REPAM-Brasilien und die Kirche mit Amazonas-Wurzeln (und ohne Zölibat)

Kardinal Hummes und Bischof Kräutler lenken Vorbereitungen für die Amazonas-Synode.
Kardinal Hummes und Bischof Kräutler lenken Vorbereitungen für die Amazonas-Synode.

(Brasilia) Die Vorbereitungen für die Amazonas-Synode laufen auf Hochtouren. In der Öffentlichkeit werden als Stichwörter „indigene Völker“, „Biosphäre“, „Regenwald“ und „das gemeinsame Haus“ genannt. Hinter den Kulissen geht es um die Abschaffung des Priesterzölibats und die Durchsetzung eines neuen Verständnisses des Weihesakraments und eine neuen „Kirchenmodells“. Wann immer von einer Kirche mit „Amazonas-Wurzeln“ die Rede ist, muß diese andere Agenda mitgedacht werden.

Kräutlers REPAM-Brasilien
Kräutlers REPAM-Brasilien

Einer der Hauptakteure ist der inzwischen emeritierte, österreichische Missionsbischof Erwin Kräutler. Obwohl seit zwei Jahren nicht mehr Prälat von Xingu im brasilianischen Regenwald, ist der 78 Jahre alte Kräutler ein sprichwörtlicher Unruheständler. Er ist Vorsitzender von REPAM-Brasilien, jener Red Eclesial Panamazonica (REPAM, Panamazonisches Kirchennetzwerk), die im September 2014 gegründet wurde, nicht nur, aber vor allem, um die Agenda Amazonas-Synode vorzubereiten.

Der Geschäftsführer von REPAM, Mauricio Lopez, sagte am 9. November in einem Interview mit Iglesia Viva, der Nachrichtenplattform der Bolivianischen Bischofskonferenz, offen, daß es bei der „Kirche mit Amazonas-Wurzeln“ um die Abschaffung des Priesterzölibats, ein anderes Priestertum und ein ganz anderes „Kirchenmodell“ geht.

Daß Lopez von Iglesia Viva interviewt wurde, zeigt, welche Unterstützung für dieses „andere“ Kirchenmodell von Seiten der Bischöfe kommt. Das gilt vor allem für Brasilien. Auf der offiziellen Internetseite der Brasilianischen Bischofskonferenz wurde am Mittwoch, 13. Dezember, ein Artikel von Sr. Osnilda Lima, der Kommunikationsbeauftragten von REPAM veröffentlicht.

Unter der Überschrift „Pan-amazonische Synode: Der Dialog, die Kirche und das gemeinsame Haus“ wurde ein Bild der beiden Hauptpromotoren der Amazonas-Synode und der Abschaffung des Priesterzölibats veröffentlicht: von Kardinal Claudio Hummes und Bischof Erwin Kräutler.

Im Artikel heißt es:

„Bischof Claudio [gemeint ist Kardinal Hummes] erinnert daran, daß Anfang 2018 die Fragebögen für die Vorbereitung der Synode vorliegen sollten. ‚Der Papst will die Teilnahme aller und bittet um mutige Vorschläge‘.“

Und weiter:

„‚Die Synode für Pan-Amazon wird nicht nur eine Veranstaltung im Oktober 2019 in Rom sein. Es wird ein ganzes Programm geben, in dem die Menschen, die Bischöfe, gehört werden‘,erinnert sich Bischof Erwin Kräutler, Präsident von Repam-Brasilien. Bischof Erwin betont, daß Laiinnen und Laien angehört werden müssen, weil sie das Recht haben, ihre Ansichten über den Amazonas kundzutun.“

Kräutler weiter:

„Der Papst sprach von drei Zielen für diese Synode: Das erste sind neue Wege für die Evangelisierung, und wenn wir nicht auf Laiinnen und Laien hören, auf wen dann? Laiinnen und Laien leisten eine intensive Arbeit in der Kirche, wir können uns die Kirche ohne ihren Einsatz nicht vorstellen. Ein anderes ist der spezifische Fokus auf die indigenen Völker, da stehen wir erst am Anfang und haben einen langen Weg vor uns. Welche Art von Evangelisierung wollen wir? Wie kann man die indigenen Völker einbeziehen? Wir können nicht von oben her eingreifen. Die indigenen Völker sind Akteure der eigenen Geschichte. Und schließlich der Amazonas als Ganzes, sein Wert, seine Berufung, seine Mission, das Weltklima zu regeln.“

Text: Giuseppe Nardi
Bild: CNBB/REPAM (Screenshots)

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