der Iso­lie­rung aus­ge­lie­fert. Sie hat nichts zu bie­ten außer die Lee­re und das Nichts.

Sie läßt die ver­rück­te­sten Ideo­lo­gien gewäh­ren. Eine west­li­che Gesell­schaft ohne Gott kann zum Schoß eines ethi­schen und mora­li­schen Ter­ro­ris­mus wer­den, der gewalt­tä­ti­ger und zer­stö­re­ri­scher sein kann als der isla­mi­sche Ter­ro­ris­mus. Denkt dar­an, was Jesus uns gesagt hat:

‚Fürch­tet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die See­le aber nicht töten kön­nen, son­dern fürch­tet euch vor dem, der See­le und Leib ins Ver­der­ben der Höl­le stür­zen kann‘ (MKar­di­nal Sarah: „Wider­setzt euch jedem Gesetz gegen die Fami­liet 10,28).

Ver­zeiht mir die­se Schil­de­rung, aber es ist not­wen­dig, nüch­tern und rea­li­stisch zu sein. Wenn ich so zu euch spre­che, dann des­halb, weil ich in mei­nem Her­zen als Prie­ster und Hir­te Mit­leid mit den vie­len ver­lo­re­nen See­len habe, und mit jenen, die trau­rig, unru­hig und allein sind.

Wer wird sie ins Licht füh­ren? Wer wird ihnen den Weg der Wahr­heit zei­gen, den ein­zi­gen Weg der Frei­heit, der jener des Kreu­zes ist? Wer­den wir sie dem Irr­tum, dem hoff­nungs­lo­sen Nihi­lis­mus oder dem aggres­si­ven Islam über­las­sen, ohne etwas zu unter­neh­men?

Wir müs­sen der Welt zuru­fen, daß unse­re Hoff­nung einen Namen hat: Jesus Chri­stus, ein­zi­ger Erlö­ser der Welt und der Mensch­heit.

Lie­be Pil­ger Frank­reichs, schaut die­se Kathe­dra­le an, die eure Ahnen erbaut haben, um ihren Glau­ben zu ver­kün­den. Alles in ihrer Archi­tek­tur, ihrer Struk­tur, ihren Glas­fen­stern ver­kün­det die Freu­de, von Gott erlöst und geliebt zu sein. Eure Vor­fah­ren waren nicht voll­kom­men, sie waren nicht ohne Sün­de, aber sie woll­ten das Licht des Glau­bens in der Fin­ster­nis erstrah­len las­sen.

Auch heu­te: Erwa­che, du Volk Frank­reichs, wäh­le das Licht, ent­sa­ge der Fin­ster­nis!

Wie soll das gesche­hen? Das Evan­ge­li­um gibt uns die Ant­wort: Wer nach dem Evan­ge­li­um han­delt, kommt zum Licht. Las­sen wir es zu, daß das Licht des Hei­li­gen Gei­stes kon­kret und ein­fach unser Leben erleuch­tet bis in die inner­sten Win­kel unse­res Seins. Gemäß der Wahr­heit han­deln heißt in erster Linie, Gott zum Mit­tel­punkt unse­res Lebens machen, so wie das Kreuz der Mit­tel­punkt die­ser Kathe­dra­le ist.

Lie­be Brü­der im Herrn, wen­den wir uns jeden Tag Ihm zu […].“

Die voll­stän­di­ge Pre­digt von Kar­di­nal Sarah:

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Catho­lic Sat/Youtube (Screen­shot)

1 Kommentar

  1. Er, Kar­di­nal Sarah, hät­te die Papst­wür­de ver­dient.

    Alle, die so spre­chen wie er, ver­die­nen es Papst genannt zu wer­den. Nur die­se ver­die­nen es.

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